Insgesamt verzeichneten die Schweizer Bergbahnen einen erfolgreichen Saisonauftakt – im Bild die Standseilbahn Beachtenbucht–Beatenberg der Niederhornbahn AG am Thunersee im Berner Oberland. © Seilbahnen Schweiz

Schweizer Bergbahnen starten gut in die Sommersaison

Von Saisonbeginn im Mai bis Ende Juni 2026 liegen bei den Schweizer Bergbahnen die Ersteintritte 5 % über dem Vorjahr. Dieses Zwischenfazit zum Beginn der Sommersaison ist das Resultat des „Saison-Monitorings“ des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz (= SBS), der die Gästeanzahl (Ersteintritte) von 140 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz auswertet und monatlich aktualisiert. Regional zeigt sich ein unterschiedliches Bild – beeinflusst von Sondereffekten.

Die Wetterbedingungen zum Start der Sommersaison bei den Schweizer Bergbahnen waren sehr verschieden: Auf den kalten und oft trüben Mai folgte ein außergewöhnlich heißer Juni. Die Hitze im Mittelland lockte viele Menschen zur Abkühlung in die Berge (Stichwort: Sommerfrische). Insgesamt verzeichneten die Schweizer Seilbahnunternehmen einen erfolgreichen Saisonauftakt.

Berner Oberland als Wachstumsmotor

Besonders erfreulich verlief der Saisonstart im Berner Oberland. Die Bergbahnen der Region verzeichneten 29 % mehr Ersteintritte als im Vorjahr. Damit liegt das Berner Oberland deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von 5 %. Die enormen Zuwächse im Berner Oberland sind insbesondere auf die außergewöhnlich hohe Nachfrage bei einzelnen großen Ausflugsdestinationen zurückzuführen.

Während das Tessin (-1 %) stagnierte, lagen die Frequenzen in Graubünden (-2 %), den Waadtländer und Freiburger Alpen (-4 %), im Wallis (-5 %) sowie in der Zentralschweiz (-7 %), leicht unter dem Vorjahresniveau. Deutlich rückläufig entwickelte sich die Ostschweiz mit einem Minus von 20 % (vgl. Abb. 1).

Tabellarische Darstellung mit blauen Balken

Abbildung 1: Ersteintritte – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn im Mai bis 30. Juni 2026. © Seilbahnen Schweiz

Sondereinflüsse in der Ostschweiz und im Berner Oberland

Der Rückgang in der Ostschweiz ist auf die vorübergehende Betriebseinstellung der Säntis-Schwebebahn wegen ihrer Erneuerung zurückzuführen. Ohne diesen Sondereffekt bleibt das Ergebnis stabil (0 %). Der kräftige Zuwachs im Berner Oberland geht vor allem auf das Konto der Schilthornbahn, die im Vorjahr wegen Umbauarbeiten nur eingeschränkt in Betrieb war. Ohne diesen Sondereinfluss läge die Region mit einem Wachstum von 4 % ungefähr im Schweizer Durchschnitt.

Zweites Standbein: der Sommerbetrieb

Neben dem Wetter beeinflussen auch die internationalen Rahmenbedingungen die Nachfrage. Die Schweiz wird in einem von geopolitischen Unsicherheiten geprägten Umfeld weiterhin als sichere, stabile und qualitativ hochwertige Reisedestination wahrgenommen. Deshalb sind die internationalen Märkte nicht wie befürchtet so stark eingebrochen. Und die Berge bleiben Sehnsuchtsorte für die Schweizer Bevölkerung.

Statement Berno Stoffel, Direktor vom Verband Seilbahnen Schweiz:

„Die Stabilität der Schweiz erweist sich als Wettbewerbsvorteil, besonders auf dem internationalen Markt. Sowohl Gäste aus Nordamerika und weiteren Fernmärkten, aber auch die einheimischen Gäste suchen authentische Naturerlebnisse und hochwertige Sommerangebote. Das trägt dazu bei, dass sich das Sommergeschäft zunehmend als wichtiges zweites Standbein der Seilbahnbranche etabliert.“

Rund um den Gipfel des Fansipan hat die Sun Group einen umfangreichen, spirituellen Komplex im klassischen vietnamesischen Pagodenstil mit moderner Infrastruktur errichtet. Dazu gehört unter anderem auch die 21,5 m hohe bronzene Buddha-Statue. © ThinhLa über Pexels

Neu am Fansipan: zwei zusätzliche Standseilbahnen

Der Fansipan ist mit 3.143 m der höchste Berg Vietnams und ganz Indochinas. Seit Juli 2026 erweitern zwei neue Standseilbahnen aus dem Hause Garaventa, einem Unternehmen der Doppelmayr Gruppe, die Erschließung des Gipfelbereichs. Außerdem wird dadurch die Besucherführung zwischen den verschiedenen Attraktionen optimiert. Das teilte Garaventa gestern in einer Presseaussendung mit.

Der Fansipan erhebt sich im äußersten Norden Vietnams in der Provinz Lao Cai, nahe der Grenze zu China, und nur ca. 9 kmvon der Bergstadt Sa Pa entfernt. Er ist mit 3.143 m der höchste Berg Vietnams und ganz Indochinas. Fansipan gehört zur Hoang-Lien-Son-Gebirgskette und befindet sich im Hoang Lien Nationalpark, der für seine außergewöhnliche Artenvielfalt und seine ursprünglichen Bergwälder bekannt ist. Die Region rund um den Fansipan ist geprägt von steilen Berghängen, dichten tropischen Wäldern und spektakulären Tälern. Die Erschließung des Gipfelbereichs erfolgt über mehrere Bahnen der Doppelmayr Gruppe. Von Sa Pa führt eine Standseilbahn zur Talstation der 3S-Bahn „Fansipan Legend“, welche die Besucher in den Gipfelbereich transportiert. Dort ermöglicht die Standseilbahn „Fansipan Peak“ den Zugang zum Berggipfel. Aufgrund der hohen Besucherzahlen wurde die Infrastruktur nun um die beiden neuen Standseilbahnen „Fansipan Coaster“ und „Fansipan Top“ erweitert. Die beiden Anlagen wurden am 11. Juli 2026 offiziell eröffnet.

Tempelanlage mit Buddha-Statue und Standseilbahninfrastruktur im Nebel

Die neue Standseilbahn Fansipan Coaster zeichnet sich durch ihr außergewöhnliches Streckenprofil mit stark wechselnden Neigungen aus. © Garaventa

Die Fansipan Coaster

Diese Standseilbahn zeichnet sich durch ihr außergewöhnliches Streckenprofil mit stark wechselnden Neigungen aus. Die „Fansipan Coaster“ hat eine schräge Länge von 186 m und überwindet einen Höhenunterschied von 58 m. Während die Strecke im unteren Teil vergleichsweise flach verläuft, steigt sie gegen Ende deutlich an. Diese Kombination stellte hohe Anforderungen an die Auslegung der Standseilbahn und erforderte spezielle technische Lösungen für die Seilführung. Die beiden Fahrzeuge produzierte CWA aus Olten, ebenfalls ein Unternehmen der Doppelmayr Gruppe. Sie wurden auf die spezielle Streckenbeschaffenheit abgestimmt. Die Sitzanordnung berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Neigungen und ermöglicht den Fahrgästen sowohl bergwärts als auch talwärts denselben Komfort. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 3 m/s werden mit der Standseilbahn „Fansipan Coaster“ 1.000 Personen pro Stunde und Richtung befördert.

Standseilbahn auf sehr steilem Streckenabschnitt am Fansipan

Fansipan Coaster: Während die Strecke im unteren Teil vergleichsweise flach verläuft, steigt sie gegen Ende deutlich an. © Garaventa

Die Fansipan Top

Diese Standseilbahn weist eine konstante Steigung auf und ist als kompakte Einwagen-Standseilbahn konzipiert. Bei einer schrägen Länge von 53 m überwindet die „Fansipan Top“ einen Höhenunterschied von 38 m. Die Fahrgeschwindigkeit liegt bei 2 m/s, was eine Förderleistung von 1.000 Personen pro Stunde und Richtung ergibt.

Die beiden Standseilbahnen verfügen über unterschiedliche Antriebskonzepte, die auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt wurden. Während die „Fansipan Coaster“ über einen Adhäsionsantrieb in der Bergstation verfügt, wird das Fahrzeug der „Fansipan Top“ über eine Winde angetrieben.

Standseilbahn auf Bergstation mit Blick über spirituellen Komplex

Die Fansipan Top ist als Einwagen-Standseilbahn konzipiert und wird über eine Winde angetrieben. © Garaventa

Anspruchsvolle Logistik

Die Realisierung der Anlagen stellte hohe Anforderungen an Planung und Logistik. Die Baustelle war aufgrund ihrer Höhenlage nur eingeschränkt zugänglich. Material und Komponenten mussten über die bestehende 3S-Bahn „Fansipan Legend“ auf den Berg transportiert und von dort mit zahlreichen Materialseilbahnen an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Die Doppelmayr Gruppe und die Sun Group haben schon zahlreiche Seilbahnanlagen in Sa Pa sowie ganz Vietnam gemeinsam umgesetzt.

Neben umfangreichem Fachwissen wird bei der Ausbildung großer Wert auf praxisnahes Arbeiten gelegt. © BFI Salzburg

Qualifiziertes Personal ist entscheidender Wettbewerbsfaktor!

Für Unternehmen spielen bestens ausgebildete und ambitionierte Mitarbeiter eine bedeutende Rolle. In der Seilbahnbranche gibt es durch das BFI Salzburg seit mehr als 15 Jahren die Möglichkeit, im zweiten Bildungsweg die Ausbildung zum Seilbahntechniker/zur Seilbahntechnikerin zu machen. Der MOUNTAIN MANAGER hat Ing. Erwin Stangassinger, der entscheidend zum Aufbau des Seilbahn-Kompetenzzentrums an der LBS Hallein beigetragen hat, zum Angebot befragt.

Mann posiert vor Seilbahnkabinen in Halle

Ing. Erwin Stangassinger, Kursleitung Seilbahntechnik BFI Salzburg © lw

In der Seilbahnbranche sind in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie sehen Sie die aktuelle Situation, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen?

Die Seilbahnbranche beschäftigt in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter, dennoch spüren wir – wie viele andere technische Branchen – einen zunehmenden Engpass bei qualifizierten Fachkräften. Besonders gefragt sind gut ausgebildete Techniker mit hoher Praxiskompetenz und hohem Sicherheitsbewusstsein. Die Herausforderung liegt weniger im grundsätzlichen Interesse an der Branche, sondern eher darin, dass die spezifisch qualifizierten Arbeitskräfte, die den komplexen technischen und rechtlichen Anforderungen moderner Seilbahnanlagen gerecht werden, nicht immer in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Gleichzeitig verschärfen der demografische Wandel und der Wettbewerb um technische Fachkräfte die Situation. Die Seilbahnbranche kann aber mit attraktiven Arbeitsplätzen, hoher technischer Qualität und langfristigen Perspektiven punkten. Um diesen Vorteil zu nutzen, braucht es bei der Ausbildung auch insbesondere den zweiten Bildungsweg und Angebote in der Erwachsenenbildung. Diese ermöglichen es, Quereinsteiger und erfahrene Techniker z. B. im Elektrotechnikbereich rasch und qualitätsgesichert für den Seilbahnbetrieb zu qualifizieren – ein entscheidender Faktor, um den Personalbedarf auch künftig abzudecken. Die österreichische Seilbahnbranche hat im Vergleich zu den internationalen Mitbewerbern jedenfalls einen großen Standortvorteil bei der Suche nach qualifiziertem Personal: die zentral gelegene und einzige Berufsschule für Seilbahntechnik bzw. für die Doppellehre Seilbahntechnik/Elektrotechnik ist in Hallein. Da sind die Wege nicht weit zu den Salzburger Seilbahngesellschaften.

Welche Bedeutung hat es im Berufsbild, dass bei vielen Seilbahnunternehmen der Ganzjahresbetrieb immer wichtiger wird?

Der wachsende Ganzjahresbetrieb bedeutet für das Berufsbild Seilbahntechnik eine deutliche Erweiterung. Seilbahntechniker sind heute nicht mehr ausschließlich auf den Winterbetrieb fokussiert, sondern oft ganzjährig für Betriebssicherheit, Wartung und Verfügbarkeit der Anlagen verantwortlich. Mit dem Ganzjahresbetrieb steigen die Anforderungen an Flexibilität, technische Breite und Eigenverantwortung. Neben klassischen Aufgaben rücken Themen wie präventive Instandhaltung, höhere Anlagenverfügbarkeit, Besucherlenkung, Schnittstellenmanagement zu digitalen Systemen sowie die Integration neuer Angebotsformen stärker in den Vordergrund. Für die Mitarbeiter bedeutet das ein abwechslungsreicheres, stabileres Berufsbild mit längeren Beschäftigungszeiträumen und besseren Entwicklungsperspektiven. Und für die Unternehmen ist qualifiziertes, ganzjährig einsetzbares Personal ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, um alpine Destinationen ganzjährig, nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben.

Welche Karriereperspektiven gibt es in der Branche?

Die Karriereperspektiven in der Seilbahnbranche sind vielfältig und langfristig angelegt. Der Einstieg erfolgt häufig über eine technische Ausbildung als Seilbahntechniker oder im Rahmen der Doppellehre Seilbahntechnik/Elektrotechnik, eröffnet aber zahlreiche Entwicklungswege, sowohl fachlich als auch organisatorisch. Mit entsprechender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen sind Weiterentwicklungen etwa in Richtung Werkstätten- oder Betriebsleitung oder Sicherheits- und Qualitätsmanagement möglich. Auch Schnittstellenfunktionen zu Digitalisierung, Automatisierung oder Energiemanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus bietet die Seilbahnbranche auch Perspektiven außerhalb des reinen Anlagenbetriebs, etwa in Planung, Projektmanagement, behördlicher Abwicklung, Schulung oder bei Seilbahnherstellern. Als ausgebildeter Seilbahntechniker ist man aber auch sicherlich gut gerüstet, um bei entsprechender Zusatzqualifikation in anderen Funktionen im organisatorischen oder im kaufmännischen Bereich eines Seilbahnunternehmens Fuß fassen zu können. In Summe ist die Seilbahnbranche ein stabiles, technisch anspruchsvolles und zukunftsorientiertes Berufsfeld, das engagierten Fachkräften klare Aufstiegsmöglichkeiten, hohe Eigenverantwortung und langfristige Beschäftigungsperspektiven bietet, insbesondere vor dem Hintergrund von Ganzjahresbetrieb und steigenden technischen Anforderungen.

Große Schülergruppe posiert vor Seilbahnsessel für Foto

Seit 2010 haben 153 Teilnehmer den Lehrabschluss Seilbahntechniker/Seilbahntechnikerin im zweiten Bildungsweg absolviert. © BFI Salzburg

Wie sieht die Ausbildung aus, was wird angeboten – und wie hat sich das Angebot verändert?

Als Ausbildungsort ist die Landesberufsschule Hallein mit dem Seilbahntechnik-Kompetenzzentrum der zentrale Punkt für die duale Berufsausbildung in Österreich, wofür Österreich auch beneidet wird. Für Erwachsene, die bereits in der Seilbahnbranche tätig sind und einen Lehrabschluss als Seilbahntechniker machen wollen, bietet das Berufsförderungsinstitut (BFI) Salzburg einen Vorbereitungslehrgang für die außerordentliche Lehrabschlussprüfung auf dem zweiten Bildungsweg an. Der besondere Vorteil dieser Ausbildung liegt darin, dass die Kursdauer als auch die Kurszeiten auf eine für die Seilbahnbetriebe praktikable Umsetzung ausgerichtet sind. Die fachpraktische Ausbildung erfolgt im Seilbahn-Kompetenzzentrum in der Landesberufsschule Hallein. Dazu stehen die Labors, die verschiedenen Werkstätten und die Seilbahnhalle mit 1:1 Seilbahnanlagen und Schlepplift zur Verfügung:

  • Elektrolabor,
  • Pneumatiklabor,
  • Hydrauliklabor,
  • Automatisierungslabor,
  • Dreherei/Fräserei/Schweißwerkstätte,
  • Schleppliftrevisionswerkstätte,
  • Klemmenwerkstätte,
  • Kuppelbare Umlaufseilbahn Fabr. Doppelmayr,
  • Kuppelbare Umlaufseilbahn Fabr. Leitner,
  • Schleppliftanlage Fabr. Doppelmayr,
  • Pendelbahn Stationsbühne Laufwerk mit Tragseilbremse,
  • Standseilbahnwagen sowie eine Vielzahl an seilbahntechnischen Anlagenkomponenten für den praktischen Anschauungsunterricht.

Durch den hohen Praxisanteil des Lehrgangs haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das vermittelte Wissen direkt in die Arbeit im eigenen Seilbahnunternehmen zu integrieren.

Die theoretischen Fachgebiete werden im BFI Pinzgau in Zell am See unterrichtet:

  • Fachrechnen,
  • Fach- und Werkstoffkunde,
  • Seilbahnsysteme,
  • Seilbahntechnik und Baugruppen,
  • Seile,
  • Elektrotechnik,
  • Hydraulik,
  • Recht und Arbeitssicherheit.

Die fachtechnische theoretische Ausbildung ist mit den praktischen Übungen in den Labors und für die praxisidenten Wartungsarbeiten an den Seilbahnanlagen bestens abgestimmt, wodurch ein besonderer Lernerfolg den Kursteilnehmern garantiert werden kann. Die Gruppe der Vortragenden setzt sich aus sehr qualifizierten Lehrkräften der Landesberufsschule Hallein und erfahrenen Seilbahntechnikern/Ingenieuren mit langjähriger Praxis zusammen.

Wann wurde hier mit dem Ausbildungsangebot gestartet, wie viele Personen wurden schon bisher ausgebildet?

Der Lehrberuf des Seilbahntechnikers/der Seilbahntechnikerin wurde von der Wirtschaftskammer – Fachverband der österreichischen Seilbahnen im Jahr 2008 beschlossen. Im Frühjahr 2009 startete die erste Premierenklasse „Seilbahnfachmann/-frau“ in der Landesberufsschule Hallein. Schnell hatte man erkannt, dass es zur Beschaffung von qualifiziert ausgebildeten „Seilbahnern“ auch eine Ausbildungsmöglichkeit für bereits im Seilbahnwesen tätige Erwachsene braucht. Zwei sehr verdiente Seilbahner, Walter Bacher von den Gletscherbahnen Kaprun und Ferdinand Eder von der Schmittenhöhe Bergbahnen AG, waren die Initiatoren für den Vorbereitungslehrgang zur LAP Seilbahntechnik auf dem zweiten Bildungsweg des BFI Salzburg, welcher 2011 erstmalig durchgeführt wurde.

Seilbahntechnische Ausstattung für Ausbildung

Die Werkstätten in der Landesberufsschule Hallein sind modern ausgestattet. © BFI Salzburg

Wie kombiniert man Ausbildung und Praxis?

Der Vorbereitungslehrgang auf die außerordentliche LAP Seilbahntechnik des BFI Salzburg ist berufsbegleitend aufgebaut und findet über 2 Semester statt. Die Kurszeiten sind so abgestimmt, dass die Teilnehmer uneingeschränkt ihrer Arbeit im Seilbahnunternehmen nachkommen können. Die Besonderheit des Ausbildungsmodus beim BFI-Seilbahntechnikkurs liegt darin, dass über den Zeitraum von einem Kursjahr (Sept-Juli) das erlernte Wissen gleich bei der praktischen Arbeit im Betrieb umgesetzt werden kann und dadurch zugleich eine Vertiefung des Fachwissens erreicht wird.

Erhalten Sie von Ihren Schülern Rückmeldungen, wenn sie im Beruf stehen?

Die Seilbahnwelt ist groß und andererseits doch wieder klein, sodass man sich bei verschiedenen Veranstaltungen, Events oder Fachmessen oft über den Weg läuft. Fast einhelliger Tenor der Absolventen ist, dass am Kursanfang schon leichte Zweifel aufkamen, wie sich das alles wohl im Kopf abspeichern lässt. Wie so oft im Leben nach getaner Arbeit oder besser gesagt erreichtem Erfolg ist man stolz, ein Seilbahntechniker zu sein, der mit fundiertem Fachwissen ausgestattet ist. Man kann beruhigt an die tägliche Arbeit herangehen und mit Freude und Selbstsicherheit die Aufgaben erledigen.

Tabellarische Auflistung der Seilbahntechnik-Ausbildungsabsolventen, m und w

Übersicht Lehrgänge Seilbahntechnik, Vorbereitungslehrgang auf die LAP im 2. Bildungsweg © cm

Wann starten bei Ihnen wieder Kurse?

Der nächste Vorbereitungslehrgang für die Lehrabschlussprüfung Seilbahntechnik am 2. Bildungsweg startet Mitte September 2026. Anmeldungen sind am BFI Pinzgau telefonisch oder per Mail jederzeit möglich.

Vielen Dank für das Gespräch!   lw

 

Die Bergstation der neuen 6er-Sesselbahn „Patrullarve“, wird mit dem System LeitPilot ausgestattet sein und kann somit autonom betrieben werden – im Bild Rendering der Bergstation. © Zermatt Bergbahnen AG

Matterhorn Ski Paradise: Schweiz-Premiere für Ropera®-Anlage

Gemeinsam mit der Zermatt Bergbahnen AG realisiert der Südtiroler Seilbahnproduzent LEITNER mit der neuen 6er-Sesselbahn „Patrullarve“ erstmals eine Ropera®-Anlage in der Schweiz. Die neue Seilbahnanlage ersetzt nach 37 erfolgreichen Betriebsjahren die bestehende 4er-Sesselbahn und wird ab der Wintersaison 2026/27 für noch mehr Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit im Matterhorn Ski Paradise sorgen. Das teilte LEITNER vor kurzem in einer Presseaussendung mit.

Mit dem Neubau der 6er-Sesselbahn „Patrullarve“ wird ein bedeutendes Kapitel der Zermatter Seilbahngeschichte fortgeschrieben: Bereits 1965 wurde mit dem „Skilift National“ eine der ersten Anlagen im Gebiet Sunnegga–Blauherd eröffnet. Aufgrund der steigenden Gästezahlen entstand 1989 die 4er-Sesselbahn Patrullarve, die in den vergangenen 37 Jahren rund 24 Mio. Gäste beförderte und damit zu einer prägenden Anlage im Skigebiet wurde. Der traditionsreiche Name „Patrullarve“ bleibt auch mit der neuen Generation der Seilbahnanlage erhalten. Die neue 6er-Sesselbahn wird in zentraler Lage zwischen Patrullarve und Blauherd verlaufen und ab der kommenden Wintersaison den Wintersportgästen während der Fahrt beeindruckende Ausblicke auf das Matterhorn bieten. Sie wird über eine Förderleistung von 2.000 P/h und einer Fahrgeschwindigkeit von 6 m/s verfügen und ist mit dem DirectDrive-Antrieb sowie dem autonomen Betriebssystem LeitPilot aus dem Hause LEITNER ausgestattet.

Erste Ropera®-Anlage in der Schweiz

Besondere Bedeutung kommt dabei der eingesetzten Ropera®-Technologie zu: Mit der neuen 6er-Sesselbahn „Patrullarve“ realisiert LEITNER erstmals eine Anlage dieses Typs in der Schweiz. Unternehmensangaben zufolge vereint das innovative System Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Flexibilität über sämtliche Komponenten hinweg und zielt auf geräuscharme Betriebsabläufe, hohe Arbeitssicherheit, Wartungsfreundlichkeit sowie reduzierte Lebenszykluskosten ab. Die Antriebstechnologie basiert auf dem bewährten DirectDrive von LEITNER, einem getriebelosen Synchronmotor, der direkt mit der Seilscheibe verbunden ist. Er sorgt, so LEITNER, für besonders geräuscharmen, energieeffizienten und wartungsarmen Betrieb bei höchster Zuverlässigkeit. Ergänzt wird dies durch das moderne Bedien- und Überwachungssystem „Monitor 5“ (= Teil von LeitControl), das eine intuitive, touchbasierte Steuerung und umfassende Echtzeit-Überwachung sämtlicher Anlagenparameter ermöglicht.

Die Stationen

Gemeinsam mit der renommierten italienischen Designfirma Pininfarina hat LEITNER das bewährte Stationsdesign weiterentwickelt. Die neue, elegante und aerodynamische Stationsüberdachung bietet optimalen Wetterschutz und reduziert Schnee- sowie Windlasten. Das überarbeitete Konzept vereint Design-Kompetenz mit erweiterter Funktionalität und stellt Nachhaltigkeit, Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit in den Mittelpunkt. Die Bergstation ist mit dem System LeitPilot ausgestattet und kann somit autonom betrieben werden – ein weiterer Schritt hin zu effizienteren und zukunftsorientierten Seilbahnsystemen.

Statement Fabian Imboden, Bereichsleiter Technik Nord, Zermatt Bergbahnen AG:

„Mit dieser Investition unterstreichen die Zermatt Bergbahnen ihren Anspruch, das Bergerlebnis kontinuierlich weiterzuentwickeln und Gästen modernste Infrastruktur auf höchstem Niveau zu bieten. Die neue Bahn steht exemplarisch für den Innovationsgeist und die Zukunftsorientierung des Unternehmens – und für ein Skierlebnis, das auch in den kommenden Jahrzehnten Maßstäbe setzt.“

Langjährige Zusammenarbeit

Für den Südtiroler Seilbahnhersteller LEITNER markiert das Projekt zugleich die Fortsetzung einer erfolgreichen Kooperation mit dem namhaften Skigebiet. Bereits in den vergangenen Jahren realisierte das Unternehmen mit dem „Matterhorn Alpine Crossing“ zwei international beachtete Prestigeprojekte. Mit der neuen 8er-Sesselbahn „Gifthittli“, die in der Wintersaison 2025/26 in Betrieb ging, setzte LEITNER zudem erstmals eine 8er-Sesselbahn in der Schweiz um. Die neue 6er-Sesselbahn „Patrullarve“ knüpft nun an diese gemeinsame Erfolgsgeschichte an.

Neuer internationaler Markenbotschafter bei Supersnow: Alexander Pointner © Bizcom Burnz for Supersnow

Personalnews aus dem Hause Supersnow

Alexander Pointner verstärkt die Mannschaft des Beschneiungsunternehmens Supersnow als neuer internationaler Markenbotschafter. Das teilte die Firma vor kurzem in einer Presseaussendung mit. Pointner wird Supersnow weltweit repräsentieren, mit besonderem Schwerpunkt auf die DACH-Region und Italien.

Laut Supersnow stellen Pointners „langjährige Erfahrung in der Wintersportbranche sowie sein tiefgehendes Verständnis für die Bedeutung einer zuverlässigen Schneeproduktion – sowohl für den Sport als auch für die operative Stabilität von Skigebieten –einen außergewöhnlichen Mehrwert für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens dar. Die Entscheidung zur Zusammenarbeit basiert auf gemeinsamen Werten und einer geteilten Vision.“

Alexander Pointner sieht in Supersnow einen Partner, der seit 25 Jahren konsequent Beschneiungstechnologien weiterentwickelt und Lösungen für die Skigebiete liefert: „Ich bin überzeugt, dass die Zukunft des Wintersports und der alpinen Tourismusbranche auf zuverlässigen und innovativen Lösungen basiert. Supersnow ist ein Unternehmen, das diese Anforderungen versteht und erfolgreich umsetzt“, betont Pointner.

Weiterführende Informationen über das Unternehmen Supersnow finden Sie hier:

https://www.supersnow.com/de/

Martin Ladner, der neue Vorstand der Bergbahnen Kappl AG (Mitte), mit Alexander von der Thannen (Präsident Tourismusverband Paznaun – Ischgl, li.) und Egon Jäger (Aufsichtsratsvorsitzender Bergbahnen Kappl AG). © TVB Paznaun – Ischgl

Vorstandswechsel bei Bergbahnen Kappl

Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 15. Juni 2026 bekanntgab, hat Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Ladner per 1. Mai 2026 die Position des Vorstands der Bergbahnen Kappl AG übernommen. Er war bereits bisher als Prokurist im Unternehmen beschäftigt.

Schon vor einem Jahr hatte der Aufsichtsrat der Bergbahnen Kappl AG auf Empfehlung des bisherigen Vorstands Ing. Andreas Kleinheinz die Weichen für eine geordnete Nachfolgeregelung gestellt und Martin Ladner zum Prokuristen des Unternehmens bestellt.

Vorgänger Andreas Kleinheinz

Ing. Andreas Kleinheinz, langjähriger Vorstand der Bergbahnen Kappl AG, hat sein Vorstandsmandat auf eigenen Wunsch nicht verlängert. Unter seiner Führung wurden wesentliche Entwicklungsschritte für das Unternehmen gesetzt – allen voran der erfolgreiche Neubau der Diasbahn, der als wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung des Skigebiets gilt.

Ein interessantes Interview mit Ing. Andreas Kleinheinz aus unserem Mountain Manager-Archiv (Ausgabe 6/25) finden Sie hier:

https://www.mountain-manager.com/marketing-management/mm-interview/wir-wollen-die-qualitaet-im-angebot-optimieren/

Nachfolger Martin Ladner

Der seit 1. Mai 2026 neue Vorstand, Martin Ladner, ist gebürtiger Kappler und wohnt auch in Kappl. Neben seiner fundierten betriebswirtschaftlichen Expertise verfügt er auch über umfassende Fachkenntnisse und eine langjährige internationale Erfahrung im Seilbahnbau.

Statement Martin Ladner, neuer Vorstand der Bergbahnen Kappl AG:

„Mit großem Respekt vor dem, was in Kappl bereits erreicht wurde, und einem klaren Blick in die Zukunft werde ich die Bergbahnen Kappl mit Tatkraft und Weitblick weiterentwickeln. Unser Anspruch ist es, nachhaltiges Wachstum mit höchster Erlebnisqualität für unsere Gäste zu verbinden und kontinuierlich neue Akzente im Ferien- und Freizeitangebot zu setzen. Gemeinsam mit unseren Partnern in der Region werden wir neue Chancen erschließen, innovative Projekte vorantreiben und Kappl als starke, zukunftsfähige Bergdestination stärken – ökonomisch, sozial und ökologisch.“

Die Zukunftspläne der Bergbahnen Kappl

Nach dem erfolgreichen Neubau der Diasbahn richtet die Bergbahnen Kappl AG den Fokus auf die weitere Modernisierung des Skigebiets, zusätzliche Komfortverbesserungen für Gäste sowie die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Gemeinsam mit dem neuen Vorstand soll Kappl als attraktive Bergdestination im Winter wie im Sommer weiterentwickelt werden.

Die Bergbahnen Kappl in Tirol sind Teil der Skischaukel Kappl & See mit insgesamt 85 Pistenkilometern und 20 Liftanlagen. Das Skigebiet überzeugt mit schneesicherer Höhenlage, moderner Beschneiungsanlage, Erlebnisgastronomie und attraktiven Angeboten für Freerider.

Auch im Sommer spielt die Alpe Dias eine zentrale Rolle: Mit Erlebnispark, 4,2 km langer Mountaincart-Strecke und Flow Trail von der Berg- bis zur Talstation ist sie ein vielseitiges Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Biker. Gleichzeitig wird die Alpe Dias weiterhin als Almgebiet bewirtschaftet – Regionalität und ein gutes Miteinander von Tourismus und Landwirtschaft bleiben daher besonders wichtig.

Weiterführende Informationen zur Destination:

https://www.kappl.com/de/sommer

 

Der Klettersteig am Pfaffenbichl in Hochfügen führt direkt am Bergkamm über Drahtseile, Trittbügel und eine Seilbrücke bis zum Gipfel des Pfaffenbichl. © Hochfügen

Felsen, Wasserfälle, Weitsicht: die Klettersteige im Zillertal

Für den Klettersommer 2026 bietet das Zillertal für alle Könnerstufen außergewöhnliche Erlebnisse am Stahlseil. Leichte Steige in Talnähe ermöglichen erste Versuche am Fels, während anspruchsvolle Touren im hochalpinen Gelände erfahrene Klettersteiggeher fordern. Das Angebot reicht von Klettersteigen entlang von Wasserfällen bis hin zur neuen „Himmelsbrücke“ mit Blick über das Tal.

Die „Himmelsbrücke“ am Klettersteig Zimmereben befindet sich oberhalb von Mayrhofen. Die rund 48 m lange, freischwebende Seilhängebrücke führt hoch über dem Tal durch die Luft und eröffnet einen beeindruckenden Blick über Mayrhofen und die umliegenden Berggipfel. Am Ende der Brücke wartet direkt der Gastgarten eines Gasthauses und lädt zur Einkehr ein.

Ein Kletterer überquert einen Klettersteig und schwebt quasi über dem Tal.

Die neue „Himmelsbrücke“ am Klettersteig Zimmereben oberhalb von Mayrhofen ist rund 48 m lang. © TVB Mayrhofen-Hippach / Becknaphoto

Klettersteig Pfaffenbichl

Der Klettersteig am Pfaffenbichl in Hochfügen geht nach seinem Winterdebüt in seine erste Sommersaison. Direkt am Bergkamm führt der Steig über Drahtseile, Trittbügel und eine Seilbrücke bis zum Gipfel des Pfaffenbichl. Der Anstieg erfolgt im Sommer zu Fuß über Hochfügen. Die Kombination aus Höhe, Panoramablick und gut gesichertem Fels macht ihn besonders attraktiv für sportliche Bergfreunde und alle, die eine besondere Tour suchen.

Familien-Klettergarten Spieljoch

Direkt bei der Bergstation am Spieljoch befindet sich der Familien-Klettergarten mit besonderem Service: Erfahrene Trainer zeigen den kleinen und großen Kletterern Schritt für Schritt, wie es geht: Von den ersten Griffen und Tritten bis zum sicheren Abseilen sind sie immer an der Seite der Teilnehmenden. Über mehrere möglichen Routen gelangt die ganze Familie gemeinsam zu ihrem ersten Gipfelkreuz. Der Steig eignet sich für Kinder ab sechs Jahren.

Talbachklettersteig und Klettersteig Gerlossteinwand

Die Route des Talbachklettersteigs in der Region Zell-Gerlos in der Zillertal Arena verläuft direkt neben dem Wasserfall. Zwei sehr lange Seilbrücken bilden die Höhepunkte – die letzte führt direkt über den Ablauf eines Wasserspeichers, wo bei viel Wasser unter den Füßen ein eindrucksvoller Wasserfall tost. Mehrere Ausstiege ermöglichen es, die Route zwischendrin zu verlassen und auf den Wanderweg zu gelangen. Der Klettersteig Gerlossteinwand wiederum führt rund 400 m entlang der Wand bis zum Gipfel auf 2.166 m ü. M. Der Zustieg ist nur eine kurze Wanderung von der Bergstation der Gerlossteinbahn entfernt.

Kletterer überquert Klettersteig bei Wasserfall

Die Route des Talbachklettersteigs verläuft direkt neben dem Wasserfall, beginnt mit einem leichten Einstiegsbereich und steigert sich dann Schritt für Schritt. © TVB Zell-Gerlos, Zillertal Arena

Klettersteig #Schlegeis131

Der Klettersteig #Schlegeis131 überwindet etwa 131 Höhenmeter an der Staumauer des gleichnamigen Stausees im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen und endet direkt auf der Krone der Staumauer. Von dort öffnet sich ein weiter Blick auf die Zillertaler Bergwelt. Die Gestaltung des Steigs macht ihn für Einsteiger, Familien, Gruppen und erfahrene Kletterer gleichermaßen spannend.

Sicher unterwegs auf jedem Steig

Zu den wichtigsten Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene zählen nach Einschätzung des Bergführers Florian Wechselberger, Obmann der Zillertaler Bergführer, folgende: eine ehrliche Selbsteinschätzung, eine sorgfältige Tourenplanung, das Einholen aktueller Informationen zu Wetter und Verhältnissen und vor allem die konsequente Verwendung der richtigen Ausrüstung. Dazu gehören ein Klettergurt, ein geprüfter Helm, ein Klettersteig-Set, passende Alpin-Schuhe mit gutem Profil sowie ein Rucksack mit Getränk, kleiner Stärkung, Wetter- und Sonnenschutz.

Genauso wichtig wie die Ausrüstung ist die richtige Herangehensweise: „Wer ruhig bleibt, die ordnungsgemäße Ausrüstung verwendet und sich nicht unter Druck setzt, erlebt Klettersteige als etwas unglaublich Bereicherndes“, betont Wechselberger.

Im Zillertal stehen zudem viele erfahrene Bergführer und Alpinschulen zur Verfügung, die geführte Erlebnisse im Klettersteig ermöglichen.

Die Klettersteige im Zillertal im Überblick:

Region Fügen-Kaltenbach:

  • Familien-Klettergarten Spieljoch
  • (Winter-)Klettersteig Pfaffenbichl

Region Zell-Gerlos, Zillertal Arena:

  • Klettersteig Gerlossteinwand
  • Klettersteig Talbach
  • Erlebnisgarten Riederklamm (= Klettersteig Riederklamm und Oberer Teil, Klettersteig Weiße Wand und Klettersteig Wasserfall)

Ferienregion Mayrhofen-Hippach:

  • Zimmereben-Klettersteige (= Kindergerechter Klettersteig, Klettersteig Huterlaner, Klettersteig Pfeilspitzwand und Klettersteig Astegg)
  • KletterGebiet Knorren (= Steinbock Klettersteig und KnorrenNadel Klettersteig)
  • Klettersteig Nasenwand
  • #Schlegeis131 (= Klettersteig #Schlegeis131 und Kinderklettersteig #Schlegeis131)

 

Erfreuliches Geschäftsjahr 2024/25 der Bergbahn AG Kitzbühel mit Zuwächsen im Winter und im Sommer – v. li. n. re.: Vorstand Mag. Christian Wörister, Aufsichtsratsvorsitzender Bgm. Dr. Klaus Winkler und Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner © Thomas Liner (KitzSki)

KitzSki: Gäste- und Umsatzplus im Geschäftsjahr 2024/25

Die Bergbahn AG Kitzbühel präsentierte bei ihrer 99. ordentlichen Hauptversammlung am 16. Juni 2026 im K3 KitzKongress eine Bilanz, die ihre Rolle als einer der führenden touristischen Motoren der Region eindrucksvoll bestätigt. Trotz wirtschaftlich anspruchsvollen Rahmenbedingungen und geopolitischen Herausforderungen legte KitzSki im Geschäftsjahr 2024/25 sowohl bei den Gästen als auch bei den Umsätzen zu – und investierte gleichzeitig konsequent in zentrale Zukunftsprojekte. Das teilte das Unternehmen vor kurzem in einer Presseaussendung mit.

Mit rund 1,42 Mio. Erstzutritten im Winter und mehr als 300.000 Gästen im Sommer verzeichnete KitzSki ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Diese Nachfrage spiegelt sich auch in den Finanzen wider: Erstmals überschritt der Umsatz die Marke von 70 Mio. Euro und erreichte über 72 Mio. Euro. Das Geschäftsjahr 2024/25 endete mit einem Jahresüberschuss von rund 2,5 Mio. Euro.

Statement Aufsichtsratsvorsitzender Bgm. Dr. Klaus Winkler:

„Trotz wirtschaftlich anspruchsvoller Rahmenbedingungen, steigender Kosten in vielen Bereichen und anhaltender Unsicherheiten auf den nationalen wie internationalen Märkten, konnte KitzSki seine Position als einer der führenden touristischen Leitbetriebe in der Region weiter festigen.“

Insgesamt investierte die Bergbahn AG Kitzbühel weiterhin gezielt in nachhaltig wirksame Infrastruktur, verbesserte Qualität und wichtige Zukunftsprojekte.

Investitionen in Infrastruktur und Zukunftsprojekte
  • Fertigstellung des neuen Personalhauses bei der Hahnenkammbahn mit 60 modernen Wohneinheiten für Mitarbeitende;
  • Optimierung der Beschneiungsanlagen — inklusive Start der Arbeiten am Schlüsselprojekt Speicherteich Sonnenrast;
  • Neubau der Parkgarage bei der Fleckalmbahn — ein weiteres Großprojekt, das bereits in Vorbereitung ist;
  • Ausbau des Sommerangebots — darunter der am 4. Juni 2026 eröffnete neue Kirchberg Trail mit rund 10 km Länge.
Mitarbeitende als Schlüssel zum Erfolg

Im Geschäftsjahr 2024/25 beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 347 Mitarbeitende, darunter 21 Lehrlinge. Investitionen in moderne Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildungsangebote sowie die gezielte Förderung junger Fachkräfte sollen die Position als attraktiver Arbeitgeber weiter stärken. „Die Lehrlinge von heute sichern die Zukunft unseres Unternehmens“, betonte der Vorstandsvorsitzende Mag. Anton Bodner.

Nachhaltigkeit als strategischer Leitfaden

Auch im Bereich Nachhaltigkeit wurden wesentliche Schritte gesetzt: Mit der Teilnahme an der Global Sustainability Ski und den Vorbereitungen zur EMAS-Zertifizierung verfolgt die Bergbahn AG Kitzbühel ihren Weg zu einer ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung konsequent weiter.

Statement Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner und Vorstand Mag. Christian Wörister:

„Die erfreuliche Entwicklung zeigt, dass wir auch in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld wachsen und gleichzeitig konsequent in die Zukunft investieren können. Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem täglichen Einsatz maßgeblich zu diesem Erfolg beitragen. Ein ebenso herzlicher Dank gilt unseren treuen Gästen und unseren zahlreichen Partnern in der Region.“

Aus unserem Archiv:

Ein interessantes Interview mit Mag. Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, und Vorstand Mag. Christian Wörister aus unserem Mountain Manager-Archiv (Ausgabe 1/26) finden Sie hier:

https://www.mountain-manager.com/marketing-management/mm-interview/diversifizierung-wird-essenziell/

Der Trailpark Seelenzoll in der Region St. Anton am Arlberg bietet vier verschiedene Übungslines in mehreren Schwierigkeitsstufen. © TVB St. Anton am Arlberg/Patrick Bätz

Schnann: Neuer Trailpark eröffnet

Vergangenen Samstag, den 13. Juni, wurde der Trailpark Seelenzoll in Schnann in der Gemeinde Pettneu am Arlberg offiziell eröffnet. Er bietet vier Übungstrails für Mountainbiker aller Niveaus – vom Einsteiger bis zum geübten Fahrer. Das neue Projekt des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg wurde mit Unterstützung des Bike Club Arlberg, der Agrargemeinschaft Schnann und der Gemeinde Pettneu am Arlberg realisiert.

Der neue Trailpark Seelenzoll bietet auf den vier Trails unterschiedliche Lines in mehreren Schwierigkeitsstufen. Einsteiger fahren breite Kurven und Wellen in gut kontrollierbarem Tempo. Fortgeschrittene und geübte Biker treffen auf technisch anspruchsvollere Passagen, mehr Geschwindigkeit und wechselnde Herausforderungen. Über den Up-Hill Trail gelangt man ohne Lift zurück zum Einstieg und wechselt direkt in die nächste Line. Der Trailpark ist an den Radweg Stanzertal über die Ortsmitte von Schnann angebunden und eignet sich auch für E-Mountainbikes.

Statement Martin Ebster, Direktor des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg:

„Mit dem Trailpark Seelenzoll schaffen wir ein Angebot für alle, die den Bikesommer am Arlberg aktiv erleben, ihre Fahrtechnik verbessern oder eine kurze Trailrunde in ihre Tour integrieren möchten. Besonders freut uns, dass das Projekt aus der lokalen Bike-Szene entstanden ist und gemeinsam mit dem Tourismusverband und den weiteren Partnern umgesetzt wurde.“

Weiterführende Informationen zum Trailpark Seelenzoll finden Sie hier:

https://www.stantonamarlberg.com/de/sommer/e-bike-und-mountainbike/trailpark-seelenzoll

 

„RAXEN mit Freunden“ steht ab sofort als Synonym für gemeinsames Wandererlebnis.

RAXEN mit Freunden – ein Synonym für geselliges Wandern

Die Rax-Seilbahn in den Wiener Alpen feiert als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich im Juni ihr 100-jähriges Bestehen. Die Hälfte der Zeit lenkte die Familie Scharfegger die Geschicke dieser Pionierleistung, die den Alpintourismus insgesamt nachhaltig veränderte. Bernd Scharfegger ist heute in zweiter Generation der zentrale Mountain Manager der Rax-Seilbahn sowie Leiter der „Scharfegger´s Raxalpen Resorts“.

Portrait eines Mannes

Bernd Scharfegger, GF und Inhaber Rax-Seilbahn © Rax-Seilbahn

Herr Scharfegger, welche Rolle spielt Ihre Familie bei der Entwicklung der Rax-Seilbahn seit 50 Jahren und wie war Ihr persönlicher Werdegang in die Seilbahnbranche? Haben Sie noch weitere Funktionen im touristischen Umfeld?

Mein Vater Friedrich war zunächst in den 70er Jahren Pächter des Raxalpe-Berggasthofs und zweiter Geschäftsführer der Rax-Seilbahn. Als der damalige Betrieb vor dem Bankrott und somit der Stilllegung stand, erwarb er erste Gesellschaftsanteile und wurde dann 1977 Hauptgeschäftsführer und schließlich ab 1989 alleiniger Eigentümer. Die Schulden wurden abgebaut und Investitionen getätigt, die Region gerettet und ein kulturelles Erbe für die Republik Österreich bewahrt! Später unterstützten meine beiden älteren Brüder und ich die Geschäftsleitung, vor allem im Marketing und der Gastronomie. Als 2016 die Konzessionsverlängerung anstand – mit den neuen gesetzlichen Auflagen seit 2003 – war bereits ab 2014 sehr viel Geschick in der Planung erforderlich sowie ein hohes Investitionsvolumen notwendig (3,2 Mio. Euro), sodass ich verstärkt Agenden und in Folge eben auch die Geschäftsführung übernahm. Nach Corona wurde ich außerdem Eigentümer aller 6 Betriebe (5 Gastronomie und die Seilbahn), die seit 2017 unter der Dachmarke ‚Scharfegger´s Raxalpen‘ Resort‘ gebündelt sind. Dass der Resortgedanke für das gesamte Bergerlebnis bedeutsam ist, haben wir früh erkannt. Es kann nur optimal funktionieren, wenn alles aus einer Hand kommt. Die berufliche Ausbildung habe ich in der Tourismusschule Semmering absolviert, war dann einige Jahre in den USA und Wien in der Hotellerie tätig, und 2009 in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt. Als Funktionär bin ich in der Fachgruppe Seilbahnen Niederösterreich im Ausschuss vertreten, geplant ist die Übernahme des Fachvertretungsvorsitzes von Michael Reichl im Herbst und somit dann auch eine Präsenz im Bundesausschuss.

Werbesujet eines 100 Jahres Jubiläums einer Seilbahn mit neuer und alter Seilbahnkabine

Sujet zum diesjährigen Jubiläum der Rax-Seilbahn am 9. Juni. © Rax-Seilbahn

Die Rax-Seilbahn feiert am 9. Juni ihr 100-jähriges Jubiläum. Wie kam es damals zu dieser Pionierleistung, wie hat sie den alpinen Tourismus verändert?

Ich habe diesbezüglich beim Historiker Dr. Günther Luxbacher von der TU Berlin ein Buch in Auftrag zur Geschichte der alpinen Luftseilbahn – mit Schwerpunkt Rax-Seilbahn – gegeben, das im Zuge des Festaktes erscheinen wird. Er beleuchtet dabei die Pionierarbeit des Bleichert-Zuegg-Systems, das den alpinen Tourismus revolutionierte, und ordnet die Raxbahn als historisch wegweisend für die Erste Republik ein. Luxbacher beschreibt diese 1926 eröffnete Bahn als technisches und alpines Meisterwerk, das nicht nur eine infrastrukturelle Leistung darstellte, sondern auch einen politischen und ökologischen Drahtseilakt. Als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich – ganz knapp vor der Tiroler Zugspitzbahn – gilt die Rax-Seilbahn bis heute als Symbol für Pioniergeist, technische Meisterleistung und Naturverbundenheit. Die Anlage wurde als klassische Pendelbahn mit einem Trag-, einem Zug- und einem Hilfsseil pro Fahrbahn errichtet und danach mehrmals umgebaut bzw. modernisiert, zuletzt wurde sie von der Firma LEITNER 2015/16 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit neuen Antriebssteuerungen, modernisierter Seilbahn- und Elektrotechnik sowie einer verlängerten Konzession für weitere 25 Jahre wurden höchste Sicherheitsstandards und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet. Diese Investitionen stellen sicher, dass die Rax-Seilbahn weiterhin ein bedeutendes touristisches Aushängeschild Niederösterreichs bleibt. Die Rax-Seilbahn ist bis heute ein herausragendes Beispiel für die bedeutende Rolle, die Seilbahnen bei der touristischen Erschließung von Bergregionen spielen. Für uns ist sie nicht nur eine Seilbahn, sondern die treibende Kraft und das verbindende Element, das unsere Region lebendig hält. Sie fördert den Tourismus, schafft Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze – und macht uns jeden Tag aufs Neue stolz, Menschen aus aller Welt einzuladen, die Natur in ihrer ganzen Pracht zu erleben.

Welche wichtigen Eckdaten gibt es in der 100-jährigen Geschichte der Rax-Seilbahn? Und wie viele Beförderungen pro Jahr können inzwischen registriert werden?

+ 1944 wurden die Tragseile durch eine Fliegerbombe zerstört und neu eingezogen

+ 1947 Ersatz der alten Wagen durch neue Leichtmetallwagen

+ 1963 erfolgte ein Getriebetausch und 1968 ein Motorentausch

+ 1976 neue Kabinen zum 50-Jahre-Jubiläum

+ 1984 Tausch Zug- und Tragseile

+ 2002 Neue Wagen (30 +1) werden in Betrieb gestellt (Carvatech)

+ 2016 Neue Steuerung und Online-Ticket-System, Generalüberholung

+ 2026 100-Jahre-Jubiläum mit Festakt

Die Beförderungen liegen bei knapp über 200.000 Gästen jährlich, mit der Zielsetzung, die Frequenz kontinuierlich anzuheben. Das ist vor allem eine Wetterfrage. Grundsätzlich erfreuen wir uns aber seit ca. 3 Jahren eines starken Zuspruchs, die Liebe der Bevölkerung zum Berg nimmt zu! Wir sind nach wie vor zu 80 % sommerlastig, auch wenn die Frequenzen im Winter steigen. Wir streben mittelfristig ein Verhältnis von 70:30 an.

Neben der technischen Erneuerung setzt die Rax-Seilbahn auch auf innovative Besucherangebote. Können Sie diese näher beschreiben?

Grundsätzlich stellen wir uns möglichst breit auf und bieten unseren Gästen verschiedene Möglichkeiten an. Wir haben Wanderer, Ausflugsgäste, Panorama-Genießer – die Bergstation ist ja der Ausgangspunkt für ein 34 km² großes Wander-Plateau mit sehr vielfältiger Flora. Das wird inzwischen auch stark von internationalem Publikum genutzt, respektive sich auf den Spuren der großen Dichter und Denker zu bewegen, Stichwort „Sigmund Freud auf dem Otto-Haus“. Diesbezüglich bieten wir u. a. Produkte wie Kombitickets mit der Gastronomie zusammen oder auch Event-Tickets für Mondscheinfahrten oder Sonnenaufgangs-Frühstück bis zu den Bergadvent-Terminen. Dabei wollen wir aber auf jeden Fall vermeiden, Frequenz über Inszenierung zu schaffen, die mit dem Berg nichts zu tun hat. Vor einigen Jahren stellten wir Überlegungen an, wie wir für den Gast erlebbarer machen können, worum es überhaupt geht auf dem Berg. Das Resultat waren z. B. Tafeln in der Talstation auf der Willkommensterrasse zur Wissensvermittlung oder Inszenierung oben auf der Bergstation, wo wir das Thema mit der „ersten Bergrettung der Welt“ (gegründet in Reichenau) aufgenommen haben. Im Hintergrund steht das Pionier- und Freigeisterkonzept, welches ständig je nach finanziellen Möglichkeiten weiter um kleine Installationen wachsen soll. Prinzipiell sind wir ja weit mehr als nur ein Wirtschaftsunternehmen. Diese Seilbahn hat in 100 Jahren so viele Menschen und Emotionen bewegt, dass ich einen Auftrag darin sehe, dieses österreichische Kulturerbe als Rückzugsort vom Alltag (zeitgemäß) zu erhalten.

Sie spielen eine starke wirtschaftliche Rolle in der Region und bekennen sich zu einem zukunftsorientierten Tourismus. Welche Vision haben Sie da?

Ja, schon alleine durch die Frequenz ist eine markante Ausstrahlung vorhanden, es findet große Wertschöpfung in der Region statt. Dazu existiert sogar eine Studie. Daran knüpft sich natürlich eine große Verantwortung, die Bedeutung als nachhaltiges und zukunftsorientiertes Tourismusprojekt aufrecht zu erhalten. Umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten wie ÖBB-Pakete, das Sommerfrische-Kombiticket mit der Höllentalbahn, die 2026 ebenfalls 100 Jahre alt wird, sowie das Mobilitätsprojekt „RUFbus“ Semmering-Rax entlasten den Verkehr und fördern eine ressourcenschonende Regionalentwicklung. Man verpflichtet sich, immer am Ball zu bleiben, je nachdem, wie sich das gesellschaftliche Umfeld entwickelt. Auch wenn sich die Strukturen über die Jahrzehnte verändert haben, kann ich sagen, dass der Bergsport per se, respektive das Wandern, weiterhin bei allen Generationen attraktiv ist. Ja, wir haben unser Zielpublikum zuletzt sogar total verjüngt.

Drei Schneeschuhwanderer laufend im Hintergrund, im Vordergrund ist die Zahl 100 in den Schnee gemalt.

Das Rax-Plateau ist im Winter ein Paradies für Schneeschuh-Wandern und für viele Leute eine Alternative zum Skilauf. © Rax-Seilbahn

Welchen Aktivitäten kann man eigentlich im Winter nachgehen? Es findet ja kein klassischer Skibetrieb mehr statt!

Man kann sicherlich mit Skiern abfahren, wenn Schnee bis ins Tal liegt (528 m), allerdings ohne Pistenpräparierung. Oben auf dem Plateau wird hauptsächlich Schneeschuh-Wandern angeboten – mit Erfolg. Die Rax hat sich inzwischen sogar zum führenden Schneeschuh-Wanderberg im Osten Österreichs entwickelt. Vor allem in Wintern mit wenig Schnee rettet uns sozusagen das Schneeschuh-Wandern das Geschäft. Vor allem geführte Winter-Touren, die verborgene Einblicke in das Naturschutzgebiet Rax ermöglichen, sind ein Renner. Ein gut durchdachtes Farbleitsystem am Berg gibt beim Schneeschuh-Wandern die Richtung vor, wählbar sind mehrere Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Schneeschuhe und Stöcke sind in der Verleihstation des Raxalm-Berggasthofs erhältlich. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist, dass wir durch das Schneeschuh-Wandern und den guten Zugang zum Berg vielen Menschen, die mit dem Skifahren aufgehört haben, wieder eine Berechtigung für sich geben, eine Aktivität im Schnee zu betreiben.

Neuerdings verwenden Sie den Claim „Raxen mit Freunden“. Was ist unter dem Begriff zu verstehen?

Zum 100-jährigen Jubiläum der Rax-Seilbahn steht das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang soll sich der Begriff „RAXEN“ künftig als Synonym für das gemeinsame Wandern auf der Rax etablieren und die Freude am gemeinsamen Naturerlebnis betonen. Entstanden ist der launige Begriff „Gemma Raxen“ schon vor einiger Zeit in der Bevölkerung und wir versuchen ihn nun im Marketing unterzubringen! Außerdem geht der Claim sehr gut zum Teilen in den Sozialen Medien. Die Kampagne #RAXENmitFREUNDEN vereint die Themen FREUNDE, FREUDE und FREUD, die alle im Kampagnennamen enthalten sind. Somit werden zusätzlich Unterkategorien geschaffen, in denen wir unsere Schwerpunkte ‚Wander- und Naturerlebnis‘, ‚Kulinarik am Berg & Auszeit vom Alltag‘ sowie ‚Geschichte & prägende Persönlichkeiten‘ optimal kommunizieren können.

Zum Schluss: Was sehen Sie als die größte Herausforderung für die Zukunft der Rax-Seilbahn, und wie will man ihr begegnen?

Die größte Herausforderung ist definitiv eine Balance zu finden in der Kostensituation. Denn einerseits sind die Kostensteigerungen in den letzten Jahren enorm, andererseits sind wir bei den Möglichkeiten der Frequenzsteigerung der limitiert. Da kommen nur noch wenige weitere Tage in Betracht, weil bei den Hochfrequenztagen sind wir ohnehin schon mit 3.000 Beförderungen pro Tag am Limit. Insofern wird es bei uns auch nie Overtourismus geben. Was uns helfen kann, ist die Ausdehnung der warmen Zeit auf die Nebensaisonen im Frühjahr und Herbst aufgrund der Klimaerwärmung. Das würde die Wander- und Ausflugssaison strecken. Nicht zu vergessen ist auch, dass man 1.000 Höhenmeter in acht Minuten mit der Seilbahn überwindet und in einer anderen Klimazone auf 1.546 m landet. Es ist 10° C kühler als im Tal – eine Wohltat in den immer heißer werdenden Sommern…

Danke für das Gespräch!  mak

 

Über MOUNTAINMANAGER

MOUNTAINMANAGER hat sich in 50 Jahren als die internationale Fachzeitschrift für bergtouristisches Management und Alpintechnik an führender Position etabliert. Die kompetentesten Fachjournalisten der Branche mit Sitz in den drei zentralen Alpenländern Österreich, Schweiz und Deutschland sind für den MOUNTAINMANAGER tätig.
Neueste technische Entwicklungen, zukunftsweisende Trendanalysen und internationale Recherchen stehen im Vordergrund der Berichterstattung.
Aktuelle Reportagen über branchenrelevante Ereignisse, interessante Beiträge von renom mierten Gastautoren sowie Interviews mit markanten Persönlichkeiten und wissenswerte News machen den MOUNTAIN MANAGER zur Pflichtlektüre.

Kontakt
  • EuBuCo Verlag GmbH, Geheimrat-Hummel-Platz 4, 65239 Hochheim
  • 0049-(0)6146-605-0
  • vertrieb@eubuco.de