Die 8er-Kabinenbahn Crap Masegn – Fuorcla – Vorab wurde auf die aktuelle Wintersaison umfassend modernisiert und ist seit 19. Dezember im öffentlichen Betrieb. Durch die konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. © Garaventa AG
Umfassende Modernisierung der Kabinenbahn-Verbindung in LAAX
Am 19. Dezember 2025 war es soweit: Die neue Kabinenbahn vom Crap Masegn nach Fuorcla und weiter zum Fuße des Vorabgletschers nahm im Skigebiet Laax/Flims/Falera im Bündner Oberland (Kanton Graubünden) ihren öffentlichen Betrieb auf. Im Rahmen eines umfangreichen, nachhaltigen Retrofits wurde die 1978 eröffnete Kabinenbahn umfassend erneuert. Dabei vertraute die Weisse Arena Bergbahnen AG auf das Know-how der Garaventa AG, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.
Die Kabinenbahn-Verbindung zwischen Crap Masegn, Fuorcla und dem Vorabgletscher blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1978 nahm die Weisse Arena Bergbahnen AG die damals von Habegger erbaute 6er-Kabinenbahn in Betrieb und erschloss damit den Vorabgletscher, den höchsten Punkt des Skigebiets Laax. Nun wurde diese historische Anlage durch eine neue Kabinenbahn ersetzt, da die alte Anlage aus konzessionsrechtlichen Gründen nicht weiter betrieben werden konnte.
Höhere Förderleistung, effizienterer Betrieb
Die neue 8er-Kabinenbahn folgt der bestehenden Linienführung und verfügt über modernste Technik. Zwei Teilstrecken mit separaten Antrieben ermöglichen neu eine Förderleistung von 1.500 P/h bei einer Geschwindigkeit von 6 m/s. Bei Bedarf kann die Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn ihre Förderleistung auf bis zu 2.000 P/h erhöhen, indem Kabinen von der anderen Teilstrecke übernommen werden. Dadurch verringert sich die Förderleistung der Teilstrecke Fuorcla–Vorab entsprechend. Die 77 OMEGA IV-Kabinen bieten Platz für acht Personen und sind mit Polstersitzen, Außen-Skiköchern und Klappfenstern ausgestattet. Sie stammen aus dem Werk von CWA, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

V.li.n.re.: Arno Inauen (CEO Garaventa AG), Alicia Martinez (Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG), Reto Gurtner (Verwaltungsratspräsident der Weisse Arena Bergbahnen AG) und Ueli Sutter (Projektleiter Verkauf Garaventa AG). © Garaventa AG
Nachhaltigkeit im Fokus
Das Projekt basiert auf einem umfassenden Retrofit-Konzept der Weisse Arena Bergbahnen AG, das die Weiterverwendung bestehender Infrastruktur vorsieht. Die Stationsgebäude in Crap Masegn und am Vorab konnten unverändert bestehen bleiben, denn die neuen Kabinengaragierungen wurden in die vorhandenen Gebäudehüllen integriert. Auch die Strecke wurde weitergenutzt. 22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. Insgesamt konnten rund 80 % des vorhandenen Stahls wiederverwendet werden. Durch diese konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. Das ist im alpinen Gelände ein entscheidender Vorteil. „Ein kompletter Rückbau hätte bedeutet, 300 t Stahl erneut ins Hochgebirge zu transportieren. Diesen Aufwand konnten wir dank des Retrofit-Konzepts vermeiden“, erklärt Alicia Martinez, Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG. Zudem verkürzte die Weiterverwendung der vorhandenen Strukturen die Bauzeit.
Für die Weisse Arena Bergbahnen AG hat das Projekt eine wichtige strategische Bedeutung. Verwaltungsratspräsident Reto Gurtner betont: „Modernisieren heißt für uns nicht abreißen, sondern besser machen. Mit unserem Retrofit steigern wir den Gästekomfort und setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen: Wir nutzen bestehende Ressourcen weiter, sparen Rohstoffe und Energie und bringen damit die Vision LAAX28 konsequent in die Realität. So entsteht Nachhaltigkeit, die nicht nur versprochen wird – sondern wirkt.“
Auch für Garaventa ist das Projekt ein Meilenstein. Ueli Sutter, Projektleiter Verkauf, sagt: „Am Ende jeder Anlage steht ein Neuanfang. Retrofit-Projekte machen es möglich, bestehende Bahnen für weitere Jahrzehnte fit zu machen. Sie sind ein zentraler Bestandteil unserer ESG-Strategie der Doppelmayr-Gruppe und verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung.“

22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. © Garaventa AG
Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Vorab
- Schräge Länge: 2.486 m
- Höhenunterschied: 452 m
- Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
- Förderleistung: 1.500 P/h
Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn
- Schräge Länge: 1.175 m
- Höhenunterschied: 357 m
- Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
- Förderleistung: 2.000 P/h




