Kabinenwartung mit CALAG

Service-Kompetenz nach Plan

Seit Übernahme der Kabinenbau-Aktivitäten von Gangloff im Jahr 2018 ist die Langenthaler Calag AG auch zuständig für den weltweiten Kundendienst. Man setzt dabei auf langjährige Seilbahnerfahrung der Service-Mitarbeiter, hochmoderne Ausrüstungen und vollständige technische Dokumentationen.

Kleinere Reparaturen oder Ersatzteillieferungen nicht eingerechnet, erledigen wir derzeit 30 bis 40 Revisionsaufträge pro Jahr – Tendenz steigend,“ erklärt Domenico Condello, gemeinsam mit „Gangloff-Urgestein“ Heinz Arn zuständig für den Bereich Reparatur, Revision & Service bei Calag. Insgesamt sechs Servicemonteure mit langjähriger Erfahrung im Seilbahnbereich bilden heute den Kern der Abteilung Kabinenwartung. Je nach Aufgabenstellung greifen sie auf die hochmodernen technischen und personellen Ressourcen – Konstruktion, Metallbau, Hydraulik & Elektronik, Lackierung, etc. – der Calag Carrosserie Langenthal AG mit heute insgesamt 200 Mitarbeitern zurück

„Das macht uns sehr flexibel und ermöglicht schnelle Reaktionen gegenüber den Kunden – etwa bei kurzfristigen Reparaturen oder der Behebung größerer Schäden vor Ort. Andererseits können wir bei planmäßigen Revisionen oder Generalüberholungen tatsächlich alles aus einer Hand bieten, was die Abläufe deutlich beschleunigt und letztlich Kosten spart.“ so Domenico Condello auch mit Blick auf das „Retrofit“- Programm von Calag.

Domenico Condello im Gangloff-Archiv

Kundendienstleiter Domenico Condello im Gangloff-Archiv, das die Calag komplett übernahm.

Expertise bis ins Detail

Als wirtschaftliche Alternative zu Neufahrzeugen bieten die Karosserie-Spezialisten die fachmännische Generalüberholung bestehender Kabinen oder Waggons, inklusive neuem attraktivem Look, moderner Komfort- und Kommunikationsstandards und natürlich unter Berücksichtigung geltender Sicherheitsvorschriften. „Das Kabinenkonzept und vor allem das Fahrzeuggewicht und damit die Förderleistung bleiben unverändert, entsprechend muss die Gästeführung innerhalb der Stationen nicht aufwändig angepasst werden,“ fasst Domenico Condello weitere wichtige Vorteile zusammen.

Grundlage für die Retrofit-Projekte und strukturelle Reparaturen ist das Gangloff-Archiv mit allen in den vergangenen 50 Jahren und noch weiter zurück weltweit realisierten Fahrzeug-Ausrüstungen. Auf Dutzenden von Regalmetern und in großen Hängeregistern lagern in Langenthal die Originalpläne von rund 200 Pendelbahn-Kabinen, etwa 60 Standseilbahn-Waggons sowie 75 Gondel-Garnituren.

Ob bei der behutsamen Restaurierung „historischer“ Bahnen oder dem maßgenauen Nachbau sicherheitsrelevanter Komponenten – immer orientieren sich die Calag -Spezialisten an den teilweise noch im Maßstab 1:1 gehaltenen Konstruktionszeichnungen von Gangloff.

Vogellisi-Kabine in Adelboden

Retrofit für VIPs: Auf den Sommer 2020 gestaltete Calag die beiden „Vogellisi“-Themenkabinen der Bergbahnen Adelboden. Als Basis dienten zwei 30jährige Kabinen der 6-EUB Oey-Sillerenbühl.

 Flexibler Service vor Ort

Neben den Projekten in den umfassend zertifizierten Langenthaler Werkstätten, die meist mit medial wirksamen, aber aufwändigen Sonder-Transporten einhergehen, leisten die Calag Experten auch gezielte Unterstützung vor Ort. „Auf Wunsch assistieren wir bei der regelmäßigen Sicherheitsüberprüfung oder kontrollieren und ersetzen im Auftrag alle sicherheitsrelevanten Komponenten. Auch Neuverglasungen, der Einbau von Klimaanlagen oder der Wechsel von hydraulischen auf elektrische Türantriebe können mit entsprechendem Vorlauf kostengünstig direkt beim Kunden erfolgen,“ skizziert Domenico Condello das Leistungsangebot seiner qualifizierten Montage-Teams.

Ist ein Transport nicht möglich – etwa bei unerwarteten substanziellen Schäden, bei weit entfernten internationalen Standorten oder weil der wichtige Zubringer nicht aus dem Verkehr genommen werden kann – kommt die Fachwerkstatt zum Kunden. So setzte ein Calag-Schweißteam binnen einer Arbeitswoche den stark beschädigten Hauptträger eines Standseilbahn-Waggons direkt in der Station instand und führte zudem die Vollkonservierung der tragenden Rohre durch.

Standseilbahn St. Luc – Chandolin

Knapp sechs Wochen dauerte die umfassende Bodenerneuerung der knapp 11 Meter langen Waggons der Standseilbahn St. Luc – Chandolin.

Auch bei der Revision der Waggons an der Walliser Standseilbahn St. Luc–Chandolin im Spätherbst 2018 zeigten die Calag-Teams vollen Einsatz: Noch vor der Wintersaison sollte der Boden der beiden 80-Personen-Kabinen (Bj. 1994) komplett erneuert werden. Die Bestandsaufnahme wenige Wochen vor den geplanten Arbeiten zeigte jedoch auch Korrosionsschäden am Bodengerippe, die behoben werden mussten. Möglich war dies nur in Nachtschichten über ganze sechs Wochen, in denen der wichtige Zubringer zum 1936 Meter hohen Bergdorf ohne Unterbrechung verkehrte. Von 18:00 Uhr abends bis zur täglichen Übergabe um 6:00 Uhr arbeiteten sich die Teams aus 2 bis 4 Technikern Abteil für Abteil vor, erneuerten dabei partiell die tragende Metallstruktur und verlegten insgesamt rund 70 m² neuen Holzboden samt Kunststoffbelag und neuen Umrandungsprofilen.

Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA, stellt dem Calag-Team ein gutes Zeugnis aus.

Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA, stellt dem Calag-Team ein gutes Zeugnis aus. (Fotos: zvg, tb)

„Natürlich arbeiteten wir auch hier nach den Originalplänen und konnten so viele Teile wie Stahl- und Aluminiumprofile oder alle Bodendeckel bereits im Werk vorfertigen,“ erläutert Domenico Condello den stabsmäßig geplanten Feldeinsatz. Und auch der Kunde zeigte sich vom Vorgehen und Ergebnis überzeugt: „Dank der schnellen Arbeit von Calag wurde der Boden der Standseilbahn vollständig repariert und ist für die nächsten Jahre bereit,“ urteilt Armon Cantieni, Direktor der Funiculaire St. Luc/Chandolin SA.

tb

MM-Info: www.calag.ch

Messe MOUNTAIN PLANET auf April 2022 verschoben

Als Reaktion auf die Bedrohungen durch den Corona-Virus haben die Organisatoren von MOUNTAIN PLANET beschlossen, die für Ende April in Grenoble geplante Ausgabe 2020  (22. – 24. 4.) zu verschieben. Die nächste Ausgabe der internationalen Fachmesse für Berg- und Wintertechnik findet laut Veranstalter Alpexpo vom 26. bis 28. April 2022 statt.

Angesichts der Verschärfung der Coronavirus-Epidemie und des in ganz Frankreich verfügten Verbots für Veranstaltungen mit über 1.000 Personen kann MOUNTAIN PLANET 2020 mit rund 23.000 erwarteten Fachbesuchern und über 900 Ausstellern und Marken aus fast 70 Ländern nicht unter den besten Bedingungen stattfinden. Entsprechend entschied sich die Messeleitung Alpexpo zur Verschiebung der kommenden Ausgabe um zwei Jahre. Diese Entscheidung wurde nach Rücksprache mit den Aktionären von Alpexpo und den Hauptakteuren der Messe MOUNTAIN PLANET getroffen, dem französischen Seilbahnverband DSF, ANEM, der Region Auvergne Rhône-Alpes sowie den weltweit führenden Unternehmen der Berg- und Wintertechnik und beteiligten Berufsverbänden wie AFMONT, Mountain Cluster und den Industrie- und Handelskammern von Grenoble und Savoyen.

Die starke Saisonabhängigkeit der Tätigkeit von Unternehmen im Berg- und Wintertourismus und anderen alpinen Wirtschaftsbranchen mache es laut Veranstaltern zudem unmöglich, die Ausgabe von April auf ein anderes Datum im Jahr 2020 zu verschieben. Mit ihrem traditionellen Termin im April – also zum Saisonende in den europäischen Skigebieten sei MOUNTAIN PLANET von Beginn an zu einem strategischen Datum positioniert worden. Darüber hinaus biete die aktuelle Situation der Quarantäne in Italien und tägliche Veränderungen der Lage in Frankreich und Europa keine ausreichende Planbarkeit und Garantien, um ein internationales Großereignis wie die MOUNTAIN PLANET mit Besuchern aus über 70 Nationen kurzfristig auf den Sommer zu verschieben.

Die nächste MOUNTAIN PLANET findet daher vom 26. bis 28. April 2022 wiederum im Messezentrum Grenoble-Alpexpo statt.

 

MM-Info: www.mountain-planet.com

Der Walliser Berno Stoffel (50) wird per 1. Oktober 2020 neuer Direktor des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz. (Foto: SBS)

Neuer Direktor für Seilbahnen Schweiz

Der Walliser Berno Stoffel wird neuer Direktor von Seilbahnen Schweiz. Er übernimmt die operative Leitung des Branchenverbands ab 1. Oktober 2020 von Interim-Direktor Sepp Odermatt. Berno Stoffel kennt die Seilbahnwelt bestens; er leitet seit zwölf Jahren die Touristische Unternehmung Grächen und ist in dieser Funktion auch Direktor der dortigen Bergbahn.

Der Vorstand von Seilbahnen Schweiz (SBS) hat Berno Stoffel zum neuen Direktor des Branchenverbands gewählt. Der 50-jährige Walliser wird die Leitung der Geschäftsstelle am 1. Oktober 2020 übernehmen. Er löst Sepp Odermatt ab, der die SBS-Geschäftsstelle seit letztem Frühling interimistisch führt.

Berno Stoffel verfügt über einen Abschluss als Executive Master in Business Administration der HSG St. Gallen – ursprünglich hatte er Theologie studiert und in Religionssoziologie an der Uni Fribourg promoviert. Mit der Tourismus- und Bergbahnwelt ist Stoffel bestens vertraut: Seit 2008 leitet er als CEO erfolgreich die Touristische Unternehmung Grächen und ist gleichzeitig Direktor der dortigen Bergbahnen.

Unter Stoffels Führung galt Grächen in den vergangenen Jahren als Vorzeigeunternehmen für die Positionierung einer Destination und gewann viele Preise auf nationaler und internationaler Ebene. Dass die Bergbahnen erneuert und die ganze Destination auch finanziell wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt werden konnte, ist wesentlich auf das Management von Berno Stoffel zurückzuführen.

 Verbandserfahrung

Der designierte SBS-Direktor verfügt auch über Verbandserfahrung: Er präsidiert die Walliser Bergbahnen. Hier war er maßgeblich beteiligt bei der Erarbeitung des Gesetzes zur Förderung der Walliser Bergbahnen und leitete verschiedene Projekte wie die Abschaffung der Grundstückssteuer auf den Beschneiungsanlagen. Gleichzeitig strebte er eine enge Zusammenarbeit mit der Fondation Valais Snowsports und dem Walliser Skiverband Ski Valais an zur Förderung des Schneesportes im Kanton Wallis.

SBS-Präsident Hans Wicki zeigt sich sehr erfreut über die Wahl: «Wir haben einen ausgewiesenen Tourismus- und Bergbahnprofi finden können, der über die nötige Führungserfahrung verfügt und mit vielen Dossiers des Verbands bereits vertraut ist.»

Gesamtverantwortung für Geschäftsstelle Bern und Ausbildungszentrum Meiringen

Berno Stoffel wird als Direktor die Gesamtverantwortung tragen für die SBS-Geschäftsstelle in Bern sowie das verbandseigene Ausbildungszentrum in Meiringen. «Ich freue mich sehr, mich auf nationaler Ebene für die Bergbahnbranche einsetzen zu dürfen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen werden gemeinsame branchenweite Ansätze und Lösungen immer wichtiger. Ich bin gerne bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten», sagt Berno Stoffel. Er sei sich aber bewusst, dass die neue Stelle hohe Anforderungen an ihn stellen werde und auch viel Fingerspitzengefühl erfordere, so Stoffel.

Um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten, wird Sepp Odermatt den neuen Direktor bis Ende Oktober begleiten. Odermatt wird sich danach wieder auf seine Funktion als Vorstandsmitglied von SBS konzentrieren.

(Quelle: Seilbahnen Schweiz 02/2020)