Die Schweizer Seilbahnen hatten bisher eine gute Wintersaison 2025/26. © Seilbahnen Schweiz

Schweizer Wintersaison 2025/26: „Gamechanger“ technische Beschneiung

Trotz wenig Naturschnees beurteilt der Branchenverband „Seilbahnen Schweiz“ den bisherigen Winter insgesamt als „gut“. Eine zentrale Rolle spiele dabei die technische Beschneiung, in die die Bergbahnen im vergangenen Jahr mehr als 55 Mio. CHF (= rund 60 Mio. Euro) investiert haben, so SBS. Höher gelegene Skigebiete konnten dank früher Schneefälle und leistungsfähiger Beschneiungsanlagen ein attraktives Angebot gewährleisten. Die milde Witterung stellte vor allem niedriger gelegene Skigebiete vor Herausforderungen, wo teils Tagesgäste fehlten.

Dieses Zwischenfazit zum Start der Wintersaison bis zum 31. Januar 2026 ist das Resultat des „Saison-Monitorings“ des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz (= SBS), der die Gästeanzahl (Ersteintritte) von mehr als 120 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz auswertet und monatlich aktualisiert. So liegen Gästezahlen im Winter 2025/2026 zum Saisonbeginn um 4 % unter dem besonders guten Vorjahr, sie sind aber gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt (in dem auch ein Coronawinter enthalten ist) um 17 % höher.

Regionale Differenzen

Die regionale Betrachtung zeigt ein differenziertes Bild: Während das Wallis mit einem Plus von 3 % einen günstigeren Saisonverlauf als 2024/25 aufweist, bewegen sich Graubünden (+1 %) und das Berner Oberland (-2 %) auf dem Vorjahresniveau. Das Wallis zählt mehr Gäste als im Vorjahr, während die Waadtländer und Freiburger Alpen einen Rückgang von 5 %, das Tessin von 6 %, die Zentralschweiz von 8 % und die Ostschweiz von 13 % verzeichnen (vgl. Abb. 1).

Balkendiagramm: Ersteintritte – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. Keine Zahlen für den Arc Jurassien. © Seilbahnen Schweiz

Abbildung 1: Ersteintritte – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. Keine Zahlen für den Arc Jurassien. © Seilbahnen Schweiz

Zuwächse bei höher gelegenen und großen Destinationen

Die Auswertung der Gästezahlen nach Höhenlage der Skigebiete führt zu folgenden Ergebnissen: Besonders herausfordernd war der Saisonauftakt für Wintersportdestinationen unter 1.500 m ü. M., die im Durchschnitt 14 % weniger Gäste zählten als in der Vergleichsperiode des außergewöhnlich schneereichen Winters 2024/25. Wintersportgebiete auf 1.500 bis 2.000 m ü. M. verzeichneten ein Minus von 4 %, während Destinationen oberhalb von 2.000 m ü. M im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Gästezuwachs erzielen konnten (vgl. Abb. 2).

Balkendiagramm: Ersteintritte nach Höhenlage der Anlagen – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. © Seilbahnen Schweiz

Abbildung 2: Ersteintritte nach Höhenlage der Anlagen – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. © Seilbahnen Schweiz

Die Analyse der Gästezahlen nach Unternehmensgröße (gemessen am Verkehrsertrag) ergibt ein vergleichbares Bild: Besonders kleinere, häufig in niedrigeren Lagen angesiedelte Seilbahnunternehmen mussten deutliche Einbußen bei den Gästezahlen hinnehmen, während große Bergbahnunternehmen einen leichten Zuwachs von durchschnittlich 4 % verzeichneten. (vgl. Abb. 3).

Balkendiagramm: Ersteintritte nach Unternehmensgröße – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. © Seilbahnen Schweiz

Abbildung 3: Ersteintritte nach Unternehmensgröße – Veränderungen zum Vorjahr, kumulierte Werte von Saisonbeginn bis 31. Januar 2026. © Seilbahnen Schweiz

Weniger Tagesgäste wegen milder Wetterlage

Das milde Wetter wirkte sich auf das Gästeverhalten aus: Seilbahnunternehmen, die vorwiegend Tagesgäste empfangen, hatten im Schnitt 10 % weniger Gäste als im Vorjahr. Skigebiete mit Übernachtungsgästen oder einer ausgeglichenen Gästestruktur wiesen im Schnitt 3 % mehr Gäste auf.

Die Geschäftsleitung der Calag in der neuen Zusammensetzung, v. li. n. re: René Meier, Thomas Hügli, René Schmitt, Hanspeter Michel, Michael Reinhard, Michael Späti © Calag

Die Calag stärkt ihre Führungsebene

Das Schweizer Traditionsunternehmen Calag Carrosserie Langenthal AG stellt sich für die Zukunft noch besser auf: Per 1. Januar 2026 wurde die Geschäftsleitung von fünf auf sechs Mitglieder erweitert. Damit sind alle zentralen Geschäftsbereiche jetzt direkt auf Geschäftsleitungsebene vertreten.

Die Calag Carrosserie Langenthal AG mit Sitz in Langenthal im Kanton Bern zählt zu den führenden Anbietern im Bereich Fahrzeug- und Karosseriebau und deckt die Handwerksbereiche Kabinenbau, Karosserie, Reparatur & Service, Lackierung sowie Beschriftung ab. Mit der Erweiterung der Führungsebene sind die strategisch wichtigen Geschäftsfelder „Qualität“ und „HR-Management“ direkt in der Geschäftsleitung noch stärker verankert: René Meier, Verantwortlicher Qualitätsmanagement und Leiter Beschriftung, sowie Michael Reinhard, Leiter Marketing und Dienste, wurden neu in die Calag-Geschäftsleitung aufgenommen.

Statement Michael Späti, Geschäftsführer der Calag Carrosserie Langenthal AG:

„Mit der Erweiterung der Geschäftsleitung stärken wir unsere Führungsstruktur und setzen klare Prioritäten für die Zukunft – insbesondere in den Bereichen Qualität und Personal. Damit schaffen wir die besten Voraussetzungen, unsere hohen Leistungs- und Qualitätsansprüche weiterhin vollumfänglich zu erfüllen.“

Portrait eines Mannes in den Endvierzigern

René Meier, Bereichsleiter Qualitätsmanagement und Beschriftung. © Calag

Zur Person: René Meier – Bereichsleiter Qualitätsmanagement und Beschriftung

René Meier arbeitet seit 2014 bei der Calag. In diesem Zeitraum hat er die Beschriftungsabteilung kontinuierlich weiterentwickelt und erfolgreich im Markt für Fahrzeugbeschriftungen sowie Werbetechnik etabliert. Seit Oktober 2024 verantwortet er zusätzlich das Qualitätsmanagement der Calag, leitet in dieser Funktion das QUMS-Team und ist Systemverantwortlicher des Calag Management-Handbuchs. Das Management-Handbuch ist weit mehr als ein Qualitätsmanagementsystem: Es bildet die Basis für eine erfolgreiche Kooperation. Vor allem bei Großaufträgen und Spezialprojekten gewinnen interne Qualitätskontrollen und Audits zunehmend an Bedeutung. Mit dem Einbezug des Qualitätsmanagements in die Geschäftsleitung wird dieser Entwicklung Rechnung getragen. Ferner wird das Geschäftsfeld „Beschriftung“ durch René Meier direkt in der Geschäftsleitung vertreten.

Portrait eines jungen Mannes

Michael Reinhard, Bereichsleiter Marketing und Dienste. © Calag

Zur Person: Michael Reinhard – Bereichsleiter Marketing und Dienste

Michael Reinhard ist seit 2020 bei der Calag beschäftigt. Ausgehend vom Marketing hat er schrittweise zusätzliche Verantwortung in den Bereichen „Administration“, „HR“ sowie „Berufsbildung“ übernommen. Mit dem Wachstum der Calag sind insbesondere die administrativen Aufgaben, das Marketing und das Thema Personal in den vergangenen Jahren stetig anspruchsvoller geworden – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Per 1. Januar 2026 hat Michael zusätzlich die personelle Leitung der Buchhaltung übernommen und ergänzt seitdem die Geschäftsleitung als Leiter Marketing und Dienste. Damit sind die Bereiche Personal und Administration künftig direkt in der Geschäftsleitung vertreten und strategisch verankert.

Portrait eines älteren Mannes

Kurt Späti, Leiter Finanzen, trat per 1. Januar 2026 aus der Geschäftsleitung aus. © Calag

Austritt aus der Geschäftsleitung: Kurt Späti – Finanzen

Späti ist seit der Übernahme der Calag im Jahr 2004 Eigentümer des Unternehmens und hatte bis 2022 die Geschäftsführung inne. Im Rahmen einer geregelten Nachfolge übergab er 2023 die operative Führung an seinen Sohn Michael Späti. Seitdem vertrat er in der Geschäftsleitung das Qualitätsmanagement, die Finanzen und die Beschriftung. Mit der Reorganisation der Geschäftsleitung trat Kurt Späti per Ende 2025 aus der Geschäftsleitung aus. Er bleibt jedoch weiterhin für die Finanzen fachlich zuständig und berichtet in dieser Funktion an Michael Späti.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.calag.ch/

Die Remec AG hat die Sparte „Visuelle Seilprüfung“ von der Seilplan GmbH übernommen. © Remec AG

News von der Remec AG

Die Remec AG, der Schweizer Spezialist in den Bereichen Instandhaltung, Technische Leitung und Softwareentwicklung aus Schattdorf, hat per 1. Januar 2026 von der Seilplan GmbH aus Grüsch (CH), die auf die Prüfung von Seilbahnseilen aller Art spezialisiert ist, den Bereich „Visuelle Seilprüfung“ übernommen.

Aus einer langjährigen und erfolgreichen Partnerschaft entsteht damit eine neue Phase der Kooperation. Die Remec AG stärkt mit diesem Schritt ihr bestehendes Angebot im Bereich der visuellen Seilprüfung und erweitert es um das bewährte Fachwissen der Seilplan GmbH. Für einen reibungslosen Übergang wird die Remec AG in der Anfangszeit aktiv von der Seilplan GmbH begleitet. So profitieren bestehende Kunden von einer nahtlosen Fortführung der Dienstleistungen.

Weiterführende Informationen über die beiden Unternehmen finden Sie auf:

https://remec.ch/

https://seilplan.ch/

„Szepterübergabe“ bei den Planai-Hochwurzen-Bahnen: Georg Bliem (li.) und sein Nachfolger Mag. Peter Weichbold. © Sabrina Melcher

Wechsel an der Spitze der Planai-Hochwurzen-Bahnen

Per 1. Februar 2026 hat Peter Weichbold von Georg Bliem die Geschäftsführung übernommen. Er plant, den erfolgreichen Kurs fortzuführen und zugleich neue Impulse zu setzen. Bis Ende April wird es noch eine dreimonatige Übergangsphase geben.

Bereits im September 2025 fiel nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren und Hearings die Entscheidung für Peter Weichbold als neuen Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen in Schladming. Seit Anfang Februar trat er nun die Funktion offiziell an – mit einer dreimonatigen Übergangsphase bis Ende April.

Als Georg Bliem 2012 die Geschäftsführung übernahm, war das Seilbahnunternehmen mitten in der anspruchsvollen Phase rund um die Vorbereitungen zur Alpinen Ski-WM 2013. In den darauffolgenden Jahren prägte er die Entwicklung der Planai-Hochwurzen-Bahnen wesentlich. Zwischen 2012 und 2025 wurden rund 210 Mio. Euro in Infrastruktur, Qualität sowie neue Angebote investiert und die Planai als eines der führenden Seilbahnunternehmen Österreichs positioniert.

Statement Georg Bliem:

„Die Planai-Hochwurzen-Bahnen waren für mich immer ein Herzensprojekt. Entscheidend für den Erfolg war das starke Team, mit dem es gelungen ist, das Unternehmen konsequent weiterzuentwickeln. Ich bin überzeugt, dass Peter Weichbold diesen Weg mit Kompetenz und Innovationskraft fortsetzen wird.“

Ein ausführliches Interview mit Georg Bliem führte unsere erfahrene Fachredakteurin Dr. Mag. Luise Weithaler für die Ausgabe Mountain Manager 7/2025. Das Interview finden Sie hier auf der Startseite, unter der Rubrik „MM-Interview“.

Mit Peter Weichbold übernimmt ein langjähriger Wegbegleiter und versierter Branchenkenner die Geschäftsführung. Er ist seit 2004 bei den Planai-Hochwurzen-Bahnen tätig und war von Beginn an für die Leitung der Bereiche Finanzen und Controlling verantwortlich. Im Jahr 2011 übernahm er zusätzlich die Geschäftsführung der Galsterbergalm Bahnen GmbH & Co KG. Seit 2019 verfügt Peter Weichbold über die Einzelprokura der Planai-Hochwurzen-Bahnen und kennt das Unternehmen sowie die Region „wie aus seiner Westentasche“.

Statement Peter Weichbold:

„Ich danke Georg Bliem sehr herzlich für die Arbeit und Weitsicht der vergangenen Jahre. Das, was in dieser Zeit aufgebaut wurde, ist eine große Stärke und zugleich eine große Chance für das Unternehmen. Es eröffnet Handlungsspielraum, um vorausschauend zu agieren und Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Mein Ziel ist es, auf dieser soliden Basis aufzubauen, Bewährtes zu erhalten und dort neue Impulse zu setzen, wo sie sinnvoll und zukunftsweisend sind. Auf diesen gemeinsamen Weg und auf das, was kommt, freue ich mich sehr.“

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen zählen zu den größten Seilbahnunternehmen Österreichs und sind ein bedeutender Wirtschaftsmotor für die Region. Mit mehr als 430 Mitarbeitenden im Winter sowie jährlich Millionen von Gästen in der Region leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur touristischen Wertschöpfung in der Steiermark.

 

Das renovierte Restaurant Gletschermühle am Kitzsteinhorn ist eine gelungene Kombination aus Moderne und Tradition. © Kitzsteinhorn

Kulinarischer Genuss auf 2.450 m Seehöhe

Nach umfassendem Umbau und aufwändiger Renovierung des Alpincenters geht die Qualitätsoffensive für die Kitzsteinhorn-Gastronomie in die nächste Runde: auf die aktuelle Wintersaison 2025/26 wurde das 1994 eröffnete „Restaurant Gletschermühle“ am Kitzsteinhorn auf 2.450 m Seehöhe renoviert und hat bereits seine Pforten geöffnet. Die Küche bleibt regional verwurzelt, mit Produkten von heimischen Erzeugern.

Das Kitzsteinhorn oberhalb von Kaprun ist Teil des Skigebiets Zell am See-Kaprun. Bei der Planung des neuen „Restaurants Gletschermühle“ wurde auf die harmonische Integration in die hochalpine Berglandschaft besonders viel Wert gelegt.

Gelungene Symbiose von Tradition und Moderne

Die Architektur des Bauwerks ist modern und zeitgemäß. Sowohl von außen als auch von innen erinnern bauliche Elemente an die naturgeschaffene „Gletschermühle“. (Dabei handelt es sich um eine geologische Ausformung, die in Gletschern vorkommt. Durch Schmelzwasser, das von der Oberfläche herabfließt und die Wände erodiert, entsteht ein vertikaler, runder Schacht.)

Warmes, einladendes Flair

Die Innenausstattung verbindet natürliche Materialien mit einem modernen Design. Im Erdgeschoss sind der Hauptgastraum sowie eine Bar mit Kaminlounge untergebracht. Eine elegant geschwungene Treppe führt ins Obergeschoss. Dort befindet sich die exklusive „Kitzsteinhorn Lounge“, in der bis zu 30 Gäste den beeindruckenden Ausblick auf den Gipfel des Kitzsteinhorns genießen können. Neben der Aussicht sorgen die großzügigen Panoramafenster im „Restaurant Gletschermühle“ auch für reichlich natürliches Licht.

Vier Personen frühstücken in Berglounge mit Aussicht auf die Berge

Die exklusive Kitzsteinhorn Lounge im Restaurant Gletschermühle bietet einen beeindruckenden Ausblick auf den Gipfel. © Kitzsteinhorn

Das „Restaurant Gletschermühle“ am Kitzsteinhorn ist ganzjährig geöffnet.

Einen Einblick hinter die Kulissen bietet der folgende Baustellenfilm vom Oktober 2025:

Außenaufnahme Restaurant Gletschermühle im Winter

 

Unter dem thematischen Leitfaden „Realitätssinn im Tourismus – der Berg verhandelt nicht“ findet das 35. TFA–TourismusForum Alpenregionen vom 13. bis 15. April 2026 in Lech Zürs am Arlberg statt. © Lech Tourismus, Logo: © TFA-Forum

35. TFA-Forum 2026: Das Programm steht fest!

Nach Bruneck in Südtirol im Vorjahr wird das diesjährige und damit 35. TFA–TourismusForum Alpenregionen im österreichischen Lech Zürs am Arlberg und somit in der Wiege des alpinen Skisports abgehalten. Unter dem Motto „Realitätssinn im Tourismus – der Berg verhandelt nicht“ versammeln sich vom 13. bis 15. April 2026 Entscheidungsträger, Vordenker und Gestalter des alpinen Tourismus auf dieser hochkarätigen Branchenveranstaltung zum Netzwerken und zum Gedankenaustausch.

Nun steht das Programm mit inspirierenden Referaten, exklusiven Einblicken hinter die Kulissen und Forumstouren, die Lech Zürs und den Arlberg aus neuen Perspektiven zeigen, fest.

Ein kleiner Vorgeschmack auf das Programm:
  • Fernando Lehner, Informationschef des regionalen Führungsstabs Lötschental VS: „Gletscherabbruch und Bergsturz in Blatten/Lötschental: Aus Trümmern wächst Zukunft.“
  • Dr. Thomas Bieger, Tourismusökonom & Professor Universität St. Gallen: „Hat der Tourismus traditioneller Prägung eine Zukunft – und wie erhalten Bergbahnen ihre gesellschaftliche Legitimation?“
  • Thomas Küng, Senior Projektleiter Grischconsulta Beratungen AG: „Der Fels in der Brandung? Robustere Geschäftsmodelle für Bergbahnen.“
  • Reto Gurtner, Weisse Arena Gruppe: „Nach dem Verkauf der Anlagen der Weissen Arena AG: Alpiner Tourismus im Spannungsfeld zwischen lokaler Verankerung und globaler Konsolidierung.“
Das vollständige Programm mit allen Referaten, Gesprächsrunden und Forumstouren ist online abrufbar auf:

https://tourismusforum.ch/

An der Tal- und Bergstation der neuen Diasbahn in Kappl wurden topmoderne Panorama-Informationsanlagen von sitour installiert. © Bernhard Gruber / sitour

Informationssysteme für neue Diasbahn in Kappl

Am 16. Januar 2026 wurde die neue Diasbahn, eine 10er-Kabinenbahn aus dem Hause Doppelmayr, die die bisherige Anlage der Bergbahnen Kappl ersetzt, mit zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Tourismus feierlich eingeweiht. Für den Seilbahnbetreiber im Tiroler Paznaun markiert diese Seilbahnanlage eine Modernisierung des Einstiegs ins Skigebiet. Für sitour ist es ein weiterer Schritt einer langjährigen Zusammenarbeit. Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilte, lieferte es für die neue Diasbahn Informationssysteme und ein digitales Kassen-Überkopfsystem.

 Bei der neuen Diasbahn kommt eine Aufstiegsanlage zum Einsatz, die ursprünglich auf der Bundesgartenschau 2023 in Mannheim Fahrgäste beförderte. Sie wurde vollständig demontiert, überprüft und für die Anforderungen in Kappl technisch adaptiert. Damit entschieden sich die Bergbahnen Kappl bewusst für eine Wiederverwendung statt eines Neubaus – ein Ansatz, der Material- und Energieeinsatz deutlich reduziert. Die Diasbahn wurde von der Doppelmayr-Gruppe errichtet. Die Seilbahnanlage verfügt über 41 Kabinen mit Platz für jeweils zehn Personen und weist eine Förderleistung von bis zu 2.700 P/h auf. Sie bietet barrierefreien Zugang und kurze Fahrzeiten.

Panorama-Informationsanlagen sorgen für Orientierung im Skigebiet

Im Zuge der neuen Diasbahn wurden zwei topmoderne Panorama-Informationsanlagen installiert, die als wichtige und zentrale Orientierungspunkte für die Wintersportler dienen. Technisch ausgestattet sind sie mit LED im Bild beim Panorama sowie LED-Bildschirmen, deren Inhalte sekundenschnell aktualisiert werden können. Eine Panorama-Informationsanlage befindet sich bei der Talstation, die zweite direkt beim Ausstieg bei der Bergstation. Sie zeigen tagesaktuelle Betriebsinformationen zu den Anlagen und Pisten, einen schnellen und kompakten Überblick über das gesamte Skigebiet mithilfe eines Panoramas, Sicherheitshinweise u. v. m. Ergänzt werden die modernen Informationssysteme durch ein digitales Kassen-Überkopfsystem, bestehend aus 4 LED-Screens. Dieses kann z. B. mit Preisen, Livebildern aus dem Skigebiet oder Veranstaltungshinweisen bespielt werden. Diese sitour-Lösungen gehören zu jenen Bausteinen, die heute den Betrieb an einer Bergbahn mitsteuern, nicht im Rampenlicht wie die neue Diasbahn in Kappl, aber als Teil der Infrastruktur, die ihren Ablauf trägt.

Zusammenspiel der Funktionen ausschlaggebend

Für die Bergbahnen Kappl ist das Zusammenspiel dieser Funktionen entscheidend. Geschäftsführer Ing. Andreas Kleinheinz formuliert es folgendermaßen: „Mit der neuen Diasbahn verbessern wir nicht nur unsere Förderleistung und den Servicecharakter, sondern die gesamte Ablauforganisation rund um den Zugang ins Skigebiet. Damit das funktioniert, braucht es darüber hinaus auch klare Orientierung für die Gäste und damit zusammenhängend zuverlässige Informationssysteme. Diese Qualität erwarten wir, und sitour liefert sie uns seit vielen Jahren.“

Auch bei sitour sieht man Kappl als Beispiel dafür, wie Infrastruktur schrittweise weiterentwickelt wird. Geschäftsführer Franz X. Gruber dazu: „Der Neubau der Diasbahn zeigt, wie moderne Infrastruktur Schritt für Schritt weiterentwickelt wird. Wir dürfen einen Teil dazu beitragen, indem wir die Information für Gäste übersichtlich halten und die Systeme passend zum Betrieb liefern.“

Zum Informationsangebot für die Wintersportler in Kappl gehören außerdem mehrere Webcams sowie eine Drohne. Sie erweitern das Bild des Skigebiets um Live-Videos, Live-Wetterinfos sowie die Live-Schneesituation und fließen nicht nur in die digitalen Kanäle der Destination ein, sondern werden im Rahmen einer Medienkooperation sowohl im TV als auch Online über touristisch relevante Partnerportale, Mobile und Connected Apps verteilt.

Weitere Informationen zu sitour finden Sie hier:

https://www.sitour.at/de

Im Matterhorn Ski Paradise beschleunigt eine neue 8er-Sesselbahn die Verbindung vom Riffelberg nach Gifthittli. Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. © ML

Skigebiete im DACH-Raum setzen auf smarte Seilbahntechnologien

Auf die Wintersaison 2025/26 investierten österreichische, deutsche und Schweizer Skigebiete gezielt in neue Seilbahnanlagen von LEITNER. Im Mittelpunkt stehen dabei energieeffiziente Antriebssysteme, ein hoher Automatisierungsgrad sowie intelligente Modernisierungslösungen im Bestand.

Dabei erfreut sich die LeitPilot-Technologie für den autonomen Stationsbetrieb immer größerer Beliebtheit. Das teilte der Südtiroler Seilbahnproduzent vor kurzem in einer Presseaussendung mit.

Österreich: Autonomer, komfortabler, effizienter

Seit Mitte November 2025 ist die neue „Senderbahn“ im österreichischen Skigebiet Hauser Kaibling (Steiermark) betriebsbereit. Diese 10er-Kabinenbahn mit LeitPilot für den autonomen Stationsbetrieb bringt ein deutliches Plus an Komfort und Förderleistung. Mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s befördert die neue Anlage bis zu 2.800 P/h zum Senderplateau. Moderne Kabinen des Typs Diamond EVO Deep, hohe Windstabilität und innenliegende Skiköcher machen die fünfminütige Fahrt besonders für Familien angenehm. Bereits im Vorjahr eröffnete im Skigebiet die ebenfalls mit LeitPilot ausgestattete 8er-Sesselbahn CD8C „Kaiblinggrat“.

Auf die Wintersaison 2025/26 investierten österreichische, deutsche und Schweizer Skigebiete gezielt in neue Seilbahnanlagen von LEITNER. I

Die neue 10er-Kabinenbahn „Senderbahn“ im österreichischen Skigebiet Hauser Kaibling ist mit der LeitPilot-Technologie für den autonomen Stationsbetrieb ausgestattet und bringt ein deutliches Plus an Komfort und Förderleistung. © ML

Im Skigebiet Dachstein West wurden rund 22 Mio. Euro in zwei neue 6er-Sesselbahnen investiert. Die Aufstiegsanlagen „Angeralm“ und „Aussichtsberg“ ersetzen einen Schlepplift sowie eine 4er-Sesselbahn und verbinden seit Anfang der Saison Gosau und Annaberg komfortabler und effizienter. Wetterschutzhauben, Sitzheizung und automatisch schließende Bügel sorgen für ein deutliches Plus an Komfort und Sicherheit.

Sesselbahn im Winter während der Fahrt

Am Mittwoch, dem 21. 1. 2026, wurden die beiden neuen 6er-Sesselbahnen „Aussichtsberg“ und „Angeralm“ (im Bild) in der Skiregion Dachstein West (Österreich) feierlich eröffnet. Offiziell in Betrieb sind die beiden Aufstiegsanlagen schon seit Anfang der Wintersaison 2025/26. © LEITNER

In der Schweiz setzt sich der Trend in Richtung Retrofit in St. Moritz weiter fort, zudem war LEITNER erneut im Matterhorn Ski Paradise für den Bau einer neuen Sesselbahn im Einsatz.

Schweiz: Retrofit, Nachhaltigkeit, Leitpilot-Technologie

Im Matterhorn Ski Paradise beschleunigt eine neue 8er-Sesselbahn die Verbindung vom Riffelberg nach Gifthittli. Dabei steht das Thema Nachhaltigkeit stark im Zentrum: Solarpaneele unterstützen die Energiegewinnung, Stützenfundamente werden wiederverwendet und der LEITNER DirectDrive reduziert den Energieverbrauch sowie die Geräuschentwicklung deutlich. Für den maximalen Komfort auf der Strecke kommt der Premium-Sessel EVO mit Einzelfußrastern und Wetterschutzhauben zum Einsatz. Zudem wurde die neue 8er-Sesselbahn mit Stationen in der markanten Form der italienischen Designschmiede Pininfarina realisiert.

In St. Moritz wurde nach rund 30 Betriebsjahren die bisherige 4er-Sesselbahn „Randolins“ umfassend erneuert. Die neue 6er-Sesselbahn ermöglicht den komfortablen Aufstieg sowohl von der Paradiso als auch von der Trutz-Seite. Mit einer Förderleistung von bis zu 2.400 P/h – gegenüber bislang 1.500 P/h – und einer Fahrgeschwindigkeit von 6 m/s erfüllt die Anlage bestmögliche Anforderungen an Kapazität, Effizienz und Betriebssicherheit. Trotz des vollständigen technischen Neubaus, inklusive LeitPilot in der Bergstation, stand der nachhaltige Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt der Umsetzung. Aufgrund des guten Zustands der bestehenden Bausubstanz konnten neun der insgesamt 15 Seilbahnfundamente weiterverwendet werden, die übrigen mussten lediglich punktuell verstärkt werden. Damit verbindet die 6er-Sesselbahn „Randolins“ modernste Seilbahntechnologie mit einer verantwortungsvollen Weiterentwicklung des Bestands.

Parallel dazu wurde auch die rund 30 Jahre alte 4er-Sesselbahn „Lej da la Pêsch“ im Rahmen eines gezielten Retrofit-Programms für die Zukunft gerüstet. Die bereits im Herbst 2025 abgeschlossene Modernisierung brachte neben einem autonomen Stationsbetrieb mit Leitpilot in der Bergstation neue Sessel mit gepolsterten Sitzen, verriegelbaren Schließbügeln, Einzelfußrastern sowie eine leicht erhöhte Fahrgeschwindigkeit, die nun für kürzere Wartezeiten sorgt. Entlang der Strecke wurden lediglich kleinere Instandhaltungsarbeiten an den Fundamenten durchgeführt, um die Anlage auf den aktuellen Stand zu bringen. Damit reiht sich die Anlage erfolgreich in Schweizer Retrofit-Projekte von LEITNER der jüngeren Vergangenheit in Corviglia und Arosa Lenzerheide ein.

Einen Modernisierungsschub mit Fokus auf die Ganzjahresnutzung gab es in deutschen Skigebieten. Auch dabei kamen Seilbahnanlagen von LEITNER zum Einsatz.

Deutschland: Ganzjähriges Freizeitangebot am Almberg

Im Skizentrum Mitterdorf, das als „Gletscher des Bayerischen Waldes“ bekannt ist, wurden umfassende Investitionen getätigt, um die Destination zukunftsfit zu machen. Der Zweckverband Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut-Philippsreut investierte rund 23,2 Mio. Euro in ein ganzjährig attraktives Angebot. Herzstück des Projekts sind zwei neue Aufstiegsanlagen von LEITNER: die 6er-Sesselbahn „Almbergbahn“ und die 4er-Sesselbahn „Kleiner Almberglift“.

Die neue „Almbergbahn“ überzeugt durch ihre Windstabilität, eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 5 m/s und eine Förderleistung von 1.600 P/h. 40 komfortable 6er-Sessel mit Wetterschutzhauben, Komfortpolsterung und Einzelfußrastern sorgen für ein angenehmes Fahrerlebnis. Die Trasse wurde so gewählt, dass die gesamte Pistenfläche ohne bauliche Hindernisse genutzt werden kann. Auch die neue fixgeklemmte 4er-Sesselbahn „Kleiner Almberglift“ steigert mit einer Förderleistung von 1.400 P/h und modernen Premium-Sesseln des Typs EVO den Komfort für die Gäste. Beide Anlagen sind für den Sommer- und Winterbetrieb ausgelegt und unterstützen damit das Ziel, über das ganze Jahr ein Freizeitangebot am Almberg anzubieten.

In der Projektphase: Die geplante urbane Kabinenbahn, die in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden soll. © Rendering LEITNER

Ozeanien erhält erste urbane Seilbahn

Die Kabinenbahn soll in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden. Den Zuschlag für die erste urbane Seilbahnlinie Ozeaniens erhielt der Südtiroler Seilbahnhersteller LETINER. Sein eingereichtes Projekt sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer Förderleistung von bis zu 3.000 P/h vor. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant. Das teilte der italienische Seilbahnproduzent heute in einer Pressemitteilung mit.

Die Stadt Queenstown befindet sich im Queenstown-Lakes District der Region Otago auf der Südinsel von Neuseeland. Die einzigartige Geographie der Stadt sowie die hohen Grundstückspreise machen eine Erweiterung von Straßen oder den Bau spezieller Busspuren sehr teuer und langsam. Der Flughafen Queenstown ist nach eigenen Angaben der viertgrößte Neuseelands nach Passagierzahlen. In einem im Mai 2025 gestarteten Wettbewerbsverfahren wurde LEITNER nun offiziell für den Bau der ersten urbanen Seilbahnlinie Ozeaniens ausgewählt. Diese soll den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden und soll bis 2029 betriebsbereit sein. Die voraussichtliche Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten und bietet eine zuverlässige Alternative zur stark befahrenen Frankton Road sowie Panoramablicke über den Lake Wakatipu und die Remarkables. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 200 Mio. Euro.

Urbane Seilbahn als optimale Verkehrslösung für Standort

Das in Queenstown ansässige und privat geführte Unternehmen Southern Infrastructure bringt Fachwissen, Investitionen und Engagement ein, um die notwendige Infrastruktur in der Region bereitzustellen. „Eine Seilbahn – so ist auch Ross Copland, Geschäftsführer der Southern Infrastructure Limited, überzeugt – sei daher die beste Wahl für den Standort“. Die Seilbahnpläne bauen auf früheren Studienergebnissen auf, wonach eine Kabinenbahn vom Flughafen zur Innenstadt die optimale Verkehrslösung für Queenstown wäre. Das eingereichte Projekt von LEITNER sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer stündlichen Förderleistung von bis zu 3.000 Personen vor. Aufgrund der Streckenführung entstehe dabei nicht nur ein touristischer Mehrwert, sondern trage die Bahn auch zur langfristigen Infrastrukturplanung der Stadt bei.

Die weitere To-do-Liste

„Unser erster Schritt ist ein Vorplanungsvertrag, der es uns ermöglicht, die Detailplanung abzuschließen“, so Ross Copland. „Diese Arbeiten bilden die Grundlage für einen Generalunternehmervertrag, sobald das Projekt baureif ist.“

Mit dem Übergang in die nächste Projektphase werden nun die inhaltlichen und technischen Grundlagen weiter vertieft. Diese Phase umfasst die detaillierte Planung und Konstruktion der Anlage ebenso wie die Erstellung umfassender umweltbezogener und technischer Gutachten. Parallel dazu sind strukturierte Konsultationen mit Grundstückseigentümern sowie mit der lokalen Bevölkerung vorgesehen, um das Projekt transparent weiterzuentwickeln und regionale Anliegen frühzeitig zu berücksichtigen.

Statement Martin Leitner, Vorstand von LEITNER:

„Die Vergabe dieses Projekts stellt für LEITNER einen Meilenstein von großer Bedeutung dar und ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in unsere technologische Kompetenz und unsere Vision einer nachhaltigen Mobilität. Mit der Realisierung der ersten urbanen Seilbahn Ozeaniens macht Queenstown einen entscheidenden Schritt hin zu einem innovativen, zuverlässigen und optimal in das Stadtgebiet integrierten Verkehrssystem. Wir sind stolz darauf, unser Know-how in ein Projekt einzubringen, das Innovation, Nachhaltigkeit und einen langfristigen Mehrwert für die Region vereint.“

Der Baubeginn ist – vorbehaltlich der Festlegung des geeigneten Genehmigungsverfahrens sowie aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen – für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant.

 

Das Seilbahnunternehmen LEITNER realisierte in Neuseeland bereits bedeutende Projekte wie den Coronet Express (Kombibahn 6er-Sessel/8er-Kabinen), die Sky Waka-Kabinenbahn oder die neue 8er-Sesselbahn am Mount Hutt.

© cm via Canva.com

„Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen“

Für 2026 hat KR Dir. Georg Bliem seinen Rückzug als Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH angekündigt. Er übergibt ein erfolgreiches Unternehmen mit durchdachten Angeboten, einer modernen Infrastruktur und nachhaltigem Wirtschaftskurs.

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH gilt als touristischer Leitbetrieb. Wie haben sich die Herausforderungen in den letzten Jahren verändert, wo geht der Weg hin?

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH wird nicht nur als Motor der Region bezeichnet, sie ist es auch und trägt deshalb eine große Verantwortung. Diese Verantwortung haben wir auch immer wahrgenommen. So wurde in den Jahren meiner Geschäftsführung viel in die Infrastruktur investiert, wobei wir u. a. neun Seilbahnen gebaut haben. In den nächsten Jahren wird die Absicherung des Skibetriebs im Fokus stehen. Dafür haben wir schon 2025 eine große Investition in Pumpanlagen durchgeführt. Nächstes Jahr wird ein bestehender Speicherteich auf ein Fassungsvermögen von rund 200.000 m³ Wasser vergrößert. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass für den Skibetrieb immer genug Schnee vorhanden ist. Dazu wird auch großes Augenmerk auf das Angebot, auf Inszenierungen am Berg gelegt werden, damit der Gast seinen Aufenthalt genießen kann. Dabei geht es nicht mehr nur um Angebote für eine Saison, sondern um eine Ganzjahresnutzung. Ein Ziel, das ich von Anfang an verfolgt habe, war es, die Planai-Hochwurzen-Bahnen zu einer Ganzjahresdestination zu entwickeln. Da sind wir auch angekommen – immerhin gelingt es mit einem entsprechenden Angebot, von unseren 420 Mitarbeitern 325 ganzjährig zu beschäftigen.

Mountainbiker in den Bergen in Aktion Sommeraufnahme

Biken hat sich im Sommerangebot der Planai-Hochwurzen-Bahnen zur Erfolgsgeschichte entwickelt. © Harald Steiner

In der GmbH sind neben der Infrastruktur der Bergbahnen auch die Bereiche Gastronomie, Freizeitparks, Sportanlagen, der Autobusbetrieb „Planai Bus“ sowie ein Reisebüro vertreten. Welche Bedeutung haben Synergien im Unternehmen und darüber hinaus?

Es war von Anfang an geplant, die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH breiter aufzustellen, da sind Synergien essenziell. Das Bussegment „Planai Bus“ wurde in den letzten Jahren fast runderneuert, und das sowohl bei den Linienbussen als auch den Reisebussen. Wir bedienen mit den Linienbussen, die im Sommer und im Winter fahren, nicht nur Schladming, sondern auch 6 Hochtäler in den Schladminger Tauern. Dazu haben wir eine moderne Reisebusflotte im Einsatz, mit der wir Ziele in ganz Europa anfahren. Im Winter nutzen wir diese Flotte für Bustransfer-Fahrten vom Flughafen Salzburg nach Saalbach, Zell am See, Wagrain und natürlich Schladming. Im Bereich der Gastronomie haben wir 6 Standorte mit so herausragenden Betrieben wie etwa dem Gletscherrestaurant am Dachstein oder der Steinbockalm am Wilden Berg in Mautern. Am Wilden Berg in Mautern, den wir seit 10 Jahren im Rahmen eines Managementvertrages führen, konnten wir in dieser Saison 103.000 Besucher begrüßen. Der Tierpark mit 320 Tieren war für uns ein völlig neues Feld, in das wir uns erst einarbeiten mussten. Er hat sich aber sehr gut entwickelt. Weiters gehören zur Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH noch Beteiligungen. So betreiben wir mit Sport Bründl aus Kaprun in einer eigenen Gesellschaft die Sportgeschäfte vor Ort, dazu vermieten wir die von uns angemieteten Sporthausflächen an Geschäfte weiter, am Galsterberg etwa Sport Mandl oder an der Station Planai-West Sport Tritscher. Mit diesem breit gefächerten Aktionsradius haben wir ein gut funktionierendes Netzwerk, in dem eine gute Zusammenarbeit und Synergien natürlich sehr wichtig sind. Aber grundsätzlich muss sich jeder Bereich auch wirtschaftlich rechnen, jedes Segment wird als eigenständiges Profit-Center geführt. Wenn ich meine Agenden nächstes Jahr übergebe, kann ich Profit-Center übergeben, die alle profitabel wirtschaften.

Sie haben 2014 in einem Interview mit dem MOUNTAIN MANAGER gesagt, dass Nachhaltigkeit eine große Rolle im Unternehmen spielt. Was wurde auf den Weg gebracht?

Im Bereich der Nachhaltigkeit sind wir sehr ambitioniert. Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen. So sind die Planai-Hochwurzen-Bahnen nach ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement zertifiziert. Die Zertifizierungen wurden nach intensiven Vorbereitungen im Oktober 2023 verliehen. Grundsätzlich bekennen wir uns zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit, also Ökologie, Soziales und Ökonomie. Um unsere Ambitionen vorzustellen, haben wir vor kurzem ein Magazin veröffentlicht, in dem viele unserer Projekte vorgestellt werden, etwa aus dem Bereich Energiemanagement. Wir haben im Skigebiet z. B. rund 230 Zählpunkte für den Energieverbrauch, dazu investieren wir umfassend in den Photovoltaikausbau. Ein absolutes Highlight war der Umbau der Dachstein Bergstation, die nun zu 80 % energieautark ist. Wir bauen jedes Jahr drei bis vier PV-Anlagen, 2025 u. a. auf der neuen Busgarage. Bis 2029 wollen wir so mindestens 16 % unseres Strombedarfs selbst erzeugen. Im Sommer haben wir außerdem eine „grüne Partie“ mit 12 Mitarbeitern im Einsatz, die sich nur mit der Landschaftspflege befasst. Das ist notwendig, weil bei uns auch der Sommertourismus sehr stark geworden ist. Da muss einfach alles passen. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen waren eine der ersten Bergbahnen, die HVO eingesetzt haben, und das nicht nur bei unseren 25 Pistenfahrzeugen, sondern auch bei der Busflotte und den Firmen-PKW. Welche Ergebnisse der Einsatz von HVO bringt, haben wir getestet und die Tests wissenschaftlich durch die TU Graz sowie die Dr. Thomas Klein Consulting GmbH begleiten lassen. Dazu wurde in der Saison 2022/23 ein neues Prinoth Pistenfahrzeug wie üblich mit Diesel betankt, ein anderes mit HVO, sodass wir den direkten Vergleich hatten. Die Ergebnisse waren überzeugend: Es gab keinen Leistungsverlust durch die Betankung mit HVO, man braucht annähernd gleich viel Kraftstoff und es gab keine Auswirkungen auf die Maschinen, also etwa Abnützungserscheinungen.

Bergstation Dachstein wird eröffnet

Eröffnung Bergstation Dachstein 2024. © Michael Simonlehner

Wie hat sich die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ bewährt, die 2021 ins Leben gerufen wurde?

Die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ hat zwei Mitarbeiter. Mit ihnen gemeinsam haben wir begonnen, unsere Nachhaltigkeitsprojekte klar zu definieren, sukzessive auf den Weg zu bringen und zu überwachen. Die Arbeit der Stabstelle ist ein „living process“, der sich permanent fortsetzen wird. An Themen wird es dabei nicht mangeln, ob das jetzt Wärmerückgewinnung betrifft, Nachhaltigkeit bei Lieferanten und natürlich bei allen Bauarbeiten, wo Nachhaltigkeit heute von der Planung weg in allen Schritten zum Tragen kommt.

Im letzten Winter haben Sie mit SolOcean eine neue PV-Anlage am Wasser getestet, wie waren Sie zufrieden?

Die erste Testphase war sehr gut. Die entscheidende Frage dabei war, wie reagiert eine Solaranlage am Speicherteich bei Eis und unterschiedlichen Wasserständen. Da hat sich das System gut bewährt. Wir haben in der letzten Saison mit den Tests allerdings erst im März begonnen und wollen deshalb jetzt noch die ganze anstehende Wintersaison, also auch bei extremen Bedingungen, weitertesten. Wenn die Ergebnisse passen, könnte ich mir vorstellen, dass es Potenzial gibt.

Mit welchen Neuerungen geht man dieses Jahr in die Wintersaison?

Wir haben 2025 30 Mio. Euro investiert, für nächstes Jahr haben wir 22 Mio. Euro beschlossen. Das Herzstück war dieses Jahr die Erneuerung der Skischaukel Hauser Kaibling–Planai. Dafür wurde für Hauser Kaibling eine 10er-Kabinenbahn von Leitner gebaut, die Senderbahn. Wir haben uns für eine 8er-Sesselbahn von Doppelmayr entschieden, der man den Namen „Mitterhausalm I“ gegeben hat. Die Sesselbahn bietet besten Komfort und wird im Endausbau bis zu 3.000 Personen pro Stunde befördern können. Gemeinsam haben Hauser Kaibling und die Planai im Rahmen des Projekts außerdem eine große Lagerhalle mit eigener Tankstelle realisiert, weil man in diesem Areal auch eine entsprechende Infrastruktur braucht. Eine Herausforderung bei diesem Projekt war sicher die Logistik und das Nebeneinander der Bauarbeiten für zwei sehr große Projekte. Das hat letztendlich aber alles sehr gut funktioniert.

Was wurde in den Jahren Ihrer Geschäftsführung investiert, wie hat sich das Verhältnis Winter-/Sommerangebot entwickelt?

In meiner Geschäftsführung habe ich Investitionen über 210 Mio. Euro zu verantworten, gebaut wurde also viel und mit Begeisterung. Das waren nicht nur Seilbahnen, auch Schneeanlagen und vieles mehr. Das Unternehmen konnte in dieser Zeit seinen Umsatz und seinen Cashflow mehr als verdoppeln. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH ist also ein ausgesprochen gesundes Unternehmen und gut aufgestellt für die Zukunft. Der Großteil der Einnahmen kommt nach wie vor aus dem Winter, im Sommer erwirtschaften wir mittlerweile aber schon rund 20 % unseres Umsatzes. Ich gehe auch davon aus, dass der Sommer weiter zulegen wird. Für den Gast ist dabei nicht nur das Angebot am Berg ausschlaggebend, schon die Fahrt mit der Seilbahn wird zum Erlebnis. An guten Tagen bewegen wir im Sommer rund 15.000 Besucher. Die Zahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, jedes Jahr hat es mehr Gäste gegeben. Wenn man sich die Nächtigungen in der Region ansieht, so gibt es im Sommer mit 2 Mio. Nächtigungen gleich viele wie im Winter. Der Sommer in den Bergen hat also sicher noch Potenzial.

Blick von der Talstation auf die Kabinenbahn

Die Planaibahn wurde 2019 modernisiert. © lw

Wenn Sie die Investitionen der letzten Jahre Revue passieren lassen, welche waren für Sie am beeindruckendsten?

Das erste Projekt, das ich realisieren durfte, war die Hochwurzen-Gipfelbahn. Dann folgten weitere Meilensteine wie etwa die Planai-Hauptseilbahn. Die Ski-WM 2013 war ein besonderes Projekt, das Hopsiland 2015 und auch die Konzerte der letzten Jahre mit Robbie Williams oder dieses Jahr mit den Backstreet Boys. Es gibt eine ganze Reihe an Highlights. Etwas ganz Besonderes war aber sicher der Umbau der Dachstein Bergstation, das würde ich als Lebenswerk bezeichnen. Die Vorlaufzeit hat sich über viele Jahre erstreckt. Man musste den Permafrost und die Stabilität des Untergrunds testen, passende Planer und Professionisten finden, die auf 3.000 m bauen können und wollen. Das Ergebnis kann sich jetzt aber auch sehen lassen. Und natürlich musste immer alles wirtschaftlich passen, da braucht es einen „strengen Rechenstift“.

 

Danke für das Gespräch! lw
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