Winteraufnahme Sesselbahn mit Matterhorn im Hintergrund

Im Matterhorn Ski Paradise beschleunigt eine neue 8er-Sesselbahn die Verbindung vom Riffelberg nach Gifthittli. Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. © ML

Skigebiete im DACH-Raum setzen auf smarte Seilbahntechnologien

Auf die Wintersaison 2025/26 investierten österreichische, deutsche und Schweizer Skigebiete gezielt in neue Seilbahnanlagen von LEITNER. Im Mittelpunkt stehen dabei energieeffiziente Antriebssysteme, ein hoher Automatisierungsgrad sowie intelligente Modernisierungslösungen im Bestand.

Dabei erfreut sich die LeitPilot-Technologie für den autonomen Stationsbetrieb immer größerer Beliebtheit. Das teilte der Südtiroler Seilbahnproduzent vor kurzem in einer Presseaussendung mit.

Österreich: Autonomer, komfortabler, effizienter

Seit Mitte November 2025 ist die neue „Senderbahn“ im österreichischen Skigebiet Hauser Kaibling (Steiermark) betriebsbereit. Diese 10er-Kabinenbahn mit LeitPilot für den autonomen Stationsbetrieb bringt ein deutliches Plus an Komfort und Förderleistung. Mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s befördert die neue Anlage bis zu 2.800 P/h zum Senderplateau. Moderne Kabinen des Typs Diamond EVO Deep, hohe Windstabilität und innenliegende Skiköcher machen die fünfminütige Fahrt besonders für Familien angenehm. Bereits im Vorjahr eröffnete im Skigebiet die ebenfalls mit LeitPilot ausgestattete 8er-Sesselbahn CD8C „Kaiblinggrat“.

Auf die Wintersaison 2025/26 investierten österreichische, deutsche und Schweizer Skigebiete gezielt in neue Seilbahnanlagen von LEITNER. I

Die neue 10er-Kabinenbahn „Senderbahn“ im österreichischen Skigebiet Hauser Kaibling ist mit der LeitPilot-Technologie für den autonomen Stationsbetrieb ausgestattet und bringt ein deutliches Plus an Komfort und Förderleistung. © ML

Im Skigebiet Dachstein West wurden rund 22 Mio. Euro in zwei neue 6er-Sesselbahnen investiert. Die Aufstiegsanlagen „Angeralm“ und „Aussichtsberg“ ersetzen einen Schlepplift sowie eine 4er-Sesselbahn und verbinden seit Anfang der Saison Gosau und Annaberg komfortabler und effizienter. Wetterschutzhauben, Sitzheizung und automatisch schließende Bügel sorgen für ein deutliches Plus an Komfort und Sicherheit.

Sesselbahn im Winter während der Fahrt

Am Mittwoch, dem 21. 1. 2026, wurden die beiden neuen 6er-Sesselbahnen „Aussichtsberg“ und „Angeralm“ (im Bild) in der Skiregion Dachstein West (Österreich) feierlich eröffnet. Offiziell in Betrieb sind die beiden Aufstiegsanlagen schon seit Anfang der Wintersaison 2025/26. © LEITNER

In der Schweiz setzt sich der Trend in Richtung Retrofit in St. Moritz weiter fort, zudem war LEITNER erneut im Matterhorn Ski Paradise für den Bau einer neuen Sesselbahn im Einsatz.

Schweiz: Retrofit, Nachhaltigkeit, Leitpilot-Technologie

Im Matterhorn Ski Paradise beschleunigt eine neue 8er-Sesselbahn die Verbindung vom Riffelberg nach Gifthittli. Dabei steht das Thema Nachhaltigkeit stark im Zentrum: Solarpaneele unterstützen die Energiegewinnung, Stützenfundamente werden wiederverwendet und der LEITNER DirectDrive reduziert den Energieverbrauch sowie die Geräuschentwicklung deutlich. Für den maximalen Komfort auf der Strecke kommt der Premium-Sessel EVO mit Einzelfußrastern und Wetterschutzhauben zum Einsatz. Zudem wurde die neue 8er-Sesselbahn mit Stationen in der markanten Form der italienischen Designschmiede Pininfarina realisiert.

In St. Moritz wurde nach rund 30 Betriebsjahren die bisherige 4er-Sesselbahn „Randolins“ umfassend erneuert. Die neue 6er-Sesselbahn ermöglicht den komfortablen Aufstieg sowohl von der Paradiso als auch von der Trutz-Seite. Mit einer Förderleistung von bis zu 2.400 P/h – gegenüber bislang 1.500 P/h – und einer Fahrgeschwindigkeit von 6 m/s erfüllt die Anlage bestmögliche Anforderungen an Kapazität, Effizienz und Betriebssicherheit. Trotz des vollständigen technischen Neubaus, inklusive LeitPilot in der Bergstation, stand der nachhaltige Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt der Umsetzung. Aufgrund des guten Zustands der bestehenden Bausubstanz konnten neun der insgesamt 15 Seilbahnfundamente weiterverwendet werden, die übrigen mussten lediglich punktuell verstärkt werden. Damit verbindet die 6er-Sesselbahn „Randolins“ modernste Seilbahntechnologie mit einer verantwortungsvollen Weiterentwicklung des Bestands.

Parallel dazu wurde auch die rund 30 Jahre alte 4er-Sesselbahn „Lej da la Pêsch“ im Rahmen eines gezielten Retrofit-Programms für die Zukunft gerüstet. Die bereits im Herbst 2025 abgeschlossene Modernisierung brachte neben einem autonomen Stationsbetrieb mit Leitpilot in der Bergstation neue Sessel mit gepolsterten Sitzen, verriegelbaren Schließbügeln, Einzelfußrastern sowie eine leicht erhöhte Fahrgeschwindigkeit, die nun für kürzere Wartezeiten sorgt. Entlang der Strecke wurden lediglich kleinere Instandhaltungsarbeiten an den Fundamenten durchgeführt, um die Anlage auf den aktuellen Stand zu bringen. Damit reiht sich die Anlage erfolgreich in Schweizer Retrofit-Projekte von LEITNER der jüngeren Vergangenheit in Corviglia und Arosa Lenzerheide ein.

Einen Modernisierungsschub mit Fokus auf die Ganzjahresnutzung gab es in deutschen Skigebieten. Auch dabei kamen Seilbahnanlagen von LEITNER zum Einsatz.

Deutschland: Ganzjähriges Freizeitangebot am Almberg

Im Skizentrum Mitterdorf, das als „Gletscher des Bayerischen Waldes“ bekannt ist, wurden umfassende Investitionen getätigt, um die Destination zukunftsfit zu machen. Der Zweckverband Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut-Philippsreut investierte rund 23,2 Mio. Euro in ein ganzjährig attraktives Angebot. Herzstück des Projekts sind zwei neue Aufstiegsanlagen von LEITNER: die 6er-Sesselbahn „Almbergbahn“ und die 4er-Sesselbahn „Kleiner Almberglift“.

Die neue „Almbergbahn“ überzeugt durch ihre Windstabilität, eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s und eine Förderleistung von 1.600 P/h. 40 komfortable 6er-Sessel mit Wetterschutzhauben, Komfortpolsterung und Einzelfußrastern sorgen für ein angenehmes Fahrerlebnis. Die Trasse wurde so gewählt, dass die gesamte Pistenfläche ohne bauliche Hindernisse genutzt werden kann. Auch die neue fixgeklemmte 4er-Sesselbahn „Kleiner Almberglift“ steigert mit einer Förderleistung von 1.400 P/h und modernen Premium-Sesseln des Typs EVO den Komfort für die Gäste. Beide Anlagen sind für den Sommer- und Winterbetrieb ausgelegt und unterstützen damit das Ziel, über das ganze Jahr ein Freizeitangebot am Almberg anzubieten.

Rendering einer Kabinenbahn (Talstation) in der Stadt

In der Projektphase: Die geplante urbane Kabinenbahn, die in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden soll. © Rendering LEITNER

Ozeanien erhält erste urbane Seilbahn

Die Kabinenbahn soll in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden. Den Zuschlag für die erste urbane Seilbahnlinie Ozeaniens erhielt der Südtiroler Seilbahnhersteller LETINER. Sein eingereichtes Projekt sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer Förderleistung von bis zu 3.000 P/h vor. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant. Das teilte der italienische Seilbahnproduzent heute in einer Pressemitteilung mit.

Die Stadt Queenstown befindet sich im Queenstown-Lakes District der Region Otago auf der Südinsel von Neuseeland. Die einzigartige Geographie der Stadt sowie die hohen Grundstückspreise machen eine Erweiterung von Straßen oder den Bau spezieller Busspuren sehr teuer und langsam. Der Flughafen Queenstown ist nach eigenen Angaben der viertgrößte Neuseelands nach Passagierzahlen. In einem im Mai 2025 gestarteten Wettbewerbsverfahren wurde LEITNER nun offiziell für den Bau der ersten urbanen Seilbahnlinie Ozeaniens ausgewählt. Diese soll den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden und soll bis 2029 betriebsbereit sein. Die voraussichtliche Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten und bietet eine zuverlässige Alternative zur stark befahrenen Frankton Road sowie Panoramablicke über den Lake Wakatipu und die Remarkables. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 200 Mio. Euro.

Urbane Seilbahn als optimale Verkehrslösung für Standort

Das in Queenstown ansässige und privat geführte Unternehmen Southern Infrastructure bringt Fachwissen, Investitionen und Engagement ein, um die notwendige Infrastruktur in der Region bereitzustellen. „Eine Seilbahn – so ist auch Ross Copland, Geschäftsführer der Southern Infrastructure Limited, überzeugt – sei daher die beste Wahl für den Standort“. Die Seilbahnpläne bauen auf früheren Studienergebnissen auf, wonach eine Kabinenbahn vom Flughafen zur Innenstadt die optimale Verkehrslösung für Queenstown wäre. Das eingereichte Projekt von LEITNER sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer stündlichen Förderleistung von bis zu 3.000 Personen vor. Aufgrund der Streckenführung entstehe dabei nicht nur ein touristischer Mehrwert, sondern trage die Bahn auch zur langfristigen Infrastrukturplanung der Stadt bei.

Die weitere To-do-Liste

„Unser erster Schritt ist ein Vorplanungsvertrag, der es uns ermöglicht, die Detailplanung abzuschließen“, so Ross Copland. „Diese Arbeiten bilden die Grundlage für einen Generalunternehmervertrag, sobald das Projekt baureif ist.“

Mit dem Übergang in die nächste Projektphase werden nun die inhaltlichen und technischen Grundlagen weiter vertieft. Diese Phase umfasst die detaillierte Planung und Konstruktion der Anlage ebenso wie die Erstellung umfassender umweltbezogener und technischer Gutachten. Parallel dazu sind strukturierte Konsultationen mit Grundstückseigentümern sowie mit der lokalen Bevölkerung vorgesehen, um das Projekt transparent weiterzuentwickeln und regionale Anliegen frühzeitig zu berücksichtigen.

Statement Martin Leitner, Vorstand von LEITNER:

„Die Vergabe dieses Projekts stellt für LEITNER einen Meilenstein von großer Bedeutung dar und ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in unsere technologische Kompetenz und unsere Vision einer nachhaltigen Mobilität. Mit der Realisierung der ersten urbanen Seilbahn Ozeaniens macht Queenstown einen entscheidenden Schritt hin zu einem innovativen, zuverlässigen und optimal in das Stadtgebiet integrierten Verkehrssystem. Wir sind stolz darauf, unser Know-how in ein Projekt einzubringen, das Innovation, Nachhaltigkeit und einen langfristigen Mehrwert für die Region vereint.“

Der Baubeginn ist – vorbehaltlich der Festlegung des geeigneten Genehmigungsverfahrens sowie aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen – für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant.

 

Das Seilbahnunternehmen LEITNER realisierte in Neuseeland bereits bedeutende Projekte wie den Coronet Express (Kombibahn 6er-Sessel/8er-Kabinen), die Sky Waka-Kabinenbahn oder die neue 8er-Sesselbahn am Mount Hutt.

8er-Sesselbahn mit Wetterschutzhauben im Winter im Einsatz

Zum Start der Wintersaison 2025/2026 im Skigebiet Garmisch-Classic ging die neue 8er-Sesselbahn Kreuzwankl mit Wetterschutzhauben und Sitzheizung in Betrieb. Sie ersetzt die bisherige 6er-Sesselbahn Kreuzwankl-Ski-Express aus dem Jahre 1997. Durch die reduzierte Umlaufgeschwindigkeit in der Talstation ist der Einstieg für die Fahrgäste jetzt angenehmer gestaltet. Außerdem ist der Einstiegsbereich höhenverstellbar, um Anfängern, Kindern und Skischulen den Zugang zu erleichtern. © Bayerische Zugspitzbahn/Laura Schmatz

Deutsche Skigebiete sind mit bisheriger Wintersaison zufrieden

Frostige Temperaturen, Sonnenschein und Schneefall sorgten für ideale Bedingungen in der laufenden Wintersaison 2025/26, was zu einer positiven Zwischenbilanz seitens des Verbands Deutscher Seilbahnen e. V. (VDS) in dessen Pressemitteilung vom 13. Januar führt. Besonders erfreulich sei auch die hohe Nachfrage nach Skikursen, vor allem bei jungen Wintersportlern, heißt es darin weiter.

Der frühe Saisonstart im November und die klirrende Kälte ab Ende Dezember mit zumeist sonnigem Wetter sorgten für ideale Rahmenbedingungen. Die Kältephase bot optimale Voraussetzungen für die technische Beschneiung, und Skigebiete mit guter Beschneiungsinfrastruktur verzeichnen Zuwächse oder liegen auf dem sehr guten Vorjahresniveau. Reine Naturschneegebiete profitieren momentan von der Schneelage und ziehen entsprechend nach. Besonders erfreulich ist die hohe Nachfrage nach Skikursen vorrangig bei jungen Wintersportlern und die große Anzahl der Sonnengäste, die das traumhafte Winterwetter neben den Wintersportlern in die Berge führt.

Bisheriger Saisonverlauf im Überblick
  • Die Wintersaison wurde vom Allgäuer Familienberg Söllereck in Oberstdorf eröffnet, die sechs benachbarten Skigebiete im Allgäu folgten sukzessive. Im Gebiet freut man sich über die guten Pistenbedingungen, zufriedene Gäste und ideales Wintersportwetter.
  • Die Zugspitze startete mit einer 60 cm dicken Naturschnee-Pistenauflage: Im Gebiet Garmisch-Classic begann die Wintersaison bei bestem Wetter und mit der Eröffnung des erneuerten Kreuzwankl, der auf eine 8er-Sesselbahn (Seilbahnhersteller: Doppelmayr-Gruppe) erweitert wurde. Dank der idealen Wetterbedingungen konnte auf der Zugspitze zwischen den Jahren mehrfach die Tagesspitze von 4.500 Besuchern erreicht werden. Im Gebiet Garmisch-Classic wurden in diesem Zeitraum sogar 9.000 Gäste verzeichnet.
  • Auch das Skigebiet Großer Arber im Bayerischen Wald startete im November in die aktuelle Wintersaison. Zum Auftakt waren die Sonnenhangbahn sowie zwei Pisten in Betrieb. In den darauffolgenden Tagen wurden weitere Lifte und Abfahrten schrittweise geöffnet, sodass das Angebot kontinuierlich erweitert werden konnte. Dank Naturschnee und anhaltend niedriger Temperaturen lagen optimale Bedingungen für die technische Beschneiung und ideale Wintersportbedingungen vor.
  • Im Schwarzwald sind aktuell (Stand: 13. Januar 2026) die Herzogenhornbahn, die Feldbergbahn, die Förderbänder am Seebuck sowie beide Grafenmattlifte und die Zeigerbahn in Betrieb. Auch hier sind die Schneeverhältnisse insgesamt gut, mit einer Kombination aus natürlichem und technischem Schnee.
  • Die Wintersport-Arena Sauerland bietet beste Bedingungen: Bis zu 80 Ski- und Rodellifte und rund 300 km Loipen stehen den Gästen zur Verfügung. Mit Schneefall bis in die Tallagen und Dauerfrost herrscht eine optimale und stabile Schneelage, die es so seit Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Besucherzahlen zogen zum Jahresende deutlich an und bleiben auf einem hohen Niveau.
  • Neuschnee und gutes Wetter sorgten auch in den Alpen Plus Gebieten Brauneck-Wegscheid, Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld und Wallberg für Hochbetrieb in den Weihnachtsferien.
Statement Birgit Priesnitz, Geschäftsführerin des Verbands Deutscher Seilbahnen e. V. (VDS):

„Wir freuen uns über die ungebrochene Nachfrage nach Wintersport in unserer heimischen Bergwelt und über die durchweg positive Stimmung bei den Gästen und blicken optimistisch auf die kommenden und hoffentlich schneereichen Wochen.“

 

Rax-Seilbahn im Winter

Als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich befördert die Rax-Seilbahn seit 9. Juni 1926 die Fahrgäste von der Talstation (528 m ü. M.) in Hirschwang zur Bergstation auf der Raxalpe (1.546 m ü. M.) © Scharfegger's Raxalpen Resort

Rax-Seilbahn feiert 100-Jahre-Jubiläum

Seit ihrer Eröffnung am 9. Juni 1926 befördert die „Rax-Seilbahn“ in den Wiener Alpen im niederösterreichischen Reichenau an der Rax Fahrgäste im Pendelbetrieb von Hirschwang auf das Raxplateau. Als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich gilt sie bis heute als Symbol für Pioniergeist, technische Meisterleistung und Naturverbundenheit. 2026 feiert sie ihr 100-Jahre-Jubiläum – mit historischen Einblicken und besonderen Highlights wie z. B. die Kampagne #RAXENmitFREUNDEN. Diese wurden gestern bei einer Pressekonferenz von der Besitzerfamilie Scharfegger vorgestellt.

Die am 9. Juni 2026 eröffnete Rax-Seilbahn wurde vom damaligen Seilbahnhersteller Bleichert nach dem System Bleichet-Zuegg als klassische Pendelbahn mit einem Trag-, einem Zug- und einem Hilfsseil pro Fahrbahn errichtet und danach mehrmals umgebaut bzw. modernisiert, zuletzt wurde sie von der Firma Leitner auf den neusten Stand der Technik gebracht (Zeitraum zwischen November 2015 und Juni 2016). Mit neuen Antriebssteuerungen, modernisierter Seilbahn- und Elektrotechnik sowie einer verlängerten Konzession für weitere 25 Jahre wurden höchste Sicherheitsstandards und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet. Diese Investitionen stellen sicher, dass die Rax-Seilbahn mit rund 200.000 Gästen jährlich weiterhin ein bedeutendes touristisches Aushängeschild Niederösterreichs bleibt. Der Betrieb der Rax-Seilbahn ist eng mit der Familie Scharfegger verbunden, die seit mehr als 50 Jahren als treibende Kraft hinter der touristischen Entwicklung der Region steht. Heute führt Bernd Scharfegger, der Sohn von Fritz und Grete Scharfegger, die Betriebe erfolgreich unter der Dachmarke „Scharfegger’s Raxalpen Resort“. Dazu gehören, neben der Rax-Seilbahn mehrere gastronomische und touristische Betriebe.

Zwei Männer und eine Frau flanieren ein Rollup zum 100 Jahre Jubiläum der Rax-Seilbahn

V.li.n.re.: Albert Malli, Geschäftsführer der Höllentalbahn-Projekt GmbH, Silvana Mock, Marketingleitung Rax-Seilbahn, und Bernd Scharfegger, Betreiber der Rax-Seilbahn und Geschäftsführer des Scharfegger’s Raxalpen Resorts. © Roman Zach-Kiesling

Statement Bernd Scharfegger:

„Die Rax-Seilbahn ist bis heute ein herausragendes Beispiel für die bedeutende Rolle, die Seilbahnen bei der Erschließung von Bergregionen spielen. Für uns ist sie nicht nur eine Seilbahn, sondern die treibende Kraft und das verbindende Element, das unsere Region lebendig hält. Sie fördert den Tourismus, schafft Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze – und macht uns jeden Tag aufs Neue stolz, Menschen aus aller Welt einzuladen, die Natur in ihrer ganzen Pracht zu erleben.“

Highlights und Kampagne #RAXENmitFREUNDEN

Zum 100-Jahre-Jubiläum der Rax-Seilbahn steht das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt: Der Begriff „RAXEN“ soll sich künftig als Synonym für das Wandern auf der Rax etablieren und die Freude am gemeinsamen Naturerlebnis betonen. Die Kampagne #RAXENmitFREUNDEN vereint die Themen FREUNDE, FREUDE und FREUD, die alle im Kampagnennamen enthalten sind. Scharfegger: „Somit werden zusätzlich Unterkategorien geschaffen, in denen wir unsere Schwerpunkte ‚Wander- und Naturerlebnis‘, ‚Kulinarik am Berg & Auszeit vom Alltag‘ sowie ‚Geschichte & prägende Persönlichkeiten‘ optimal kommunizieren können. (…)“

Im Jubiläumsjahr sind außerdem familienfreundliche Veranstaltungen, historische Ausstellungen, Kombitickets und Rabatte vorgesehen. In der aktuellen Wintersaison 2025/26 ist das Schneeschuhwandern ein zentrales Thema. „Wir haben uns mittlerweile als der Schneeschuhwanderberg im Osten Österreichs etabliert. Besonders Familien schätzen diese kostengünstige und einfach zu erlernende Sportart, die den heutigen Zeitgeist trifft“, so Scharfegger.

Timeline-Grafik 100 Jahre Rax-Seilbahn

Timeline-Grafik 100 Jahre Rax-Seilbahn © Scharfegger’s Raxalpen Resort

Zukunftsorientierter Tourismus

Seit inzwischen 100 Jahren unterstreicht die Rax-Seilbahn ihre anhaltende Bedeutung als nachhaltiges und zukunftsorientiertes Tourismusprojekt. Umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten wie ÖBB-Pakete, das Sommerfrische-Kombiticket mit der Höllentalbahn, die 2026 ebenfalls 100 Jahre alt wird, sowie das Mobilitätsprojekt „RUFbus“ Semmering-Rax entlasten den Verkehr und fördern eine ressourcenschonende Regionalentwicklung.

Die Rax-Seilbahn ist auch Träger des Gütesiegels „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“, eine Initiative des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich. 2026 wird übrigens ein geschichtsträchtiges Jahr für die österreichische Seilbahnbranche: Sie feiert 100 Jahre Seilbahnen in Österreich.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.raxalpe.com

Urbane Kabinenbahn in Mexico City

Das Seilbahnprojekt „Cablebús Linie 5“ stärkt die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe. Diese startete im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet, – im Bild die „Cablebús Linie 1“. © Doppelmayr

Doppelmayr realisiert 15,2 km lange urbane Seilbahn in Mexico City

Bei der neuen 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen handelt es sich um eines der bedeutendsten Mobilitätsprojekte in Mexico City. Die Eröffnung ist für 2028 vorgesehen. Diese weitere urbane Seilbahnanlage der Doppelmayr-Gruppe in der mexikanischen Hauptstadt sorgt dann für eine direkte Anbindung an die Metrostation Mixcoac (Linien 7 und 12) und stärkt so die vernetzte Mobilität im Westen der mexikanischen Hauptstadt. Die Gesamtinvestition für die „Cablebús Línea 5“ liegt bei 7,9 Mrd. mexikanischen Pesos (rund 372 Mio. Euro).

Das teilte die Doppelmayr-Gruppe gestern in einer Presseaussendung über diesen Großauftrag mit. Die neue „Cablebús Línea 5“ verbindet in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez. Mit einer Förderleistung von 3.000 Personen pro Stunde und Richtung wird diese neue 10er-Kabinenbahn die aktuellen Reisezeiten halbieren. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrsnetzes trägt sie dazu bei, die Lebensqualität der Anwohner zu steigern und ihre Anbindung an andere Teile der Hauptstadt deutlich zu verbessern. Die Eröffnung der „Cablebús Línea 5“ ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Die Doppelmayr-Gruppe setzt bei der Umsetzung auf modernste Seilbahntechnologie, die höchste Standards in Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz erfüllt.

Rendering Stationen Cablebus Linie 5 in Mexico City

Die neue 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen wird in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez verbinden und eine Förderleistung von 3.000 P/h & Richtung haben. Das sorgt für eine Halbierung der aktuellen Reisezeiten der Anwohner. © Doppelmayr

Nachhaltig, weniger Kosten und Emissionen

Die „Cablebús Linie 5“ zeichnet sich durch ihre hohe betriebliche Effizienz und ihren direkten Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität aus. Das Seilbahnsystem benötigt nur sehr wenig Platz und greift kaum in die bestehende Infrastruktur ein. Dadurch entstehen deutlich geringere Kosten für Verkehrsflächen. Die Auswirkungen auf den städtischen Raum bleiben minimal. Darüber hinaus wird durch den Umstieg auf eine elektrische, seilgezogene Mobilität die Luftqualität verbessert, was zu einer wesentlichen Reduktion von Schadstoffemissionen beiträgt.

Mehr als 50 km Gesamtlänge, mehr als 350.000 Fahrgäste täglich

Die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe begann im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet. Damit entsteht in Mexiko eine urbane Seilbahninfrastruktur mit künftig mehr als 50 km Gesamtlänge, die über 350.000 Fahrgästen täglich eine verbesserte Mobilität bietet.

Factbox 10er-Kabinenbahn Cablebús Línea 5:
  • Stationenanzahl: 12
  • Gesamtlänge: 15,2 km
  • Streckenabschnitte: 5 (3 Hauptlinien und 2 Abzweigungen)
  • Stützenanzahl: 114
  • Fahrzeuganzahl: 462
  • Förderleistung: 3.000 P/h & Richtung
  • Zeitersparnis: Mehr als 50 % im Vergleich zum Status quo
Kabinenbahn fährt im Winter aus Station

Die 8er-Kabinenbahn Crap Masegn – Fuorcla – Vorab wurde auf die aktuelle Wintersaison umfassend modernisiert und ist seit 19. Dezember im öffentlichen Betrieb. Durch die konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. © Garaventa AG

Umfassende Modernisierung der Kabinenbahn-Verbindung in LAAX

Am 19. Dezember 2025 war es soweit: Die neue Kabinenbahn vom Crap Masegn nach Fuorcla und weiter zum Fuße des Vorabgletschers nahm im Skigebiet Laax/Flims/Falera im Bündner Oberland (Kanton Graubünden) ihren öffentlichen Betrieb auf. Im Rahmen eines umfangreichen, nachhaltigen Retrofits wurde die 1978 eröffnete Kabinenbahn umfassend erneuert. Dabei vertraute die Weisse Arena Bergbahnen AG auf das Know-how der Garaventa AG, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

Die Kabinenbahn-Verbindung zwischen Crap Masegn, Fuorcla und dem Vorabgletscher blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1978 nahm die Weisse Arena Bergbahnen AG die damals von Habegger erbaute 6er-Kabinenbahn in Betrieb und erschloss damit den Vorabgletscher, den höchsten Punkt des Skigebiets Laax. Nun wurde diese historische Anlage durch eine neue Kabinenbahn ersetzt, da die alte Anlage aus konzessionsrechtlichen Gründen nicht weiter betrieben werden konnte.

Höhere Förderleistung, effizienterer Betrieb

Die neue 8er-Kabinenbahn folgt der bestehenden Linienführung und verfügt über modernste Technik. Zwei Teilstrecken mit separaten Antrieben ermöglichen neu eine Förderleistung von 1.500 P/h bei einer Geschwindigkeit von 6 m/s. Bei Bedarf kann die Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn ihre Förderleistung auf bis zu 2.000 P/h erhöhen, indem Kabinen von der anderen Teilstrecke übernommen werden. Dadurch verringert sich die Förderleistung der Teilstrecke Fuorcla–Vorab entsprechend. Die 77 OMEGA IV-Kabinen bieten Platz für acht Personen und sind mit Polstersitzen, Außen-Skiköchern und Klappfenstern ausgestattet. Sie stammen aus dem Werk von CWA, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

Vier Personen bei Kabinenbahneröffnung in der Seilbahnstation

V.li.n.re.: Arno Inauen (CEO Garaventa AG), Alicia Martinez (Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG), Reto Gurtner (Verwaltungsratspräsident der Weisse Arena Bergbahnen AG) und Ueli Sutter (Projektleiter Verkauf Garaventa AG). © Garaventa AG

Nachhaltigkeit im Fokus

Das Projekt basiert auf einem umfassenden Retrofit-Konzept der Weisse Arena Bergbahnen AG, das die Weiterverwendung bestehender Infrastruktur vorsieht. Die Stationsgebäude in Crap Masegn und am Vorab konnten unverändert bestehen bleiben, denn die neuen Kabinengaragierungen wurden in die vorhandenen Gebäudehüllen integriert. Auch die Strecke wurde weitergenutzt. 22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. Insgesamt konnten rund 80 % des vorhandenen Stahls wiederverwendet werden. Durch diese konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. Das ist im alpinen Gelände ein entscheidender Vorteil. „Ein kompletter Rückbau hätte bedeutet, 300 t Stahl erneut ins Hochgebirge zu transportieren. Diesen Aufwand konnten wir dank des Retrofit-Konzepts vermeiden“, erklärt Alicia Martinez, Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG. Zudem verkürzte die Weiterverwendung der vorhandenen Strukturen die Bauzeit.

Für die Weisse Arena Bergbahnen AG hat das Projekt eine wichtige strategische Bedeutung. Verwaltungsratspräsident Reto Gurtner betont: „Modernisieren heißt für uns nicht abreißen, sondern besser machen. Mit unserem Retrofit steigern wir den Gästekomfort und setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen: Wir nutzen bestehende Ressourcen weiter, sparen Rohstoffe und Energie und bringen damit die Vision LAAX28 konsequent in die Realität. So entsteht Nachhaltigkeit, die nicht nur versprochen wird – sondern wirkt.“

Auch für Garaventa ist das Projekt ein Meilenstein. Ueli Sutter, Projektleiter Verkauf, sagt: „Am Ende jeder Anlage steht ein Neuanfang. Retrofit-Projekte machen es möglich, bestehende Bahnen für weitere Jahrzehnte fit zu machen. Sie sind ein zentraler Bestandteil unserer ESG-Strategie der Doppelmayr-Gruppe und verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung.“

Kabinenbahn im Winter während der Fahrt

22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. © Garaventa AG

Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Vorab
  • Schräge Länge: 2.486 m
  • Höhenunterschied: 452 m
  • Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
  • Förderleistung: 1.500 P/h

 

Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn
  • Schräge Länge: 1.175 m
  • Höhenunterschied: 357 m
  • Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
  • Förderleistung: 2.000 P/h
Pistenretter mit Rettungshund im Skigebiet

Tagungsschwerpunkte sind die Kommunikation bei Ereignissen und die Verkehrssicherungspflicht. © KI-generiertes Bild

Tagung Pisten- und Rettungsdienst geht in die zweite Runde

Nach 2024 organisiert nun der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) im Jahr 2026 erneut eine Tagung zum Thema „Pisten- und Rettungsdienst“. Sie findet am Montag, den 30. März, und Dienstag, den 31. März, im Center Fontauna in Disentis/Mustér im Kanton Graubünden statt.

Es geht um eine zukunfts- und praxisorientierte Standortbestimmung. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Kommunikation bei Ereignissen und die Verkehrssicherungspflicht. Dabei werden z. B. Schnittstellen zwischen dem Pistenrettungsdienst (= PRD) und anderen Diensten wie Technik und Gastronomie beleuchtet, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und PRD thematisiert sowie der Einsatz von Technologien wie z. B. Drohnen behandelt. SBS strebt eine interaktive Tagung an und hat den Anspruch, so viel Praxis wie möglich und so wenig Theorie wie nötig zu bieten. Die Tagung lebt vom Erfahrungsaustausch sowie der Expertise der Referenten und der Teilnehmer. Sie ist der ideale Anlass, um sich zu treffen, zu vernetzen und sich über die aktuellen Trends und Entwicklungen zu informieren.

Mehr als 2.000 Mitarbeiter im Pisten- und Rettungsdienst tätig

Seilbahnunternehmen müssen dafür sorgen, dass der Wintersport unter bestmöglichen Sicherheitsbedingungen ausgeübt werden kann. Dafür verantwortlich ist das Team des PRD des jeweiligen Seilbahnbetriebs. In den Schweizer Wintersportgebieten sorgen so mehr als 2.000 Mitarbeiter im Pisten- und Rettungsdienst für die Sicherheit und den Komfort der Gäste und kontrollieren täglich tausende Kilometer Pisten. Die PDR-Mitarbeiter müssen über eine spezifische Ausbildung in diesem Bereich verfügen.

Die Anmeldung zur diesjährigen Tagung „Pisten- und Rettungsdienst“ ist online bis Samstag, den 28. Februar 2026, möglich. Auf die Tagungsteilnehmer warten interessante Vorträge, interdisziplinäre Workshops und Podiumsdiskussionen.

 

Tagungsort, Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, Programm, Referenten und den Link zur Online-Anmeldung finden Sie hier: https://www.seilbahnen.org/verband/tagung-prd-sbs

Weihnachtspakete werden von Seilbahn befördert

© KI-generiertes Bild/cm

Betriebsurlaub über Weihnachten

Bevor das Jahr zu Ende geht, möchten wir kurz innehalten und „Danke“ sagen. Danke für die tollen Projekte, das Vertrauen und den gemeinsamen Weg in diesem Jahr.

Damit das Mountain Manager-Team mit frischer Energie in das neue Jahr starten kann, verabschieden wir uns in den Betriebsurlaub (24. 12. 2025 – 2. 1. 2026).

Ab Montag, dem 5. 1. 2026, sind wir wieder wie gewohnt für Sie erreichbar.

 

Drei Pistenfahrzeuge im Winter auf der Piste

Mit der Markteinführung des Pistenbully 100 ParkPro dieses Jahr im Jänner in Laax (CH) ist die Pistenbully Park-Flotte komplett. Der Pistenbully 100 ParkPro ergänzt den Pistenbully 400 ParkPro, dessen neueste Generation 2022 vorgestellt wurde, und das Kraftpaket Pistenbully 600 Polar ParkPro, das seit 2024 im Parkbau eingesetzt wird. © Kässbohrer

Insights zum Start der Wintersaison 2025/26

Zu Saisonbeginn geben Dr. Christian Oberwinkler (CO), Vorstand Technik, Heiko Stähle (HS), Vorstand Sales & Administration, und Alex Dehm (AD), Bereichsleiter Vertrieb, Einblicke in die Themen, die die Kässbohrer Geländefahrzeug AG derzeit bewegen – von der intensiven Hochsaison über neue Anforderungen im Alltag bis hin zu den Entwicklungen, die das Unternehmen gerade prägen und beschäftigen. Dieses Interview wurde dem Mountain Manager zur Verfügung gestellt.

Moderation: Die Wintersportsaison hat begonnen. Was bedeutet das für Kässbohrer? 

AD: Wir befinden uns gerade in der intensivsten, aber auch schönsten Zeit des Jahres. Viele Kunden warten darauf, ihre neuen Pistenfahrzeuge rechtzeitig zu bekommen. Das Zeitfenster bis zum Saisonstart ist knapp – und jeder im Unternehmen gibt alles, damit die Fahrzeuge pünktlich aus der Produktion auf die Piste kommen.

HS: Die Weihnachtsferien sind für die Seilbahnbetreiber die wichtigste Phase des Jahres, und auch bei uns werden in den letzten drei Monaten über 60 % unseres Jahresabsatzes ausgeliefert. Eine starke Performance ist dabei entscheidend. Deshalb erhöhen wir im letzten Quartal die Produktionskapazität– mit zusätzlichen Wochenstunden und Samstagsarbeit. Unser Team beweist dabei Jahr für Jahr beeindruckende Flexibilität und Engagement, denn die Saison macht keine Pause.

Drei Männer sitzend im Gespräch

Interview im Kässbohrer-Headquarter in Laupheim im Dezember 2025, v. li. n. re.: Heiko Stähle, Alexander Dehm und Dr. Christian Oberwinkler. © Kässbohrer

Moderation: Im Herbst wurde im tariflichen Bereich eine generelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden beschlossen. Heiko, was waren die Gründe hierfür? 

HS: Diese Entscheidung basiert auf mehreren strategisch wichtigen Überlegungen. Unser Markt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: geopolitische Entwicklungen, neue Zölle auf US-Exporte und ein spürbarer Rückgang des globalen Marktvolumens beeinflussen unser Geschäft zunehmend. Auf diese Veränderungen müssen wir proaktiv reagieren. Die Arbeitszeitreduzierung ist daher Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem wir mögliche Überkapazitäten frühzeitig regulieren möchten. Ziel ist es, tiefergreifende Maßnahmen zu vermeiden und das Unternehmen langfristig weiterhin stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen. Diese schwierige Entscheidung ist somit ein wichtiger Baustein unserer Zukunftssicherung.

Moderation: Gibt es weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja. Ein weiteres Handlungsfeld ist die konsequente Optimierung unserer Prozesse. Hier schlummern erhebliche Potenziale, die wir gezielt heben möchten. Dabei geht es ausdrücklich um die Verbesserung von Abläufen – nicht um die Optimierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir schauen uns unsere Prozesse umfassend an: von der Entwicklung über den Einkauf und die Produktion bis hin zum Service. Gleichzeitig stehen auch unsere Kunden in einer Phase intensiver Transformation: Digitalisierung, Vernetzung und Effizienzsteigerungen prägen ihren Alltag immer mehr. Nur wer diese Entwicklungen aktiv mitgeht, bleibt dauerhaft erfolgreich und zukunftsfähig.

Moderation: Christan, du sprichst von Digitalisierung, Effizienz und Vernetzung – sowohl intern als auch beim Kunden. Bedeutet das, dass die Organisationsentwicklung auch relevant für den Markterfolg ist?

CO: Am Ende zählt für unsere Kunden vor allem das Ergebnis: die perfekte Piste. Aber bessere interne Abläufe sorgen dafür, dass wir schneller, strukturierter und zuverlässiger liefern können. Das hilft unseren Kunden bei Planung, Wirtschaftlichkeit und Qualität – deshalb gehören moderne Arbeitszeitmodelle, Effizienz und Prozessoptimierung für uns genauso zur Produktentwicklung wie technische Innovationen. Das wirkt sich schlussendlich im Markterfolg aus.

Pistenbully mit KFX im Einsatz

Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. © Kässbohrer

Moderation: Welche Fortschritte gibt es beim Thema Qualität? 

CO: In den letzten zwei Jahren haben wir massiv in die Verbesserung unserer Qualität investiert und unsere Entwicklungsprozesse kritisch überprüft. Die Rückmeldungen unserer Kunden bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch unsere Service- und Qualitätsoffensive wurde sehr positiv aufgenommen. Als Marktführer war es uns wichtig, hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv Verbesserungen im Feld voranzutreiben. 

Moderation: Kässbohrer gilt als Innovationsführer. Wie untermauert ihr diesen Anspruch?

AD: Innovation bedeutet echte Verbesserungen an Produkten, Verfahren und Prozessen mit dem einen Ziel, Kundennutzen zu schaffen. Wir haben wichtige Schritte mit der Elektrifizierung unserer Flotte gemacht: Der Pistenbully 100 E steht dem Markt ab dieser Saison zur Verfügung.  Der Pistenbully 600 E+ ist ein sehr beliebtes Fahrzeug und setzt starke Akzente. Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. Mit der KFX ist die Pistenpräparierung noch effizienter, wirtschaftlicher und dabei ressourcen- und materialschonend – bei noch besserer Pistenqualität. Genau solche Lösungen brauchen unsere Kunden, um täglich eine perfekte Piste zu bieten. Das ist Innovation!

HS: Diese Entwicklungen zahlen direkt auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein: Effizienter Einsatz von Ressourcen bedeutet wirtschaftliches und auch nachhaltigeres Handeln. Damit unterstützen wir unsere Kunden, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir wollen auch hier die führende Rolle übernehmen.

Moderation: Gibt es neben der erwähnten Nachhaltigkeitsstrategie auch eine Gesamtstrategie, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja, absolut – das ist ein zentraler Punkt. In dem zurückliegenden Jahr haben wir mit viel Energie und Tatendrang an unserer neuen Unternehmensstrategie K-next! gearbeitet. Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen und unseren Tochtergesellschaften haben wertvolle Beiträge geliefert. Auch unsere Kunden, Partner und ausgewiesene Wintersportexperten, haben wertvolle Impulse geliefert, die direkt in die Strategie einfließen. Gemeinsam mit Fachleuten aus angrenzenden und sogar branchenfremden Industrien haben wir unseren Blick bewusst über Berg und Piste hinaus erweitert. Auf diese Weise ist ein vielfältiger Mix aus Perspektiven, Ideen und Erfahrungen entstanden, der uns dabei unterstützt, Kässbohrer erfolgreich und nachhaltig für die Zukunft auszurichten. Unsere Strategie basiert auf mehreren Fahrspuren, die wir bis 2030 erfolgreich umsetzen wollen. Mit den ersten Maßnahmen haben wir bereits gestartet.

Pistenbully 600 E + in Sölden bei der Arbeit

Der Pistenbully 600 E+ im Einsatz in Sölden. © Kässbohrer

Moderation: Es gab einige Veränderungen im Führungsteam des oberen Managements. 

CO: In der Tat. Nach 35 Jahren Kässbohrer geht Raimund Mayer in den Ruhestand. Er war über viele Jahre das prägende Gesicht unseres TOP-Service weltweit und hat Großartiges für unser Unternehmen bewegt. Mit seiner Haltung, seiner Verlässlichkeit und seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden hat er Vertrauen geschaffen und Beziehungen geprägt, die weit über den Arbeitsalltag hinausreichen. Solche Veränderungen nehmen wir zum Anlass, um Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. Den Bereich werden wir optimieren, um noch besser zu werden. Christof Peer hat das Unternehmen aus familiären, persönlichen Gründen verlassen. Seine Aufgabenbereiche teilen wir uns im Vorstand auf: ich übernehme neben der Technik und Produktion, das Produktmanagement, den technischen Service und die Pro Academy.

HS: Ich freue mich darauf, im neuen Jahr viele Kunden persönlich zu treffen, denn ich übernehme neben den bisherigen Bereichen jetzt Vertrieb und Marketing. Unsere enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist seit Jahrzehnten die Basis unseres Erfolgs. Und auch von meiner Seite möchte ich ein großes Dankeschön an Raimund für seine langjährige, wertvolle Arbeit richten. Auch solche Veränderungen gehören dazu – unser Team ist erfahren und stabil genug, um nahtlos weiterzumachen. An dieser Stelle wollen wir uns auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz herzlich bedanken. Sie unterstützen nicht nur die Wege, die wir bereits eingeschlagen haben, sondern begleiten uns auch auf neuen Wegen, die vor uns liegen. Gerade weil manche Entscheidungen und Maßnahmen schwierig oder herausfordernd sind, wissen wir dieses Engagement besonders zu schätzen. Diese Bereitschaft ist alles andere als selbstverständlich und verdient unseren großen Respekt und Dank.

 

Moderation: Herzlichen Dank für die aufschlussreichen Einblicke und eure Zeit! Wir hoffen, dass die Wintersaison 2025/26 für uns alle eine erfolgreiche Wintersaison wird. 

Drohne fliegt im Skigebiet zur Ladestation

Skigebiet Melchsee-Frutt: Die leistungsstarke Inspektionsdrohne DJI Matrice 4TD Dock 3 ist eine flexible „Drone in a Box“-Lösung. Angedockt wird sie aufgeladen. © cm

Inspektionsdrohnen im Skigebiet Melchsee-Frutt

Dieses Pilotprojekt ist bei den Sportbahnen Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz seit vier Wochen am Laufen. Initiiert hat das Ganze die Bächler Top Track AG, unterstützt wird der Schweizer Beschneinungsexperte dabei von dem Start-up Scara captures GmbH. Die Inspektionsdrohnen werden z. B. für voll automatisierte Kontroll- und Inspektionsflüge bei Seilbahn- und Beschneiungsanlagen, auf der Piste oder in unwegsamem Gelände zur Entlastung der Mitarbeiter eingesetzt. Das erspart ihnen Zeit und viel Mühe, die bisherigen Resultate der Überprüfungen via Drohne haben überzeugt. Der Mountain Manager informierte sich darüber am Donnerstag, dem 18. 12. 2025, bei einem Lokalaugenschein.

Menschengruppe mit einer Drohne postiert für Fotograf

Beim Lokalaugenschein in Melchsee-Frutt, v. li. n. re.: Edith Cadena-Michel (Leitung Marketing und Vertrieb, Sportbahnen Melchsee-Frutt), Quirin Gasser (GF Scara captures GmbH) mit seinem Mitarbeiter Cyril Lippmann, Marketingverantwortlicher Peter Rüfenacht sowie Janis Jülke (Vertrieb & Service) von der Bächler Top Track AG. © cm

Die Sportbahnen Melchsee-Frutt setzen schon seit vielen Jahren auf die energieeffizienten und gleichzeitig leistungsstarken Beschneiungsanlagen der Bächler Top Track AG und waren stets offen für Neues. Aus diesem Grund erklärten sie sich auch bereit, an diesem Pilotprojekt für Inspektionsdrohnen mitzuwirken. Gemeinsam mit dem Schweizer Beschneiungsexperten und dem Start-up Scara captures GmbH wurde eine realitätsgetreue Testumgebung geschaffen, die die Zukunft von Inspektionsdrohnen in Skigebieten aufzeigt. In kurzer Zeit konnte bewiesen werden, wie die voll automatisierten Inspektionsflüge der Drohnen die Mitarbeiter spürbar entlasten, Probleme schneller lokalisiert und notwendige Überprüfungen rascher vorgenommen werden konnten.

Entlastung der Mitarbeiter bestätigt

Das eingesetzte Drohnenmodell DJI Matrice 4TD Dock 3 im Skigebiet Melchsee-Frutt ist z. B. mit Lautsprecher, Wärmebild- und Infrarotkamera sowie Scheinwerfer ausgestattet. Schneeerzeuger, Pistenabschnitte und Anlagenbereiche wurden mehrfach mit vordefinierten Flugprofilen beflogen und ausgewertet. Die Tests zeigten eine hohe Zuverlässigkeit der autonomen Missionsplanung, eine klare und strukturierte Datenerfassung sowie eine deutliche Entlastung der Betriebsteams. Kritische Zonen konnten sicher aus der Luft kontrolliert werden, Inspektionszeiten reduzierten sich markant und die Bildqualität in Kombination mit Wärmebild ermöglichte präzise Bewertungen des Anlagenzustands. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen, dass die Lösung im täglichen Betrieb effizient funktioniert.

 

Einen ausführlichen Bericht dazu liefern wir in der Ausgabe Mountain Manager 1/26.

Über MOUNTAINMANAGER

MOUNTAINMANAGER hat sich in 50 Jahren als die internationale Fachzeitschrift für bergtouristisches Management und Alpintechnik an führender Position etabliert. Die kompetentesten Fachjournalisten der Branche mit Sitz in den drei zentralen Alpenländern Österreich, Schweiz und Deutschland sind für den MOUNTAINMANAGER tätig.
Neueste technische Entwicklungen, zukunftsweisende Trendanalysen und internationale Recherchen stehen im Vordergrund der Berichterstattung.
Aktuelle Reportagen über branchenrelevante Ereignisse, interessante Beiträge von renom mierten Gastautoren sowie Interviews mit markanten Persönlichkeiten und wissenswerte News machen den MOUNTAIN MANAGER zur Pflichtlektüre.

Kontakt
  • EuBuCo Verlag GmbH, Geheimrat-Hummel-Platz 4, 65239 Hochheim
  • 0049-(0)6146-605-0
  • vertrieb@eubuco.de