Kabinenwartung mit CALAG

Service-Kompetenz nach Plan

Seit Übernahme der Kabinenbau-Aktivitäten von Gangloff im Jahr 2018 ist die Langenthaler Calag AG auch zuständig für den weltweiten Kundendienst. Man setzt dabei auf langjährige Seilbahnerfahrung der Service-Mitarbeiter, hochmoderne Ausrüstungen und vollständige technische Dokumentationen.

Kleinere Reparaturen oder Ersatzteillieferungen nicht eingerechnet, erledigen wir derzeit 30 bis 40 Revisionsaufträge pro Jahr – Tendenz steigend,“ erklärt Domenico Condello, gemeinsam mit „Gangloff-Urgestein“ Heinz Arn zuständig für den Bereich Reparatur, Revision & Service bei Calag. Insgesamt sechs Servicemonteure mit langjähriger Erfahrung im Seilbahnbereich bilden heute den Kern der Abteilung Kabinenwartung. Je nach Aufgabenstellung greifen sie auf die hochmodernen technischen und personellen Ressourcen – Konstruktion, Metallbau, Hydraulik & Elektronik, Lackierung, etc. – der Calag Carrosserie Langenthal AG mit heute insgesamt 200 Mitarbeitern zurück

„Das macht uns sehr flexibel und ermöglicht schnelle Reaktionen gegenüber den Kunden – etwa bei kurzfristigen Reparaturen oder der Behebung größerer Schäden vor Ort. Andererseits können wir bei planmäßigen Revisionen oder Generalüberholungen tatsächlich alles aus einer Hand bieten, was die Abläufe deutlich beschleunigt und letztlich Kosten spart.“ so Domenico Condello auch mit Blick auf das „Retrofit“- Programm von Calag.

Domenico Condello im Gangloff-Archiv

Kundendienstleiter Domenico Condello im Gangloff-Archiv, das die Calag komplett übernahm.

Expertise bis ins Detail

Als wirtschaftliche Alternative zu Neufahrzeugen bieten die Karosserie-Spezialisten die fachmännische Generalüberholung bestehender Kabinen oder Waggons, inklusive neuem attraktivem Look, moderner Komfort- und Kommunikationsstandards und natürlich unter Berücksichtigung geltender Sicherheitsvorschriften. „Das Kabinenkonzept und vor allem das Fahrzeuggewicht und damit die Förderleistung bleiben unverändert, entsprechend muss die Gästeführung innerhalb der Stationen nicht aufwändig angepasst werden,“ fasst Domenico Condello weitere wichtige Vorteile zusammen.

Grundlage für die Retrofit-Projekte und strukturelle Reparaturen ist das Gangloff-Archiv mit allen in den vergangenen 50 Jahren und noch weiter zurück weltweit realisierten Fahrzeug-Ausrüstungen. Auf Dutzenden von Regalmetern und in großen Hängeregistern lagern in Langenthal die Originalpläne von rund 200 Pendelbahn-Kabinen, etwa 60 Standseilbahn-Waggons sowie 75 Gondel-Garnituren.

Ob bei der behutsamen Restaurierung „historischer“ Bahnen oder dem maßgenauen Nachbau sicherheitsrelevanter Komponenten – immer orientieren sich die Calag -Spezialisten an den teilweise noch im Maßstab 1:1 gehaltenen Konstruktionszeichnungen von Gangloff.

Vogellisi-Kabine in Adelboden

Retrofit für VIPs: Auf den Sommer 2020 gestaltete Calag die beiden „Vogellisi“-Themenkabinen der Bergbahnen Adelboden. Als Basis dienten zwei 30jährige Kabinen der 6-EUB Oey-Sillerenbühl.

 Flexibler Service vor Ort

Neben den Projekten in den umfassend zertifizierten Langenthaler Werkstätten, die meist mit medial wirksamen, aber aufwändigen Sonder-Transporten einhergehen, leisten die Calag Experten auch gezielte Unterstützung vor Ort. „Auf Wunsch assistieren wir bei der regelmäßigen Sicherheitsüberprüfung oder kontrollieren und ersetzen im Auftrag alle sicherheitsrelevanten Komponenten. Auch Neuverglasungen, der Einbau von Klimaanlagen oder der Wechsel von hydraulischen auf elektrische Türantriebe können mit entsprechendem Vorlauf kostengünstig direkt beim Kunden erfolgen,“ skizziert Domenico Condello das Leistungsangebot seiner qualifizierten Montage-Teams.

Ist ein Transport nicht möglich – etwa bei unerwarteten substanziellen Schäden, bei weit entfernten internationalen Standorten oder weil der wichtige Zubringer nicht aus dem Verkehr genommen werden kann – kommt die Fachwerkstatt zum Kunden. So setzte ein Calag-Schweißteam binnen einer Arbeitswoche den stark beschädigten Hauptträger eines Standseilbahn-Waggons direkt in der Station instand und führte zudem die Vollkonservierung der tragenden Rohre durch.

Standseilbahn St. Luc – Chandolin

Knapp sechs Wochen dauerte die umfassende Bodenerneuerung der knapp 11 Meter langen Waggons der Standseilbahn St. Luc – Chandolin.

Auch bei der Revision der Waggons an der Walliser Standseilbahn St. Luc–Chandolin im Spätherbst 2018 zeigten die Calag-Teams vollen Einsatz: Noch vor der Wintersaison sollte der Boden der beiden 80-Personen-Kabinen (Bj. 1994) komplett erneuert werden. Die Bestandsaufnahme wenige Wochen vor den geplanten Arbeiten zeigte jedoch auch Korrosionsschäden am Bodengerippe, die behoben werden mussten. Möglich war dies nur in Nachtschichten über ganze sechs Wochen, in denen der wichtige Zubringer zum 1936 Meter hohen Bergdorf ohne Unterbrechung verkehrte. Von 18:00 Uhr abends bis zur täglichen Übergabe um 6:00 Uhr arbeiteten sich die Teams aus 2 bis 4 Technikern Abteil für Abteil vor, erneuerten dabei partiell die tragende Metallstruktur und verlegten insgesamt rund 70 m² neuen Holzboden samt Kunststoffbelag und neuen Umrandungsprofilen.

Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA, stellt dem Calag-Team ein gutes Zeugnis aus.

Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA, stellt dem Calag-Team ein gutes Zeugnis aus. (Fotos: zvg, tb)

„Natürlich arbeiteten wir auch hier nach den Originalplänen und konnten so viele Teile wie Stahl- und Aluminiumprofile oder alle Bodendeckel bereits im Werk vorfertigen,“ erläutert Domenico Condello den stabsmäßig geplanten Feldeinsatz. Und auch der Kunde zeigte sich vom Vorgehen und Ergebnis überzeugt: „Dank der schnellen Arbeit von Calag wurde der Boden der Standseilbahn vollständig repariert und ist für die nächsten Jahre bereit,“ urteilt Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA.

tb

MM-Info: www.calag.ch

Prof. Berg

Prof. Berg

Prof. Dr. Christian Berg, Nachhaltigkeitsexperte – Nachhaltigkeit in den Bergen ist Verantwortung

Prof. Christian Berg ist ein vom Skifahren geprägter deutscher Hochschulprofessor (Uni Clausthal), der sich auf auf vielfältigen Ebenen für Nachhaltigkeit einsetzt. Auf der Österreichischen Seilbahntagung referierte Berg darüber, wie die komplexen Zusammenhänge der Thematik den  Winterport betreffen.

Wie gelingt es, dass möglichst viele Menschen gut leben können, ohne dabei die Zukunft aufs Spiel zu setzen? Und welche Rolle spielt dabei die Wirtschaft? Was können Unternehmen tun, um nachhaltiger zu wirtschaften? Bei der Beschäftigung mit diesen Fragen kommen wir an zwei Tatsachen nicht vorbei: Erstens: Skifahren ist natürlich nicht wirklich gut für die Umwelt. Und zweitens: Wir werden in vielen Bereichen des Wintersports ganz besonders stark vom Klimawandel betroffen sein. Es gibt in Wahrheit keinen Klimaschutz, der sich auswirkt (trotz „Bio“ und aller bisherigen Maßnahmen). Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre geht seit Jahren ständig weiter nach oben.

Um effizient handeln zu können, müssen wir zuerst die Komplexität des Themas sehen und uns auf die Zusammenhänge konzentrieren. Nachhaltigkeit kann nur global, langfristig und integrativ betrachtet werden.

Ein Beispiel: In der Lebenszeit meiner Großmutter (wurde fast 104 Jahre…) hat sich die Bevölkerung auf dem Planeten vervierfacht, die Rohstoff-Entnahme hat sich verachtfacht, der Energieverbrauch verzehnfacht. Dass ein Mensch das erleben konnte, wird es nie wieder geben (können). Diese Zahlen deuten daraufhin, dass wir uns in einer ganz entscheidenen Phase der Menschheit befinden. Wir sehen exponentielles Wachstum in fast allen Bereichen. Es kann aber kein unbegrenztes Wachstum geben auf einem begrenzten Planeten, was die Ressourcen und die Energie bzw. auch die Belastbarkeit der Umwelt angeht.

Unser Motto jetzt lautet ja: Take – make- waste! Wir nehmen Ressourcen, verbrauchen sie und entsorgen sie. Diesen Wahnsinn können wir uns auf Dauer nicht leisten. Wir überschreiten die planetaren Belastungsgrenzen. Die Frage ist: Wo ist der Bereich, in dem wir als Menschheit sinnvoll operieren können?

Prof. Berg gab auf der Österreichischen Seilbahntagung als Keynote-Speaker einen Überblick zum Thema „Nachhaltigkeit – Dimensionen, Entwickungen, Relevanz“. ©mak

Prof. Berg gab auf der Österreichischen Seilbahntagung als Keynote-Speaker einen Überblick zum Thema „Nachhaltigkeit – Dimensionen, Entwickungen, Relevanz“. ©mak

Alles zusammen wird sich nicht ausgehen

Eine Folge ist auch, dass die Biodiversität zurückgeht und ein noch größeres Problem als der Klimawandel darstellt. Eine Million Arten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Wir bemerken es teilweise gar nicht – im Gegensatz zum Klimawandel. Eine weitere Grenze sind die biochemischen Stoffströme – also wie viel Phosphor und Stickstoff wir in die Umwelt eintragen. Seit 1960 wurde z. B. maßgeblich durch die Landwirtschaft der Eintrag von Stickstoff verdoppelt und von Phosphor verdreifacht. Das führt zu starkem Algenwachstum.

Nun zum Klima: Wir haben uns zwar in Paris auf das 2 Grad-Ziel geeinigt und was jetzt an Ölreserven noch übrig ist, entsprecht etwa den Zwei Grad. Dann haben wir aber noch kein Gramm Kohle und keinen Kubikmeter Gas verbrannt! Alles zusammen wird sich nicht ausgehen…

Außerdem bedeutet z. B. 1 Grad Klimaerwärmung 20 % weniger erneuerbares Wasser und somit schlechtere Lebensbedingungen und mehr Migration.

Wie sieht es mit dem Umweltbewusstsein aus? 90 % der Deutschen kennen den Begriff „Nachhaltigkeit“ und dass er vielerlei Nutzen bringt. Nachhaltigkeit ist ein wachsender Markt, es gibt viele Labels – das ist auch für den Tourismus von Bedeutung. Das Thema ist gut für die Werbung, aber schwer in der Umsetzung. Und die Politik tut sich auch bei der Umsetzung nicht leicht. Z. B. wurde das Ziel der Senkung der Nitratbelastung wiederholt verfehlt und inzwischen auf 2030 verschoben! Ähnliche Probleme haben wir bei den Klimazielen und der Flächenzersiedelung.

Ein paar „kleinere“ Erfolge gibt es auch, aber mit manchmal zweifelhaftem Ergebnis: Wir haben in Deutschland den Willen zur Kreislaufwirtschaft, das Erneuerbare-Energien-Gesetz aber dadurch leider auch Monokulturen für Energiepflanzen wie Raps (12 % in D) – das bewirkt wiederum starken Rückgang an Insekten (75 % Rückgang verglichen mit 1975). Das hat man nicht vorhergesehen!

Berg: „Alleine der Verbrauch unserer Ölreserven würde 2° C Erwärmung bringen.“

Berg: „Alleine der Verbrauch unserer Ölreserven würde 2° C Erwärmung bringen.“

Wie geht es weiter und was ist zu tun?

Zum Einen: Not macht erfinderisch, das brauchen wir jetzt! Wenn wir annehmen, dass es in Zukunft weniger Schnee gibt und wärmer wird, dann müssen wir uns heute schon darauf einstellen. Die Alpenkonvention z. B. ist ja eine Vereinbarung der Alpenländer und hat das Ziel, ein grünes Wirtschaften im Alpenraum zu erreichen. Es wird also eine Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Natur angestrebt.

Es wird so oder so um mindestens 2 Grad wärmer – auch mit Klimaschutz!

Der Wintersport ist doppelt betroffen vom Klimawandel. Einerseits durch die ökologischen Belastungen wie den Verbrauch von Wasser, Energie und Ressourcen, durch die Stoffeinträge wegen starkem Tourismus sowie durch Landnutzungsänderungen und Gefährdung der Biodiversität. Gleichzeitig macht der Klimawandel Skifahren in niedrigen Höhen (unter 1.800 m) schwerer und könnte ab 2050 unmöglich werden – selbst mit maschineller Beschneiung. Ein Ausweichen in höhere Regionen ist nur begrenzt möglich. Ebenfalls schwer vorhersehbar ist, wie die Touristen dazu stehen werden.

Also letztlich haben wir einen Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umwelt.

Manche Bergbahnunternehmen wie die Schmittenhöhebahn in Zell/See gehen bereits seit Jahren den Weg, sich als umweltfreundlich zu positionieren. 2.v.l. Vorstand Dr Erich Egger. 3.v.l. Ing. Hannes Mayer (Bereichsleiter Technik). ©Schmittenhöhebahn

Manche Bergbahnunternehmen wie die Schmittenhöhebahn in Zell/See gehen bereits seit Jahren den Weg, sich als umweltfreundlich zu positionieren. 2.v.l. Vorstand Dr Erich Egger. 3.v.l. Ing. Hannes Mayer (Bereichsleiter Technik). ©Schmittenhöhebahn

Die Anfahrt ist das Problem beim ökologischen Fußabdruck

Das Skifahren selber ist bei dem ganzen Szenario nur ein Aspekt und was den ökologischen Fußabdruck anbelangt nicht das Schlimmste, sondern die Anfahrt.  Provokant gefragt: Was würde passieren, wenn wir heute alle Lifte schließen? Eventuell würden 40 % der Touristen in die Nachbarländer gehen. Dann ist noch nicht viel gewonnen. Oder es sagen 20 -30 %, ich setze mich in den Flieger in Richtung Kanada. Dadurch würde das Ganze noch viel schlimmer werden! Das soll kein Freifahrtschein für uns sein, sondern soll heißen: wir müssen Lösungen mit Augenmaß anstreben.

In Österreich haben wir ja schon einen sehr guten Anteil der erneuerbaren Energie (Spitzenreiter in der EU). Man könnte darüber nachdenken, ob sich vielleicht der österreichische Seilbahnverband zu 100 % erneuerbarer Energie bekennt! Und daraus eine Marke macht nach dem Motto: Wenn Sie nach Österreich zum Urlauben kommen, dann haben sie 100 % erneuerbaren Strom, einen öffentlichen Nahverkehr, der integriert ist, vielleicht dazu einschlägige Aktionen mit der Hotellerie. Man kann und muss hier sehr viel mehr tun – es ist auch ziemlich attraktiv für die Gäste. Ja, sanfter Urlaub ist ein wachsender Markt! Die Gruppe Alpine Pearls hat sich diesem Segment schon länger verschrieben.

Alle Umweltverbände wie WWF sind extrem kritisch, was das Skifahren angeht, aber es gibt einige Tipps, auf die umweltfreundlich zuzugehen. Umweltfreundlich anreisen, auf den Pisten bleiben – Stichwort Aufklärung, Stichwort Abgrenzung, möglichst nachhaltige Skigebiete wählen, fragen, ob die Liftbetreiber regenerative Energien nutzen. Sich möglichst als umweltfreundlich positionieren.

Auch die Seilbahnbetreiber hätten eventuell die Chance, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Es gibt alleine 2 deutsche Städte (Köln, Bremen), die darüber nachdenken, Seilbahnen aufgrund der Vorteile in der Stadt zu benutzen.

Fazit: Es ist höchste Zeit, sich der Nachhaltigkeit zu stellen – auch weil wir doppelt Leidtragende sind. Es braucht eine Ökologisierung der Wirtschaft und wir müssen langfristig auch über alternative Angebote am Berg nachdenken. Die Kosten des Wirtschaftens dürfen nicht mehr ausgelagert werden auf die Umwelt, auf die Zukunft und auf andere. Die Art und Weise, wie wir gegenwärtig wirtschaften, zerstört unsere Lebensgrundlagen! Der Wirtschaft muss ein angemessener Rahmen gesetzt werden – und das kann langfristig nur global erfolgen.

Auch Deutschland und die Schweiz nutzen WEBMARK Seilbahnen

Das Online Entscheidungsunterstützungssystem „WEBMARKSeilbahnen“, welches vor 7 Jahren vom Wiener Unternehmen MANOVA in Zusammenarbeit mit dem Fachverband der österreichischen Seilbahnen und des Marketingforums entwickelt wurde, hat nun eine neue Dimension erreicht: Aufgrund der Teilnahme der deutschen und schweizerischen Seilbahnen wird ab der Saison 06/07 erstmals ein länderübergreifender Vergleich möglich. Zusätzlich nehmen die Bergbahnen am SAMON (Satisfaction Monitor) teil, um die Gästezufriedenheit bzw. -bedürfnisse auszuloten.

MANOVA-Geschäftsführer Mag. Klaus Grabler hat das Online Managementinformationssystem „WEBMARKSeilbahnen entwickelt, das nun die Fachverbände Österreichs, Deutschlands und der Schweiz einsetzen. Foto: tbl

Auf der 36. Generalversammlung der Schweizer Seilbahnen in Val d’- Anniviers war u. a. „Benchmarking – durch Vergleich zum Erfolg“ ein Thema. MANOVA Geschäftsführer Mag. Klaus Grabler erklärte den Teilnehmern, wie Benchmarkingdurch „WEBMARK“ bereits seit längerem in Österreich funktioniert und welche Erfahrungen es seit dem Projektstart am 1.1.2006 aus der Schweiz gibt. In der Pilotphase haben 9 eidgenössische Unternehmen an der Datenerfassung teilgenommen. Mit Hilfe von WEBMARK Seilbahnen können Seilbahnunternehmen auf Knopfdruck durch den anonymen Vergleich mit den Mitbewerbern monatliche Trends erkennen, jährliche Daten und Bilanzen sowie ihre Kundenurteile miteinander vergleichen. Die jederzeit verfügbaren Ergebnisse geben Aufschluss über Stärken und Schwächen des Unternehmens und zeigen somit auf, wo gezielte Maßnahmen getroffen werden sollten. In der Schweiz wird zusätzlich die Unfallstatistik über WEBMARK Seilbahnen abgewickelt.Was bringt Benchmarking?Grabler : „WEBMARK ist ein Online-Benchmarkingsystem – ein Entscheidungsunterstützungssystem! Durch Benchmarking werden Leistungsstandards definiert und Verbesserungs- sowie Sparpotentiale lokalisiert. Kurz gesagt: Die eigene Wettbewerbsfähigkeit soll durch den Vergleich mit anderen gesteigert werden. Dies betrifft zum Beispiel das Erkennen von Stärken und Schwächen – erst der Vergleich mit passenden Mitbewerbern lässt hier einen Schluss zu.Benchmarking zeigt, ob Sie die Nase vorn haben oder den anderen hinterherlaufen. Wo stehe ich mit meinem Unternehmen? Werde ich besser oder schlechter? In welchen bestimmten Bereichen haben wir bessere/ schlechtere Ergebnisse erzielt? Sind meine Kunden mit meinen Angeboten und Leistungen zufriedener als es bei anderen der Fall ist?“ Wickelt man das Ganze via Internet ab (Webmark), dann weiß man:- Ob die Umsätze oder auch Umsatzveränderungen im Vergleich zu ähnlichen Mitbewerbern höher oder niedriger sind;- Ob der Personalaufwand in den letzten Jahren über oder unter dem Branchendurchschnitt liegt;- Ob die richtigen (für die Kunden wichtigen) Investitionen getätigt wurden? Und wie man mit den Investitionen im Vergleich liegt;- Welche Zielgruppen man tatsächlich ansprechen (sollte) und wie zufrieden diese mit den angebotenen Serviceleistungen sind;- Wo genau die Stärken und Schwächen aus Sicht der Kunden im Mitbewerbsumfeld liegen?

Die WEBMARK-Module im Überblick. Foto:MANOVA

Ein weiteres Modul in WEBMARK ist der Qualitätsmonitor SAMON, eine Gästebefragung, die Daten zu folgenden Bereichen liefert:- SAMON Snapshot – Wer sind eigentlich Ihre Gäste und wie zufrieden sind sie?- SAMON Analysis (Vergleich mit dem Branchenschnitt)- SAMON Strategy (Wo liegen Stärken und Schwächen, wo ungenutzte Potentiale?)- BEST Practices (Wer sind die besten Unternehmen?)- Positioning (Wie hat sich das Unternehmen positioniert?)- SAMON Zeitreihe (Wie hat sich mein Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt? Zeitreihen sind ab dem 3. Jahr der Teilnahme möglich.) In Saison-Abschlussworkshops können dann Schlussfolgerungen (TO DOs) und Handlungsempfehlungen sowie Strategiern für das Marketing und die gesamte Unternehmensausrichtung abgeleitet werden.

Scored Benchmarking: Gesamtindikator wird aus 10 Bereichen abgeleitet. Foto:MANOVA

Branchenstatements zum internationalen BenchmarkingAngesichts der neuen Ära von WEBMARKSeilbahnen bat der Mountain Manager einige Persönlichkeiten aus der Seilbahnbranche der 3 beteiligten Länder um ein Statement:- DI Dr. Ingo Karl, GF St. Johanner Bergbahnen GmbH, Obmann Fachverband der österreichischen Seilbahnen (A): „2006 ist ein weiterer Schritt in Richtung internationaler Benchmarks für die Seilbahnbranche gelungen. Bereits seit 1999 existiert die Branchenlösung WEBMARK Seilbahnen in Österreich. Damit können sich unsere Seilbahnen sowohl in betriebswirtschaftlichen Bereichen wie auch hinsichtlich der Kundenurteile vergleichen, anonym und online. Die eigenen Stärken und Schwächen werden besser erkannt und die Angebotspalette kann somit auf die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Kundengruppen optimal eingestellt werden. Es freut mich außerordentlich, dass es nunmehr gelungen ist, WEBMARK über die nationalen Grenzen hinaus Richtung Schweiz und Deutschland zu öffnen und damit einen Schritt in Richtung einer gemeinsamen touristischen Positionierung des Alpenraumes und der Erschließung neuer Gästeschichten zu setzen. Ich bin schon gespannt auf die ersten Ergebnisse und wünsche dieser gemeinsamen Initiative viel Erfolg!“- Georg Hechenberger, Geschäftsführer Bergbahnen AG Kitzbühel (A): „Die Bergbahn AG Kitzbühel nimmt kommenden Winter bereits zum 6. Mal an SAMON teil. Märkte und Mitbewerber enden aber nicht an Grenzen. Eine Ausweitung von SAMON auf die Schweiz ist für uns deshalb sehr interessant, da wir dadurch erstmals die Möglichkeit haben, uns länderübergreifend mit den Schweizer Bahnen zu vergleichen. Durch Benchmarkinggruppen ähnlicher Seilbahnen freuen wir uns speziell auf den Vergleich mit größeren Skigebieten.“- Markus Müller, GF Hohenbogenbahn Neukirchen b. Hl. Blut, stellv. VDS-Präsident (D): „Seit Jahren kümmern wir uns um die Interessen unserer Gäste nicht nur durch persönliche Gespräche sondern auch strukturiert durch eine saisonal sich wiederholende Fragebogenaktion. Dies sehen wir als wichtige Marketingmaßnahme, um Schwächen erkennen und ausgleichen zu können sowie sich aus der Befragung ergebende Stärken noch deutlicher herauszustellen. In der vergangenen Wintersaison haben wir erstmals auch über unsere Internet-Präsentation eine Gästebefragung durchgeführt, die mit rund 300 Rückmeldungen sehr erfolgreich verlief. Das Instrument der Kundenzufriedenheitsmessung wollen wir mit der Teilnahme an SAMON Seilbahnen noch weiter ausbauen, auch wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass die Struktur der Seilbahnunternehmen recht heterogen ist. Wir erhoffen uns wichtige Erkenntnisse, die unser Unternehmen nach vorne bringen. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Kollegen diese Chance nutzen, um durch eine breit gestreute Befragung ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen.“- Peter Schöttl, Geschäftsführer Berchtesgadener Bergbahn AG, Nebelhornbahn-AG, Wendelsteinbahn GmbH (D): „Es ist sinnvoll und für die Bergbahnbetreiber von großem Interesse, wie uns die Kunden im internationalen Vergleich erleben und einordnen. Wir erhoffen uns durch den Vergleich mit SAMON wichtige Aufschlüsse über die Bedürfnisse und Präferenzen unserer Kunden und deren Befriedigung durch unsere Angebote zu erhalten. Nachdem die deutschen Bergbahnen auch erhebliche Umsatzanteile mit Fußgängern und hier vor allem im Sommer erzielen, ist für uns mittelfristig auch ein Monitoring über diese Kundengruppe anzustreben. Ein möglichst großer Kreis von teilnehmenden Unternehmen wird die Aussagefähigkeit der Ergebnisse verbessern.“- Dr. Peter Vollmer, Direktor Seilbahnen Schweiz (CH) „Wir haben bereits zu Beginn des Jahres ein Pilotprojekt mit WEBMARK Seilbahnen in der Schweiz gestartet. Mit „WEBMARK“ erhalten die einzelnen Unternehmungen unter Wahrung der Vertraulichkeit ein innovatives Werkzeug zur Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse im Vergleich mit der Gesamtbrancheinnerhalb der Schweiz aber auch im Vergleich mit österreichischen und deutschen Seilbahnbetreibern. Benchmarking ist eine ausgezeichnete Führungs- und Entscheidungshilfe für jedes Seilbahnunternehmen. Wir begrüßen daher dieses gemeinsame Projekt und empfehlen den Schweizer Seilbahnunternehmungen, dieses Tool zu nutzen.“

Urs Grimm, SkiData: Freemotion wird das Tor zur Zukunft öffnen

Urs Grimm ist seit 1. Juli Geschäftsführer bei SkiData im Bereich People Access und Vorstandsmitglied. Grimm war zuvor GF der Bergbahnen Engadin in St. Moritz und hat daher als Ex-Anwender einen speziellen Zugang zu dieser Materie, was schon fruchtbare Diskussionen bei SkiData auslöste… Vor allem ist Grimm aber Visionär und vertritt mit Leidenschaft das neue Zugangs-System „Freemotion“, das die Wintersportwelt revolutionieren sollte.

Interviewpartner Urs Grimm, Geschäftsführer bei SkiData im Bereich People Axess, kommt von der Anwenderseite. Dementsprechend kundenorientiert ist sein Blick in die Zukunft.

MM-FRAGE: „Urs wie hast Du Dich nach einem halben Jahr bei SkiData in diese große Herausforderung eingearbeitet, wie ist dein spezieller Zugang zu dieser Materie als Ex-Anwender?“
 
Grimm: „Aus meiner Sicht hat es sich als großer Vorteil erwiesen, das Geschäft von der Anwenderseite her zu kennen. Ich konnte durch diese jahrelangen Erfahrungen in die speziellen Anforderungen, Wünsche & Probleme der Kunden bereits einige interessante Diskussionen intern auslösen. Wir arbeiten zur Zeit sehr intensiv daran, dass sich unsere Systeme zukünftig noch einfacher installieren lassen, sich permanent selbst diagnostizieren, die Fernwartbarkeit noch weiter ausgebaut wird und wir damit unseren Kunden einen Zuverlässigkeitsgrad der Systeme bieten, die sich an den Anforderungen eines Flughafens orientieren, wo unsere Car Access Systeme 365 Tage lang, 24 Stunden größtmögliche Ausfallssicherheit gewähren.“

Das neue Freemotion-Gate von SkiData ist grundsätzlich offen…

MM-FRAGE: „Was wird sich bei SkiData ändern bzw. hat sich geändert, seitdem Du dabei bist? Wie unterscheidest Du Dich von deinem Vorgängern, bringst du neue Aspekte rein?“
 
Grimm: „Der neue Aufbau der Organisation,der zu Beginn dieses Jahreseingeleitet wurde, ist nun weitgehend abgeschlossen. Die stärkere Endkundenorientierung ist deutlich zu spüren und auch das Denken, Gesamtlösungen für die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden zu entwickeln, die weit über das hinaus gehen, was unsere Branche bisher gewohnt war sind in der neuen Organisation manifestiert. Wir sprechen inzwischen vom ,Access for Future‘ und meinen damit Gesamtlösungen, die jederzeit in bestehende Systemumgebungen integriert werden können, oder die auch fähig sind, sich schnell zukünftigen technischen Innovationen anzupassen. Der Gesamtnutzen und das Bedürfnis des Kunden stehen im Vordergrund der Überlegungen und nicht die technischen Erklärungen, warum etwas vielleicht nicht funktionieren könnte. Zur Frage ,Unterscheidung zum Vorgänger‘: es gab in dem von mir nun geleiteten Bereich keinen Vorgänger, da diese Stelle im Rahmen der Neuorganisation der SKIDATA T geschaffen wurde. Ich kann daher auch gar keine Vergleiche mit Vorgängern anstellen, was ich im übrigen auch nicht machen würde, hätte es einen gegeben. Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich mit meinem Persönlichkeitsprofil und den Berufserfahrungen hervorragend zur SKIDATAT passe und diese mit Sicherheit in eine erfolgreiche Zukunft führen werde.“
 
MM-FRAGE: „Welche Zukunftsvorstellung hast Du von einem im Freizeitgeschäft wettbewerbsfähigen Wintersportgebiet, wohin kann und soll hier die Reise gehen?“
 
Grimm: „Meiner Meinung nach geht der Trend hin zum umfassenden Service am Gast. Das ist mehr als modernste Aufstiegshilfen und bestens präparierte Pisten anzubieten, sondern eine Erlebniswelt Berg, in der alles leicht und bequem funktioniert, wo Spannung und Spaß herrschen und wo Urlaubsgefühle aufkommen. Die Gewohnheiten der neuen Generationen, sich dieses Urlaubsgefühl zu gönnen, sind gerade dabei, sich dramatisch zu verändern. Alpine Tourismusdestinationen müssen daher mehr dazu übergehen, für eine kontinuierliche, proaktive Ansprache Ihrer Zielgruppen zu sorgen. Gleichzeitig müssen sie auch mehr in die Beziehungspflege zu ihren bestehenden Gästen investieren. Für uns wird vor allem die Tatsache Bedeutung haben, dass auch der Wintersportgast es als selbstverständlich betrachten wird, das touristische Angebot ganz einfach buchen zu können. Wir werden daher unsere Kunden zukünftig unterstützen müssen, Gesamt-Packages leicht und dynamisch schnüren zu können, Leistungen wie Bergbahn, Skiverleih, Skischule, Parken, Hotelzutritt, etc. wie selbstverständlich als gemeinsames Ganzes anzubieten – ganz egal welche Besitzverhältnisse in der Destination herrschen. Die entsprechende Abrechnung wird nicht nur mehr unter den verschiedenen Bergbahngesellschaften zu passieren haben, sondern auch unter vielen verschiedenen Leistungserbringern. Ich meine daher, dass der Begriff Destinationsmanagement für Wintersportregionen nicht nur mehr eine Worthülse sein wird, sondern ein MUST, um sich erfolgreich vermarkten zu können. Sämtliche Angebotsszenarien von Frühbucher-Bonisystemen bis hin zu Spontanbucheraktionen müssen für eine ganze Destination per Knopfdruck realisierbar sein, um dem Wettbewerb und den damit verbundenen neuen Reisegewohnheiten der Gäste gerecht zu werden. Und wahrscheinlich werden noch ganz andere, heute noch unvorstellbare Marketingaktivitäten zu realisieren sein. Ich denke auch, dass man die Gäste zukünftig nicht mehr mit der heutigen Tarifsystematik bei den Bergbahnen begeistern können wird, sondern eine Generation, die mit Werbeslogans wie ,geiz ist geil‘ oder ,eat what you want‘ aufgewachsen ist, mit neuen Tarifansätzen überraschen müssen wird. Auch wenn es heute noch unrealistisch klingt, aber was spricht in der Tarifsystematik gegen ein Angebot ,Wintersport um 10 Cent in der Minute‘?! Es wird meiner Meinung daher nicht nur wichtig sein, die jungen Generationen durch Skikursaktionen an den Wintersport heranzuführen, sondern auch ihren gewohnten Konsumansprüchen gerecht zu werden, die im touristischen Kontext ja bereits bei den Billigfliegern Einzug gehalten haben.“

…und sperrt nur bei einem ungültigen Passierversuch ab. Das erhöht das Zugangstempo der Wintersportler wesentlich.

MM-FRAGE: „Das momentane Highlight bei SkiData ist ja das System Freemotion. Ihr sprecht von einer Revolution für die Wintersportwelt. Kannst Du kurz das visionäre Potenzial darstellen, das in Freemotion steckt?“
 
Grimm: „Unsere FREEMOTION-Idee mit der Open Gate-Technologie baut auf Überlegungen auf, die zu mehr Komfort für den Gast führen bei gleichzeitig präziserer Kontrolle. Nachdem es in der Regel viel mehr Gäste mit berechtigten Tickets gibt als mit gar keinen oder ungültigen Tickets, lässt sich durch das bedingte Offenhalten des Drehkreuzes ein weitaus höheres Abfertigungstempo und mehr Komfort für den Gast erzielen – d. h., wer einen gültigen Skipass hat, kommt schneller zu den Aufstiegshilfen. Das ist auch nur fair, denn warum sollten die ehrlichen, zahlenden Skifahrer nur wegen einigen Möchtegern-Schwarzfahrern Nachteile erfahren müssen? Gleichzeitig sind wir dank moderner Technologien nun soweit, Schwarzfahrer sicher zu erkennen und ihnen das Handwerk zu legen.“
 
MM-FRAGE: „Es geht dabei auch um einen Paradigmenwechsel, also dass der Skifahrer plötzlich vor offenen Drehkreuzen statt geschlossenen steht. Wie werden die Wintersportler darauf reagieren? Hat man das ,getestet‘, gibt es hier Aufklärungsarbeit oder stellen sich die Leute sofort (dankbar) um?“
 
Grimm: „Es war uns sehr wichtig dieses neue System ausgiebigen Feldtests zu unterziehen, bevor wir zur Nullserie übergehen. Die im letzten Jahr in Sölden gewonnenen Erfahrungen haben wir in die Nullserie perfekt einfließen lassen. Diese Saison werden wir die Nullseriensysteme in ausgesuchte Gebiete liefern. Die darauf folgende Saison wird FREEMOTION die gesamte Schneesportwelt erobern. Das ,Open Gate‘-Prinzip hat sich von Anfang an voll bewährt, die Gäste haben diesen bequemeren Zugang dankend angenommen. Nach kurzer Umgewöhnungsphase waren sie mit dem System vertraut und haben die neue Zugangssituation bei Befragungen als äußerst sympathisch und innovativ bewertet.“
 
MM-FRAGE: „Ich denke, bei euren Überlegungen geht es nicht nur um technologische Fortschritte, die z. B. das Handling bzw. die Abwicklung einfacher machen, sondern auch um Effekte, welche die Seilbahnunternehmen im Wettbewerb der Destinationen unterstützen und den Wintertourismus insgesamt gegenüber Sea & Sun-Tourismus stärkt. Kannst du mir da deine Position genauer beschreiben?“
 
Grimm: „Die alpinen Tourismusdestinationen sind für uns sehr wichtig. Unsere Tätigkeit als Solutionsystemintegrator für Destinationsmanagement nehmen wir sehr ernst. Es ist uns wichtig, mit unseren Lösungen multiapplikations- und multiplattformfähig zu sein – so wie wir das bereits mit der All Access Card (ACC) unter Beweis stellen. Das Ziel dabei ist immer, den Zugang zu den touristischen Leistungen zu vereinfachen und damit beizutragen, dass ein gezielter Einsatz und die Verknüpfung modernster Technologien dazu führt, dass die alpinen touristischen Destinationen im Vergleich zum Wettbewerb am internationalen Tourismusmarkt bestehen können.“
 
MM-FRAGE: „Stichwort Destinationsmanagement. Welche Hilfen gibt hier eure moderne Software z. B. für die Tourismusverbände sowie die Leitbetriebe der Region (Bahnunternehmen, Hotels, Skiverleih, Skischule etc.)? Wird dadurch professionelles Destinationsmanagement erst möglich?“
 
Grimm: „FREEMOTION bietet offene Schnittstellen in alle Richtungen. Somit kann unser System mit allen heute in der IT vorstellbaren Systemvarianten in Kontakt treten, Daten austauschen, analysieren und entsprechende Ableitungen vornehmen. Zudem stellen wir heute eine universell einsetzbare Buchungsplattform ,Direct to Access‘ (vormals ,Direct to Lift‘) zur Verfügung.“
 
MM-FRAGE: „Durch die Benützung der Tickets werden ja eine Fülle von Daten generiert. Wie kann man diese für Kundenbindungsstrategien (CRM) einsetzen? Und wer schult die Anwender darauf hin?“
 
Grimm: „Eine dieser Schnittstellen stellt der sogenannte CRM Connector dar, der es erlaubt, die aus unserem System generierten Daten in ein professionelles CRM System überzuleiten. Das sind nicht nur Daten über die Kunden, sondern vor allem Daten über deren Gewohnheiten und die damit verbundene Wertschöpfung. Diese Daten stellen für Dritte wie z. B. Banken, Autohersteller etc. einen nicht zu unterschätzenden Informationsschatz dar! Stellen Sie sich zum Beispiel vor, eine regionale Bank würde die beliebteste und meist frequentierte Skipiste der Einheimischen kennen und daher zielgruppengenau ihre Kommunikationsmaßnahmen ableiten können.!

Urs: „Es wird meiner Meinung nach nicht nur wichtig sein, die jungen Generationen durch Skikursaktionen an den Wintersport heranzuführen, sondern auch ihren gewohnten Konsumansprüchen gerecht zu werden, die im touristischen Kontext ja bereits bei den Billigfliegern Einzug gehalten haben!“

MM-FRAGE: „Hotel und Ticket gleichzeitig via Internet buchen und per Kreditkarte bezahlen wie beim Online-Bücherkauf – das wollen doch die Wintersportkunden schon heute und bald wird dieses Angebot ein Muss sein. Warum ist hier unsere Branche noch so weit hinten, wie schnell können wir da aufholen und welche Rolle spielt SkiData dabei?“
 
Grimm: SKIDATAT hat hier eine Vorreiterrolle übernommen, denn von Anfang an waren wir bemüht, den technischen Entwicklungen im Bereich Internet und Mobilkommunikation mit geeigneten Access-Lösungen für Skigebiete zu nutzen. Ich denke dabei an die Kooperation von SKIDATAT mit bekannten österreichischen Mobiltelefonprovidern und natürlich an die Integration unserer ,’Direct to Access‘-Lösung in die Webportale der Skigebiete. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass man in der Tourismusbranche dieser Art des Vertriebs noch etwas skeptisch gegenübersteht, weil dafür zusätzliche Kosten anfallen. Andererseits sind die Lösungen für den Endkonsumenten noch relativ umständlich: man denke nur an die SMS-Buchung über Handy, die zu kompliziert ist. Je einfacher der Zugang zu diesen Dienstleistungen für die Gäste wird, desto größer wird ihre Akzeptanz sein. Ein interessantes Detail am Rande: als wir die Webportale der Skigebiete mit der Direct to Access-Lösung ausgestattet hatten, war die Nachfrage nach Weihnachtsgutscheine n für vorgekaufte Lifttickets enorm! Das wäre eine Erfolgsstory geworden, hätten damals die Skigebiete diese Möglichkeit angeboten!“
 
MM-FRAGE: „Abschließend: Glaubst Du, dass sich die Auslastung und Wertschöpfung unserer Destinationen ganz einfach durch ein Tool wie ,Freemotion‘ steigern bzw. Marktanteilsverluste im Alpentourismus wieder wett machen lassen? Das klingt doch zu schön, um wahr zu sein?!“
 
Grimm: „Grundsätzlich sehen wir es als unsere noble Aufgabe, unseren Kunden Lösungen anzubieten, die es ihnen ermöglichen Geld damit zu verdienen. Wir können die allgemeinen Trends im internationalen Tourismus mit unseren Produkten natürlich nur indirekt beeinflussen. Ich denke aber, dass es unsere Aufgabe sein muss, Komfort zu steigern und den Zugang zur Leistung so einfach wie möglich zu gestalten. Der Gast muss sich letztendlich wohl fühlen und unsere Systeme dürfen keinesfalls Anlass dazu bieten, das Urlaubsvergnügen zu trüben.“
 
MM: „Urs wir danken Dir für das Gespräch.“

SKIDATA: Freie Wahl beim Zugang dank „Direct to Access“

Viele Wege führen auf die Piste – dies gilt besonders heute, wo ein breites Spektrum an Skipässen und anderen Zugangsberechtigungen über viele verschiedene Vertriebskanäle erhältlich ist. Beim Kauf ist man dabei dank Internet und Telekommunikation längst nicht mehr auf die Lift-Kasse angewiesen. SKIDATA kam mit ihrer „Direct to Access“-Lösung den heutigen Kundenwünschen nach unkomplizierten, örtlich unabhängigen Verkaufskanälen entgegen und kann inzwischen mit einem abgerundeten Programm zur wahlfreien Einbindung verschiedenster Verkaufskanäle aufwarten.

Das DTA Konzept. Fotos: SKIDATA

Um auf Kundenwünsche gezielt eingehen zu können, wurde die Struktur von Direct To AccessT gezielt auf Modularität und Offenheit ausgelegt. Damit ist es ganz dem Betreiber überlassen, welche Teile zum Einsatz kommen sollen und bei welchen davon auf bewährte Module von SKIDATA zurückgegriffen werden soll.

Beispiel für einen Web-Shop.

Mit DTA-Technik zum TicketIn jeglicher Variante sind drei Funktionsblöcke von Bedeutung:1. DTA EngineDie DTA Engine ist der der zentrale Teil des DTA-Servers im gesamten Konzept. Die gesamte Logik läuft auf einem High-End Server unter professionellen IT-Bedingungen.Alle DTA-Daten werden hier verspeichert und ermöglichen zentrale. Konfiguration. Erstellung von Berichten und Statistiken. Verrechnung. Weiterverarbeitung des Datenbestandes, z. B. für CRM-Zwecke.2. DTA ServiceDabei handelt es sich um eine Software-Anwendung, die auf dem angrenzenden System installiert wird (z. B. System FreemotionT oder 370i) und die Kommunikation zur zentralen DTA Engine übernimmt.3. VerkaufskanäleAuf Kundenseite können je nach Bedarf verschiedene Vertriebskanäle auch parallel laufen z. B.:. OPOS („Off-Site Point of Sale“)-Vorverkaufsstellen (z. B. in Hotels). Web-Shops zur Ticketbuchung über Internet. Ticketbuchung mittels SMS über Handy. Ticketbuchung über Call Center. „Direct Access Portal“ (DAP), ein zentraler „Marktplatz“ zum Buchen von verschiedenen Leistungen. Die entsprechenden Anwendungenkommunizieren wiederum mit der zentralen DTA Engine.

Die Homepage eines Skigebietes als Verkaufskanal für Skipässe.

Skipass per Web-ShoppingDie Betreiber können auf Wunsch ihre Web Shops für den Internet-Verkauf ihrer Tickets und Services selbst bzw. über beauftragten Firmen gestalten: Aufmachung, Design, Abfragemasken usw. können so nach eigenen Wünschen und in „Eigenregie“ umgesetzt werden. Auf Anfrage stellt SKIDATA natürlich entsprechende allgemeine Vorlagen als Ausgangsbasis bereit, übernimmt aber auf Wunsch auch die gesamte Gestaltung des Web Shops.Service für den ServerDer DTA-Server ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt für alle DTAbasierten Lösungen. Die ununterbrochene Rundum-Verfügbarkeit dieser Anlage ist von größter Bedeutung und muss durch vielfältige Maßnahmen (z. B. Brandschutz, Notstrom-Versorgung, Virensicherheit, Datensicherung, Wartung) sichergestellt werden. Den Betrieb des DTA-Servers kann der Betreiber selbst übernehmen; SKIDATA stellt dafür die technischen Mindestkomponenten zur Verfügung, die zur Installation und Inbetriebnahme des Servers erforderlich sind. Die Verantwortung für die einwandfreie Installation, Konfiguration und die Sicherstellung des Betriebes übernimmt in diesem Fall der Betreiber.Alternativ bietet SKDIATA den Betrieb des DTA-Servers als Dienstleistung an. Das Unternehmen betreibt in seiner Hauptniederlassung in Salzburg ein professionelles Rechenzentrum, das nach allen Richtlinien für gesicherten IT-Betrieb konzipiert ist. Die Einrichtung einer zentralen Anlage für alle Kunden ermöglicht volle Sicherheit und Funktionalität bei dennoch niedrigen Kosten.VerrechnungDie Verkäufe rechnen die Betreiber direkt mit ihren Gästen bzw. Endkunden ab. Hauptbezahlart bei Transaktionen ist die Kreditkarte, allein schon wegen der Bequemlichkeit; bei Buchungen über Handy kann der Betrag auf Wunsch direkt über die Handy-Rechnung verrechnet werden. Die Abwicklung bei Kreditkartenbezahlung erfolgt üblicherweise über Bezahldienst-Anbieter (auch PSP, d. h. Payment Service Provider), welche die Verrechnung an die entsprechenden Kreditkarteninstitute in den einzelnen Ländern der Welt übernehmen. SKIDATA selbst hält Verträge mit diversen Bezahldienst-Anbietern in den einzelnen Ländern und kann dieses Netzwerk als Standard zur Verfügung stellen. Andere Bezahldienst-Anbieter können auf Wunsch ebenfalls eingebunden werden.Der DTA-Server:Das Daten-Herz Alle Daten der einzelnen Internet-Transaktionen werden auf dem DTA-Server zentral verarbeitet, gespeichertund verteilt. Von Bedeutung für die weitere Kundenbindung sind hier vor allem die Kundenstammdaten (Name, Adresse, persönliche Informationen usw.). Sind diese einmal erfasst, können sie immer wieder abgerufen und für aktuelle Buchungen übernommen werden.Wirtschaftsfaktor KundenbindungDie auf dem DTA-Server gespeicherten Kundenstammdaten können für vielfältige Zwecke exportiert und weiterverwendet werden:. Übertragung in professionelle CRM-Systeme (z. B. per SKIDATA CRM-Connector). Export an Kundenbindungs-Programme. Verwendung für Werbung und Mailings. Weiterverwendung für Berichtswesen und Verrechnung Dazu gibt es diverse Möglichkeiten zur nutzbringenden Auswertung von Transaktions- und Kundenstammdaten, z. B. die Erstellung von Berichten, Statistiken oder Verrechnungen.Technische VoraussetzungenDer Betrieb von SKIDATA DTA zum Verkauf eigener Tickets sowie zur möglichen Teilnahme am sogenannten „All Access Card“ (AAC)-Programm erfordert SKIDATATSystem 370 (mind. Software-Version 14.01.00), eine permanente Online-Internet-Verbindung zur Datenzentrale des Systems im Skigebiet, die entsprechende SKIDATA T DTA Service Software auf der Datenzentrale des Systems, und schließlich die Definition eines Ticket-Sortiments im System für den Exklusiv-Verkauf über das Internet.

    
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Axamer Lizum: Wireless Vollvernetzung von SkiData

Seit Saisonbeginn 2004/05 verfügt die Skiregion Axamer Lizum nahe Innsbruck als eines der ersten Skigebiete Europas über eine Wireless- Vollvernetzung. Die Lösung von SKIDATA umfasst Verbindungsstrecken von bis zu 3 km Länge und hat ihre erste Bewährungsprobe bestens bestanden.

Netzwerk Axamer Lizum, Backbone. Fotos: SkiData

Schon seit Jahren sind in der Axamer Lizum die bewährten Zutrittssysteme des Salzburger Weltmarktführers SKIDATA in Verwendung. Für viele Grundfunktionen eines modernen Ski-Ticketing-Systems ist die permanente Online-Verfügbarkeit Voraussetzung. Einzelne Tickets im laufenden Betrieb sperren, den Status aller Geräte überwachen, die Verwendung bestimmter Karten nachverfolgen und zu jedem beliebigen Zeitpunkt aktuelle Berichte erstellen – all dies gehört bei SKIDATA T-Systemen zum Standardprogramm. Dies erfordert aber gleichzeitig eine solide Vernetzungs-Infrastruktur für den Datenverkehr im Hintergrund. In alpinen Gebieten ist die traditionelle Verkabelung mitunter mit erheblichem Aufwand verbunden: existiert keine bestehende Kabeltrasse (z. B. Telefonleitung), müssen die Kabel extra erdverlegt werden. Mit der Verfügbarkeit neuer, zuverlässiger Technologien zur Funk-Datenübertragung bietet sich die kabellose Form der Vernetzung als echte Alternative an. Unwegsames Gelände und widrige Wetterbedingungen stellen für Funknetzwerke – anders als für Erdkabel- Verbindungen – keine ernst zu nehmende Einschränkung dar. Zudem ist man bei der Standort-Wahl der Sende- und Empfangsstationen extrem flexibel: eine direkte Luftlinien- Verbindung ohne Hindernisse ist die einzige Voraussetzung. Mit geeigneter Hardware sind so Funk- Datenverbindungen über mehrere Kilometer hinweg problemlos möglich.

„Olympiabahn Berg“ Einrichten der Antenne.

Nach einer Woche: Daten per LuftlinieSolche Gründe bewogen die Bergbahnbetreiber in der Axamer Lizum, auf eine traditionelle Verkabelung zu verzichten und das SKIDATA- Angebot zur Einrichtung einer funkbasierten Vollvernetzung anzunehmen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: sämtliche Geräte (Kartenleser, Kassen und Minizentralen) der einzelnen Liftstationen wurden per Wireless-Vollvernetzung mit der Datenzentrale des SKIDATAT-Systems verbunden. „Die Axamer Lizum ist ein Skigebiet mittlerer Größe. Technisch haben wir hier das Beste eingesetzt, das die moderne Wireless-Technologie zu bieten hat,“ erklärt SKIDATAVernetzungstechniker und ProjekVerantwortlicher Markus Malenda. Nach nur einer Woche Planungs- und Installationszeit stand die vollständige Vernetzung, gerade rechtzeitig zu Saisonbeginn. Insgesamt 12 Backbone Access Points binden die einzelnen Systemkomponenten in das Netz ein, das auf modernster WiFI Technologie basiert. Mit einer durchgehenden Geschwindigkeit von 22 Megabit/Sekunde jagen die Daten über die vier Kurzstrecken (150-400 m) und drei Langstrecken (1-3 km), aus denen sich das Axamer Datennetz zusammensetzt. Die Übertragungsgeschwindigkeit reicht, um sogar bei Dauermassenbetrieb keinen Datenstau zu erleiden. Selbst eine mögliche Erweiterung des Ticketing-Systems würde keine Herausforderung an die Netz-Hardware darstellen.

Hoadlbahn Knoten-Tal: Daten per Luftlinie via Richtantenne.

Für Sicherheit ist gesorgtFür die Langstrecken-Verbindungen wurden spezielle Outdoor- WLAN-Richtantennen eingesetzt, und auch für Sicherheit ist ausreichend gesorgt: sämtliche übertragenen Daten sind 128-bit verschlüsselt, zudem stellt das System die Zugangsberechtigung über eine Whitelist mit allen berechtigten MAC-Adressen sicher. Ein unbefugter Eingriff in den Datenverkehr ist damit ausgeschlossen. Für eine praxisnahe Überprüfung der technischen Zuverlässigkeit sorgte übrigens ein schwerer Sturm kurz nach der Einrichtung der Vernetzung: die Anlage vollzog trotz starker Windböen und schwerster Schneeverwehungen durchgehend fehlerfreien Datenaustausch über sämtliche Netzwerk-Strecken.
 
SKIDATAT-Systeme bieten künftig Vernetzung inklusiveDank der Verfügbarkeit stets verbesserter, zuverlässiger Wireless-Technologien erfreuen sich Lösungen dieser Art wachsender Beliebtheit. „Nicht nur, dass die Wireless-Lösung Vorteile durch einfache Installation und gute Leistung bringt, sie ist auch vergleichsweise günstig,“ erklärt Malenda den Trend. „Wir wollen unseren Kunden die Teiloder Vollvernetzung ihres Gebietes als Dienstleistung mit anbieten – allein schon deshalb, weil sie dabei sicher sein können, die optimale Vernetzungslösung für ihr SKIDATA T-System zu erhalten,“ meint Malenda.“Selbstverständlich steht es den Betreibern unserer Systeme frei, Drittanbieter mit der Vernetzung zu betrauen. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass dies mitunter zu Problemen führt – und zwar öfter als man denkt. Kleinanbieter sind mit den Anforderungen häufig überfordert, was mitunter zu leistungsschwachen Kompromisslösungen führt. Großanbieter wiederum sind daran interessiert, möglichst umfangreiche Hardware- und Dienstleistungspakete zu schnüren, die womöglich das Notwendige weit übersteigen. Als Gesamtlösungs-Anbieter kann SKIDATA in puncto Vernetzung optimale Leistung bei optimaler Wirtschaftlichkeit garantieren. Und das nicht nur bei Wireless-Lösungen, sondern auch bei kabelbasierten Vernetzungen.“Den Beweis für ihr universales Vernetzungstalent haben die SKIDATA T-Techniker bereits abgeliefert: im Skigebiet Nassfeld wurden vier Strecken (Länge bis 5 km) mit SHDSL-Technologie über Kupferkabel eingerichtet, und die Königsberglifte wurden mit einer kombinierten Kabel-/Wireless-Lösung (WiFI- und Glasfasertechnik) ausgestattet.pd/mak

Klenkhart & Partner machen Skigebiete lawinensicher

Klenkhart & Partner punkten auch bei Lawinenschutzbauten. Die erfahrenen Skigebietsplaner bringen hier ihr ganzes Know-how aus dem Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung ein.

Lawinenverbauung für die Talabfahrt „Schwarze Pfanne“ in Hintertux. Fotos: Klenkhart & Partner

Dass Lebens- und Siedlungsgebiete eines effizienten Lawinenschutzes bedürfen, versteht sich von selbst. Überall dort, wo natürliche Schutzmechanismen wie z. B. ein gesunder Waldbestand fehlen, muss der Mensch eingreifen. Wald kann das Anbrechen von Lawinen verhindern. Oberhalb der Waldgrenze leistet „der Baumeister“ der Lawinen, wie die Winterstürme genannt werden, ganze Arbeit und muss bei der Planung von Lawinenschutzbauwerken berücksichtigt werden. Neben permanentem Lawinenschutz kommen auch temporäre Systeme wie Lawinensprengungen u.v.m. zur Anwendung.Projekt Zillertaler GletscherbahnDie Zillertaler Gletscherbahn GmbH&Co KG trug sich schon länger mit dem Gedanken die Talabfahrt „Schwarze Pfanne“ permanent vor Lawinen abzusichern. Die Einfahrt beginnt direkt unterhalb des Tuxer Joches und führt über einen 300 m langen, sehr steilen Skiweg, der mitunter stark lawinengefährdet war. Das erforderte zahlreiche Sprengungen und verursachte noch mehr Sperren. Daher entschloss man sich im Jahr 2014 und 2015 zum Bau einer fast 1 200 m langen Lawinenverbauung. Klenkhart & Partner sorgte für die Planung, die behördlichen Bewilligungen, die Ausschreibung und übernahm die technische Bauaufsicht. Nach Evaluierung des Geländes entschied man sich für Schutzmaßnahmen bestehend aus Schneenetzen und Schneerechen. Die Baumaßnahmen konnten heuer abgeschlossen werden und somit können die Wintersportler auf eine lawinensichere Talabfahrt vertrauen.

Projekt Stutztobel Walmendingerhorn (Kleinwalsertaler BB) von Klenkhart & Partner.

Projekt Kleinwalsertaler BergbahnenDie Kleinwalsertaler Bergbahnen AG beauftragten Klenkhart & Partner mit der Sicherung der Talabfahrt vom Walmendinger Horn. Diese war im Bereich des so genannten Stutztobels immer wieder von Lawinen bedroht. Hier kamen Stahlschneebrücken zum Einsatz, die in 3Werkreihen als Ergänzung der bestehenden Stahlstützverbauung mit einer wirksamen Höhe von 4 Metern verbaut wurden. Außerdem wurden die sanierungsbedürftigen Lawinenterrassen aus Erde und Stein durch eine Stahlstützverbauung im Ausmaß von 6 Werkreihen ersetzt. Somit können die Lawinen aus dem Stutztobel der Talabfahrt vom Walmendinger Horn nicht mehr gefährlich werden. Im Skigebiet Kanzelwand wurden ebenfalls umfangreiche Lawinenschutzmaßnahmen zur Sicherung der neu ausgebauten Talabfahrt errichtet. Hier wurden die Weihnachtslawine, Rosshöflelawine sowie die Innere und Äußere Schlucht mit umfangreichen Lawinenverbauungen sicher gemacht. Im Bereich der Gehrentobellawine wurde sogar eine Lawinengalerie für Skifahrer errichtet.

Neue Lawinenverbauung für die Dorfbahn Gerlos oberhalb der Mittelstation.

Zell am See, Gerlos und HopfgartenDie Schmittenhöhebahnen AG in Zell am See beauftragte die Firma Klenkhart & Partner mit der Pistenplanung und Sicherung der Skiabfahrt Richtung Viehhofen mit umfangreichen Lawinenverbauungen in Form von Stahlschneebrücken.In Gerlos entsteht eine zweite Zubringerbahn ins Skigebiet Vorkogel. Die neue Bahn wird von der Dorfmitte aus mit einer Zwischenstation im Bereich der Rösslalm geführt. Speziell der steile Bereich oberhalb der Mittelstation ist mitunter von Lawinen und Schneerutschen bedroht. Um die Seilbahntrasse vor Eventualitäten zu schützen, wird dieser Trassenabschnitt mit einer Lawinenverbauung versehen. Die Sicherung des steilen, südostexponierten Hanges erfolgt durch eine Anbruchverbauung mit Stahlschneebrücken, die in Form von vier Werksreihen errichtet werden. Oberhalb der neuen Talstation wird ein Lawinenschutzzaun gegen Schneerutsche errichtet.Weitere Lawinenverbauungen sind derzeit bei der neu errichteten Sechsersesselbahn Schernthann in Hopfgarten im Brixental in Arbeit.

Ingenieurbüro Brandner: Sicherheitsansprüche in Europa immer noch unterschiedlich

Dipl.-Ing. Andreas Brandner bringt sein Fachwissen in internationalen und nationalen Normungsgremien ein. Für den Mountain Manager hat er die derzeitigen Fragestellungen und die daraus resultierende Problematik zusammengefasst.

Dipl.-Ing. Andreas Brandner. Fotos: Ingenieurbüro Brandner

MM-Frage: In welchem Normungsgremium bzw. Normungsgremien arbeiten Sie mit und wie lange schon?Andreas Brandner: Ich arbeite derzeit in zwei internationalen und nationalen Normungsgremien mit, es sind dies für Seilbahnen im nationalen Bereich das ONK-212 bzw. im europäischen Bereich das CEN/TC 242 working group 2 und 7, die sich mit den Normen EN 129291, EN 129292, EN 12830, EN 13107 beschäftigen sowie für Ingenieurdienstleistungen allgemein im europäischen Bereich CEN/TC 395 working group 1, im nationalen Bereich ONK-01810, wo Ingenieurleistungen allgemein auf eine einheitliche Stufe gestellt werden sollen. Ich arbeite in den genannten Gremien seit 2009/2010 mit.MM-Frage: Was war für Sie der Anlass, sich hier aktiv einzubringen?Brandner: Anlass, mich für eine Mitarbeit zu interessieren, war einerseits der Wunsch, die bisher erworbenen Erfahrungen auf dem Gebiet der Planung und Ausführungsüberwachung einbringen zu können und zu versuchen, die bestehenden Unterschiede auf europäischer Ebene etwas zu verringern. Dies wird auch in dem zweitgenannten Normungsausschuss versucht, der eine grenzübergreifende Tätigkeit in Europa erleichtern soll.

Die Planung von Seilbahnanlagen gehört zu den Kernkompetenzen des Ingenieurbüros Brandner.

MM-Frage: Woran wird gerade gearbeitet, wo sind Neuerungen bzw. Änderungen zu erwarten?Brandner: Derzeit wird im TC 242 WG 2 an der Überarbeitung und Revision der Normen EN 129291, EN 129292 und EN 12930 sowie in der WG 7 an der Revision der EN 13107 gearbeitet. Dabei sollen die Erfahrungen mit diesen Normen in den vergangenen 5 bis 7 Jahren seit Einführung einfließen und die Normen durchgängig auf das semiprobabilistische Sicherheitskonzept umgestellt werden. Dies insbesondere unter dem Gesichtspunkt, dass für die verbundenen Bau-, Material- und Bemessungsnormen nunmehr teilweise bereits harmonisierte Normen auf europäischer Ebene eingeführt wurden und diese ebenfalls umzusetzen sind. Insbesondere bei der EN 13107 sollen dabei Ansätze für Einwirkungen aus Wind, Schnee und Eis, Erdbeben auf die nunmehr gültigen Bemessungsnormen abgestimmt werden.

In Ischgl gibt es ab Sommer 2011 einen neuen Erlebnissteig zur Idalp mit insgesamt 2 Hängebrücken.

Ingenieurmäßiges Denken ist gefragtMM-Frage: Mit welchen Auswirkungen auf die Branche rechnen Sie? Wo liegt der Kernpunkt und welche Probleme/Herausforderungen sehen Sie?Brandner: Mein Wunsch und Hoffnung als Planer wäre der, dass es doch endlich zu einer einheitlichen gesamteuropäischen Norm kommt. Das Problem liegt aus meiner Sicht jedoch generell in der unterschiedlichen Betrachtungsweise und Sicherheitsanspruchsdenken in Europa, wodurch auch bei harmonisierten Normen noch heute Unterschiede bestehen, die rein technisch nicht nachvollziehbar sind. Nachdem aber die Seilbahnnormen mit diesen Normen verquickt sind, ist eine kurzfristige Änderung und Vereinheitlichung nicht in Aussicht.Die Herausforderung an die Mitglieder der Normungsgremien sehe ich in der Aufgabe, langfristig gepflegte Traditionen aufzugeben und sich rein auf die technischen Ansprüche zu konzentrieren. Um jedoch dies erreichen zu können muss in Zukunft mehr analysiert und dokumentiert werden, damit Erkenntnisse nicht nur aus der Analyse von Unfällen kommen, sondern ausreichend Daten vorhanden sind, die es uns ermöglichen, die für die sinnvolle Anwendung des semiprobabilistischen Sicherheitskonzeptes notwendigen Eingangsfaktoren mit ausreichender aber trotzdem nicht übertriebener Vorsicht wählen zu können.Damit wäre es dem Planer möglich, trotz Umstellung der Normen sichere und nicht, wie derzeit von den Kunden = Betreibern kritisiert, übertrieben sichere Anlagen planen zu können. Dies ist jedoch nur mit ingenieurmäßigem Denken und nicht mit Kochrezepten möglich.MM-Frage: Wie waren Sie im Rahmen Ihres Ingenieurbüros mit dem Jahr 2010 zufrieden?Brandner: Das vergangene Jahr 2010 war aus meiner Sicht durchaus erfreulich. Dadurch, dass unser Büro nicht ausschließlich im Bereich Seilbahnen und Tourismus tätig ist, waren wir sehr gut ausgelastet.

Die Anlage von Wanderwegen bzw. Erlebnissteigen erfordert viel Fingerspitzengefühl und Know-how bei der Planung.

MM-Frage: Bei welchen Projekten war Ihr Fachwissen gefragt, was wurde gemacht?Brandner: Wir haben in unserem Büro vielfältige interessante Projekte bearbeitet bzw. sind noch in der Bearbeitung  seien es Pistenbauten am Arlberg, Erlebnissteige mit Hängebrücken in Ischgl, Seilbahnanlagen am Sonnenkopf in Klösterle oder auch Mitarbeit zur Verlängerung der Konzession bestehender Anlagen. Dabei möchte ich auf die unterschiedliche Betrachtungsweise in den einzelnen Bundesländern bzw. durch die Oberbehörde in Wien verweisen, die nicht nur aus meiner Sicht zur Verwaltungsvereinfachung einer vernünftigen Abstimmung bedarf.Unser Know-how auf dem Sektor Bauen im Gebirge brachte uns Anfragen und Projekte aus Indien, Australien, Rumänien, Norwegen sowie dem mittleren Osten, bei denen wir durch unsere Planungsleistungen auch Hersteller aus Österreich mitziehen konnten bzw. für diese unser technisches Know-how einsetzten.MM-Frage: Woran arbeiten Sie gerade?Brandner: Derzeit arbeiten wir an Projekten in Vorarlberg, Tirol, dem mittleren Osten aus den Bereichen Seilbahnen, touristische Infrastruktur sowie Sicherung vor Naturgefahren.

Interfab Snowbusiness vertreibt neues Produkt – 1. Kindersicherungssystem Magnestick in Westendorf

Die BB Westendorf erhielten am 23.12.2010 von der Tiroler Landesregierung testweise für eine Saison die Bewilligung zum Betrieb der ersten Sesselbahn Österreichs mit Magnestick. Der Name steht für ein französisches Kindersicherungssystem auf der Basis von Permanentmagneten auf Sessel und Westen. Abgewickelt wurde das Projekt von der Interfab Snowbusiness Gmbh, welche den Vertrieb für Österreich übernommen hat. Die ersten Erfahrungen sind äußerst positiv. Die Interfab Snowbusiness Gmbh gilt als Spezialist für den Vertrieb französischer Produkte, daher fügt sich auch das Kindersicherungssystem Magnestick optimal in das Programm.

Österreich-Premiere von Magnestick: Beim 4er Sessellift Schneebergbahn der BB Westendorf verfügt jeder Sessel über 2 Sitzlehnen, die mit einem dreifach Permanentmagneten ausgerüstet sind. Fotos: BB Westendorf

Bei der ausgerüsteten Bahn handelt es sich um den fixgeklemmten 4er Sessellift Schneebergbahn der Bergbahnen Westendorf. Diese im Ortsbereich gelegene Bahn wird hauptsächlich als Beförderungsmittel von Anfängern, Kleinkindern und Skischülern genutzt und verfügt bereits über verriegelte Schließbügel  ist also prädestiniert für einen Österreich-Test mit dem neuen Kindersicherungssystem. Die Aufgabe von Magnestick ist es dabei, einen zusätzlichen Sicherungseffekt speziell für die Kleinsten bis 1,25 m Größe, die auch noch unter einem geschlossenen Schließbügel durchrutschen könnten, zu erzielen: Zu diesem Zweck sind pro Sessel zwei Sitzlehnen mit einem dreifachen Permanentmagneten bestückt. Zusätzlich werden die Kinder mit dünnen Westen ausgerüstet, die ebenfalls mit einem Magneten bestückt und zusätzlich als zertifizierter Rückenprotektor ausgeführt sind. Somit ist ein weiteres Sicherheitselement vorhanden, welches das bereits bestehende ergänzt.Mit Magneten bestückte WestenBeim Besteigen des Sessels erfolgt automatisch der Kontakt der Magnete und die Kinder werden über die Weste am Sessel festgehalten. Beim Ausstieg werden die Permanentmagneten über eine in der Sesselführung montierte Stromabnahme deaktiviert, wodurch sich die magnetische Verbindung löst. Die Einrichtung wurde sehr schnell und sehr positiv von den Kindern aufgenommen, berichtet Westendorf Geschäftsführer Hansjörg Kogler. Er hat das System bei allen Wetterbedingungen getestet und sowohl die Bergbahn als auch die Skischulen sind überaus zufrieden.Für den Betrieb in diesem Winter werden die Westen von den beiden Skischulen in Westendorf an ihre kleinen Gäste kostenlos verteilt und von den Bergbahnen obendrein an jene Familien, welche Saison-Skipässe für ihre Kinder erworben haben. Die Westen können natürlich auch käuflich erworben bzw. vom Skiverleih gemietet werden. Hansjörg Kogler hat das System erstmals in Frankreich gesehen und es hat ihm von Anfang an gut gefallen.

Die Kinder erhalten dünne, ebenfalls mit einem Magneten bestückte Westen. Beim Hinsetzen auf einen Sessel erfolgt automatisch ein Kontakt, der das Festhalten bewirkt.

Beförderungsrichtlinien ändernDas Marktpotenzial betreffend kann Interfab-Geschäftsführer Roderich Urschler noch keine seriösen Prognosen machen, räumt jedoch ein: Theoretisch ist es sehr groß, können doch alle bestehenden Bahnen damit ausgerüstet werden, ohne Komforteinbußen der Herstellersysteme mit deren sicher auch sehr hohem Sicherheitsniveau zu haben. Allerdings müssen die Beförderungsrichtlinien bei Verwendung von Magnestick überall geändert werden. Entwickelt wurde Magnestick übrigens von der Betreibergesellschaft von Courchevel, der S3V, und vertrieben von einer Tochtergesellschaft. Bislang gibt es etwa 15 ausgerüstete Bahnen in Frankreich und Andorra, seit heuer auch in der Schweiz, Österreich und den USA.Die MM-Redaktion könnte sich rein theoretisch vorstellen, dass künftig  bei adaptierten Beförderungsrichtlinien und einer Dauergenehmigung  pro Erwachsenem 3 Kinder unter 1,25 m statt wie bislang 2 Kinder befördert werden dürfen: 2 außen auf den Magnetpositionen, ein weiteres Kind in der Mitte neben dem Skilehrer oder einem anderen (einverstandenen) Erwachsenen. Im Februar findet von Seiten der Landesregierung u.a. diesbezüglich ein Gespräch über den Verlauf der Testsaison statt. mak

Windstabilität von Seilbahnen

Im Zuge eines Forschungsprojektes wurde an der TU Wien 2002 ein Mess-System patentiert, das im Rahmen von Feldmessungen interessante Daten über die Auswirkungen von Windbelastungen bei unterschiedlichen Aufstiegsanlagen liefert. Durch die Unterstützung der renommierten Seilbahnbauer DOPPELMAYR und LEITNER wird das System kontinuierlich weiterentwickelt, neue Fragestellungen können in Angriff genommen werden.

(V. l.) Robert Liehl, Gerd Huber und Klaus Hoffmann liefern interessante Daten zur Windsicherheit von Seilbahnen. Fotos: TU Wien

Im Rahmen einer Forschungs- bzw. Doktorarbeit an der TU Wien, die unter der Patronanz von Ao.Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Klaus Hoffmann stand, untersuchte Dipl.-Ing. Robert Liehl, Leitner GmbH Gießhübl, bisher wenig erforschte schwingungstechnische Probleme bei Seilbahnen. Dabei konnte das Auftreten von Querschwingungen bei unterschiedlichen Windverhältnissen bis hin zur meteorologischen Windstille nachgewiesen werden. Basis für die Untersuchungen war ein Mess-System, das unter anderem die Windrichtung und die Windgeschwindigkeit zwei- oder dreidimensional misst, und an einer Kabine bzw. einem Sessel der betreffenden Aufstiegshilfe platziert wurde. Auf diese Weise konnte das Verhalten des Fahrzeugs unter Windeinfluss völlig autark beurteilt werden.

Messfahrzeug Kabine auf der Seiseralm.

Von besonderer Bedeutung bei diesem Vorgang waren die Neigung in Quer- und Längsrichtung beim Auspendeln sowie die Fahrgeschwindigkeit und die Position des Fahrzeugs auf der Strecke. Beobachtungen des Betriebspersonals hatten im Vorfeld nämlich gezeigt, dass Querpendelschwingungen mit großen Neigungswinkeln nicht nur bei stark böigem Seitenwind auftreten können, sondern auch bei Windstille.Diese Beobachtungen konnten nun durch entsprechendes Datenmaterial quantifiziert werden. „Auf Basis unserer Messdaten haben wir festgestellt, dass es bei bestimmten Geschwindigkeiten eine Schwingungsanregung der Kabine von Zweiseilumlaufbahnen gibt. Dieses Phänomen zeigt sich bei einigen Zweiseilumlaufbahnen in einem niedrigen Fahrgeschwindigkeitsbereich von etwa 2 bis 3 m/s. Die üblichen Fahrgeschwindigkeiten liegen zwischen 4 und 6 m/s“, so Dr. Klaus Hoffmann, Vorstand des Institutes für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik der TU Wien.

Auch ein 4er-Sessel wurde auf Windsicherheit getestet.

Problem WirbelablösungEine Vermutung zur Ursache der Schwingbewegungen, lag in der periodischen Wirbelablösung an der Kabine als Folge des Fahrtwindes. Diese Vermutung wurde durch die Messungen bestätigt. Besonders starke Schwingungen entstünden, wenn die Wirbelablösefrequenz mit der Eigenfrequenz der Kabine identisch sei. Vermeiden könne man das Phänomen im Wesentlichen nur, indem keine länger andauernden Fahrten im kritischen Fahrgeschwindigkeitsbereich zwischen 2 und 3 m/s durchgeführt würden. „Dank des umfangreichen europäischen Normenwerkes nach denen Seilbahnen produziert werden, gibt es heutzutage ein sehr hohes, international vergleichbares Sicherheitsniveau. Jede Seilbahn muss gewisse Sicherheitschecks durchlaufen, bevor sie vom Betreiber in Betrieb genommen werden darf. Dennoch sind Fragen zur Windbelastung von Seilbahnen in Betriebsanleitungen oft sehr allgemein gehalten. So ist in den Betriebsanleitungen von Einseilbahnen, Sesselbahnen oder Kabinenbahnen angegeben, bis zu welcher Windgeschwindigkeit die Bahn noch in Betrieb bleiben kann. Bei konstantem Seitenwind von 50 bis 65 km/h ist die Grenze der Verfügbarkeit von Einseilumlaufbahnen normalerweise erreicht“, erläutert Robert Liehl, Leitner GmbH. Neben Windsensoren auf den Stützen, deren Daten nur bedingt repräsentativ für die Windverhältnisse entlang der gesamten Seilbahn seien, müsste in diesen Situationen zusätzlich die gesamte Seillinie durch das Betriebspersonal mittels Fernglas beobachtet werden. Dazu Prof. Dr. Klaus Hoffmann: “Auch bei geringen mittleren Windgeschwindigkeiten können kurzzeitige Windböen bereits zu kritischen Situationen führen. Hier sollen unsere Messdaten zusätzliche Informationen liefern, um in Zukunft auch genauere Angaben über das Schwingungsverhalten der Fahrzeuge von Seilbahnen bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen machen zu können.“Infos: www.tuwien.ac.at