Alois Geiger, Fiss: Gemeinschaftssinn und Entwicklungsfreude bewirkten Aufstieg

Die Fisser Bergbahnen auf dem Hochplateau im Tiroler Oberinntal haben seit 1990 eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Geschäftsführer Alois Geiger und Hubert Pale haben das Niveau unermüdlich angehoben und 1999 als großen Meilenstein in der Positionierung den Zusammenschluss mit dem benachbarten Skigebiet Serfaus Komperdell zustande gebracht. Die auf Familie mit Kindern ausgerichtete gemeinsame Marke Serfaus-Fiss-Ladis gehört zu den Wertschöpfungsgewinnern in Tirol, optimale Kooperation mit den touristischen Partnern ist die Basis des Erfolges. Fiss attraktiviert seit zwei Jahren auch den Sommerbetrieb mit einem eigenen Funpark, der heuer um den 1. Skyglider der Alpen, Fisser Flieger genannt, bereichert wurde.

Interviewpartner Alois Geiger, seit 1990 Geschäftsführer der Fisser Bergbahnen. Fotos: Fisser Bergbahnen

MM-FRAGE: „Zunächst zu Ihrer Person Herr Geiger. Beschreiben Sie kurz Ihren Werdegang zum Mountain Manager bzw. allfällige weitere Funktionen im touristischen Bereich.“
Geiger: „Ich war schon früh in der Gemeinde (Mehrheitseigentümer der Bergbahn) als Sekretär tätig, später auch politisch als Gemeinderat und 12 Jahre Bürgermeister in Fiss. Aus dieser Funktion bin ich mit den Fisser Bergbahnen in Verbindung gekommen, da ich in den Aufsichtsrat entsandt und dann zum Vorsitzenden gewählt wurde. So habe ich das Unternehmen sehr gut kennengelernt und mich auch dafür engagiert. Als dann Altbürgermeister und Tourismuspionier Emmerich Pale in Pension ging, wurde der Geschäftsführerposten der Bergbahnen vakant. Ich habe mich dafür interessiert und wurde 1990 zum GF bestellt – parallel mit Hubert Pale. Es war mir immer ein Anliegen, ein Unternehmen weiterzubringen. Eine Seilbahn ist ein Wirtschaftsbetrieb, der sich ständig entwickeln muss. Ich habe mich immer gefragt, warum 1967 die Bergbahnen in Fiss gegründet wurden. Das Motiv war, den Tourismus des Dorfes vorwärts zu bringen. Und dieses Ziel hat sich hierauf auch in meinem Kopf festgesetzt. Wir sind nicht Selbstzweck, sondern haben die Aufgabe, Tourismus zu erzeugen – gemeinsam mit den Verantwortlichen im Ort. Die Bergbahn ist das Zugpferd, aber wenn das Zugpferd lahmt, dann lahmt der ganze Tourismus im Ort. Zuerst spürbar vielleicht im Winter, dann aber im Sommer genauso spürbar. Das habe ich mir etwas zum Grundsatz gemacht, aber da bin ich nicht alleine, beim Kollegen Pale ist es dasselbe. Wir haben eher manchmal das Problem, dass wir für manche Leute im Dorf fast zu schnell unterwegs sind.“
MM-FRAGE: „Wie verlief die Entwicklungsgeschichte von Fiss in groben Zügen?“
Geiger: „Bei meinem Einstieg war die Schneeanlage im Entstehen. Wir liegen ja in einem Hochplateau, einem niederschlagsarmen Gebiet (Südseite) und litten an wechselhaften Wintern. Das hat sich in den Umsatzzahlen gewaltig niedergeschlagen und war für die ganze Situation im Ort schwierig. Daher hatte für mich der Ausbau der Beschneiung oberste Priorität. Hierauf wurden die ersten in die Jahre gekommenen Aufstiegsanlagen, zwei Einsessellifte, durch zwei moderne 6er-Umlaufbahnen ersetzt (Sonnenbahn und Möseralmbahn). Das hat schon einen kräftigen Schwung ausgelöst und auch im Dorf einen Bauboom bewirkt! In Folge ging es Zug um Zug weiter, auf der Nordseite wurde z. B. eine Sesselbahn gebaut. Und nebenbei wurden bereits die Verhandlungen mit Serfaus über einen Zusammenschluss betrieben. Dieser kam dann im Jahr 1999 als Höhepunkt der bisherigen Entwicklung tatsächlich zustande, war aber mit großen Investitionen verbunden. Wie allgemein bekannt ist, hat sich daraus eine große Erfolgsgeschichte ergeben. Wir hatten zuvor zwar schon einen Kartenverbund, aber es war skitechnisch keine Verbindung gegeben. Das Entscheidende war der gemeinsame Marktauftritt Serfaus-Fiss-Ladis und eine Marke zu entwickeln. Ich wage zu behaupten, dass wir inzwischen schon durchaus als Marke wahrgenommen werden, die wir natürnatürlich noch stärken und ausbauen müssen. 2002 war schließlich die Schönjochbahn in die Jahre gekommen und wurde erneuert, auf der Nordseite wurde ein Schlepplift ersetzt – und es kam auch vom Gast her immer wieder die Nachfrage: ,Was macht ihr nächstes Jahr Neues?‘ bzw. entstand im Dorf eine gewisse Erwartungshaltung. Dies und auch das Wissen, dass wir immer weiter investieren müssen, um ein gutes Skigebiet bleiben zu können, hat uns geleitet.

Fotomontage zur neuen Attraktion „Fisser Flieger“ auf der Möseralm. Rechts die im Vorjahr platzierte Innovation „Fisser Flitzer“.

„Wir hätten nie gedacht, dass uns die Investitionen in die Berggastronomie so großen Erfolg bescheren würden“
Nach dem Zusammenschluss stand auch die wichtige Entscheidung an, dass wir in der Gastronomie am Berg etwas aufzuholen haben. Folglich haben wir im Jahr 2000 die Möseralm, 2002 das Restaurant Bergdiamant und im letzten Jahr die Sonnenburg errichtet. Wir hätten aber nicht gedacht, dass sich diese Investitionen in die Berggastronomie so überaus erfolgreich auswirken würden. Und seit zwei Saisonen sind wir auch im zuletzt rückläufigen Sommer stärker geworden. Die großen Restaurants brauchten mehr Publikum, um einen Sommerbetrieb zu rechtfertigen, also beschlossen wir, neue Produkte für den Bergsommer zu schaffen. Die erste Idee war dann eine im Winter wieder abmontierbare Sommerrodelbahn, der Fisser Flitzer (Fa. Brandauer). Darüberhinaus sollte grundsätzlich auf der Möseralm ein Zentrum entstehen, eine Art Sommer Funpark, in dem sich der Gast mit seinen Kindern einen halben Tag lang unterhalten kann. Der Erfolg mit der Sommerrodelbahn animierte uns, ein zweites Highlight zu suchen. Durch Glück erhielten wir einen Hinweis von der Firma Doppelmayr, dass es in einem Spielpark in Deutschland eine Anlage gäbe, einen so genannten Sky Glider, die einen besonderen Spaß erlaube und auch in die Berge passe. Nach der Besichtigung dieser Anlage haben wir uns noch am gleichen Tag für die Installation eines Sky Gliders entschieden. Und so ist die Attraktion 2006, der Fisser Flieger entstanden. Wir können jetzt schon sagen, es wird auch dies eine Erfolgsstory werden! Das Fluggerät spricht vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch ältere ,Junggebliebene‘ an.“
MM-FRAGE: „Die Region Serfaus-Fiss hat sich in Tirol zu einem touristischenVorreiter entwickelt, die Wertschöpfung hat sich seit 1990 verdreifacht. Was ist das Geheimnis eures Erfolges?“
Geiger: „Das Geheimnis des Erfolges ist an erster Stelle die optimal funktionierende Kooperation zwischen dem Tourismusverband, der Gemeinde, der Skischule und den Bergbahnen. Weiters ist die entsprechende Angebotsschaffung und Fokussierung auf eine Zielgruppe (Familien) wichtig. Wir werden aufgrund des Erfolges aber sicher nicht übermütig, es gibt weiterhin viel zu tun und viele andere Regionen sind mindestens so gut am Weg wie wir. Die Wertschöpfung hatsich nicht zuletzt durch die gute Preisgestaltung im Winter – u. a. als Folge des Zusammenschlusses – sehr gesteigert. Wir sind nicht auf der Billigschiene, sondern eher etwas hochpreisig. Trotzdem haben wir wenig Probleme mit den Gästen bezüglich des Preisniveaus. Wenn die Leistung passt, dann sind die Gäste durchaus bereit, einen entsprechenden Preis zu bezahlen – das gilt im Hotel genauso wie bei der Bergbahn.Und schließlich war, wie erwähnt, der gemeinsame Marktauftritt ein bedeutender Faktor des Erfolges. Wir ergänzen uns angebotsmäßig mit Serfaus optimal.“
MM-FRAGE: „Die Region hat die Positionierung Richtung Kinder und Familien erfolgreich umgesetzt. Wie unterscheidet sich dabei Fiss von Serfaus und Ladis, was ist das Typische von Fiss dabei?“
Geiger: „Wir haben nicht ein wesentlich anderes Gästeklientel als Serfaus. Der Nachbarort ist etwas mondäner, hat mehr größere Hotels, wir hingegen mehr dörfliche Struktur und Appartements, die natürlich den Familien entgegenkommen.Also auch wir waren immer stark im Familiensegment und passen somit mit Serfaus sehr gut zusammen, das sich mit den Kinderhotels und dem Kinderland etc. auf Familien spezialisiert hatte. Wir mussten uns also wegen des Zusammenschlusses nicht verändern, aber es gibt eben auch innerhalb der Familien verschiedene Strukturen, die nun beide Orte umfassend abdecken können.“

Übersicht Fisser Sommer Funpark.

MM-FRAGE: „Es gibt heuer erstmals den Alpin-Shuttle für Wanderer und die Serfaus-Fiss-Ladis Card für Gäste. Was beinhalten diese Neuerungen?“
Geiger: „Die Idee des Alpin Shuttles ermöglicht sozusagen ein Wandern mit ,Seilbahnhüpfen‘. Die Gäste sollen dadurch von Ort zu Ort mit den geöffneten Bahnen fahren können (heuer erstmals 7 Bahnen), ohne das Auto zu brauchen. Wir müssen den vielen Wochengästen einen Reiz bieten, verschiedene Aspekte unserer Bergwelt aufzusuchen. Man fährt z. B. mit der Möseralmbahn hinauf, geht auf einem sogenannten Genussweg hinüber zum Sunliner und lässt sich mit dieser Seilbahn nach Serfaus bringen. Dort kann man flanieren etc. und kann entweder mit dem Alpin Shuttle oder mit dem Wanderbus zurückkehren. Durch diese Lösung werden auch nicht so konditionsstarke Leute angesprochen. Alpin Shuttle sowie Wanderbus sind in der erstmals aufgelegten Serfaus-Fiss-Ladis-Karte enthalten. Künftig sollen aber alle Infrastrukturen der Destination mit dieser Karte genossen werden können und in weiterer Folge soll sie auch als Kreditkarte (für unsere Region) verwendbar sein können. Übrigens beteiligt sich der Tourismusverband finanziell am heuer gesteigerten Betrieb der Sommerbahnen, weil er in dieser Form für die Bergbahnen vermutlich nicht kostendeckend wäre.“
MM-FRAGE: „Fiss hat in den letzten Jahren auch viel für den Sommertourismus getan und wie erwähnt einen eigenen Funpark errichtet. Welche Komponenten umfasst er und wie hat sich dadurch das Sommergeschäft verändert?“
Geiger: „Das Kernstück sind wie gesagt die zwei Attraktionen Flitzer und Flieger, weiters gibt es einen Teich, Tubing-Bahn, Riesenrutsche, Riesensandkiste, Elektroautos, Streichelzoo. Es sollen die Kleinen, sobald sie gehen oder krabbeln können, genauso beschäftigt werden können wie die Größeren, bis hinauf zu den Jugendlichen und selbst die Eltern – z. B. mit dem Flieger oder der Kneippanlage oder der Fisser Gonde (Natur-Themenweg). In nächster Nähe existieren auch nette Wanderwege und Ruheplätze. Es ist so ausgelegt, dass sich Gäste zumindest einen halben Tag aufhalten können, ohne dass ihnen langweilig ist. Wichtig war für uns, das Zentrum dort zu platzieren, wo wir eine gut funktionierende Gastronomie haben. Und jetzt zeigt sich, dass wir das Restaurant in dieser Größenordnung auch brauchen. Durch die Verbindung mit dem Sunliner ist der Sommer Funpark heuer eine regionale Attraktion geworden, die auch Gäste aus der Umgebung anzieht.Natürlich haben wir auch weitere Ausbau-Ideen für die Zukunft, die wir aber jetzt noch nicht verraten wollen. Auch hier gilt: das Angebot muss ständig neu aufgeladen werden.“

Die Berggastronomie spielt eine bedeutende Rolle in Fiss. Im Bild das Panoramarestaurant BergDiamant am Schönjoch.

MM-FRAGE: „Hat der Funpark einen wesentlichen Umsatzanstieg bewirkt?“
Geiger: „Es hat einen Umsatzsprung im Sommer gegeben, bei den Bergbahnen spüren wir das jetzt sofort schon, im Ort dauerte es etwas länger, bis die Mundpropaganda greift. Man darf nicht vergessen, dass wir uns mit dem Sommer Funpark erst im zweiten Jahr befinden. Generell sind wir sehr zuversichtlich, wir glauben an den Sommer, auch dass sich die Preissituation in der Vermietung durch unsere Investitionen deutlich nach oben bewegen kann.“
MM-FRAGE: „Die aktuelle Attraktion ist der Fisser Flieger. Warum habt ihr euch nicht gleich für einen Mountain Glider von Doppelmayr entschieden?“
Geiger: „Wir haben ein bestimmtes Investitionsbudget zur Verfügung, in dem wir den Mountain Glider nicht unterbringen konnten. Außerdem waren wir auf der Suche nach einer Attraktion für den Funpark. Der Mountain Glider wäre für sich eine eigene Attraktion vom Berg hinunter gewesen. Die Investition für den 700 m langen Fisser Flieger war verkraftbar. Er hat allerdings keine Stützen und Kurven, man erreicht aber eine Geschwindigkeit von bis zu 83 km/h auf den 100 m Höhenunterschied. Der besondere Reiz ist, dass man über den ganzen Funpark drüberfliegt. Eine Einzelfahrt kostet 5,50 Euro, ein Erinnerungsfoto vom Flug 3 Euro. Jeden Freitagabend ist auch Nachtfliegen und Nachtrodeln angesagt – umrahmt von Live-Musik auf der Möseralm.Man kann unsere Anlage auch ein bisschen als Testfall sehen, wie das Publikum auf solche Attraktionen, die das Bergabgleiten am Seil anbieten, reagiert.“
MM-FRAGE: „Wird Ihrer Meinung nach in Österreichs Alpen generell genug getan für die Attraktivierung für den Sommer? Geht die Angebotsgruppe Sommerbahnen den richtigen Weg?“
Geiger: „Es ist selten genug. Das trifft speziell auf den Sommer zu. Man hat sehr lange nur gejammert und keine Chance gegenüber dem Süden gesehen. Ich glaube, die Branche hat sich zuwenig bemüht, innovative und interessante Dinge zu bieten. Man sieht jedenfalls, dass die Leute sehr wohl im Sommer in den Bergen Urlaub machen, wenn attraktive Angebote existieren. Daher sollte man in den Alpen noch mehr tun für die Attraktivierung des Sommers. Ich denke, dass die österreichischen Sommerbahnen auf dem richtigen Weg sind. Fiss gehört ja zu den Gründungsmitgliedern und es war mir schon damals klar, dass wir gemeinsam etwas zustande bringen. Viele Ideen greifen schon, jedoch liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Wir sind überzeugt, dass derSommer in den Bergen eine echte Zukunft hat, der Erholungswert für den Gast wird immer deutlicher erkannt werden, nicht zuletzt wegen des Heilklimas. Wir müssen nur das Image wegbringen vom langweiligen Bergurlaub!“
MM-FRAGE: „Wie groß soll der Stellenwert des Sommergeschäftes bei euch werden? Geht es in Richtung 365 Tage Bergerlebnis im Jahr?“
Geiger: „Das Problem in dieser Höhenlage sind Frühjahr und Herbst, es wird nicht möglich sein im November auf 2 500 m besonders erfolgreich zu sein, detto nach der Schneeschmelze im Mai. Daher ist 365 Tage Bergerlebnis für die Bahnen unrealistisch, für ein Wellness-Hotel nicht. Wir machen uns außerdem keinen Zahlendruck, dass wir einen bestimmten Umsatzanteil über das Sommergeschäft erreichen müssen. Wir wollen vorrangig einfach die Betriebe im Dorf unterstützen und das kommt später positiv wieder auf uns zurück durch höhere Frequenzen.“

Die Berggastronomie spielt eine bedeutende Rolle in Fiss. Im Bild das Panoramarestaurant BergDiamant am Schönjoch.

MM-FRAGE: „Auch Berggastronomie auf hohem Niveau ist in Fiss ein Thema geworden. Warum? Habt ihr noch Bedarf an weiteren Lokalitäten?“
Geiger: „Die Gastronomie am Berg hat eine zentrale Rolle in unserem Gebiet. Nach meiner Einschätzung hat sich das Gästeverhalten etwas in Richtung Genießer verändert, also Sport und Genuss. Dazu gehört auch ein gutes Essen, ein Glas Wein und ein angenehmes Sitzen in gehobener Atmosphäre. Die Gastronomie am Berg wird sehr gerne angenommen, allerdings muss sie Top-Qualität haben: bei den Speisen und beim Ambiente. Ich hätte mir im Jahr 2000 nicht vorstellen können, dass wir innerhalb von fünf Jahren drei Restaurants betreiben werden! Obwohl wir jetzt gut abgedeckt sind, würde ich mir noch ein tolles Tiroler Restaurant mit Bedienung wünschen, um den Genießer noch besser ansprechen zu können. In der ganzen Destination stehen dem Gast mit den Schirmbars derzeit 22 Lokalitäten zur Verfügung.“
MM-FRAGE: „Ihr habt zusammen mit Serfaus den Preis ,Best of Austria 2006′ auf der ITB gewonnen. Was bedeutet er euch? Erhöht er den Erwartungsdruck der Gäste noch mehr?“
Geiger: „Ein Preis ist immer eine Überraschung und zugleich eine Bestätigung des Weges sowie ein Ansporn, weiterzumachen. Natürlich steigt die Erwartungshaltung der Gäste, aber dem sind wir durchaus gewachsen. Wir sind sicher gefordert, nicht nur diesen Standard zu halten, sondern noch besser zu werden. Es nützt uns nichts, wenn wir in 5 Jahren sagen: 2006 haben wir einen Preis gemacht – und der Gast sagt: Das wird damals schon gepasst haben!“

Bei der Sommerrodelbahn „Fisser Flitzer“ hat man sich viele Überraschungen auf der Strecke einfallen lassen wie z. B. die Thematisierung der Tunneldurchfahrten.

MM-FRAGE: „Sind Investitionen für die Wintersaison 06/07 geplant?“
Geiger: „Wir werden die Schneeanlage auf 100% Beschneibarkeit ausbauen (derzeit 80 %). Weiters wird bei drei Anlagen die Förderleistung erhöht (Endausbau). Bei der 8 SBK Schöngampbahn nützen wir den Endausbau, um auf beheizte Sitze von Doppelmayr umzurüsten. Auch das ist wieder ein Signal in Richtung Komfort und Genussskifahren!“
MM: „Herr Geiger, wir danken für das Gespräch.“

Mag. Andreas Schwab: Marktposition und Erträge halten

Im Herbst 2005 hat Mag. Andreas Schwab die Geschäftsführung der Kässbohrer Österreich GmbH übernommen. Der Mountain Manager hat sich mit ihm über die Marktsituation in Österreich, seine Ziele und die künftigen Herausforderungen unterhalten.

Mag. Andreas Schwab. Fotos: Kässbohrer

MM-FRAGE: „Sie kommen aus dem Bergbahnbereich und sind seit einem dreiviertel Jahr Geschäftsführer der Kässbohrer Österreich GmbH. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?“
Schwab:“Ich habe den Wechsel zu Kässbohrer deshalb vollzogen, weil Kässbohrer für mich die Nummer 1 im Bereich Pistenfahrzeuge in der Welt und in Österreich ist. Das Produkt ist ein herausragendes Qualitätsprodukt. So haben wir bei den Planai-Bahnen Hauser Kaibling auch schon immer auf diese Pistenfahrzeugegesetzt und auf sie vertraut. Nachdem Kässbohrer im vergangenen Sommer über einen Headhunter mit mir Kontakt aufgenommen und angefragt hat, ob ich Interesse an dieser Aufgabe hätte, habe ich nach einigen Gesprächen mit dem Vorstand zugesagt. Besonders gereizt hat mich die Tatsache, dass ich bei meiner Aufgabe nicht auf einen Ort begrenzt bin, sondern in ganz Österreich unterwegs sein kann. Dann natürlich auch die Marktführerschaft von Kässbohrer, das positive Markenimage und natürlich grundsätzlich die neue Herausforderung. Ich komme aus dem Leistungssport und war 9 Jahre im Bergbahnbereich, da hat mich einfach Neues gereizt. Nach einem dreiviertel Jahr kann ich jetzt sagen, dass meine Entscheidung richtig war.“
MM-FRAGE: „Welche Ziele haben Sie sich gesteckt und was möchten Sie in Ihrer Position erreichen?“
Schwab: „Die Konzernzentrale hat zwei Ziele vorgegeben. Zum einen sollen die Marktanteile, die Kässbohrer in Österreich hat, gehalten werden, und zum anderen soll auch die Ertragssituation nicht schlechter werden. Die Österreich-Niederlassung hat im gesamten Kässbohrer-Konzern eine überaus positive Stellung, weil wir gute Erträge einfahren. Diese Ziele decken sich natürlich mit meinen. Es ist fast nicht mehr möglich, die Marktanteile zu steigern. Wenn es uns aber gelingt, am Markt so stark zu bleiben, wie wir die letzten 2 bis 3 Jahre waren, und auch die Ertragssituation auf dem Niveau zu halten, bin ich zufrieden – und auch die Konzernzentrale mit uns.“

Der PistenBully 600 hat auch in Österreich das Zeug zum Verkaufsschlager.

„2005 war eines der ertragreichsten Jahre für Kässbohrer überhaupt“
MM-FRAGE: „Wie war dasGeschäftsjahr 2005 für Kässbohrer Österreich und wie entwickeln sichdie laufenden Agenden?“
Schwab: „2005 war ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr für Kässbohrer, wobei nicht allein die Umsatzsituation ausschlaggebend ist, sondern vor allem die Ertragssituation zählt. 2005 war nämlich eines der ertragreichstenJahre überhaupt. 2006 läuft sehr gut an, so können wir per 30. Juni bereits auf 50 verkaufte Geräte verweisen. Das ist mehr als je zuvor zu diesem Termin. Damit sind wir sehr zufrieden, denn obwohl nur mehr 2 bzw. 3 Marken am Markt sind, ist der Wettbewerbhart.“
MM-FRAGE: „Welche Position hatder PistenBully am österreichischen Markt und was sind die Gründe für den Erfolg?“
Schwab: „Kässbohrer ist in Österreich mit über 50 % Marktanteil eindeutig die Nummer 1. Ausschlaggebenddafür ist das gesamte Paket, das Kässbohrer bietet. Wir verfügen über ein sehr gutes Produkt, das ausgesprochen wirtschaftlich ist. Dazu haben wir in Österreich eine sehr gute Mannschaft. Unsere Kunden schätzen unseren Service und in den Wintermonaten, wenn die Geräte im Einsatz sind, unsere 24-Stunden-Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Monteuren. Kässbohrer hat in Kuchl ein Ersatzteillager, mit dem wir ca. 95% Verfügbarkeit bei den Ersatzteilen sicherstellen. Wirbeschäftigen im Winter allein in Österreich 14 bestens geschulte Monteure, die überall dort im Einsatz sind, wo sie gebraucht werden. Unser Außendienst gilt als sehr engagiert. Wir haben in Österreich 4 Außendienstmitarbeiter, die alle bereits mehr als 20 Jahre im Unternehmen sind. Wichtig sind außerdem unser Markenimage, die Zuverlässigkeit und die langjährige Zusammenarbeit mit den Bergbahnunternehmen. Man kennt uns und man weiß, was man von Kässbohrer erwarten kann.“
MM-FRAGE: „Welchen Stellenwert haben gebrauchte Pistenfahrzeuge in Österreich?“
Schwab: „Gebrauchte Pistenfahrzeuge spielen in Österreich eine untergeordneteRolle. Viele Pistengeräte, die wir zurücknehmen, gehen ins Ausland und werden von uns direkt vor allem in osteuropäische Länder verkauft. In Österreich selbst interessieren sich hauptsächlich kleinereSkigebiete, die sich neue Fahrzeuge  nicht leisten können, für gebrauchte Maschinen. Natürlich ist in diesem Zusammenhang auch die Gebrauchtfahrzeug-Show in Laupheim zu nennen, die jedes Jahr im September über die Bühne geht. Hier finden dann zwischen 80 bis 100 Fahrzeuge neue Besitzer.“

Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und ein stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis sind die Herausforderungen für den Pistenfahrzeugsektor

„Die Herausforderung der Zukunft liegt in der Wirtschaftlichkeit“
MM-FRAGE: „Bei den letzten Messen wurde die neue PistenBully Generation 600 vorgestellt. Welche Resonanz gibt es in Österreich, wie groß schätzen Sie die Absatzchancen hierzulande ein?“
Schwab: „Die Resonanz ist seit der Vorstellung sehr positiv. Die Weiterentwicklung von der Generation 300 zur Generation 600 war eine sehr intensive, was sich u. a. in einem stärkeren Motor, wesentlichen Verbesserungen im Bereich des Rahmens und im Führerhaus, mehr Komfort für den Fahrer oder auch durch eine optimierte Elektronik ausdrückt.Von allen 2006 verkauften Fahrzeugen beziehen sich ca. 50 % auf den PistenBully 600. Damit haben wir jene Marke erreicht, die wir optimistischerweise erwartet haben. Vor diesem Hintergrund glauben wir, dass der PistenBully 600 der echte Nachfolger des 300er-Modells wird, das über 2 500 Mal gebaut und verkauft wurde. Es könnte daher auch sein, dass die Modellreihe 300 auslaufen wird, eine endgültige Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen.“
MM-FRAGE: „Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für den Pistenfahrzeugsektor – in der Leistung, bei ökologischen Features oder in der Preispolitik?“
Schwab: „Die Herausforderung der Zukunft liegt in der Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs. Der Anschaffungspreis, die Betriebskosten, Reparatur und Instandhaltung sowie Verbrauch werden wesentlich. Dazu kommt dann noch der Wiederverkaufswert der Maschine. Die Seilbahnen stehen wie alle Wirtschaftsunternehmen vor der Situation, genau rechnen zu müssen.Der Dieseltreibstoff wird immer teurer, der Stahlpreis geht nach oben. Demgegenüber können aber die Ticketpreise nicht ständigerhöht werden, weil Skifahren ein Massensport ist. Allein die 4-Berge- Skischaukel in Schladming braucht 20 000 bis 23 000 Gäste am Tag, um ausgelastet zu sein. Damit ist der Skisport ein Massensport und man muss die Preise entsprechend gestalten, damit die Masse sich diesen Sport auch weiterhin leisten kann. Natürlich sind die Seilbahnunternehmen gezwungen, die Preise immer wieder anzupassen, weil der Betrieb eines Skigebietes sehr teuer ist – so kommen auch in Zukunft noch enorme Kosten auf die Seilbahnunternehmen zu. In diesem Zusammenhang müssen auch wir unseren Beitrag leisten. Der Erfolg von Kässbohrer wird davon  abhängen, wie wir unsere Maschinenin der höchstmöglichen Qualität für das Seilbahnunternehmen anbieten können. Ich glaube, dass das PS-Leistungsdenken nicht mehr die große Rolle spielen wird. Das Ziel wird sein, mit einem ökonomischen Fahrzeug eine möglichst optimal präparierte Piste zu erreichen.Zuverlässigkeit wird genauso wichtig sein. Skigebiete können es sich nicht mehr leisten, so genannte Ersatzgeräte zu halten. Deshalb müssen Pistenfahrzeuge von Haus aus zuverlässig sein, dazu müssen wir für einen überzeugenden Kundendienst und eine schnellstmögliche Verfügbarkeit von Ersatzteilen sorgen, wenn diese benötigt werden. Der Preis wird sicher immer wieder Thema sein, wobei ein stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis sicherwichtiger ist als ein billiger Einkaufspreis und ein teurer Betrieb der Maschine. Hier sind aber die Seilbahnen auf einem guten Weg, ihre Kostenrechnung funktioniert. Erfolgreiche Unternehmen wissen genau, was jedes Pistenfahrzeug in der Saison pro Stunde kostet. Immer wichtiger wird außerdem die Ausbildung der Mechaniker und der Pistengerätefahrer, die einen sehr großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Gerätes haben. So kann ein Pistengerätefahrer pro Stunde 3 bis 4 l Diesel einsparen, wenn er klug, d. h. ökonomisch fährt.“dwl

Herausforderung China – 14 Mio. Skitouristen bis 2010

Im Vorfeld der ALPITEC, das ein Symposium zum Thema „Herausforderung China“ organisierte, wurde dessen Initiator Erwin Stricker, der ehemalige Top-Skirennläufer Italiens und Gründer der Rent-a-Sport-Organisation mit nunmehr über 500 nationalen und internationalen Vermiet- und Servicepartnern im Winterund Radsportbereich zum Interview gebeten. Stricker ist seit Jahren in China aktiv und engagiert sich mit Südtiroler Partnern (z. B. Leitner und Plose AG) beim Aufbau von Skigebieten, unterstützt den chinesischen Skiverband in der Skilehrer- und Skifahrerausbildung und organisiert zahlreiche Events rund um den Skisport. Wie stehen nun die Chancen für die alpine Wintersportindustrie bzw. – Dienstleister, am stark expandierenden chinesischen Markt zu reüssieren? Thorsten Block fragte für den MOUNTAIN MANAGER nach.

Erwin Stricker, Ex-Skirennläufer und Gründer von Rent a Sport, engagiert sich seit längerer Zeit in China. Foto: mak

MM-FRAGE: „Herr Stricker, wo liegen die Voraussetzungen für die vielversprechenden Perspektiven eines chinesischen Berg- und Wintertourismus?“
 
Stricker: „Zuallererst natürlich in der Größe des Landes und seinen vielfältigen Möglichkeiten für den Wintersport, die sich über ganz China von Südwesten bis Nordosten erstrecken. In den großen Ballungszentren boomt der Indoor-Ski, dort baut man mittlerweile die siebte Skihalle – richtige ,Skifahrerfabriken‘ mit 24 Stunden Betrieb – das ist absolut beachtlich. Der chinesische Skiverband plant innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Prozent der Chinesen zum Wintersport zu bringen. Insgesamt also 14 Millionen Menschen – und das sind so viele, wie wir momentan auf allen Pisten in Europa haben.“
 
MM-FRAGE: „Kann man schon von einem breiten Ski-Boom sprechen oder überwiegen doch noch eher punktuelle Entwicklungen? Gibt es Parallelen zu den Ski- und bergtouristischen Anfängen etwa in Nordamerika oder Japan?“
 
Stricker: „Die chinesische Entwicklung ist recht einzigartig, das derzeitige Angebot unterscheidet sich grundlegend von den Ausgangsvoraussetzungen des Skitourismus in Amerika oder Japan. Amerika hat seine Skiresort-Kultur vor allem für reiche Leute auf der Basis von Ferieneigentum entwickelt und auch in Japan konnte die Ski- und Tourismus-Industrie auf ein ganz anderes Konsumenten-Verhalten aufbauen. Noch heute ist Japan mit gerade 10 Prozent Mietanteil der schlechteste Rentalmarkt weltweit – in China besitzt kaum jemand Skier oder Snowboards, der Mietanteil liegt hier bei 90 Prozent! Überhaupt sind Chinas Skigebiete meist ,Snowparks‘, das heißt, sie bezahlen einen Eintritt wie bei Disneyland, können am Simulator skifahren, vom Restaurant aus nur zuschauen, in einem Gummireifen die Piste runterrutschen oder tatsächlich Ski mieten – das ist alles im Eintrittspreis inbegriffen. Es gibt nur zwei ,freie Skigebiete‘ in China, das ist zum einen Wanlong im Chongli Country an der Grenze der Inneren Mongolei und zum anderen Yabuli in Nordchina in der Nähe von Harbin. Die Aufbruchstimmung in China ist unwahrscheinlich groß. Allerdings schafft ein gewisses Chaos ebenso enorme Probleme. Noch ist alles schlecht organisiert, vor allem das Material ist in miserablem Zustand. Lange Zeit war China gewissermaßen eine ,Müllhalde‘ des japanischen Marktes, der ja bekanntlich große Krisen durchgemacht hat. In diesem Sinne braucht die chinesische Wintersportwirtschaft unser Know-how und unsere Unterstützung.“

Ein Skigebiet in der Nähe von Shanghai. 80% der Chinesen sind Anfänger. Foto:Reichmann

MM-FRAGE: „China ist weit weg. Bis auf wenige große Hersteller, die mit einer eigenen Organisation den Markt bearbeiten können, gestaltet sich für kleinere Unternehmen ein Engagement meist schwierig und risikoreich. Welche Möglichkeiten bieten sich an?“
Stricker: „Man muss sich klar darüber sein, dass alles was wir den Chinesen voraus haben, unser Know-how ist – das ist unser Kapital. Geben wir es ungeschützt heraus, kann es passieren, dass es gnadenlos und brutal kopiert wird. Um dies zu umgehen, müssen wir die Chinesen an uns binden, wir müssen selber unsere Hausaufgaben vor Ort machen, eigenes Kapital ins Land bringen. Diese Möglichkeit besteht auch für kleine und mittlere Unternehmen, wenn sie sich in Gruppierungen zusammenschließen. So engagiert sich gerade eine Gruppe Südtiroler Unternehmen im Bau eines Skigebietes in der inneren Mongolei, und ich bin mir sicher, dass dieses ambitionierte Projekt zu einem Modell des künftigen Skilaufs in China werden kann. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Jumelage-Programme, das heißt, ein Hersteller oder Dienstleister, ja selbst ein kleines Skigebiet entwickelt vor Ort einen Beratungsvertrag mit einem chinesischen Unternehmen. Auf Basis internationaler Verträge und in Zusammenarbeit mit den richtigen Beratern kann man auch dadurch die verschiedenen Sektoren langfristig an sein eigenes Unternehmen binden.“
MM-FRAGE: „Neben dem reinen Ausrüstungssektor – Skiindustrie, Aufstiegs- und Beschneiungsanlagen – gibt es andere Teilbranchen, die sich am Aufbau der notwendigen Infrastrukturen beteiligen können?“
Stricker: „Der Dienstleistungsbereich ist der größte Markt für uns. Hier muss dringend System hinein. Für uns wäre es kaum vorstellbar, in einem riesigen Ameisenhaufen mit stundenlangen Wartezeiten überhaupt in den Schnee zu gehen. Und dann die Sicherheit: ohne Helme, ohne Netze und mit lebensgefährlichen Liftkonstruktionen im Eigenbau. Wir schütteln darüber den Kopf, aber wir vergeben uns auch ein riesiges Potenzial. Von der einen Million Menschen, die sich dieses Jahr zum ersten Mal in chinesische Skigebiete begeben, bleiben gerade einmal 10 bis 20 Prozent beim Wintersport.Ein wichtiger Punkt ist die Skilehrerausbildung. Die existiert momentan praktisch nicht. Zwar drängen momentan alle Skidestinationen auf den chinesischen Markt und wollen dort ihr eigenes System umsetzen, aber das wollen die Chinesen gar nicht. Sie brauchen ihr eigenes Skischulsystem. Daran arbeitet gerade der chinesische Skiverband, der auch die Lizenzen vergibt, in Kooperation mit einer internationalen Kommission unter der Leitung von Hubert Fink, dem früheren Präsidenten des internationalen Skilehrer-Verbandes. Das wird dem chinesischen Skilauf und dem gesamten Wintersport die richtige Richtung geben. Schon jetzt haben die Chinesen ja Olympiamedaillen im Skisport gewonnen – und das alleine kennzeichnet ihre Dynamik, mit der sie die vergangenen neunzig Jahre aufholen. Noch 1994 gab es kein einziges Skigebiet in China, seitdem haben sich 205 Skigebiete entwickelt. Wenn man sie denn so nennen darf, denn das reicht tatsächlich von einer uralten Aufstiegsanlage mit einem einzigen Skilift bis zu modernen Snowparks.“

Erwin Stricker und der Präsident der Bozener Messe, Dr. Gernot Rössler (2 v. l.) übberreichten Repräsentanten chinesischer Skigebiete auf der Pro Winter Geschenke.

MM-FRAGE: „Gibt es Möglichkeiten für den touristischen Know-how-Transfer?“
Stricker: „Noch ist der Tourismus nicht ausgelegt wie bei uns. Als reiner Wochenend-Tourismus gibt es keine Gastronomie in den Skiorten und keine Hotelbetten. Bei uns in Europa wäre solches Business nicht vorstellbar, weil es sich bei den enormen Investitionen nicht rechnen würde. China braucht jetzt auch den Wochentourismus, um den Qualitätssprung in Material und Beratung zu schaffen. Das entsprechende Know-how fehlt fast ganz, niemand weiß, dass man einen Ski oder ein Snowboard präparieren muss – und es gibt meines Wissens zur Zeit in China nur eine einzige Maschine, um Ski zu schleifen.“
MM-FRAGE: „Blicken wir in die Zukunft: kann das Engagement der europäischen Berg- und Winterindustrie dazu führen, dass langfristig auch europäische Destinationen vom chinesischen Skiboom profitieren?“
Stricker: „Tien Younian, der Generalsekretär des chinesischen Skiverbandes, sprach von einem Prozent der Chinesen auf Skiern innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Auch wenn er sich um die Hälfte täuscht, dann sind das immerhin 7,5 Millionen – das hat momentan kein Land auf der Welt. Diesem Potenzial sollten wir mit Respekt und Aufmerksamkeit gegenüberstehen. Das gilt für unser Engagement in China, indem wir nicht einfach nur versuchen, kurzfristige Deals zu machen, um da unseren Schrott los zu werden, sondern wirklich langfristige Partnerschaften eingehen und planen. Und das sehe ich auch für unseren heimischen Tourismus, da die Chinesen und womöglich kurz danach Indien die Schlüsselposition im organischen Wachstum des Weltwintersports einnehmen werden.“
MM-FRAGE: „Werden chinesische Ferntouristen zu einem ernst zu nehmenden Faktor für unseren heimischen Fremdenverkehr?“
Stricker: „Davon gehe ich aus. Wir haben heute schon viele chinesische Tour-Operator, die nach Europa drängen. Wir haben in Italien einen China-Boom im Kultur-Tourismus – und die Gäste werden, wenn sie erst einmal skifahren können oder wenn ein kleiner Prozentsatz von ihnen skifährt, auch in unsere Gebiete kommen. Es gibt jetzt schon Tour-Operator, die Skiprodukte gesucht haben an der Mailänder Tourismus-Börse BIT, und wir haben bereits Pakete angeboten. Dabei ist dieser Tourismus kein Wochentourismus wie wir ihn kennen. Die Chinesen wollen zwei, drei Tage skifahren, zwei, drei Tage Shopping, sie besuchen Venedig und Rom – eigentlich ja typisch asiatische Verhaltensmuster. Jedenfalls werden die ,Weißen Wochen‘, wie wir sie besonders mit unseren deutschen Nachbarn kennen, in China kurzfristig kein Erfolg sein.“
MM-FRAGE: „Das heißt – Skifahren in den Dolomiten wird nur ein Teil der Italien-Reise sein?“
Stricker: „Momentan sehen wir in der allgemeinen Tendenz einen starken Gästerückgang über die Wochentage – dagegen boomt unser Wochenendtourismus. Immer mehr der europäischen Gäste buchen vornehmlich nur Samstag/Sonntag oder lange Wochenenden und wir haben dann leere Betten am Anfang der Woche, speziell in den kleineren Skigebieten. Vielleicht gelingt es uns ja, diese schwachen Tage mit Ferntouristen auszugleichen. Städtetourismus läuft am Wochenende oder an anderen Tagen – mit den angesprochenen Fernreise-Paketen könnten wir die Frequenz auf den Pisten und eine bessere Belegung der Betten gewährleisten.“
MM: „Vielen Dank für dieses Gespräch!

Markus Müller, GF Hohenbogenbahn: Wichtiger Motor für die Region

Die Hohenbogenbahn im Bayerischen Wald gehört sicher nicht zu den größten Bergbahnunternehmen Deutschlands. Dennoch hat sie im Angebot der Region einen ungemein hohen Stellenwert. Dabei wurde sogar die Umkehr von einer „Sommerbahn“ zur „Winterbahn“bewerkstelligt.

Blick auf die Talstation der Hohenbogenbahn.

MM-FRAGE: „Welchen Stellenwert hat das ,Sport + Freizeit-Zentrum Hoher Bogen‘- im touristischen Angebot der Region?“Müller: „Die Hohenbogenbahn wurde zu einem wichtigen touristischen Motor für die ganze Region. Seit dem Bau im Jahr 1972 nahm die Region um den Hohenbogen einen erheblichen Aufschwung, etwa jeder 10. Arbeitsplatz im Oberen Bayerischen Wald hängt mittlerweile vom Tourismus ab.“MM-FRAGE: „Wie sehen Sie Ihre Position als Bergbahnunternehmen im Mittelgebirge im Vergleich mit Anbietern in Hochgebirgsregionen?“Müller: „Im Hochgebirge überwiegt mit Sicherheit der Wintersport, in den Mittelgebirgen reicht das allein nicht aus. Hier ist das Ganzjahresangebot sehr wichtig. Deshalb sind wir auch immer bemüht, das Angebot für den Sommer attraktiv zu halten und immer wieder in den Sommer zu investieren. So gesehen, unterscheiden wir uns sicher vom Hochgebirge, wo der Winter sehr lange dauert und durch die Höhenlage auch beständiger ist. Eine umfassende Gästebefragung hat außerdem ergeben, dass unsere Gäste neben dem attraktiven Ganzjahresangebot und den familienfreundlichen Preisen vor allem die gute Erreichbarkeit schätzen. Durch den Bau der Beschneiungsanlage im Jahr 2000 konnte auch die Schneesicherheit erheblich verbessert werden, was dem gesamten Tourismus in der Region zugute kommt.“

Markus Müller, GF Hohenbogenbahn. Fotos: Hohenbogenbahn

MM-FRAGE: „Ist für Sie der Sommer oder der Winter Hauptumsatzträger?“Müller: „Bis Ende der 90er Jahre wurden im Sommer zwischen 60 und 70 Prozent der Umsätze erlöst, seit dem Bau der Beschneiungsanlage hat sich das Verhältnis umgekehrt.“ „Rekordsaison mit 100 Tagen Skibetrieb am Stück“MM-FRAGE: „Wie waren Sie mit der letzten Wintersaison zufrieden?“Müller: „Mit 100 Tagen Skibetrieb am Stück war es eine Rekordsaison. Obwohl das Vorjahr schon sehr gut war, konnten wir im Winter 2005/ 2006 nochmals ein Plus von 20% erzielen. Dieses Ergebnis resultiert sicher aus einer Kombination vieler Faktoren, der guten Schneelage, den Investitionen etc.“

Die breiten Pisten eignen sich gut für Familien.

MM-FRAGE: „Welche Gäste sprechen Sie im Winter an, welches Einzugsgebiet haben Sie?“Müller: „Neben den Gästen aus Ostbayern konnte durch die Nähe zur Tschechischen Republik (5 km vom nächsten Grenzübergang) und gezielte Marketingaktivitätenzwischenzeitlich der Anteil der tschechischen Gäste auf annähernd 30% gesteigert werden.Unsere Gäste kommen aus dem Bayerischen Wald, der Oberpfalz sowie aus Böhmen,aus dem Umkreis Regensburg, Amberg, Weiden, Pilsen bis Prag.“MM-FRAGE: „Welche Attraktionen bieten Sie im Winter und wie wichtig sind dabei Non-Skiing-Aktivitäten?“Müller: „Wir haben im Skigebiet 6 km Pisten, von denen ca.1,5 km beschneit werden. Damit haben wir vor allem bei Familien einen sehr guten Ruf. Außerdem verfügen wir mit fast 2 km Länge über die längste Abfahrt im Bayerischen Wald und grundsätzlich über breite Pisten, sodass sich auch Carver sehr wohl fühlen. Bei den ,Non-Skiing-Aktivitäten‘ werden besonders gut unsere Naturrodelbahnen mit1.200 m und 700 m Länge angenommen. Der Start ist bequem mit der Sesselbahn zu erreichen. Dazu kann man bei uns im Winter auch ausgezeichnet Wandern und ein gutes Gastronomieangebot nutzen.“

Mit Schlepplift und Gras-Kart geht es rasch nach oben.

„Events als Form der Kundenbindung sind wichtig“MM-FRAGE: „2005 war der ,Dance on snow‘ wieder ein großer Erfolg. Was genau bieten Sie hier an und wie wichtig sind Events generell?“Müller: „Die Veranstaltung einen Tag vor Silvester hat zwischenzeitlich Kult-Charakter, jährlich kommen um die 4000 Gäste. Nach dem Fackellauf mit Formationsfahren der örtlichen Skischulen gibt es eine Open-Air-Party an der Talstation mit einer namhaften Band sowie zum Abschluss ein großes Feuerwerk. Diese Form der Kundenbindungsaktivität erscheint uns wichtig, wir bieten übers Jahr verteilt mehrere solcher Veranstaltungen in unterschiedlicher Form an.“MM-FRAGE: „2005 wurde die Gras-Kart-Bahn eröffnet, welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?“Müller: „Sehr gute Erfahrungen, da damit vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene ein attraktives Zusatzangebot geschaffen wurde. Ursprünglich sind wir durch Medien auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, wobei das Gerät der Herstellerfirma unter dem Namen ,Bullracer‘ bekannt ist. Diesen Namen haben wird dann dem Einsatz entsprechend in Gras-Kart abgeändert. Dieser Begriff passt auch gut zum so genannten ,sanften Tourismus‘, da ein Fahren mit den Gras-Karts keinen Lärm macht.“

Eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn gehört zu den Attraktionen der Region.

MM-FRAGE: „Am 13. April startet die Sommersaison. Gibt es Neuigkeiten für 2006?“Müller: „Nachdem wir im vergangenenJahr sehr gute Erfahrungen mit dem Gras-Kart-Fahren am Schlepplift gemacht haben, wollen wir dieses Angebot heuer ausbauen. Dazu sollen grundsätzlich noch mehr Gras-Karts eingesetzt werden. Außerdem wurde das Gras-Kart-Fahren in der 1. Saison, also in der Versuchssaison, nur am Wochenendeangeboten – das wollen wir jetzt auf die ganze Zeit ausdehnen. Wir überlegen auch, wie man den Transport der Gras-Karts mit der Sesselbahn kombinieren kann. Damit soll es in Zukunft möglich werden, die Gras-Karts nicht nur mit dem Schlepplift zu transportieren, sondern auch mit dem Sessellift. Hier laufen Gespräche mit Doppelmayr und dem TÜV.“MM-FRAGE: „Neben der Sommerrodelbahn gibt es auch ein besonderes Angebot rund ums Skaten. Wie sieht es genau aus?“Müller: „Wir haben im Bereich der Talstation eine 400-Meter-Skaterbahn als Rundkurs, einen Inline-Hockey- Platz sowie eine Abfahrtspiste mit knapp 400 Metern Länge asphaltiert, deren Start mit dem Schlepplift erreicht werden kann. Das Gelände wird gerne von Einheimischen und Feriengästen angenommen und eignet sich hervorragend für Veranstaltungen und überregional bedeutende Wettbewerbe.“
 
MM-FRAGE: „Haben Sie im Sommer die gleiche Gästestruktur wie im Winter oder gibt es Unterschiede?“Müller: „Attraktiv ist unsere Region im Sommer und im Winter gleichermaßen für Familien, aber das Einzugsgebiet ist unterschiedlich. Im Winter kommen rund 30% unserer Gäste aus Tschechien und einem nördlichen bis westlichen Einzugsradius, also Richtung Regensburg und Richtung Oberpfalz. Im Sommer hingegen kommen unsere Gäste vermehrt aus dem Süden, was sich auch aus unserer Position an der Nahtstelle zwischen Oberpfalz und dem Bayerischen Wald erklärt. Unser Ziel ist es jetzt, auch für den Sommer noch Gäste aus Tschechien zu gewinnen, hier ist noch einiges an Potenzial vorhanden.““Online-Befragung bringt gute Anregungen“MM-FRAGE: „Sie befragen Ihre Kunden im Internet nach Ihrer Meinung. Welche Erfahrungen machen Sie damit, welche Anregungen erhalten Sie?“Müller: „Durch die Online-Befragung haben wir im vergangenen Winter mehrere hundert Rückmeldungen bekommen, die unsere Gäste in aller Ruhe von zuhause aus machen können. So ist eine detailliertere Information möglich als mit einer personalintensiven Befragung vor Ort. Die Befragung brachte viel Lob und auch gute Anregungen, die wir in der kommenden Saison umsetzen werden – Verbesserung Fahrpreissystem, überregionale Beschilderung usw.“MM-FRAGE: „Wo liegen die nächsten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?“Müller: „Im Mittelpunkt steht die Modernisierung der Bergbahn als Kernstück unseres Unternehmens. Neben dem erwähnten Ausbau des Gras-Kart-Angebotes wollen wir mit dem Bau einer neuen Skipiste sowie mit der Erweiterung der Beschneiungs- und Flutlichtanlage das Angebot bereits zur nächsten Wintersaison deutlich verbessern.“ dwl
 
Attraktionen Sport + Freizeit-Zentrum Hoher BogenLängste Doppelsesselbahn d. Bayerischen WaldesLänge: 1358 mHöhenunterschied: 393 mFahrzeit: ca.15 min.Gras-Kart-FahrenGras-Kart (alias Bullracer): TÜV-geprüftes Dreirad in massiver Bauweise mit hydraulischen Scheibenbremsen, Liftbügelaufnahme und Qualitätsrahmen, die Fahrt geht über eine gepflegte AbfahrtstrasseSommerrodelbahnLänge: 750 m16 SteilkurvenSkate- + FunparkFitnessbahn mit ca. 400 m LängeSpeed-Bahn mit 400 m LängeInline-SlalomStreet-Hockey-Platz: 20 x 40 mSkater-LiftWasserrutsche „Nautic-Jet“Pendelbahn „Butterfly“Mini-Seilbahn „Sky-Dive“Großer Kinderspielplatz

Josef Reiter, Mayrhofner Bergbahnen AG: Es ist uns ein Anliegen, authentisch und aktiv zu sein

In den letzten 10 Jahren hat die Mayrhofner Bergbahnen AG 80 Mio. Euro in neue Aufstiegsanlagen investiert. Und auch für 2006 steht mit dem Bau der Ahornbahn wieder ein Projekt der Superlative zur Realisierung an. Der MOUNTAIN MANAGER hat das zum Anlass genommen, einen Blick auf die Erfolgsgeschichte des Traditionsbetriebes zu werfen.

Dir. Josef Reiter, Vorstand Mayrhofner Bergbahnen AG. Foto: A. Dähling

MM-FRAGE: „Wie würden Sie Ihr Skigebiet und Ihr Angebot charakterisieren?“
Reiter: „Unsere Gäste beschreiben unser Angebot als vielfältig und ausgesprochen abwechslungsreich. Wir haben das gesamte Spektrum in spezielle Angebotsgruppen unterteilt. Der Penken steht für Sport und Spaß, der Ahorn mehr für Einsteiger und Genießer. Insgesamt verfügen wir über 23 Aufstiegsanlagen, wobei im ganzen Skigroßraum 49 Anlagen zusammen hängend erreichbar sind. Abgesehen von 2 fixgeklemmten Sesselliften sind alle unsere Anlagen kuppelbar ausgeführt. Damit sind wird im Skigebiet ,Penken‘ topmodern, im Bereich ,Ahorn‘ sind wir gerade in einer Modernisierungsphase – hier wird im Sommer die größte Pendelbahn Österreichs gebaut. Dann wird auch hier die perfekte Hardware zur Verfügung stehen.“
MM-FRAGE: „Welche Gästestruktur sprechen Sie an, welches Einzugsgebiet haben Sie?“
Reiter: „Von der Gästestruktur her liegt der Hauptanteil bei den 20- bis 40-Jährigen, die rund 60 % unserer Gäste ausmachen. Von den Herkunftsländern liegt Deutschland an der Spitze, gefolgt von Großbritannien, den Niederlanden und Österreich. Der Rest ist dann bunt gestreut, wobei zu gewissen Zeiten mittlerweile auch viele Gäste aus dem Osten bei uns sind.
MM-FRAGE: „Wenn sich sowohl Familien als auch junge Leute gut betreut fühlen sollen – wie bringen Sie die unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut?“
Reiter: „Das ergibt sich zum einen aus der Größe des Ortes, der entsprechende Angebote macht, und dann natürlich auch aus der Größe des Skigebietes, in dem sich unterschiedliche Anforderungen gut verwirklichen lassen. Wir selbst konzentrieren uns in der Bewerbung ganz gezielt auf die Hauptzielgruppe der 20-40 jährigen, die wir mit speziell abgestimmten Angeboten wie dem Burton-Park Mayrhofen oder der Harakiri-Abfahrt ansprechen. Das sind Elemente, mit denen wir uns wirklich vom Mitbewerb abheben. Schöne Lifte und schöne Pisten haben alle Skigebiete.“
„Der serviceorientierte Umgang mit dem Gast zählt zu den wichtigsten Anforderungen“
MM-FRAGE: „Welche Anforderungen stellen Sie an Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter?“
Reiter: „Wir haben Leitsätze und entsprechende Grundwerte im Unternehmen, die wir kommunizieren. So ist es uns ein Anliegen, authentisch und aktiv zu sein, sowie dem Gast einen perfekten Skitag zu bieten. Die exakten Werte unseres Unternehmens lauten: Premium, Authentizität und Vitalität. Diese Grundwerte vermitteln wir unseren Mitarbeitern im Rahmen von Schulungen. Außerdem wird es in unserer gesamten Unternehmenskommunikation deutlich gemacht, dass der serviceorientierte Umgang mit dem Gast neben der technischen Qualifikation zu den wichtigsten Anforderungen zählt. Bei unseren Beschäftigten haben wir einen relativ hohen Anteil an Stamm-Mitarbeitern und auch bei den Saison-Mitarbeitern einen sehr hohen Anteil an Personen, die immer wieder bei uns arbeiten. Das hat natürlich den Vorteil, dass diese Mitarbeiter auch sehr genau wissen, worauf wir Wert legen. Im Großen und Ganzen haben wir eine sehr geringe Fluktuation bei den Beschäftigten, wobei wir in der Saison ca. 160 Mitarbeiter haben. Von dieser Anzahl sind jedes Jahr etwa 15 bis 20, die wirklich neu sind im Unternehmen.“

So soll sie aussehen, die neue Ahornbahn. Fotos: Mayrhofner Bergbahnen AG

MM-FRAGE: „Welche Neuheiten gibt es speziell für diese Saison?“
Reiter: „Der Burton-Park geht dieses Jahr bereits in die dritte Saison und wurde bereits zum zweiten Mal zum besten Funpark der Alpen gekürt. Gerade hier legen wir Wert auf ein professionelles Shaperteam. Auf diese Weise wird der Burton-Park jedes Jahr erneuert bzw. weiterentwickelt. Auch dieses Jahr wurde das Spektrum wieder erweitert. Unser Shaper hat sich dazu mehrere neue Obstacles wie z. B. einen ,Curved Wallride‘ einfallen lassen, und vor allem die Beginnerline erweitert. Die Attraktivität ist also weiter gestiegen. Ansonsten haben wir im Skigebiet eine neue kuppelbare Sesselbahn, die ,Gerentbahn‘ am Schneekar, gebaut und damit das Angebot an Aufstiegsanlagen weiter modernisiert. Neu für dieses Jahr war vor allem die komplette optische Neugestaltung des Skigebiets im Rahmen einer kompletten CI/CD-Umstellung, mit der wir das Unternehmen vor allem auf die Zukunft ausgerichtet haben.“
MM-FRAGE: „In der letzten Saison haben Sie mit der Harakiri-Piste aufhorchen lassen, wie kommt sie beim Publikum an, welche Resonanz erfahren sie?“
Reiter: „Die Harakiri-Piste gibt es mittlerweile auch schon den dritten Winter. Sie hat einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht, weil wir sie sehr gut inszeniert und vermarktet haben. Es ist in der Meinung der Gäste schon etwas Besonderes, über dieses Erlebnis erzählen zu können.“
MM-FRAGE: „Sie verknüpfen das Erlebnis ,Harakiri‘ bewusst mit dem Internet, welche Erwartungen haben Sie dabei?“
Reiter: „Wenn man solche Attraktionen im Internet gut platziert, steigen automatisch die Zugriffe auf die Homepage und der Bekanntheitsgrad unserer Region. Außerdem erreichen wir damit eine Identifikation des Publikums mit dem Skigebiet. Da wir mit diesem Bereich ein Gewinnspiel verknüpft haben, kommt es zu einer Interaktion, die wir dann auch belohnen. Der Gast wird aufgefordert ein Bild von seiner ,Harakiri‘ Bewältigung zu machen und dieses in die Harakiri-Galerie zu stellen. Belohnt wird dieser Aufwand durch die monatliche Verlosung z. B. eines speziellen Harakiri-limited-edition-Skis von Kneissl bzw. unseres ,Harakiri-Survivor-Shirts‘. Durch das Medium Internet und das Thema ,Harakiri‘ sprechen wir natürlich auch gezielt jüngeres und sportliches Publikum an, das wir auf diese Weise auf unsere Angebote aufmerksam machen wollen. „Infoscouts informieren jeden Gast persönlich, wenn er Fragen hat“
MM-FRAGE: „Sie setzen in Ihrem Skigebiet ,Infoscouts‘ ein, welche Aufgaben haben sie und wie kommen sie an?“
Reiter: „Wir haben die Pistenscouts mittlerweile den zweiten Winter. Diese Aktion wird von den Gästen sehr begrüßt, weil damit ein zusätzlicher Service geboten wird. Die Besonderheit: Unsere Infoscouts sind begeisterte Skifahrer, die das Skigebiet gut kennen und keine Angestellten der Mayrhofner Bergbahnen. Sie sind den ganzen Tag wie die Gäste auf den Pisten unterwegs, sodass sich der Gast persönlich informieren kann, wenn er Fragen hat. Die Scouts konzentrieren sich zu bestimmten Tageszeiten auf bestimmte Bereiche im Skigebiet, z. B. bei den Informationstafeln. Dort können dann zusätzliche Informationen gegeben und Fragen individuell beantwortet werden. Das gibt im Endeffekt durch ein Mehr an Information auch ein Mehr an Sicherheit. Die Altersstruktur unserer Infoscouts ist recht unterschiedlich. Ein älterer Scout kann gut auf die Wünsche älterer Gäste eingehen, ein junger Infoscout, der den Burton-Park selbst schon ausprobiert hat, wird hier mit sehr viel mehr Begeisterung junge Leute informieren können. Damit unsere Infoscouts leicht zu erkennen sind, haben wir sie mit gut sichtbaren, knallgelben Uniformen ausgestattet, auf denen natürlich auch der Schriftzug ,Infoscout‘ angebracht ist. Dazu kommunizieren wir dieses Angebot entsprechend im ganzen Skigebiet, sodass man unsere Leute sofort identifizieren kann.“

Ein Infoscout in Aktion.

MM-FRAGE: „Die Mayrhofner Bergbahnen propagieren ,Frauen Pow(d)er‘ – was genau versteht man darunter?“
Reiter: „Die Aktion ,Frauenpow(d)er‘ wurde vom ÖSV initiiert. Es geht einfach darum, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass bei Frauen das Knie eine so genannte ,Schwachstelle‘ ist. Wir geben hier Tipps, wie man sich optimal aufwärmt, sodass man die Verletzungsgefahr minimieren kann. ,Frauenpow(d)er‘ ist damit ein Beitrag zur Sicherheit. Diese Aktion wurde im letzten Winter erstmals versuchsweise durchgeführt, dieses Jahr läuft sie österreichweit.“
MM-FRAGE: „Sie führen jedes Jahr Gästebefragungen durch, was schätzt der Gast – welche Anregungen erhalten Sie?“
Reiter: „Die Gäste schätzen bei uns die Modernität der Anlagen, unsere Zusatzangebote und die abwechslungsreichen, anspruchsvollen und vielfältigen Pisten. Das Ergebnis beim internationalen Skiareatest wird von unseren Gästen bestätigt. Durchgeführt werden die Befragungen von einem Mitarbeiter in unserer Marketingabteilung. Wir sind der Meinung, dass diese Aufgabe immer von der gleichen Person durchgeführt werden sollte, damit man hier auch eine gleich bleibende Qualität in der Befragung hat. Aktionen dazu gibt es jede Woche, sodass wir durch die ganze Saison Informationen bekommen. Aus diesen Befragungen erfahren wir dann auch ganz konkret die Wünsche unserer Gäste und holen uns Tipps für die kommende Saison. Manche Dinge kann man dann gleich umsetzen, manche erfordern mehr Vorbereitung.“
MM-FRAGE: „Die Mayrhofner BB haben bereits in den letzten 10 Jahren viel investiert – was steht in naher Zukunft an?“
Reiter: „Der Beginn der intensiven Investitionsphase war 1995 die neue Penkenbahn, die damals als eine der modernsten Bahnen Österreichs gefeiert wurde. Wir haben mit dieser Bahn auch eine Weltneuheit realisiert, nämlich die 1. Personenseilbahn, die um eine Kurve fährt. Dann ging es laufend weiter, indem wir eine Reihe kuppelbarer Sesselbahnen auf den Weg gebracht haben. 1997 wurde dabei z. B. die kürzeste kuppelbare Sesselbahn mit einer Länge von rund 500 m gebaut, die als eigener Lift für unseren ebenso langen Funpark dient. Als nächstes Highlight ist im Jahr 2000 der Neubau der Horbergbahn zu nennen, die als eine topmoderne Umlaufbahn realisiert wurde. Dazu haben wir viel in die Beschneiung investiert, sodass wir im Penkengebiet heute 100 % der Pisten beschneien können.Am Penken sind wir mit Anlagen mittlerweile sehr gut ausgestattet, sodass wir nun das Ahorn-Areal in Angriff nehmen. Hier bauen wir 2006 die größte und schwerste Pendelbahn Österreichs, wobei dann die dazugehörige Talabfahrt ebenfalls zu 100 % beschneit werden wird. Eine Pendelbahn dieser Größenordnung hat sich aufgrund des Geländes und der Trasse, dem Abbau der Wartezeiten und dem gewünschten größtmöglichen Komfort, also aus den technischen Gegebenheiten, angeboten. Dabei hat die Ahornbahn eine Doppelfunktion als Zubringerund Wiederholungsbahn, die am besten mit der geplanten Pendelbahn umgesetzt werden kann. „Bergbahnen sollten im Sommer Zugpferd für den Tourismus sein“

Die Harakiri-Piste – ein Erlebnis der besonderen Art.

MM-FRAGE: „Welchen Stellenwert hat der Sommer – wie viele der Anlagen sind dann in Betrieb?“
Reiter: „Der Sommer hatte bei uns schon immer einen sehr hohen Stellenwert, sodass wir sowohl mit der Penkenbahn, einem Sessellift als auch der Ahornbahn fahren. Wir haben im Sommer eine starke Nachfrage, die wir in Zukunft noch bewusst fördern möchten. Grundsätzlich denkeich, dass es in Zukunft nicht genügt, nur moderne Bahnen zu bauen, sondern dass man auch thematisieren muss, was genau man bietet und worum es geht. So steht am Ahorn z. B. die Natur im Vordergrund. Dazu haben wir letztes Jahr schon Investitionen vorweg genommen, indem wir die Wanderwege ausgebaut oder Aussichtsplattformen geschaffen haben. Darüber hinaus ist am Ahorn ein einzigartiges Angebot in Planung, das ihn auch bei Schlechtwetter zum ,Muss‘ für jeden Urlauber im Zillertal machen soll. Umsatzmäßig erwirtschaften wir im Moment 8% im Sommer.
MM-FRAGE: „Wie definieren Sie sich und Ihr Angebot im Sommer?“
Reiter: „Wir bemühen uns sehr stark um die Produktgestaltung. Gerade beim Thema Natur hat es sich angeboten, Packages etwa für Busgruppen wie z. B. das Paket ,von der Alm zum Käse‘ zu erarbeiten. Nach dem Bergerlebnis auf der richtigen Alm können die Gäste dann direkt der topmodernen Schausennerei einen Besuch abstatten, wo man miterleben kann, wie Butter und Käse produziert werden. Auch im Sommer kommen unsere Gäste hauptsächlich aus Deutschland, wobei auch Großbritannien immer stärker wird. Im Großen und Ganzen sind im Sommer aber sowohl Herkunftsländer als auch Gästestruktur unterschiedlicher als im Winter. Da gibt es saisonal bedingte Zeiten, wo vor allem ältere Gäste kommen, in den Ferienmonaten Juli und August dann Familien mit Kindern und Jugendlichen. Seit dem letzten Sommer sind wir außerdem eine zertifizierte Sommerbahn, d. h. wir erfüllen alle Kriterien, die dazu notwendig und vorgegeben sind. Ich bin auch der Meinung, dass die Bergbahnen im Sommer die Aufgabe haben, als Zugpferd im Tourismus zu agieren. Sie können hier sicher einen wichtigen Beitrag leisten, wobei es mittlerweile auch sehr viele erfolgreiche Beispiele dazu gibt.“
MM-FRAGE: „Sie stellen im Sommer als Schlechtwetterprogramm die Technik Ihrer Anlagen vor. Wie wird das angenommen, was möchten Sie bewirken?“
Reiter: „Wie bieten das im Sommer an, weil wir hier leichter Zeit haben, einen Einblick in die Technik unserer Anlagen zu geben. Dazu führen technisch versierte Mitarbeiter unsere Gäste an ausgewählten Tagen durch die Antriebsräume. Uns geht es bei dieser Aktion darum, dass die Gäste verstehen, was hinter einem Seilbahnbetrieb steckt. Es gibt unter unseren Gästen, wie wir festgestellt haben, sehr viele technisch Interessierte, die das als eine Bereicherung des Urlaubs sehen. Nächsten Sommer werden wir versuchen, unseren Gästen auch den Bau der Ahornbahn näher zu bringen, so dass wir jede Woche ,Baustellenführungen‘ anbieten werden. Damit wollen wir dem interessierten Gast schon im Vorfeld der Eröffnung Lust auf diese einzigartige Seilbahn machen.dwl

Rider im Burton Funpark.

Leitsätze Mayrhofner Bergbahnen AG- Die Erwartungen und Wünsche unserer Gäste stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.- Wir erbringen im Einklang mit der Natur Dienstleistungen in höchster Qualität.- Wir wollen als Bergbahnunternehmen der Motor der Tourismuswirtschaft im hinteren Zillertal sein.- Die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter ist uns dabei oberstes Gebot.- Unsere Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolgs.

Tschechien – Alternative für deutsche Ski-Gäste?

Mag. Arnold Oberacher, GF und Partner der Edinger Tourismusberatung GmbH., führte im Jänner eine Fachexkursion in die Skigebiete des Iser- & Riesengebirges durch. Nur wenige hundert Kilometer von Berlin, Dresden oder Leipzig entfernt, versuchen die größten Skigebiete Tschechiens sich als Ziel- und Zukunftsmarkt für deutsche Gäste zu positionieren. Projekte wie die Nordische Ski-WM 2009 oder FIS-Weltcup-Rennen zeugen davon. Um sich auf diese Herausforderung einstellen zu können, überzeugten sich österreichische Seilbahnunternehmen, Skischulen, Skiverleiher und Tourismusverbände von der Qualität und dem Potenzial Nordböhmens.

Mag. Arnold Oberacher, Partner und Geschäftsführer der Edinger Tourismusberatung, ist u. a. auf Skigebiete spezialisiert und blickt gerne über den Tellerrand. Fotos: ETB

MM-FRAGE: „Herr Mag. Oberacher, welche Erkenntnisse haben Sie über die tschechischen Wintersportgebiete in puncto Angebot, Professionalität und Marketingaktivitäten gewonnen?“
Oberacher: „Insgesamt kann man in diesem Land eine Aufbruchstimmung beobachten – ähnlich wie bei uns in den 70-er und 80-er Jahren. Angebotsseitig gibt es zwar in vielen Bereichen – vor allem bei den Liftanlagen – noch Aufholbedarf. Allerdings werden intensive Angebotserneuerungen durchgeführt und es gibt für die nächsten Jahre weitere Ausbau- und Erweiterungspläne. Auffällig ist dabei vor allem die „Marken“-Orientierung der Tschechen. Man setzt fast ausschließlich neue Anlagen und Geräte von Anbietern wie Doppelmayr, Kässbohrer oder Skidata ein. Der Einsatz gebrauchter Anlagen und Einrichtungen ist kaum ein Thema. Schwächen sind derzeit vor allem noch in der Logistik der Skigebiete erkennbar – hier wurde früher mal da und mal dort ein Lift entwickelt ohne ein ,Skigebiet‘ im Auge zu haben. Allerdings wird gerade an diesem Punkt derzeit sehr intensiv gearbeitet. Auch die Professionalität der im Wintersportbereich tätigen Mitarbeiter ist überraschend hoch. Gerade in den Führungsbereichen sind fast ausschließlich universitär ausgebildete Techniker und Betriebswirte bzw. Marketingspezialisten tätig. Dies ist auch im Marketing spürbar. Durch den Einsatz von Sponsoring, Cross-Marketing und Kooperationen (z. B. mit Audi, etc.) wird sehr wirkungsvolles Marketing gemacht. Auch im Vertrieb werden neben klassischen Kanälen wie Internet oder Reiseveranstaltern auch alternative Kanäle, wie z. B. deutsche Schulen, Vereine, Betriebsausflüge, etc. bedient. In Summe entstand jedenfalls der Eindruck eines dynamischen und engagierten Wintersportangebotes, das sich vor allem gegenüber alpinen Destinationen klar positionieren und etablieren will.“
MM-FRAGE: „Haben wir noch Vorurteile, was die Entwicklung und Qualität in Tschechien angeht?“
Oberacher: „Offen gestanden glaube ich schon, dass vor allem aus Sicht der Alpendestinationen hier nach wie vor oftmals das Vorurteil besteht, diese Länder würden noch in der ,Kuckucksuhr‘ schlafen. Jeder aber, der sich vor Ort selbst überzeugt, wird erkennen, dass bereits heute einige mittlere und kleinere Skigebiete im Alpenraum ihre Mühe hätten mit manchen der tschechischen Nachbarn mitzuhalten. Mir geht es dabei weniger um die Qualität einzelner Aspekte (wie z. B. Modernität der Aufstiegshilfen oder Beschneiungsanlagen), sondern um das vom Gast wahr genommene Gesamtprodukt. Die dort gebotene aktuelle Qualität, das durchwegs funktionierende Zusammenspiel der meisten Anbieter (Beherbergung, Gastronomie, Skiverleih, Skischulen, etc.) in Kombination mit dem nach wie vor bestehenden deutlichen Preisvorteil (Tageskarten kosten hier durchschnittlich die Hälfte von österreichischen Angeboten) machen Tschechien auch für westliche Zielgruppen durchaus zu einer interessanten Alternative. Es ist keinesfalls mehr so, dass diese Länder nur von uns lernen können – mangelnde Investitionskraft machen sie oftmals durch Innovationskraft wett.“

Blick auf Pez: Das Iser- und Riesengebirge in Nordböhmen mit den Gebieten „Skiareal Jested“ in Liberec, „Skiarena Cerna-hora“ in Janske Lazne, Pez Pod Snezkou oder Spindleruv Mlyn bietet gerade für Wintersport-Einsteiger eine ideale Topografie.

MM-FRAGE: „Wie sieht der tschechische Markt selbst aus (Inländeranteil, Skifahrerstruktur, Schulskikurse, Begeisterung etc.)?“
Oberacher: „Tschechien ist eine sehr begeisterte Alpinund Outdoor-Nation. Dies zeigt sich auch im Wintersport. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weist dieses Land einen überdurchschnittlich hohen Wintersportler- Anteil auf. Grund dafür ist, dass es in Tschechien nach wie vor regelmäßge Schulskikurse gibt, sodass nahezu jeder Tscheche in seinem Leben einmal auf Skiern stand. In Kombination mit dem immer höher werdenden Wohlstandsniveau ist die Chance groß, dass diese ,Neulinge‘ im Wintersport auch als hinkünftiges Marktpotenzial erhalten bleiben. Der (aktive) Wintersportleranteil wird in Tschechien auf rund 20 bis 25 % der Bevölkerung geschätzt. Die Begeisterung für diese Sportart zeigt sich auch an der Skiausrüstung, der Bekleidung und den Accessoires wo sich die Tschechen überwiegend etablierte Marken leisten.“
MM-FRAGE: „Haben Sie den Eindruck, dass Nordböhmen eine ernsthafte Konkurrenz im Kampf um Wintersportgäste werden könnte?“
Oberacher: „Hinsichtlich der Konkurrenz mit den alpinen Destinationen muss man sicherlich differenzieren. Die Nähe, vor allem zu den (ost)deutschen Zielmärkten, zu Polen und das große Potenzial in Tschechien selbst macht das Land vor allem für Kurzentschlossene und Einsteiger attraktiv. Die geringe Anreisedistanz und das Gefühl, als Einsteiger nicht gleich ein „Großskigebiet“ kaufen zu müssen in der Kombination mit den niedrigen Preisen machen die Region für Einsteiger äußerst attraktiv. Damit sind diese Skigebiete eigentlich wichtige „Feeder- Skigebiete“, die eine wertvolle Nachwuchsarbeit für die gesamte Europäische Wintersport-Industrie leisten. Wenn sie den Sport dann einmal beherrschen ist für viele aber ein Urlaub in einem imageträchtigeren und anspruchsvolleren Angebot der alpinen Destinationen der nächste logische Schritt.“
MM-FRAGE: „Sie sprechen von Feeder-Skigebieten. In Österreich ist ja eine Initiative angelaufen, die rot-weiß-rote Skigebiete als Einsteigergebiete positionieren will. Müssen wir in diesem Bereich also mit vermehrter Konkurrenz von den Nachbarn rechnen?“
Oberacher: „Die Leistungsvorteile wie räumliche Nähe zu Märkten wie Deutschland, ein überschaubares Angebot und die Preiswürdigkeit liegt in diesen Ländern auf der Hand. Gerade aus diesem Grund ist aber eine österreichische Initiative wichtig, um sich gegenüber diesen Einsteigerangeboten klar zu positionieren. Vor allem für mittlere und kleinere Skigebiete bietet dies eine Chance. Angesichts der Angebotsqualität in diesen Ländern kann eine positive Alleinstellung aber nur über Leistungsvorteile und Qualität und nicht über einen ruinösen Preiskampf passieren. Die österreichische Initiative stößt genau in dieses Horn und liegt meines Erachtens damit goldrichtig.“

Die Teilnehmer der Tschechien-Exkursion mit der Edinger Tourismus-Beratung kamen aus den Bereichen Seilbahnen, Tourismusverbände, Skischulen und Sportgeschäfte bzw. Skiverleihstaionen

MM-FRAGE: „Welche Fehler sollte man in diesem Zusammenhang vermeiden?“
Oberacher: „Der größte Fehler wird wohl sein, dass man diesen Märkten mit einer gewissen Arroganz und Überheblichkeit entgegentritt. Besucher aus diesen Ländern haben westeuropäisches Anspruchsniveau. Wir müssen in den Alpen und in Österreich daher vor allem in jenen Bereichen, in denen in diesen Ländern noch deutlicher Aufholbedarf besteht, unsere Alleinstellung suchen. Das gilt vor allem für den Bereich der Dienstleistung. Das sozialistische System in diesen Ländern hat verhindert, dass diese Menschen gelernt haben ,Dienst zu leisten‘. Das ist heute noch stark spürbar und wird sich wohl auch nicht von heute auf morgen ändern. Genau hier muss unsere vielgerühmte ,Gastlichkeit‘ ansetzen – vom Parkplatzeinweiser über den Gastromitarbeiter bis zum Liftbediensteten.“
MM-FRAGE: „Wäre kooperieren eine bessere Taktik als konkurrieren? Wie könnte so eine Marketingpartnerschaft aussehen?“
Oberacher: „Ich bin überzeugt, dass diese Skigebiete eine ganz wichtige Nachwuchsfunktion besitzen und zum Teil sehr große Märkte abdecken. Im Sinne der Zukunft des europäischen Wintersportmarktes müssen wir daher froh sein, dass es derartige Anbieter auch in Zukunft noch gibt. Da nach dem ,Einsteigen im Heimatland‘ für viele Gäste ein ,Winterurlaub in den Alpen‘ der logische nächste Schritt ist, macht es meines Erachtens jedenfalls mehr Sinn, mit diesen Gebieten zusammen zu arbeiten als sie als Konkurrenten zu sehen. Ich denke, dass Kooperationen hier sehr vielfältig aussehen können, vom reinen Cross-Marketing bis hin zu Zusammenarbeiten auch bei Technik- und Managementfragen.“

Infozentrum und Talstation in Janske Lazne.

MM-FRAGE: „Gibt es vielleicht sogar Bereiche, wo die Tschechen uns voraus sind?“
Oberacher: „Neben den bereits angesprochenen Aspekten fällt vor allem ein enorm hohes Qualitätsbewusstsein im Bereich der ,Sauberkeit’auf. Selbst bei den ältesten Anlagen finden Sie kaum verbleichte oder mit Aufklebern zugepflasterte Hinweistafeln und auch die für den Gast sichtbare Technik wird offensichtlich jährlich mit Farbe neu aufgefrischt. Gleiches gilt für die Umfeldstrukturen in diesen Skigebieten, wie z. B. Stationsgebäude oder Hütten. Zwar gibt es viele ältere Strukturen, aber alle sind top gepflegt. Ein weiterer Punkt ist sicherlich auch das Denken in ,touristischen Produkten‘: Wenn aus Sicht des Gastes in der Dienstleistungskette eines Winterurlaubs etwas fehlt oder in nicht optimaler Qualität vorhanden ist (z. B. Skischule, Skiverleih, etc.), wird das von den Bergbahnen relativ schnell selbst organisiert und gemacht. Ebenso in überraschend professionellem Maß vorhanden ist das Marketing im Bereich Cross-Marketing und Sponsoring mit Konsumgüter-Produzenten, wie z. B. der Automobilindustrie. Das Marketing geht dabei oftmals über einen klassischen Rahmen hinaus. So steht beispielsweise direkt im Einstiegsbereich von Spindlermühle eine ,Audi-Bar‘, die vom Barhocker bis zur Speisekarte auf diese Marke hin durchdesignt ist.“
MM-FRAGE: „Was glauben Sie, wie sich diese Skigebiete Nordböhmens weiter entwickeln werden? Ist überhaupt die Finanzkraft da, dass sie uns paroli bieten können?“
Oberacher: „In jedem Gespräch mit tschechischen Verantwortlichen wird spürbar, dass diese absolut in der Zukunft denken und viele Projekte und Ideen im Kopf haben. Aber auch ganz konkrete Planungen für die nächsten ein, zwei Jahre liegen vor. Allerdings kommt hier sehr oft schon auch die betriebswirtschaftliche Realität ins Spiel: Vor allem technische Investitionen im Bereich der Aufstiegshilfen, Beschneiung und Pistenpflege mit etablierten Marken müssen fast zum gleichen Preis realisiert werden wie im Alpenbereich. Dem gegenüber steht dann natürlich die deutlich geringere Preisdurchsetzung. Kostenseitig sind zwar die Personalaufwendungen wieder vergleichsweise günstig, gleichzeitig sind die Energiekosten in Tschechien sehr hoch (Treibstoff wird zu den gleichen Preisen wie bei uns verkauft), sodass beim wirtschaftlichen Ergebnis die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen. Andererseits wird der Wettbewerb in Tschechien voraussichtlich nicht besonders stark steigen, da die topografische Situation und vor allem die (überraschend strenge) Naturschutzgesetzgebung im Land die Neuentwicklung von Skigebieten oder Skigebietszusammenschlüsse nur sehr limitiert möglich machen wird. Diese Situation – gepaart mit einer kontinuierlich steigenden Kaufkraft – ermöglicht es noch relativ leicht auch Investoren zu finden. Und so erwarte ich in den nächsten Jahren vor allem einen massiven Ausbau und eine Professionalisierung der bestehenden Anbieter. Es werden sich also ein paar wenige, aber hochprofessionelle Top-Einsteiger-Skigebiete hier etablieren. Diesnicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass nahezu alle größeren tschechischen Skigebiete auf enormen Bettenkapazitäten sitzen – beispielsweise existieren allein in der Region Spindlermühle rund 10 000 Gästebetten.“
MM-FRAGE: „Wer wird in Zukunft mehr von der Osterweiterung profitieren? Österreich vom Gästestrom aus den neuen Staaten Tschechien, Ungarn, etc. oder die Tschechen, indem sie Deutsche und Ost-Österreicher anlocken? Bumerang-Effekt?“
Oberacher: „Ohne schönfärberisch klingen zu wollen, aber ich glaube, dass tatsächlich alle gewinnen können. Solange sich österreichische Wintersportangebote klar und eindeutig, vor allem über Qualität zum fairen Preis, positionieren und attraktive Gesamturlaubspakete schnüren, werden wir es schaffen, uns als ,imageträchtige‘ Wunschund Zieldestinationen bei diesen Gästen zu verankern. Von den Skigebieten in Osteuropa wiederum erwarte ich, dass sie vor allem im Einsteiger- und Anfängersegment, aber auch im etwas preissensiblen Gäste-Segment punkten können. Für alpine Destinationen bedeutet dies aber nicht, dass man sich zurücklehnen kann. Eine klare Positionierung passiert nicht von alleine und auch nicht von heute auf morgen und wenn man sie nicht aktiv anstrebt, ist man schneller bei der Durchschnittlichkeit als man glaubt. Und Durchschnittlichkeit ist im unternehmerischen Leben bekanntermaßen die leichteste Angriffsfläche für Mitbewerber – auch jene aus Tschechien.“
MM: „Herr Mag. Oberacher, wir danken Ihnen für das Gespräch.“

Michael Seeber: Wachstumschancen in Osteuropa und im Fernen Osten

Die Prinoth AG kann neuerlich auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Vor allem in den Ostmärkten konnte man starke Zuwächse verzeichnen. Die Pluspunkte der Prinoth-Pistenfahrzeugpalette liegen dabei in der Wirtschaftlichkeit, der Qualität und den technischen Features.

Michael Seeber, Präsident des Aufsichtsrates LEITNERGROUP. Fotos: Leitnergroup

MM-FRAGE: „Wie ist das letzte Geschäftsjahr für die Prinoth-Pistenfahrzeuge verlaufen?“
 
Seeber: „Wir können auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken. 2002 konnten wir einen Umsatz von 58 Mio. Euro erreichen, 2003 bereits 73 Mio. und im letzten Geschäftsjahr 82 Millionen. Das ist wiederum eine Rekordbilanz mit einem Marktanteil von 45 % und 445 verkauften Pistenfahrzeugen.“
 
MM-FRAGE: „Auf welchen Märkten konnten sie Zuwächse verzeichnen, wo sehen Sie Wachstumschancen?“
 
Seeber: „Vor allem in den so genannten ,neuen Märkten‘ in Osteuropa und im Fernen Osten konnten wir starke Zuwächse verzeichnen. Gründe dafür gibt es mehrere. So ist zum einen die gesamte Verkaufs- und Servicestruktur qualitativ verbessert und auf viele neue Länder ausgeweitet worden. Wiederum wurden – wie erstmals in 2003 – neue Pistenfahrzeuge statt wie bisher gebrauchte nach China, Korea, Bulgarien, Slowakei, Polen, Tschechien und nach Rumänien verkauft. Zum zweiten bietet Prinoth die weltweit kompletteste Pistenfahrzeug-Palette an. Mitverantwortlich war nicht zuletzt die positive Entwicklung des Tourismussektors. In Osteuropa und im Fernen Osten sehen wir auch die größten Wachstumschancen. Grundsätzlich sind wir jedoch auch im Bereich Gebrauchtmaschinen überaus erfolgreich – ein weiteres Indiz, dass die Kunden die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit unserer Produkte schätzen.“
 
MM-FRAGE: „Wo sehen Sie die Pluspunkte der Prinoth-Produktpalette und was macht sie am Markt erfolgreich?“
 
Seeber: „Da ist zum einen die Wirtschaftlichkeit der Modelle, dann Qualität allgemein und Pistenqualität im Speziellen. Pistenqualität ist letztendlich der wichtigste Output eines Pistenfahrzeugs, denn dafür hat es der Kunde ja gekauft. Dazu kommen die technische Überlegenheit der Pistenfahrzeuge allgemein und der Trommelwinde im Speziellen. Die Winde gewinnt ständig an Bedeutung, da sie nicht nur im Steilen, sondern auch zum Verfrachten von Schnee, insbesondere von Kunstschnee, eingesetzt wird. Prinoth hat weltweit 50% und in Europa 60 % Marktanteil bei Windenfahrzeugen. Außerdem verfügen wir über Kundendienst-Servicestellen weltweit. Wo wir verkaufen, kann sich der Kunde auch auf eine Betreuung im After-sale-Service verlassen.“
 
MM-FRAGE: „Vor etwas mehr als einem Jahr wurde der neue Unternehmenssitz in Sterzing/Unterackern seiner Bestimmung übergeben. Welche Vorteile hat die damit realisierte Zentralisierung?“
 
Seeber: „Der Neubau war wegen Platzmangel und stetigem Wachstum notwendig geworden. Der Umzug ins neue Bürogebäude und die Produktionshalle erfolgte 2004. Das Areal ist insgesamt 23 000 m2 groß, wobei die Produktionshalle 5000 m2 und die Bürofläche 1150 m2 einnehmen. Die verschiedenen Abteilungen, die vorher teilweise noch getrennt waren (Gasteig, St. Ulrich), wurden damit unter ein Dach gebracht. Grund für die unterschiedlichen Standorte war die Geschichte der Firmen Prinoth und Leitner. Im Jahr 2000 erfolgte dann die Fusion von Prinoth in Gröden mit der Sparte Pistenfahrzeuge Leitner in Sterzing. Damit wurden praktisch 2 der erfahrensten und am längsten am Markt tätigen Firmen im Bereich Pistenfahrzeuge fusioniert. Prinoth gibt es immerhin seit 1960 und Leitner seit 1969. Der neue Unternehmenssitz bringt u. a. optimierte Prozesse und Abläufe, kurze Wege, verbesserte Kommunikation und auch Generierung von Synergieeffekten durch die Nähe zum Leitner-SFA-Werk mit sich. Durch den zentralisierten Unternehmenssit z mit großzügig ausgelegter Produktionshalle ist es uns möglich, alle Prinoth Fahrzeuge in Sterzing zu produzieren.
Durch die Zentralisierung ist es auch möglich und insbesondere unser Bestreben, den Kundendienst zu optimieren, d. h. noch effizienter zu machen.“
 
MM-FRAGE: „Welche Auswirkungen hat die Etablierung der LEITNERGROUP auf die Aufgabenverteilung bei Prinoth?“
 
Seeber: „2003 erfolgte die Vereinigung der einzelnen Kompetenzbereiche unter der Dachmarke LEITNERGROUP. Bei den Pistenfahrzeugen, die in einer eigenen Gesellschaft, der Prinoth AG geführt werden, fungiert seither Dr. Werner Amort als Präsident des Verwaltungsrates. Er genießt in dieser Funktion mein volles Vertrauen und ist damit auch oberster Ansprechpartner für alle Belange im Bereich der Pistenfahrzeuge. Wäre er im Moment nicht im Ausland, würde auch er dieses Gespräch jetzt mit Ihnen führen.“
 
MM-FRAGE: „Vor einigen Jahren war ein Ausbau bzw. eventuell auch eine Verlegung des Standortes Zirl im Gespräch, sind solche Pläne noch aktuell?“
 
Seeber: „Eine Verlegung des Standortes Zirl aus dem Großraum Innsbruck weg ist nicht im Gespräch. Wir denken über einen Ausbau nach, jedoch müssen dabei die Rahmenbedingungen stimmen. Nicht selten begegnen wir Hürden vielfältiger, auch bürokratischer und politischer Art, wenn wir einen Standort erweitern wollen.“

Das Paradefahrzeug in der Prinoth-Produktpalette: der Leitwolf.

MM-FRAGE: „In Österreich wurde vor wenigen Wochen das 1. erdgasbetriebene Pistenfahrzeug vorgestellt. Welchen Stellenwert räumen sie solchen Alternativen ein?“
 
Seeber: „Mit Wasserstoff betriebene Pistenfahrzeuge können sicher die Zukunft sein. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass die Automobilbranche hier Vorreiter sein wird. Eine derartige Entwicklung wird aller Voraussicht nach nicht von einem Sektor ausgehen, welcher gemessen am Gesamtfahrzeugmarkt einen winzigen Teil ausmacht. Prinoth ist dabei, die Entwicklungen in diese Richtung genau zu beobachten und wird als Technologieführer baldmöglichst auch die entsprechenden Maßnahmen setzen. Schließlich hat LEITNERGROUP in den letzten Jahren durch die Entwicklung des Direktantriebs im Seilbahnbereich und auch des getriebefreien Windgenerators bewiesen, sehr wohl in der Entwicklung von zukunftsweisenden Technologien in der Verringerung von Energieverbrauch bzw. Erzeugung von umweltfreundlichen Energien einen entscheidenden Beitrag zu leisten.“
 
MM-FRAGE: „Wo liegen Ihrer Meinung nach die Herausforderungen in der technischen Weiterentwicklung der Pistenfahrzeuge, z.B. Wirtschaftlichkeit, noch mehr Leistung?“
 
Seeber: „Ein wesentlicher Punkt ist sicherlich die Wirtschaftlichkeit. Hinsichtlich Wirtschaftlichkeit sind die Prinoth Pistenfahrzeuge bereits führend. Zusatzgeräte wie Fräse und Winde nehmen immer mehr Leistung ab, so dass schwächer motorisierte Pistenfahrzeuge ständig an der Leistungsgrenze fahren, auf Deutsch ausgedrückt ,Vollgas‘. Wie es jeder vom Auto kennt, ist das nicht mehr wirtschaftlich. In unserer Produktpalette sind 2 Pistenfahrzeuge mit 430 PS, die noch über eine gehörige Leistungsreserve verfügen. Eine Reihe von Skigebieten verfügt mittlerweile über automatische ,Fahrterfassungs-Systeme‘, wie z. B. durch GPS, die genau feststellen, wie wirtschaftlich welcher Fahrer mit welchen Pistenfahrzeugen ist. Die Ergebnisse aus diesen Auswertungen sprechen eine klare Sprache: Prinoth Pistenfahrzeuge mit ihrer stärkeren Motorisierung sind wirtschaftlicher. Unverständlicherweise gibt es immer noch Skigebiete, die den Verbrauch bei Pistenfahrzeugen pro Stunde und nicht pro Hektar präparierter Fläche rechnen.  Nur ein Verbrauch pro Flächeneinheit kann die Wirtschaftlichkeit eines Pistenfahrzeuges darstellen. Im Moment liegen wir deshalb mit der Leistung genau im richtigen Bereich, also den derzeitigen Anforderungen entsprechend. Diesbezüglich hängt aber sehr viel von der weiteren Entwicklung z. B. von Zusatzgeräten ab, welche vielleicht zusätzlich oder mehr Leistung aufnehmen. Ist dies der Fall, könnte der Einsatz von Maschinen mit noch höherer Leistung sinnvoll bzw. sogar notwendig werden.“dwl

Rudolf Egger, Bad Kleinkirchheim Emotion und Perfektion

Die renommierte Kärntner Wintersport- & Alpine Wellness Destination Bad Kleinkirchheim beeindruckt seit Jahren mit drei Dingen: der geschickten Vermarktung á la „Von den Pisten in die Thermen“, der größten Lanzenanlage Europas und pfiffigen Ideen zur Emotionalisierung. Seit Ing. Rudolf Egger nicht nur technischer sondern auch kaufmännischer Leiter der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen, Sport- u. Kuranlagen GmbH & Co. KG ist, bläst mächtiger Aufwind: 80 % Umsatzsteigerung seit 2000. Gute Effekte müssen nicht teuer sein!

Ing. Rudolf Egger, alleiniger Geschäftsführer der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen, Sport- und Kuranlagen GmbH & Co KG sowie der Bad Kleinkirchheimer Thermen GmbH. Fotos: BB Bad Kleinkirchheim

MM-FRAGE: „Herr Egger, beschreiben Sie Ihren Werdegang zum Mountain Manager.“
Egger: „Ich bin 1977 in das Unternehmen eingetreten und war Bauleiter bei einer der ersten Einseilumlaufbahnen Österreichs. Nach Inbetriebnahme der Seilbahn war ich BL für das Skigebiet Nockalm-St.Oswald, dann ab 1989 BL für das Skigebiet Kaiserburg und Assistent der Geschäftsführung, von 1990 bis zum Jahr 1999 technischer Geschäftsführer der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen. Seit dem Jahr 2000 bin ich Vorstand der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen Holding AG, Geschäftsführer der Bad Kleinkirchheimer Thermen GmbH und alleiniger Geschäftsführer der Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen, Sport- und Kuranlagen GmbH & Co KG.“
MM-FRAGE: „Skizzieren Sie die Entwicklungsgeschichte der Bergbahnen Bad Kleinkirchheim in den letzten 10 Jahren.“
Egger: „Aufgrund der sonnigen Südlage und der schneearmen Zeit in den 90er Jahren haben die Bergbahnen verstärkt in Beschneiungsanlagen investiert. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass es jetzt, im Jahre 2005, möglich ist, 97 % der Pistenfläche mit 700 Schneigeräten in kürzester Zeit einzuschneien (Europas größte Lanzenschneianlage). Damit produzieren wir 1,4 Mio. m3 Schnee/Jahr. Somit ist Bad Kleinkirchheim eines der schneesichersten Skigebiete in den Südalpen und verbunden mit den vielen Sonnenstunden, variantenreichen langen Abfahrten und dem Angebot ,Von den Pisten in die Thermen’ein attraktiver Wintersportort. Bad Kleinkirchheim war Vorreiter in Sachen Angebotsqualität; so besteht derzeit in zahlreichen Hotels in BKK die Möglichkeit, den Skipass schon am Frühstückstisch zu buchen. Service wird in Bad Kleinkirchheim groß geschrieben, der bargeldlose Zahlungsverkehr zählt genauso dazu, wie die Möglichkeit über das Internet zu buchen, Informationen auf unserer Homepage abzurufen oder auch täglich die aktuellen Veranstaltungs- und Wetterinfos der Bergbahnen in der jeweiligen Unterkunft zu erhalten. Unser Skibus fährt die Winterurlauber in kurzen Intervallen zu allen Einstiegsbereichen im Skigebiet und ist genauso wie die Parkplätze gratis.“

„Von den Pisten in die Thermen“ lautet der Slogan in Bad Kleinkirchheim.

MM-FRAGE: „Wie positioniert sich Bad Kleinkirchheim im Wettbewerb, zeichnen sich hier Veränderungen ab?“
Egger: „Bad Kleinkirchheim positioniert sich durch die neue Franz Klammer-Weltcupabfahrt wieder verstärkt als attraktiver Weltcup-Ortmit der Möglichkeit alle alpinen Wettbewerbe für Damen und Herren hier durchführen zu können. Durch die optimalen natürlichen Gegebenheiten – Berge und gesunde Höhenlage einerseits, Thermalwasservorkommen andererseits – wird unser Slogan ,Von den Bergen bzw. Pisten in die Thermen’ mit unseren Angeboten erlebbar gemacht. Im Zuge des Neuausbaues der Therme Römerbad ab April 2006 sollen unsere Basisangebote wie Wandern und Wintersport verstärkt in Kombination mit Wellness in den Thermen angeboten werden.“

Mit dem Bau der Franz Klammer-Abfahrt hat sich Bad Kleinkirchheim wieder neu positioniert als attraktiver Weltcup-Ort.

MM-FRAGE: „Bad Kleinkirchheims Slogan lautet ,Von den Pisten in die Therme’. Habt ihr einen Wettbewerbsvorteil durch diese Verbindung?“
Egger: „Als Österreichs erster zertifizierter Alpine Wellness Ort verfügt Bad Kleinkirchheim sowohl über eine lange Tradition wie über ein kompetentes modernes Angebot in Sachen Wohlfühlen. Wir sind natürlich bei der Produktgestaltung im Vorteil gegenüber anderen Orten, die auch über Thermen verfügen, die sich aber nicht im Eigentum der Bergbahnen befinden. Daher können wir sehr gut Angebots-Pakete schnüren – so z. B. im Spätwinter ab Mitte März die ,Ski-Thermen Wochen’, in denen der Skipass bereits im Aufenthalt integriert ist und die Therme zum 1/2 Preis besucht werden kann. Im Jänner, wenn die Branche die sogenannten Jännerlöcher füllt, bieten wir Wellness-Pauschalen, d. h. der 3-Tages-Skipass beinhaltet die Thermenbenützung. Im Herbst veranstalten wir ,Berg- Thermen Wochen’: Ab 3 Tagen Aufenthalt mit Frühstück sind Bergbahnen und Thermen bereits im Nächtigungspreis enthalten (ab 105,– €). All diese Angebote werden sehr gut angenommen, vor allem bei den Italienern (22 % Herkunftsanteil), aber auch aus Slow enien und Kroatien gibt es starke Zuwächse.“

Europas größte Lanzenanlage (680 Stück) beschneit 97 % der Pisten in Bad Kleinkirchheim.

MM-FRAGE: „2006 wird nach 12 Jahren wieder ein Weltcup-Rennen in Bad Kleinkirchheim stattfinden. Was hat euch dazu bewogen, wieder im Skizirkus präsent zu sein?“
Egger: „Hier geht es darum, ein Signal der Winterkompetenz auszustrahlen. Wir wollten bereits 2003 mit dem Bau der Franz-Klammer-Abfahrt eine Rennstrecke zur Verfügung stellen, die alle Stücklein spielt. Es gibt bei uns in Österreich viele Möglichkeiten, Slalom, Super-G und Riesentorlauf zu fahren, aber nur wenige attraktive Herren-Abfahrtsstrecken. Unsere neue Strecke, die wir unserem Lokalmatador Franz Klammer zum 50. Geburtstag gewidmet haben, erfüllt alle Anforderungen der FIS und ist zudem hoch interessant, da sie fast keine Ruhephasen erlaubt. Wir wollten jedenfalls aus Imagegründen unbedingt wieder in den Weltcup zurück – nur dann wird man als Top-Skigebiet international wahrgenommen. Das ist uns für Jänner 2006 mit einer Damenabfahrt gelungen, wobei die Damen ein verkürztes Rennen ohne den steilen Klammerstich fahren werden. Unser Ziel ist es, quasi das ,Kitzbühel der Damen’ zu werden. Dafür sind bei uns schon die geeigneten Rahmenbedingungen vorhanden. Thermen, Wellness und Emotionen sind Themen, mit  denen wir uns in den letzten Jahren sehr intensiv beschäftigen. So achten wir beispielsweise auf unseren Pisten auf eine entsprechende Optik, wenn es sein muss, auch durch Geländekorrekturen. Wir wollen überall den ungetrübten Blick ins Tal oder auf das Bergpanorama ermöglichen und schaffen bewusst Aussichts- und Verweilpunkte. Plötzlich steht da irgendwo mitten  auf der Piste ein, Schnee-Wohnzimmer’ mit rotem Sofa, Fernseher und Stehlampe zum Relaxen! So ein Eye-Catcher überrascht, fasziniert und wird dankbar angenommen.“

Wohnzimmeratmosphäre auf der Piste – eine von vielen Überraschungen in Bad Kleinkirchheim.

MM-FRAGE: „Man findet bei euch auch weitere Eye-Catcher wie z. B. eine Gipfelgalerie. Was steckt hinter solchen Ideen?“
Egger: „Den Technikern geht es im Allgemeinen weniger ums Emotionale, genau das wollen aber die Kunden. Wie gesagt, achten wir schon beim Pistenbau darauf, dass die Wintersportler immer wieder schöne Aussichten genießen können und viel Platz auf breiten Pisten haben. Skifahren ist ja bei weitem mehr als nur der Sport an sich, es sollen viele Sinne angesprochen werden. Man sucht das Gesamterlebnis Natur, das ist der Unterschied zur Skihalle… Mit Kunst auf der Piste unterhalten wir beispielsweise unsereGäste auf eintönigen Schleppliftfahrten. Jedes Jahr wird ein anderer Künstler vorgestellt und auf diese Weise heimische Kunst kommuniziert. Heuer haben wir begonnen, die Leute in den Anstellbereichen via MP3 Player zu unterhalten. Und zwar in jedem Anstellbereich mit einer anderen Musikrichtung! Da gibt es den Lift mit Austro-Pop, einen anderen mit Klassik, wieder einen mit Volksmusik oder einen mit Oldies. Der Gast erkennt spätestens beim dritten Mal, dass hier ein System dahintersteckt und fährt gezielt z. B. zum Oldie-Lift, weil hier ,seine’ Musik gespielt wird. So kann man Gästeströme lenken… und auch dieser Gag ist ungeheuer gut angekommen. Faktum ist, dass der Gast unterhalten und beschäftigt werden will. Und zwar eine Woche lang. Das klappt heute mit Sport alleine kaum mehr. Pfiffige Ideen sind gefragt, denn die bleiben im Gedächtnis und solche Angebote müssen nicht teuer sein.

Tolle Idee: beim Speicherteich Brunnach wurde ein Ostseestrand auf 2000 m Höhe angelegt!

MM-FRAGE: „Wie wichtig ist das Marketing für Sie?“
Egger: „Im Marketing wurde früher ja nichts gemacht. Wenn Skifahren aber nicht ,IN’ ist, dann können wir es aber vergessen! Ich bin seit dem Jahr 2000 auch kaufmännischer Geschäftsführer (vorher technischer GF) und konnte den Umsatz um 80 % steigern. Dies wäre nicht gelungen, wenn ich nicht eigene Marketingleute in den Betrieb geholt hätte, die gezielt Märkte bearbeiten, Produkte entwickeln, PR und Werbung machen. In diesem Zusammenhang geht es immer wieder um die Preisdiskussion. Ich glaube, es ist zwar eine Preissensibilität vorhanden, aber der Preis ist nicht ausschlaggebend dafür, ob jemand Ski fährt oder nicht. Ein gutes Produkt hat seinen Preis, aber es muss eben perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtet sein. Das Angebot bestimmt die Nachfrage und umgekehrt. Hier sind auch die Grenzen technischer Innovationen bzw. Investitionen zu suchen. Technik darf kein Selbstzweck sein, sondern muss einen konkreten Kundennutzen erzeugen – Sicherheit ist natürlich Voraussetzung. Maßgeblich für unsere E rfolge ist auch die gute Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband und dem Skiclub. Das ist im Prinzip ganz einfach und trotzdem hoch spannend. Großveranstaltungen wie Europacup- und Weltcuprennen oder auch das Musi-Open-Air werden so perfekt organisiert. Im Verkauf versuchen wir schon durch die Bezeichnung unsere Produkte zu emotionalisieren. So vergeben wir originelle Namen für Wege, Plätze oder Pisten, die zum Nachdenken anregen oder Assoziationen auslösen. Bei uns gibt es nicht die Panoramawege – die hat man überall, bei uns heißen sie z. B. Seitenblicke-Boulevard. Wir haben auch keine Berg- und Talfahrkarten mehr sondern Gipfeltickets, Wellnesstickets oder Galerietickets. Ein anderer Gag ist die Sache mit den Strandkörben, Liegestühlen und Sonnenliegen inklusive Thermo-Schutzauflagen an einem Speichersee. Das findet man kaum wo auf 2000 m Höhe. Um es auf die Spitze zu treiben, haben wir dort sogar weißen Sand aufgeschüttet…“

Die Seilbahngalerie: beim Schleppliftfahren Bilder schauen.

MM-FRAGE: „Ihr imitiert also einen Ostseestrand auf 2 000 m?“
Egger: „Ja, wir versuchen Winterinfrastruktur auch im Sommer zu nutzen und haben einen Speichersee für Schneewasser bei der Bergstation der 8 EUB Brunnach/St. Oswald im Sommer kurzerhand zum ,Ostseeestrand’ umgetauft. In einer Uferkurve haben wir Ihn originalgetreu mit Sand und Strandkörben ausgestattet und das Motto lautet hier: Kühle Brise statt Hitzestau! Diese Werbung lockte schon zahlreiche Kunden auf diese gesunde Höhenlage und in den hier angrenzenden Nationalpark Nockberge. Das Konzept wird ergänzt durch das neue Panoramarestaurant Nock IN, einen gemütlichen Erlebnisrundweg für die ganze Familie mit sensationellem Panorama auf die Südalpen, einer Nordic Walking-Station und unserem Tiersuchspiel für Kinder. Wir verstecken nämlich unsere Nationalpark-Tiere (Nachbildungen) und schicken die Kinder auf eine lustige Fährtensuche. Bei jedem Tier, das sie gefunden haben, können Sie einen Stempel in ihren Spielpass drücken. Ist er voll, gibt es im Restaurant Nock IN einen Preis. Die Tiere können übrigens sprechen, erzählen vom Winter und über sich selbst. Jedes Jahr begeben sich über 4000 Kinder auf die Spuren der Nationalparktiere!“
MM-FRAGE: „Apropos Restaurant. Steckt nicht auch hinter dem neuen Nock IN ein recht originelles Konzept?“
Egger: „Wir gingen bei der Konzeption und Strategie für das Bergrestaurant davon aus, dass die Leute hauptsächlich auf den Berg fahren, um etwas zu sehen. Deshalb war die Anforderung an den Architekten, ein SB-Restaurant zu planen, in dem man von jedem Sitzplatz aus das Bergpanorama sehen kann. Das Gebäude ist sehr modern mit großzügigen Panoramafenstern und einer Sonnenterasse und passt zur benachbarten Kabinenbahn-Bergstation Brunnach. Wir wollten auch die Angebote dem Flair anpassen, also nicht nur traditionelle Kost anbieten. Stattdessen gibt es hausgemachte Nudeln in allen Varianten. Nudeln sind modern, gesund und geben Kraft. Wir versuchen auch hier mit guten Ideen Kundenwünsche zu erfüllen. So haben wir beispielsweise im Winter das leidige Garderobenproblem von Skihütten gelöst: Wir haben einfach die Sessellehne höher gezogen, so dass man bequem den Anorak oder die Jacke darüber hängen kann und für Handschuhe, Brillen, Mützen etc. an der Rückseite ein Gepäcksnetz angebracht. So hat man die Bekleidung , am Mann’, alles ist weg vom Tisch und man spart sich die (ewig überfüllten) Garderoben. Außergewöhnlich ist im Sommer auch die Segafredo Café-Lounge mit roten Ledersofas, abgesetzt auf ein Podest aus Lärchenbrettern. In diesem Bereich gibt es eine eigene Speise- und Cafékarte und hier sind auch wieder die Werke jener Künstler zu bewundern, die wir auf der Gipfelgalerie ausstellen. Heuer sind es Aquarelle von Anton Mahringer. Durch die Café-Lounge ergibt sich so noch ein Zusatznutzen als Bergcafé mit ausgezeichneten Mehlspeisen und Café-Variationen. Es geht eben bei allem immer um die Einzigartigkeit und die Vielfalt.“
MM-FRAGE: „Was ist die größteHerausforderung für die Zukunft?“
Egger: „100 % Skivergnügen auf den Pisten – 100% Wellness in den Thermen! Das ist unser Motto. Unsere Kunden erwarten sich heute weit mehr als nur die pure Beförderung durch die Bergbahnen. Wir sind daher bestrebt, durch innovative Ideen im Einklang mit der Natur Erlebnisse am Berg zu inszenieren. Wir versuchen, unsere Kunden immer wieder zu überraschen, schnell auf neue Bedürfnisse zu reagieren, um erfolgreich am Markt zu agieren. In diese Richtung zielen auch unsere aktuellen Pläne. Bad Kleinkirchheim präsentiert sich mal besinnlich und entspannend, mal rasant und sportlich. Aber immer wohltuend erholsam! Stets kombiniert der Weltcuport in den Kärntner Nockbergen seine moderne Ski-Infrastruktur auf einzigartige Weise mit dem Wohlfühlangebot seiner Thermen. Um diesem Anspruch auch zukünftig gerecht werden zu können, beginnen wir im April 2006 mit dem Umbau des Thermal-Römerbades zu einem Zentrum für Wellness und Lebensbalance. Denn der Slogan von Bad Kleinkirchheim lautet: „Von den Pisten in die Thermen!“
MM: „Herr Egger, wir danken für das Gespräch.“