Franz Dengg, geschäftsführender Gesellschafter der Tiroler Zugspitzbahn GmbH © Tiroler Zugspitzbahn / Franz Oss
„Ein Drittel ist Fleiß, ein Drittel ist Können, ein Drittel ist Glück.“
Franz und sein Bruder Klaus Dengg stammen aus einer alteingesessenen Hintertuxer-Familie und sind seit Jahrzehnten erfolgreiche Tiroler Unternehmer. Inzwischen betreiben sie schon mit ihren Kindern in der vierten Generation Hotel- und Freizeitbetriebe sowie mehrere Seilbahnunternehmen. Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Tiroler Zugspitzbahn am 5. Juli 2026 baten wir deren geschäftsführenden Gesellschafter, Franz Dengg, zum Gespräch.
Zur „Seilbahnfamilie“ der Gebrüder Dengg gehören die Tiroler Zugspitzbahn, die Ehrwalder Almbahn, die Rastkogel Bahnen, die Finkenberger Almbahnen, die Eggalm Bahnen und der Hintertuxer Gletscher. Diese Einzelfirmen sind unter dem Dach der Muttergesellschaft Zillertaler Gletscherbahn Hintertux vereint. Franz und Klaus Dengg sind geschäftsführende Gesellschafter.

Die Tiroler Zugspitzbahn feierte am 5. Juli 2026 ihr 100-Jahre-Jubliäum. © Tiroler Zugspitzbahn / Franz Oss
Seit der feierlichen Eröffnung am 5. Juli 1926 verbindet die Tiroler Zugspitzbahn, damals noch unter der Bezeichnung „Österreichische Zugspitzbahn“, den Tiroler Ort Ehrwald mit dem Westgipfel der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands. Die Pendelbahn war damals die erste Seilbahn Tirols und die zweite Österreichs und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Weshalb entschied sich die Familie Dengg 1988 dafür, die Tiroler Zugspitzbahn zu erwerben und dort eine neue Pendelbahn zu errichten?
1986 übergab meine kinderlose Urgroßtante Elfriede Jäger (geb. Dengg) das Hotel Post an meinen Großvater Franz Dengg sen. und meinen Vater Horst Dengg, und so bin ich mit meiner Familie ins Außerfern nach Lermoos gekommen. In der Folge wurde das Hotel Post von uns komplett umgebaut und modernisiert, und dann hörte meine Familie von der Möglichkeit des Kaufs der Tiroler Zugspitzbahn. Die damalige Seilbahngesellschaft war nach großzügigen Sanierungsmaßnahmen der bestehenden Pendelbahn und der Errichtung der Zugspitzgipfelbahn, die von der Kammstation hinauf zum Gipfel führte und am 15. Mai 1964 offiziell in Betrieb genommen wurde, in finanzielle Turbulenzen geraten. Aus diesem Grund ist dann das Land Tirol als Hauptgesellschafter eingestiegen. 1988 hat das Land Tirol die Anteile veräußert, unter der Bedingung, dass die Seilbahnanlage neu gebaut wird. Unter den verschiedenen Kaufangeboten erhielt die Zillertaler Gletscherbahn GmbH & Co. KG unter der Führung meines Großvaters und meines Vaters 1988 den Zuschlag. Noch im Herbst desselben Jahres begann meine Familie mit der Planung der neuen Zugspitzbahn als Direktverbindung von Ehrwald-Obermoos (Talstation: 1.225 m ü. M) zum Zugspitzgipfel (Bergstation: 2.950 m ü. M.). Im Juni 1989 starteten die Bauarbeiten für die neue Seilbahn auf die Zugspitze. Dabei setzten wir auf die Kompetenz von Waagner-Biro. Als Bauzeit war ein Jahr vorgesehen. Aber wegen der schwierigen Gründung von Stützenfundamenten und auch aufgrund von Mängeln bei den Seilzuggeräten verzögerte sich die Fertigstellung um 13 Monate. Am 10. Juli 1991 wurde die neue Tiroler Zugspitzbahn eröffnet. Sie wurde als Pendelbahn mit zwei Großraumkabinen (je 100 + 1 Personen) konzipiert und verlief nicht auf der alten Seilbahntrasse. Während man bislang zwischen Ehrwald-Obermoos und der Bergstation zweimal umsteigen musste, führte die Bahn mit einer Länge von 3,6 km jetzt direkt auf den Gipfel der Zugspitze. Dabei überwindet sie einen Höhenunterschied von 1.725 m. Die Förderleistung liegt bei bis zu 730 P/h & Richtung, bei einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von 10 m/s. Die Fahrzeit beträgt 10 Minuten. Bis 2003 verlief die Entwicklung der Tiroler Zugspitzbahn sehr positiv.

Die am 5. Juli 1926 eröffnete Österreichische Zugspitzbahn war die erste Seilbahn Tirols und die zweite Österreichs. Sie galt damals als technische Meisterleistung. © Tiroler Zugspitzbahn
Welches Ereignis erschütterte im Jahr 2003 die Tiroler Zugspitzbahn?
Am 6. Februar 2003 wurde gegen 7 Uhr morgens während der Schneeräumungsarbeiten von zwei Mitarbeitern eine Rauchentwicklung in den Büro- und Kassaräumen der Talstation beobachtet. Beim Öffnen der Tür entfachte sich das Feuer explosionsartig. Es war ein Heizungsdefekt bei den Blockspeicheröfen. Die Talstation brannte ab. Darüber hinaus wurden bei dem Brand auch das Trag- und Zugseil zerstört. Unmittelbar nach den Aufräumungsarbeiten starteten wir mit dem Wiederaufbau der Pendelbahn durch die Doppelmayr-Gruppe. Denn die Bahn sollte unbedingt für den Sommertourismus wieder in Betrieb gehen können. Die Talstation wurde neu errichtet, teilweise wurden an den Stützen Veränderungen durchgeführt, und auch in der Bergstation wurden Kleinigkeiten gemacht. Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnte die Tiroler Zugspitzbahn am 13. August 2003 wieder ihren Betrieb aufnehmen. Das in dieser kurzen Zeit zu schaffen, war eine beachtliche Leistung der beteiligten Unternehmen.

Am 6. Februar 2003 brannte die Talstation der neuen Tiroler Zugspitzbahn wegen eines Heizungsdefekts ab. © Tiroler Zugspitzbahn
Abgesehen von dem Brand der Talstation, was war für Sie persönlich eine weitere sehr große Herausforderung?
Die nächstgrößte Herausforderung steht im Zusammenhang mit unserem Zugspitz Resort nahe der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn. Es wurde nach einem umfassenden Um- und Neubau im Dezember 2019 als 4-Sterne-Superior-Familien- & Erlebnisresort mit angegliedertem großem Deluxe-Campingplatz neu eröffnet. Dafür war eine sehr große Investition erforderlich. Aufgrund der behördlichen Maßnahmen in Bezug auf die Covid-19-Pandemie mussten wir am 15. März 2020 vorübergehend schließen. Auf einen Schlag war kein Mensch mehr vor Ort, und auf dem Parkplatz stand nur ein PKW, das war meiner. Weil ich durfte in mein Büro im Zugspitz Resort gehen. Diese Situation hat mich sehr belastet, und ich habe ungefähr zwei bis drei Wochen benötigt, bis ich mich selbst „beim Schopf“ gepackt habe, denn als Chef von 240 Mitarbeitern musste ich, zumindest für die ganzjährig Beschäftigten, unbedingt eine Arbeit finden. Schließlich ist mir eingefallen, dass wir hinten noch ein Grundstück haben, und ich habe mich dazu entschlossen, dort 43 neue Komfort-Campingplätze mit jeweils 120 m² von meinen Mitarbeitern errichten zu lassen. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung, denn, nach der Corona-Krise, war der Campingplatz sofort voll belegt.

Nach nur sechs Monaten Bauzeit beförderte die „Himmelsstürmerin“ am 13. August 2003 Fahrgäste wieder zum Zugspitzgipfel. © Tiroler Zugspitzbahn
Wenn Sie bislang auf Ihre Tätigkeit in der Seilbahnbranche und im Tourismus zurückschauen, was braucht es, um hier über viele Jahre erfolgreich zu sein?
Mein Großvater hat mehrmals zu mir gesagt: „Franz, Fleiß alleine ist zu wenig. Ein Drittel ist Können, ein Drittel ist Fleiß, aber ein Drittel ist Glück.“ Und ich muss sagen, er hatte recht. Ich habe meistens auch das Glück auf meiner Seite gehabt und, bis auf wenige Ausnahmen, immer einen Aufwärtstrend erlebt. Was sicherlich auch wichtig ist, ist, dass ich mein Leben lang nicht ein einziges Mal eine Entscheidung getroffen habe, um Geld zu verdienen. Ich wollte immer nur, dass es meinen Betrieben gut geht und die Gäste zufrieden sind. Das war das Hauptkriterium für jede Investition. Dann hat sich der Erfolg von selbst eingestellt.

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Was war seit Ihrer Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter bei der Tiroler Zugspitzbahn das schönste Erlebnis?
Da gibt es in meinen bislang 38 Jahren bei der Tiroler Zugspitzbahn viele schöne Momente. Was mich besonders freut ist, das sowohl bei meinem Bruder Klaus, als auch bei mir, in unseren Betrieben bereits mit unseren Kindern die nächste und damit vierte Generation fest im Sattel sitzt.
Herzlichen Dank für das Gespräch! cm
Erstmals beim Mountain Manager erhältlich: die Special Schweiz-Ausgabe © Charkrapong Worathat via Canva.com
Erfolgreiche Premiere für Special Schweiz-Ausgabe
Erstmals hat das MM-Team ein eigenes Special für den Schweizer Markt produziert. Diese Ausgabe ist bereits auf der diesjährigen VTK-Tagung, die vom 23. bis 25. September in der Thun-Expo stattfand, aufgelegen. Sie wird dann aber in der Folge auch als Beilage des Hauptheftes Mountain Manager 6/26, das im Oktober erscheint, mitversendet. Damit weist das Special Schweiz eine Gesamtauflage von 4.500 Stück auf.
Ein inhaltlicher Vorgeschmack auf die Special Schweiz-Ausgabe:
AUSBILDUNG AM BERG
- MM-Interview: Marc Ziegler, Leiter Ausbildungszentrum SBS: „Fachkräfte verfügen über sehr gute Zukunftsaussichten!“
NEUE BAHNEN
- Bartholet Ropeways AG: Mit RopeTwin zur nächsten Pendelbahn-Generation
- LEITNER realisiert neue Generation alpiner Mobilität am Matterhorn
- Garaventa: Projekt „Säntis 2026“ – Tradition trifft Innovation
JUBILÄUM
- 100 Jahre Wyssen Seilbahnen: Vom Kandertal in die Welt
NEUE SCHRÄGAUFZÜGE
- Inauen-Schätti AG: Vom barrierefreien Friedhofszugang bis zur Burgeroberung
KABINEN
- Calag Gangloff: Modernisierung der Standseilbahnwagen für die Engadin St. Moritz Mountains AG
STEUERUNGEN
- SisLink: Erste Pilotprojekte erfolgreich verlaufen
TECHNISCHE DIENSTLEISTUNGEN
- Remec AG erweitert bestehendes Angebot im Bereich „Visuelle Seilprüfung“
SICHERHEIT
- Immoos GmbH: Immer am Puls der Zeit
SCHMIERSTOFFE & WARTUNG
- Seit 20 Jahren setzen die Sportbahnen Melchsee-Frutt auf die breite Produktpalette von Motorex
BAUEN AM BERG
- TITLIS Tower eröffnet: „Architektur schafft die Bühne“
ERLEBNIS AM BERG
- Borer Lift AG: Ganzjahresbetrieb im Fokus
- Erlebnisplan AG: Maßgeschneiderte Erlebnisinszenierungen am Berg
SKISERVICE & RENT
- Montana: Durchdachte Gesamtkonzepte für moderne Wintersportbetriebe
WIRTSCHAFT
- Seilbahnen Schweiz: Erfreuliche Besucherentwicklung
BESCHNEIUNG
- Bächler Top Track AG: Snowfarming 4.0
- Swiss Snow Technologies: Schneesicherheit neu gedacht
- Supersnow: Durch „Snowmatic“ Struktur in der Beschneiung
- Brigger + Käch Bauingenieure AG: Ausbau der technischen Beschneiung im Skigebiet Melchsee-Frutt
Hier der direkte Link zum E-Paper:
Die neue pct 2026 ist am 23. Juli 2026 erschienen. / The new pct 2026 was published on July 23, 2026. © KI-generiertes Bild via Gemini / AI-generated image via Gemini
Spannender Lesestoff: die neue pct 2026
Die neueste Ausgabe der pct (public/cable/trans), der zweisprachigen Fachzeitschrift (Deutsch/Englisch) für urbane Seilbahntechnik, ist am 23. Juli 2026 erschienen. Chefredakteurin Dr. Luise Weithaler gibt in ihrem Editorial einen aufschlussreichen Brancheneinblick:
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Lateinamerika hat sich in den letzten Jahren als Vorreiter im Einsatz von Seilbahnen im urbanen Raum positioniert. So überzeugen sie hier als Teil des ÖPNV mit ihren Vorzügen im täglichen Betrieb und überwinden nicht nur topografische Hindernisse, sondern verbinden auch schwer zugängliche Vororte mit dem Zentrum. Fahrgäste in La Paz oder El Alto in Bolivien, Bogotá in Kolumbien, Mexico City oder Uruapan und Santiago de Chile wissen die Vorteile einer Personenbeförderung über den Straßen der Städte zu schätzen. Und auch in Indien sind Seilbahnen für die Personenbeförderung in Städten zum Verkehrsmittel der Wahl geworden. Hier werden in den nächsten Jahren mehr als 10 urbane Seilbahnen realisiert.
In Europa sind noch wenige Seilbahnen im städtischen Bereich in Betrieb, doch scheinen ihre Vorzüge auch hier immer mehr in den Fokus zu rücken. So wurde im Dezember 2025 die Câble C1 im Großraum Paris in Betrieb genommen und als nachhaltige Verkehrslösung gelobt: „Seit 2016 engagieren wir uns für eine beispiellose Stärkung des öffentlichen Verkehrsangebots in Île-de-France. Angesichts der Klimakrise ist es unsere Verantwortung, den Bewohnern von Île-de-France echte Alternativen anzubieten, indem wir bestehende Linien verstärken und neue Verbindungen schaffen“, so Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Île-de-France und Îlede-France Mobilités.
Auf Seilbahnmessen wie der Mountain Planet in Grenoble oder der Interalpin in Innsbruck werden urbane Seilbahnen im Rahmen von Informations- und Diskussionsformaten in den Blickpunkt gestellt. Deutsche Ballungsräume wie Bonn, Herne oder Köln greifen die Thematik in der nachhaltigen Gestaltung des ÖPNV auf. Und auch die Sicherheit von Seilbahnsystemen, die ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl urbaner Mobilitätslösungen ist, wird durch Studien unter Beweis gestellt: „Seilbahnen heben sich als das sicherste Verkehrsmittel hervor, mit einer sehr geringen Zahl an Verletzungs- oder tödlichen Unfällen“, wobei Seilbahnen von mehreren Faktoren profitieren, die zur ihrer Sicherheit beitragen: „Anders als Busse und Straßenbahnen, die sich die Straße mit anderen Fahrzeugen und Fußgängern teilen, sind Seilbahnen vom Bodenverkehr getrennt, wodurch der Betrieb weniger komplex, leichter kontrollierbar und stärker automatisiert ist.“
Mit einer Aufnahme in die Planungsmaßnahmen für den Ausbau des europäischen ÖPNV darf also in Zukunft vermehrt gerechnet werden.
Neugierig geworden? Hier ist der Link zum E-Paper:
https://webreader.mountain-manager.com/de/profiles/8bec118885f3-mountain-manager/editions/pct-09-2026
Exciting reading: the new pct 2026
The latest issue of pct (public/cable/trans), the bilingual trade magazine (German/English) for urban ropeway technology, was published on July 23, 2026. In her editorial, Editor-in-Chief Dr. Luise Weithaler provides an insightful look at the industry:
Dear readers,
In recent years, Latin America has established itself as a pioneer in the use of ropeways in urban areas. Here, they have proven their worth as part of the local public transportation systems thanks to their advantages in daily operation. They not only overcome topographical obstacles but also connect hard-to-reach suburbs with the city centre. Passengers in La Paz or El Alto in Bolivia, Bogotá in Colombia, Mexico City, Uruapan, and Santiago de Chile appreciate the benefits of passenger transport above the city streets. In India, too, ropeways have become the mode of transport of choice for urban passenger transport. More than 10 urban ropeway systems are set to be built here in the coming years.
In Europe, few urban ropeways are currently in operation but their advantages and benefits seem to be gaining increasing attention here as well. For example, the Câble C1 in the Paris metropolitan area began operations in December 2025 and was praised as a sustainable transportation solution: “Since 2016, we have been committed to an unprecedented expansion of public transportation in Île-de-France. In light of the climate crisis, it is our responsibility to offer residents of Île-de-France real alternatives by enhancing existing lines and creating new connections,” said Valérie Pécresse, President of the Île-de-France Region and Île-de- France Mobilités.
At ropeway trade shows such as Mountain Planet in Grenoble or Interalpin in Innsbruck, urban ropeways are a focus in informational and discussion formats. German metropolitan areas such as Bonn, Herne, and Cologne are addressing the topic in the context of sustainable public transportation planning. Furthermore, the high level of safety found in ropeway systems—a key criterion in selecting urban mobility solutions—has also been proven through various studies. Ropeways stand out as the safest mode of transport with a very low number of injuries or fatal accidents. Moreover, ropeways benefit from several factors that contribute to their safety: unlike buses and trams which share the road with other vehicles and pedestrians, ropeways are separated from ground traffic thus making operations less complex, easier to control and more automated.
We can therefore expect ropeways to be increasingly included in planning measures for the expansion of European public transportation networks in the future.
Curious? Read the digital edition here:
https://webreader.mountain-manager.com/de/profiles/8bec118885f3-mountain-manager/editions/pct-09-2026
Martin Ladner, der neue Vorstand der Bergbahnen Kappl AG (Mitte), mit Alexander von der Thannen (Präsident Tourismusverband Paznaun – Ischgl, li.) und Egon Jäger (Aufsichtsratsvorsitzender Bergbahnen Kappl AG). © TVB Paznaun – Ischgl
Vorstandswechsel bei Bergbahnen Kappl
Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 15. Juni 2026 bekanntgab, hat Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Ladner per 1. Mai 2026 die Position des Vorstands der Bergbahnen Kappl AG übernommen. Er war bereits bisher als Prokurist im Unternehmen beschäftigt.
Schon vor einem Jahr hatte der Aufsichtsrat der Bergbahnen Kappl AG auf Empfehlung des bisherigen Vorstands Ing. Andreas Kleinheinz die Weichen für eine geordnete Nachfolgeregelung gestellt und Martin Ladner zum Prokuristen des Unternehmens bestellt.
Vorgänger Andreas Kleinheinz
Ing. Andreas Kleinheinz, langjähriger Vorstand der Bergbahnen Kappl AG, hat sein Vorstandsmandat auf eigenen Wunsch nicht verlängert. Unter seiner Führung wurden wesentliche Entwicklungsschritte für das Unternehmen gesetzt – allen voran der erfolgreiche Neubau der Diasbahn, der als wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung des Skigebiets gilt.
Ein interessantes Interview mit Ing. Andreas Kleinheinz aus unserem Mountain Manager-Archiv (Ausgabe 6/25) finden Sie hier:
Nachfolger Martin Ladner
Der seit 1. Mai 2026 neue Vorstand, Martin Ladner, ist gebürtiger Kappler und wohnt auch in Kappl. Neben seiner fundierten betriebswirtschaftlichen Expertise verfügt er auch über umfassende Fachkenntnisse und eine langjährige internationale Erfahrung im Seilbahnbau.
Statement Martin Ladner, neuer Vorstand der Bergbahnen Kappl AG:
„Mit großem Respekt vor dem, was in Kappl bereits erreicht wurde, und einem klaren Blick in die Zukunft werde ich die Bergbahnen Kappl mit Tatkraft und Weitblick weiterentwickeln. Unser Anspruch ist es, nachhaltiges Wachstum mit höchster Erlebnisqualität für unsere Gäste zu verbinden und kontinuierlich neue Akzente im Ferien- und Freizeitangebot zu setzen. Gemeinsam mit unseren Partnern in der Region werden wir neue Chancen erschließen, innovative Projekte vorantreiben und Kappl als starke, zukunftsfähige Bergdestination stärken – ökonomisch, sozial und ökologisch.“
Die Zukunftspläne der Bergbahnen Kappl
Nach dem erfolgreichen Neubau der Diasbahn richtet die Bergbahnen Kappl AG den Fokus auf die weitere Modernisierung des Skigebiets, zusätzliche Komfortverbesserungen für Gäste sowie die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Gemeinsam mit dem neuen Vorstand soll Kappl als attraktive Bergdestination im Winter wie im Sommer weiterentwickelt werden.
Die Bergbahnen Kappl in Tirol sind Teil der Skischaukel Kappl & See mit insgesamt 85 Pistenkilometern und 20 Liftanlagen. Das Skigebiet überzeugt mit schneesicherer Höhenlage, moderner Beschneiungsanlage, Erlebnisgastronomie und attraktiven Angeboten für Freerider.
Auch im Sommer spielt die Alpe Dias eine zentrale Rolle: Mit Erlebnispark, 4,2 km langer Mountaincart-Strecke und Flow Trail von der Berg- bis zur Talstation ist sie ein vielseitiges Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Biker. Gleichzeitig wird die Alpe Dias weiterhin als Almgebiet bewirtschaftet – Regionalität und ein gutes Miteinander von Tourismus und Landwirtschaft bleiben daher besonders wichtig.
Weiterführende Informationen zur Destination:
https://www.kappl.com/de/sommer
Wintersaison 2025/26 in den US-Skigebieten: Während schwierige Wetterbedingungen im Westen den Gesamtrückgang verursachten, verzeichneten die Regionen östlich der Rocky Mountains starke Saisonverläufe. © Arthur Swiffen über pexels
Durchwachsene Wintersaison 2025/26 in den US-Skigebieten
Der wetterbedingt sehr unterschiedliche Verlauf der Wintersaison 2025/26 zwischen den westlichen Regionen und jenen östlich der Rocky Mountains war ein Thema der diesjährigen NSAA National Convention & Tradeshow, die vom 4. bis 7. Mai in Carlsbad, Kalifornien, abgehalten wurde.
Die bis dato vorläufigen Daten der National Ski Areas Association (NSAA) zeigen, dass die Wintersaison 2025/26 in den US-Skigebieten 52,6 Mio. Besuche von Wintersportlern verzeichnete. Dies entspricht einem Rückgang von 9,1 % gegenüber dem 10-Jahres-Durchschnitt, einem Minus von rund 9 Mio. Besuchen gegenüber der Vorsaison und Platz 32 von 48 Wintersaisons seit Beginn der Aufzeichnungen der NSAA. Während schwierige Wetterbedingungen im Westen den Gesamtrückgang verursachten, verzeichneten die Regionen östlich der Rocky Mountains starke Saisonverläufe.
„Kaum eine Wintersaison zeigt so deutlich wie diese, wie sehr unsere Branche von regionalen Wetterverhältnissen abhängt“, erklärte Michael Reitzell, Präsident und CEO der NSAA. „Schwierige Bedingungen in weiten Teilen des Westens – darunter ein verhaltener Saisonstart, Regenfälle und rekordverdächtig hohe Temperaturen im März – haben die Besucherzahlen während der gesamten Saison erheblich beeinträchtigt.“
Die Ergebnisse im Detail
Die Wintersaison 2025/26 zeigt, wie stark die Teilnahme am Wintersport mit den regionalen Wetterverhältnissen korreliert. Trotz des herausfordernden und sehr wechselhaften Wetters im Westen der USA war die Gesamtzahl der Besucher vergleichbar mit anderen Saisons mit geringeren Schneemengen. Während die Wetterbedingungen im Westen die nationalen Besucherzahlen stark beeinträchtigten, trugen die guten Ergebnisse in den Regionen östlich der Rocky Mountains, insbesondere im Nordosten und Südosten, zu einem positiven Gesamtergebnis bei. Konstantere Temperaturen und Schneefälle in diesen Gebieten sorgten für solide Besucherzahlen während der gesamten Wintersaison.
„Die starken Saisonverläufe im Nordosten und Südosten der USA spielten eine entscheidende Rolle für die nationale Entwicklung“, sagte Reitzell. „Bei günstigen Bedingungen verzeichnen wir weiterhin eine hohe Nachfrage nach Skifahren und Snowboarden, was die anhaltende Attraktivität dieser Sportarten unterstreicht.“
Regionale Auswirkungen
Die NSAA unterteilt das Land in sechs Regionen: In der Wintersaison 2025/26 führte die Rocky-Mountain-Region mit 20,1 Mio. Besuchen, gefolgt vom Nordosten (12,9 Mio.), dem Mittleren Westen (5,8 Mio.), dem Pazifischen Südwesten (5,7 Mio.), dem Südosten (4,8 Mio.) und dem Pazifischen Nordwesten (3,2 Mio.). Der Nordosten und Südosten verzeichneten jeweils ihre zweitbeste Saison des vergangenen Jahrzehnts, wobei der Nordosten von einem frühen Saisonstart und anhaltendem Schneefall profitierte. Die Skigebiete im Südosten stellten zudem erneut die Schlagkraft ihrer Beschneiungsanlagen unter Beweis, während der Mittlere Westen von kälteren Temperaturen und effizienteren Betriebsabläufen profitierte.
Der Schneefall
Der durchschnittliche Schneefall in der Wintersaison 2025/26 betrug landesweit 112 Zoll (ca. 2,85 m) und lag damit deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 169 Zoll (rund 4,30 m) – der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt. Während die Regionen östlich der Rocky Mountains nahe am oder über dem Durchschnitt lagen, blieben alle westlichen Regionen deutlich darunter. Trotzdem ging die Zahl der Betriebstage landesweit nur geringfügig zurück, obwohl die Schneemengen 33 % unter dem Durchschnitt lagen. Dies spiegelt die fortgesetzten Investitionen in Beschneiungsanlagen und Infrastruktur wider.
Die Investitionen
Trotz eines schwierigen Winters investierten die US-Skigebiete insgesamt 569,3 Mio. US-Dollar (= ca. 489,44 Mio. Euro), darunter in 45 neue und 52 modernisierte Seilbahn- und Liftanlagen.
Saisonkarten weiterhin stark gefragt
Saisonkarten blieben mit 49 % die beliebteste Ticketvariante, während Tages- und Mehrtageskarten 31 % ausmachten. Nach mehreren Jahren rasanten Wachstums hat sich der Saisonkartenverkauf in den letzten beiden Saisons auf ein bestimmtes Niveau eingependelt. Auf der NSAA Nationals Convention & Tradeshow der vergangenen fünf Jahre war es immer wieder ein Thema, dass die hohe Nachfrage nach Saisonkarten den Verkauf der anderen Ticketformen zurückgedrängt hat. Diese Entwicklung dürfte in der Wintersaison 2025/26 nicht mehr in diesem großen Ausmaß der Fall gewesen sein.
Branchenausblick
Die Wintersaison 2025/26 verdeutlicht die Herausforderungen und die Widerstandsfähigkeit der US-Skiindustrie. Während die zunehmenden Wetterschwankungen weiterhin ein entscheidender Faktor sind, passen sich die Skigebiete durch Investitionen in Infrastruktur, Beschneiungsanlagen und das Gästeerlebnis kontinuierlich an. In einem Jahr mit unterdurchschnittlichen Schneefällen hat die Branche ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, den Betrieb aufrechtzuerhalten, die Nachfrage zu sichern und sich für zukünftiges Wachstum zu positionieren. Historische Trends zeigen, dass auf schneearme Saisons häufig schneereiche folgen.
Zur Infomation:
Ein Besuch in einem Skigebiet wird gezählt, sobald eine Person eine Liftkarte oder einen Skipass benutzt. Die NSAA erfasst die Besucherzahlen seit der Wintersaison 1978/79.
Interessierte am neuen Lehrgang für Seilbahntechniker ab Mitte September 2026 am BFI Pinzgau erhalten am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, auf einem Info-Abend alle relevanten Details. Eine Anmeldung (online oder per Telefon) wird erbeten. © BFI Salzburg
Neuer Lehrgang für Seilbahntechniker am BFI Pinzgau
Die technischen Anforderungen an moderne Seilbahnanlagen wachsen rasant, und mit ihnen auch der Bedarf an hochqualifiziertem Fachpersonal. Um die rechtliche Absicherung und die fachliche Expertise in den Betrieben langfristig zu stärken, setzt das BFI Pinzgau auf eine bewährte Strategie: die Ausbildung als Seilbahntechniker und Seilbahntechnikerin über den zweiten Bildungsweg. Besonders für langjährige Kolleginnen und Kollegen, die zwar über enormes Praxiswissen, aber über keinen formalen Abschluss verfügen, bietet sich diese Möglichkeit eines Lehrabschlusserwerbs an.
Ab Mitte September 2026 startet dazu ein Vorbereitungslehrgang, der gezielt auf die Lehrabschlussprüfung (LAP) in der Seilbahntechnik hinführt. Durch das Nachholen der LAP profitieren nicht nur die Angestellten von einer höheren Qualifikation, sondern auch die Seilbahnunternehmen, die durch rechtlich abgesichertes Fachpersonal ihre Betriebssicherheit nachhaltig erhöhen.
Info-Abend im Mai
Um interessierten Betrieben sowie Mitarbeitenden einen detaillierten Einblick in Ablauf, Kosten und die Vereinbarkeit mit dem laufenden Betrieb zu geben, findet ein Info-Abend statt:
Datum: Mittwoch, dem 20. Mai 2026
Zeit: Ab 18:00 Uhr
Ort: BFI Pinzgau, Ebenbergstraße 1, 5700 Zell am See
Folgende Experten dieser Ausbildung stehen zur Verfügung:
- Erwin Stangassinger: Lehrgangsleiter und ehemaliger Betriebsleiter der Dorfgasteiner Bergbahnen.
- Alois Innerhofer, MSc BEd.: Ausbildungskoordinator für Seilbahntechnik beim Fachverband der Seilbahnen (WKÖ)
Anmeldung und Kontakt:
Interessierte werden gebeten, sich vorab online über www.bfi-sbg.at/kurs/27635 oder telefonisch unter 06542/74326 anzumelden. Für individuelle Rückfragen stehen die Berater und Beraterinnen des BFI Pinzgau jederzeit zur Verfügung.
V.l.n.r.: Prok. Florian Wörgetter; Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner, der künftige Vorstandssprecher Ing. Mag. Gabriel Sieghartsleitner, Vorstand Mag. Christian Wörister und Aufsichtsratsvorsitzender Bgm. Dr. Klaus Winkler.
Personalnews bei der Bergbahn AG Kitzbühel
Der derzeitige Vorstandsvorsitzende Mag. Anton Bodner tritt im Dezember 2026 seine Pension an. Aus diesem Grund hat die Bergbahn AG Kitzbühel nun mit einer neuen Managementstruktur die Weichen für die künftige Unternehmensentwicklung gestellt. So wird ab Dezember dieses Jahres die „Kommandobrücke“ mit zwei Vorständen und einem Prokuristen besetzt sein. Das teilte das Seilbahnunternehmen am Freitag, dem 24. April 2026, in einer Presseaussendung mit.
Der neue Vorstand, Ing. Mag. Gabriel Sieghartsleitner, bringt als Prokurist und COO der OÖ Seilbahnholding GmbH Managementerfahrung mit Expertise in der Seilbahnbranche und wertvoller Außensicht ein. Seit 2022 war er dort für die operative, technische und rechtliche Gesamtsteuerung des Unternehmens mit klarem wirtschaftlichem Fokus zuständig. Zuvor war Sieghartsleitner (Jahrgang 1991) nach dem Studium der Rechtswissenschaften von 2012 bis 2022 bei der Österreichischen Bundesforste AG als Projektmanager tätig. Bei der Bergbahn AG Kitzbühel wird er ab Dezember 2026 als Vorstandssprecher fungieren und für die Bereiche Finanzen, Operations, HR und Strategie verantwortlich sein.
Als Vorstand wird Mag. Christian Wörister weiterhin die Bereiche Marketing, IT Vertrieb und Internationalisierung leiten und wie gewohnt hohe Qualität und auch Kontinuität im Unternehmen sicherstellen.
Die Technik wird auch künftig vom langjährigen technischen Leiter und Prokuristen Florian Wörgetter geführt.
Statement Aufsichtsratsvorsitzender Bgm. Dr. Klaus Winkler:
„Es war mir in meiner Verantwortung als Vertreter des Hauptaktionärs und Vorsitzender des Aufsichtsrates sehr wichtig, zeitgerecht für einen geordneten Managementübergang zu sorgen. Unterstützt von Mag. Robert Pfoser, Pfoser Executive Search, wurde unter mehr als 40 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern der neue Vorstand Ing. Mag. Gabriel Sieghartsleitner sorgfältig ausgewählt und im Aufsichtsrat die entsprechenden Beschlussfassungen zur Bestellung gefasst. Das neue Management-Team stellt eine gute Mischung aus externer Managementerfahrung, sowie wettbewerbsintensiver Marketing-Expertise und langjähriger hausinterner Erfahrung dar. Damit sind die Weichen gestellt, den Erfolgskurs der Vergangenheit nachhaltig in der Zukunft fortzusetzen.“
Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner und Vorstand Mag. Christian Wörister, Bergbahn AG Kitzbühel. © gb
„Diversifizierung wird essenziell!“
Top-moderne Seilbahn- und Beschneiungsanlagen, dazu ein durchdachtes Angebot für den Gast und neu eine Schneegarantie – KitzSki hat viel auf den Weg gebracht und noch viel vor. Der MOUNTAIN MANAGER hat bei Mag. Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, und Vorstand Mag. Christian Wörister nachgefragt.
Du hast Deine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel in einer schwierigen Zeit, zu Beginn der Corona-Pandemie übernommen und dabei gleich Krisen-Management praktiziert. Gibt es positive Erfahrungen, die Du aus dieser Zeit mitnimmst?
Anton Bodner: Die Coronazeit hat eine beispiellose Extremsituation gebracht, umso mehr als wir uns entschlossen hatten, das Skigebiet offen zu halten. Es war klar, dass keine Gäste aus anderen Ländern kommen würden und der Betrieb der Anlagen eine finanzielle Herausforderung ist, dennoch wollten wir den Skibetrieb für die Einheimischen möglich machen. Wir haben zu dieser Entscheidung dann auch sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Bestätigt wurde in dieser Zeit die Bedeutung einer klaren Kommunikation, eines starken Teams und kurzer Wege in der Entscheidung. Natürlich ging es auch darum, Prioritäten konsequent umzusetzen und flexibel auf Entwicklungen zu reagieren. Es wurden außerdem Strukturen geschaffen und umgesetzt, die auch jetzt noch Bedeutung haben, etwa Arbeit im Homeoffice oder Meetings per Teams.
Du bist im Herbst 2020 als Vorstand Marketing und Digitale Services ins Unternehmen gekommen. Wo hat man in der Erarbeitung der Marketingstrategie angesetzt, was steht im Fokus?
Christian Wörister: Ich war in der glücklichen Situation, in ein sehr kompetentes Team zu kommen, sowohl was Marketing, IT als auch Kundenservice betrifft. Wir haben dann begonnen, uns den Markt genau anzusehen und zu definieren, wo wir als Bergbahn aktiv sein wollen. Dabei haben wir schnell gesehen, dass wir den Markt der Tagesskifahrer, den wir mit Anfahrtsdistanzen bis zu 1,5 Stunden definieren, sehr gut selber bearbeiten können. Bei den übrigen Märkten wie DACH-Raum, die Schweiz, Benelux- und CEE-Länder kooperieren wir mit den Tourismusorganisationen. Hier haben wir Strategien entwickelt, was im klassischen Werbebereich und bei Veranstaltungen gemacht wird und wo die Digitalisierung hingehen soll, also Web-Shop, digitaler Verkauf, Ticketing oder Handy-Ticket, das wir gemeinsam mit SkiData auf den Weg gebracht haben. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter. So testen wir im Moment wieder gemeinsam mit SkiData, ob beim Eintritt das Gästebild auf dem Ticket mit dem realen übereinstimmt. Für die Zukunft wollen wir noch mehr auf Internationalisierung setzen. Ein Beispiel ist der Ikon Pass, ein weltweit agierender Skiverbund, in dem wir gemeinsam mit Ischgl als einzige österreichische Destination mit anderen Top-Gebieten wie etwa Dolomiti-Superski in Italien, dem Matterhorn in der Schweiz, Chamonix in Frankreich oder Aspen und DeerValley in den USA internationale Gäste ansprechen wollen.

Talstation CD6C Gauxjochbahn. © KitzSki / Bernhard Jellinger
KitzSki hat in den letzten Jahren nach hohen Investitionen in Seilbahnanlagen verstärkt in die Schneesicherheit investiert, was wurde gemacht?
Bodner: Investitionen in die Schneesicherheit waren in den letzten Jahren ein großes Thema, weil es natürlich wichtig ist, den Gästen gute Schneebedingungen anbieten zu können und für sie und die Tourismusbetriebe vor Ort ein verlässlicher Partner zu sein. Da wollten wir die Voraussetzungen optimieren. Um das bestmöglich umzusetzen, haben wir in den letzten Jahren deutlich mehr als 30 Mio. Euro investiert. Das umfasst Schneeerzeuger genauso wie Pumpen, Trafostationen, Leitungen und als wesentliches Element auch Kühltürme. Auf diese Weise können wir auch unter schwierigen Bedingungen jedes Zeitfenster zur Schneeerzeugung nutzen. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt diese Wintersaison, in der es bis jetzt ausgesprochen wenig Naturschnee gibt.
Wörister: Das Interesse der Gäste am Skifahren und am Wintersport ist außerdem im Spätherbst und zu Winterbeginn höher als im Frühjahr. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, mit einer guten Schneegrundlage in den Winter starten zu können.
Für die Wintersaison 2025/26 wurde erstmals eine Schneegarantie auf den Weg gebracht. Wie hat man das ermöglicht?
Bodner: Die umfassenden Investitionen in die Beschneiung und sichere Pisten sind die Grundlage für die Schneegarantie, die wir diese Wintersaison anbieten können. Für Gäste sind zwei Kriterien entscheidend, wenn sie sich für einen Aufenthalt in einem bestimmen Skigebiet entschließen: die Größe der Destination und die Höhe, nach der man auf das Vorhandensein von Schnee schließt. Vor diesem Hintergrund war es uns wichtig zu erklären, dass wir in Kitzbühel zuverlässig Schnee zum Skifahren haben. Dafür möchten wir das Bewusstsein schaffen.
Wörister: Die Entscheidung für eine Schneegarantie wurde bei uns aufgrund einer fundierten Datenbasis getroffen. Wir haben uns die Werte der letzten Jahre genau angesehen und dann entschieden, dass wir tatsächlich in der Lage sind, eine Schneegarantie abzugeben.
Wo liegen die Schwerpunkte bei den Investitionen der nächsten Jahre?
Bodner: Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt noch bei einem neuen Speicherteich, den wir bauen. Dazu wollen wir im Sommer die Parkgarage bei der Talstation der Fleckalmbahn in Angriff nehmen und in sieben Monaten fertig stellen. Die Parkmöglichkeiten sind wichtig, damit wir unseren Gästen einen guten Zugang ins Skigebiet bieten können. Auf der Parkgarage soll in der Folge dann ein Hotel gebaut werden. KitzSki verfügt derzeit bereits über 10 Speicherteiche, nur bei zwei von ihnen gibt es allerdings Kühltürme. Auch hier wollen wir aktiv werden und zusätzliche Kühltürme errichten, um die Schneifenster effektiv nutzen zu können. Für die nahe Zukunft stehen dann auch wieder Investitionen in Seilbahnen am Plan. So wird etwa die Modernisierung der Pendelbahn auf das Kitzbüheler Horn Thema werden. Planungen werden auf den Weg gebracht, dazu erste Studien und Überlegungen zur Trassenführung. Auch im Bereich der Gastronomie wollen wir aktiv Verbesserungen und Neues in die Wege leiten. Aus Befragungen und Rückmeldungen der Gäste wissen wir, wie wichtig hier das richtige Angebot ist.
Wörister: Bei den Investitionen im Bereich der Speicherteiche ist es uns ein Anliegen, darauf zu achten, dass sie ganzjährig bespielbar sind und auch im Sommer für Gäste nutzbar. Dazu investieren wir weiter in unser Bikeangebot, für das wir in den letzten Jahren eine gute Grundlage geschaffen haben. Für den Sommer ist etwa geplant, den längsten Trail in Tirol zu eröffnen.
Im Talbereich von KitzSki stehen 10 Übungslifte kostenlos zur Benützung bereit, wie kommt das Angebot an – wie wird es genutzt?
Bodner: Das Angebot wird genutzt, soll aber noch deutlicher in den Fokus gestellt werden. Es geht uns einfach darum, Kindern und auch Erwachsenen eine Möglichkeit zu eröffnen, Skifahren einfach mal auszuprobieren, Erfahrungen möglich zu machen und die Lust auf Bewegung im Schnee zu wecken. In Kitzbühel haben Kinder ab 4 Jahren bis zum Ende der Volksschule außerdem die Möglichkeit, eine Woche im Jahr einen Gratis-Skikurs zu belegen, dazu gibt es gratis Ski, Ticket und Skilehrer sowie Mittagessen. So wollen wir auch den Einheimischen den Spaß am Skifahren von Anfang an vermitteln.
Kernpunkt im Winter ist das Skifahren, es gibt aber auch immer mehr zusätzliche Angebote – warum?
Wörister: Wir haben in den letzten Jahren verstärkt in ein umfangreiches Angebot investiert, um allen Wünschen der Gäste entgegenzukommen. So haben wir beste Bedingungen zum Winterwandern am Kitzbüheler Horn bzw. auf der Resterhöhe, dazu bieten wir Höhenloipen und Möglichkeiten zum Rodeln. Man hat diese Aktivitäten früher häufig im Tal genutzt, aufgrund der Witterungsbedingungen haben wir sie nach oben auf den Berg verlegt. Hier sehen wir eine Aufgabe, aber auch eine Chance, uns mit einem durchdachten Angebot entsprechend breit aufzustellen und schöne Momente im Schnee erlebbar zu machen.

Das Bikeangebot ist zu einem wesentlichen Faktor im Sommerangebot von KitzSki geworden. © KitzSki / Werlberger
Klimaveränderungen sind nicht nur fordernd für den Winter, sondern rücken verstärkt den Sommer ins Blickfeld – ist das eine Herausforderung oder eine Chance?
Bodner: Als Bergbahnunternehmen sehen wir darin durchaus eine Chance. Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, ist ein Aufenthalt in den Bergen sehr angenehm und eine gute Möglichkeit, der Hitze zu entkommen. Wandern ist nach wie vor gefragt, mit dem Bikeangebot ziehen wir auch jüngere Besucher an. Es gibt für den Sommer einen Masterplan, es gibt eine Bike-ARGE und eine ganze Reihe an Optionen, die wir nutzen können.
Wörister: Wenn wir uns das internationale Wettbewerbsumfeld ansehen, können wir hier sicher punkten. Bei uns hier ist es sauber, es ist sicher, die Umwelt ist intakt und die Temperaturen im Sommer sind angenehm. Die Grundvoraussetzungen sind sehr gut – es liegt an uns, ein gutes Angebot zu erarbeiten.
KitzSki ist Teil der Global Sustainability Ski Alliance. Was war dafür ausschlaggebend, welche Aufgaben resultieren daraus?
Bodner: Nachhaltigkeit ist für KitzSki schon lange ein wichtiges Thema. Dabei haben wir Nachhaltigkeit auch breit definiert, also sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen und sozialen Belange miteinbezogen. Wir sind in diesem Bereich schon lange aktiv und verfügen auch über entsprechendes Datenmaterial. Deshalb ist für uns die Teilnahme an der Global Sustainability Ski Alliance wichtig und folgerichtig. Die Ziele der Alliance stimmen mit unseren überein, der Erfahrungsaustausch mit anderen Destinationen wird uns in der Entwicklung voranbringen.
Wörister: Wir haben im Rahmen der Gespräche bereits begonnen, Geschäftsfelder zu definieren, die für nachhaltiges Wirtschaften von Bedeutung sind. Dazu zählen Innovationen gemeinsam mit der Industrie, Mobilität, Energie und Abfallwirtschaft. Diese Bereiche wollen wir im Rahmen der nächsten Workshops sukzessive abarbeiten, Erfahrungen austauschen und Prozesse in Gang bringen.
Wie schwer ist es, qualifizierte Mitarbeiter zu finden? Welche Rolle spielt hier das neue „KitzSki Living“?
Bodner: In Coronazeiten und kurz danach war es ausgesprochen schwierig, Mitarbeiter zu bekommen. Und auch jetzt ist es durchaus fordernd. In früheren Jahren war es häufig so, dass Bauern der Umgebung im Winter Arbeit gesucht und bei den Bergbahnen gefunden haben. Diese Vorstellung ist seit einigen Jahren überholt, das geht sich nicht mehr aus. Wir sind immer stärker auf Saisonarbeitskräfte angewiesen, die nicht aus der Region kommen. Dabei spielt dann natürlich die Unterkunft, und damit „KitzSKi Living“ eine große Rolle. Wir haben im letzten Jahr noch 57 Zimmer für Mitarbeiter angemietet, das war nicht einfach zu bewerkstelligen. Es ist uns daher immer deutlicher bewusst geworden, dass wir leistbaren Wohnraum für unsere Saisonkräfte brauchen, wenn wir wollen, dass sie wiederkommen. Wir sehen deshalb „KitzSki Living“ als eine wesentliche Investition in die Zukunft.

Symbolische Schlüsselübergabe „KitzSki Living“, v. l.: Prok. Florian Wörgetter, Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner, Stadtpfarrer Mag. Michael Struzynski, ARV Bgm. Dr. Klaus Winkler, BR Werner Gantschnigg, ZBRO Andreas Hochwimmer und Vorstand Mag. Christian Wörister. © Joachim Frenner
Warum hat man sich entschlossen, das Mitarbeiterhaus auch für touristische Zwecke zu nutzen?
Bodner: Im Sommer wird das Mitarbeiterhaus nicht von Saisonkräften bewohnt, deshalb war eine touristische Nutzung naheliegend, weil wir daraus einen Mehrwert generieren können. Vor diesem Hintergrund haben wir um eine entsprechende Umwidmung angesucht und eine solche dann auch bekommen. Wir denken, dass wir mit unserer Lage und der Ausstattung der Wohneinheiten Gäste von unserem Angebot überzeugen können.
Wörister: Starten wollen wir nach der Wintersaison. Im Moment sind wir mit Backoffice-Arbeiten beschäftigt, also Buchungstools zu erstellen, dazu eine Homepage, das Managementsystem auf den Weg zu bringen etc. Dann wollen wir den Verkauf starten, d. h. wir als Bergbahnunternehmen werden die damit verbunden Aufgaben selber übernehmen.
Wo sieht KitzSki die größten Herausforderungen für die nächsten Jahre?
Bodner: Fordernd sind und werden in Zukunft vermehrt die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang wird etwa die Bettenauslastung Thema. Im Raum Kitzbühel gibt es derzeit 6.200 Betten, die Auslastung beträgt rund 35 Prozent. Hier gibt es Luft nach oben, da müssen wir ansetzen. Dazu braucht es zusätzliche Angebote und ein starkes Bergbahnunternehmen, weil wir als Motor der Region auch einiges in Bewegung bringen und bewirken können.
Wörister: Diversifizierung wird essenziell. Wir brauchen zusätzliche Beschäftigungsfelder im Unternehmen, in denen wir zusätzliche Wertschöpfung erzielen. Dazu müssen wir noch internationaler werden, der deutschsprachige Raum allein wird ein erfolgreiches Wirtschaften in Zukunft nicht garantieren können.
Danke für das Gespräch! LW
Für die neue 3S-Bahn von Campitello auf den Col Rodella im italienischen Fassatal entwickelte der Bergungsspezialist Immoos das Doppellaufwerk DL1. Es ermöglicht eine reibungslose Evakuierung über Seilreiter hinweg. © https://jacopobernard.com/ Doppelmayer
Seilreitertaugliches Evakuierungssystem für 3S-Bahn auf den Col Rodella
Das Schweizer Unternehmen Immoos ist seit 1997 ein anerkannter Experte in der Bergungstechnik für Seilbahnen. Für die neue 3S-Bahn „Campitello – Col Rodella“ im italienischen Fassatal entwickelten seine Spezialisten das Doppellaufwerk DL1. Diese innovative Evakuierungslösung ermöglicht bei der Rettung entlang der Tragseile ein müheloses Überfahren der Seilreiter, die bislang aufwändig umgangen werden mussten. So muss das Rettungssystem nicht umgesetzt werden, und es gibt keine Verzögerungen.
Die neue 3S-Bahn der Doppelmayr-Gruppe ersetzt nach rund 40 Jahren Betriebszeit die historische Pendelbahn von Campitello auf den Col Rodella im Fassatal (TN). Die Seilbahnanlage ist seit der Wintersaison 2025/26 in Betrieb und befördert bis zu 2.812 P/h über eine Streckenlänge von 2.571 m. Die Anforderungen dieser Dreiseilbahn im alpinen Hochgebirge sind in Bezug auf Betriebssicherheit und Evakuierungskonzepte sehr hoch. Die Strecke der neuen 3S-Bahn auf den Col Rodella führt über einen Bereich mit Steinschlaggefahr und im Winter zusätzlich über einen Hang mit potenzieller Lawinengefahr. Dadurch ist auf rund 1.100 m der gesamten Strecke die herkömmliche Bodenrettung und damit ein vertikales Abseilen zum Boden nicht zulässig, sodass die Passagiere entlang der Tragseile evakuiert werden müssen. Dabei müssen mehrere Seilreiter überfahren werden können, ohne das Rettungssystem umzusetzen oder zu verzögern. Genau aus diesen Anforderungen entstand das neue Doppellaufwerk DL1 aus dem Hause Immoos. Es bildet das Herz des Evakuierungssystems der 3S-Bahn auf den Col Rodella.
Für 3S-Bahnen mit extremen topografischen Anforderungen
Das Doppellaufwerk DL1 nutzt beide Tragseile gleichzeitig, was eine besonders ruhige und kontrollierte Fahrt ermöglicht. Die trapezförmige Aufhängung positioniert die Rettungstraverse rund drei Meter unterhalb der Seile. So können Seilreiter mühelos überfahren werden, ohne Umsetzen, Unterbrechung oder Zeitverlust. Das DL1 wird über eine leistungsstarke, elektrische 400-Volt-Keilscheibenwinde bewegt. Pro Zyklus können ein Retter und zwei Gäste transportiert werden, was die Evakuierung deutlich beschleunigt.
Mit dieser Entwicklung trägt der Bergungsspezialist Immoos auch den wachsenden Anforderungen hochmoderner 3S-Bahnen Rechnung, insbesondere jenen in exponiertem winterlichem Gelände oder mit langen Spannfeldern.
Ergänzung zu Seilfahrgerät SS1
Immoos ist seit 1997 ein qualifizierter Partner in der Bergungstechnik für Seilbahnen. Dank langjähriger Erfahrung und umfassender Fachkompetenz wurden zahlreiche Produkte und Dienstleistungen realisiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Diese werden heute weltweit in mehr als 60 Ländern eingesetzt. Eine sehr erfolgreiche Entwicklung des Schweizer Bergungsspezialisten ist das selbstfahrende Seilfahrgerät SS1. Damit können sich Personen auf Litzenseilen von Seilbahnen und Industrieanlagen fortbewegen – ohne Rückhalteseil, Zweitperson oder zusätzliches Sicherungsgerät. Weltweit sind bereits mehr als 3.000 Seilfahrgeräte SS1 im Einsatz. Das neue Doppellaufwerk DL1 erweitert die Produktpalette von Immoos, vor allem im Hinblick auf Evakuierungssysteme für anspruchsvolle 3S-Bahnen mit sehr hohen topografischen Herausforderungen. Mit der Entwicklung dieses seilreitertauglichen Evakuierungslösung für die 3S-Bahn „Campitello – Col Rodella“ im italienischen Fassatal verfügt Immoos nun über eine gelungene Referenz.

Daniel Bui-Moosbrugger ist seit rund eineinhalb Jahren in Italien für Immoos als Kundenberater tätig. © Immoos
Stärkung der Marktpräsenz in Italien
Darüber hinaus verstärkt der Schweizer Bergungsexperte seine Aktivitäten auf dem italienischen Markt. Dieser wird bereits seit rund eineinhalb Jahren für Immoos vor Ort und regional von Daniel Bui-Moosbrugger betreut. Gemeinsam mit CEO Florian Immoos war er auch stark in das Projekt „Col Rodella“ miteingebunden und diente als zentrale Verbindung zwischen Planung, Entscheidungsträgern und Umsetzung. Dieser direkte Austausch hat wesentlich dazu beigetragen, dass die entwickelte Lösung exakt zu den örtlichen Anforderungen passt.


