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„Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen“

Für 2026 hat KR Dir. Georg Bliem seinen Rückzug als Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH angekündigt. Er übergibt ein erfolgreiches Unternehmen mit durchdachten Angeboten, einer modernen Infrastruktur und nachhaltigem Wirtschaftskurs.

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH gilt als touristischer Leitbetrieb. Wie haben sich die Herausforderungen in den letzten Jahren verändert, wo geht der Weg hin?

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH wird nicht nur als Motor der Region bezeichnet, sie ist es auch und trägt deshalb eine große Verantwortung. Diese Verantwortung haben wir auch immer wahrgenommen. So wurde in den Jahren meiner Geschäftsführung viel in die Infrastruktur investiert, wobei wir u. a. neun Seilbahnen gebaut haben. In den nächsten Jahren wird die Absicherung des Skibetriebs im Fokus stehen. Dafür haben wir schon 2025 eine große Investition in Pumpanlagen durchgeführt. Nächstes Jahr wird ein bestehender Speicherteich auf ein Fassungsvermögen von rund 200.000 m³ Wasser vergrößert. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass für den Skibetrieb immer genug Schnee vorhanden ist. Dazu wird auch großes Augenmerk auf das Angebot, auf Inszenierungen am Berg gelegt werden, damit der Gast seinen Aufenthalt genießen kann. Dabei geht es nicht mehr nur um Angebote für eine Saison, sondern um eine Ganzjahresnutzung. Ein Ziel, das ich von Anfang an verfolgt habe, war es, die Planai-Hochwurzen-Bahnen zu einer Ganzjahresdestination zu entwickeln. Da sind wir auch angekommen – immerhin gelingt es mit einem entsprechenden Angebot, von unseren 420 Mitarbeitern 325 ganzjährig zu beschäftigen.

Mountainbiker in den Bergen in Aktion Sommeraufnahme

Biken hat sich im Sommerangebot der Planai-Hochwurzen-Bahnen zur Erfolgsgeschichte entwickelt. © Harald Steiner

In der GmbH sind neben der Infrastruktur der Bergbahnen auch die Bereiche Gastronomie, Freizeitparks, Sportanlagen, der Autobusbetrieb „Planai Bus“ sowie ein Reisebüro vertreten. Welche Bedeutung haben Synergien im Unternehmen und darüber hinaus?

Es war von Anfang an geplant, die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH breiter aufzustellen, da sind Synergien essenziell. Das Bussegment „Planai Bus“ wurde in den letzten Jahren fast runderneuert, und das sowohl bei den Linienbussen als auch den Reisebussen. Wir bedienen mit den Linienbussen, die im Sommer und im Winter fahren, nicht nur Schladming, sondern auch 6 Hochtäler in den Schladminger Tauern. Dazu haben wir eine moderne Reisebusflotte im Einsatz, mit der wir Ziele in ganz Europa anfahren. Im Winter nutzen wir diese Flotte für Bustransfer-Fahrten vom Flughafen Salzburg nach Saalbach, Zell am See, Wagrain und natürlich Schladming. Im Bereich der Gastronomie haben wir 6 Standorte mit so herausragenden Betrieben wie etwa dem Gletscherrestaurant am Dachstein oder der Steinbockalm am Wilden Berg in Mautern. Am Wilden Berg in Mautern, den wir seit 10 Jahren im Rahmen eines Managementvertrages führen, konnten wir in dieser Saison 103.000 Besucher begrüßen. Der Tierpark mit 320 Tieren war für uns ein völlig neues Feld, in das wir uns erst einarbeiten mussten. Er hat sich aber sehr gut entwickelt. Weiters gehören zur Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH noch Beteiligungen. So betreiben wir mit Sport Bründl aus Kaprun in einer eigenen Gesellschaft die Sportgeschäfte vor Ort, dazu vermieten wir die von uns angemieteten Sporthausflächen an Geschäfte weiter, am Galsterberg etwa Sport Mandl oder an der Station Planai-West Sport Tritscher. Mit diesem breit gefächerten Aktionsradius haben wir ein gut funktionierendes Netzwerk, in dem eine gute Zusammenarbeit und Synergien natürlich sehr wichtig sind. Aber grundsätzlich muss sich jeder Bereich auch wirtschaftlich rechnen, jedes Segment wird als eigenständiges Profit-Center geführt. Wenn ich meine Agenden nächstes Jahr übergebe, kann ich Profit-Center übergeben, die alle profitabel wirtschaften.

Sie haben 2014 in einem Interview mit dem MOUNTAIN MANAGER gesagt, dass Nachhaltigkeit eine große Rolle im Unternehmen spielt. Was wurde auf den Weg gebracht?

Im Bereich der Nachhaltigkeit sind wir sehr ambitioniert. Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen. So sind die Planai-Hochwurzen-Bahnen nach ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement zertifiziert. Die Zertifizierungen wurden nach intensiven Vorbereitungen im Oktober 2023 verliehen. Grundsätzlich bekennen wir uns zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit, also Ökologie, Soziales und Ökonomie. Um unsere Ambitionen vorzustellen, haben wir vor kurzem ein Magazin veröffentlicht, in dem viele unserer Projekte vorgestellt werden, etwa aus dem Bereich Energiemanagement. Wir haben im Skigebiet z. B. rund 230 Zählpunkte für den Energieverbrauch, dazu investieren wir umfassend in den Photovoltaikausbau. Ein absolutes Highlight war der Umbau der Dachstein Bergstation, die nun zu 80 % energieautark ist. Wir bauen jedes Jahr drei bis vier PV-Anlagen, 2025 u. a. auf der neuen Busgarage. Bis 2029 wollen wir so mindestens 16 % unseres Strombedarfs selbst erzeugen. Im Sommer haben wir außerdem eine „grüne Partie“ mit 12 Mitarbeitern im Einsatz, die sich nur mit der Landschaftspflege befasst. Das ist notwendig, weil bei uns auch der Sommertourismus sehr stark geworden ist. Da muss einfach alles passen. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen waren eine der ersten Bergbahnen, die HVO eingesetzt haben, und das nicht nur bei unseren 25 Pistenfahrzeugen, sondern auch bei der Busflotte und den Firmen-PKW. Welche Ergebnisse der Einsatz von HVO bringt, haben wir getestet und die Tests wissenschaftlich durch die TU Graz sowie die Dr. Thomas Klein Consulting GmbH begleiten lassen. Dazu wurde in der Saison 2022/23 ein neues Prinoth Pistenfahrzeug wie üblich mit Diesel betankt, ein anderes mit HVO, sodass wir den direkten Vergleich hatten. Die Ergebnisse waren überzeugend: Es gab keinen Leistungsverlust durch die Betankung mit HVO, man braucht annähernd gleich viel Kraftstoff und es gab keine Auswirkungen auf die Maschinen, also etwa Abnützungserscheinungen.

Bergstation Dachstein wird eröffnet

Eröffnung Bergstation Dachstein 2024. © Michael Simonlehner

Wie hat sich die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ bewährt, die 2021 ins Leben gerufen wurde?

Die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ hat zwei Mitarbeiter. Mit ihnen gemeinsam haben wir begonnen, unsere Nachhaltigkeitsprojekte klar zu definieren, sukzessive auf den Weg zu bringen und zu überwachen. Die Arbeit der Stabstelle ist ein „living process“, der sich permanent fortsetzen wird. An Themen wird es dabei nicht mangeln, ob das jetzt Wärmerückgewinnung betrifft, Nachhaltigkeit bei Lieferanten und natürlich bei allen Bauarbeiten, wo Nachhaltigkeit heute von der Planung weg in allen Schritten zum Tragen kommt.

Im letzten Winter haben Sie mit SolOcean eine neue PV-Anlage am Wasser getestet, wie waren Sie zufrieden?

Die erste Testphase war sehr gut. Die entscheidende Frage dabei war, wie reagiert eine Solaranlage am Speicherteich bei Eis und unterschiedlichen Wasserständen. Da hat sich das System gut bewährt. Wir haben in der letzten Saison mit den Tests allerdings erst im März begonnen und wollen deshalb jetzt noch die ganze anstehende Wintersaison, also auch bei extremen Bedingungen, weitertesten. Wenn die Ergebnisse passen, könnte ich mir vorstellen, dass es Potenzial gibt.

Mit welchen Neuerungen geht man dieses Jahr in die Wintersaison?

Wir haben 2025 30 Mio. Euro investiert, für nächstes Jahr haben wir 22 Mio. Euro beschlossen. Das Herzstück war dieses Jahr die Erneuerung der Skischaukel Hauser Kaibling–Planai. Dafür wurde für Hauser Kaibling eine 10er-Kabinenbahn von Leitner gebaut, die Senderbahn. Wir haben uns für eine 8er-Sesselbahn von Doppelmayr entschieden, der man den Namen „Mitterhausalm I“ gegeben hat. Die Sesselbahn bietet besten Komfort und wird im Endausbau bis zu 3.000 Personen pro Stunde befördern können. Gemeinsam haben Hauser Kaibling und die Planai im Rahmen des Projekts außerdem eine große Lagerhalle mit eigener Tankstelle realisiert, weil man in diesem Areal auch eine entsprechende Infrastruktur braucht. Eine Herausforderung bei diesem Projekt war sicher die Logistik und das Nebeneinander der Bauarbeiten für zwei sehr große Projekte. Das hat letztendlich aber alles sehr gut funktioniert.

Was wurde in den Jahren Ihrer Geschäftsführung investiert, wie hat sich das Verhältnis Winter-/Sommerangebot entwickelt?

In meiner Geschäftsführung habe ich Investitionen über 210 Mio. Euro zu verantworten, gebaut wurde also viel und mit Begeisterung. Das waren nicht nur Seilbahnen, auch Schneeanlagen und vieles mehr. Das Unternehmen konnte in dieser Zeit seinen Umsatz und seinen Cashflow mehr als verdoppeln. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH ist also ein ausgesprochen gesundes Unternehmen und gut aufgestellt für die Zukunft. Der Großteil der Einnahmen kommt nach wie vor aus dem Winter, im Sommer erwirtschaften wir mittlerweile aber schon rund 20 % unseres Umsatzes. Ich gehe auch davon aus, dass der Sommer weiter zulegen wird. Für den Gast ist dabei nicht nur das Angebot am Berg ausschlaggebend, schon die Fahrt mit der Seilbahn wird zum Erlebnis. An guten Tagen bewegen wir im Sommer rund 15.000 Besucher. Die Zahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, jedes Jahr hat es mehr Gäste gegeben. Wenn man sich die Nächtigungen in der Region ansieht, so gibt es im Sommer mit 2 Mio. Nächtigungen gleich viele wie im Winter. Der Sommer in den Bergen hat also sicher noch Potenzial.

Blick von der Talstation auf die Kabinenbahn

Die Planaibahn wurde 2019 modernisiert. © lw

Wenn Sie die Investitionen der letzten Jahre Revue passieren lassen, welche waren für Sie am beeindruckendsten?

Das erste Projekt, das ich realisieren durfte, war die Hochwurzen-Gipfelbahn. Dann folgten weitere Meilensteine wie etwa die Planai-Hauptseilbahn. Die Ski-WM 2013 war ein besonderes Projekt, das Hopsiland 2015 und auch die Konzerte der letzten Jahre mit Robbie Williams oder dieses Jahr mit den Backstreet Boys. Es gibt eine ganze Reihe an Highlights. Etwas ganz Besonderes war aber sicher der Umbau der Dachstein Bergstation, das würde ich als Lebenswerk bezeichnen. Die Vorlaufzeit hat sich über viele Jahre erstreckt. Man musste den Permafrost und die Stabilität des Untergrunds testen, passende Planer und Professionisten finden, die auf 3.000 m bauen können und wollen. Das Ergebnis kann sich jetzt aber auch sehen lassen. Und natürlich musste immer alles wirtschaftlich passen, da braucht es einen „strengen Rechenstift“.

 

Danke für das Gespräch! lw

Zum Start der Wintersaison 2025/2026 im Skigebiet Garmisch-Classic ging die neue 8er-Sesselbahn Kreuzwankl mit Wetterschutzhauben und Sitzheizung in Betrieb. Sie ersetzt die bisherige 6er-Sesselbahn Kreuzwankl-Ski-Express aus dem Jahre 1997. Durch die reduzierte Umlaufgeschwindigkeit in der Talstation ist der Einstieg für die Fahrgäste jetzt angenehmer gestaltet. Außerdem ist der Einstiegsbereich höhenverstellbar, um Anfängern, Kindern und Skischulen den Zugang zu erleichtern. © Bayerische Zugspitzbahn/Laura Schmatz

Deutsche Skigebiete sind mit bisheriger Wintersaison zufrieden

Frostige Temperaturen, Sonnenschein und Schneefall sorgten für ideale Bedingungen in der laufenden Wintersaison 2025/26, was zu einer positiven Zwischenbilanz seitens des Verbands Deutscher Seilbahnen e. V. (VDS) in dessen Pressemitteilung vom 13. Januar führt. Besonders erfreulich sei auch die hohe Nachfrage nach Skikursen, vor allem bei jungen Wintersportlern, heißt es darin weiter.

Der frühe Saisonstart im November und die klirrende Kälte ab Ende Dezember mit zumeist sonnigem Wetter sorgten für ideale Rahmenbedingungen. Die Kältephase bot optimale Voraussetzungen für die technische Beschneiung, und Skigebiete mit guter Beschneiungsinfrastruktur verzeichnen Zuwächse oder liegen auf dem sehr guten Vorjahresniveau. Reine Naturschneegebiete profitieren momentan von der Schneelage und ziehen entsprechend nach. Besonders erfreulich ist die hohe Nachfrage nach Skikursen vorrangig bei jungen Wintersportlern und die große Anzahl der Sonnengäste, die das traumhafte Winterwetter neben den Wintersportlern in die Berge führt.

Bisheriger Saisonverlauf im Überblick
  • Die Wintersaison wurde vom Allgäuer Familienberg Söllereck in Oberstdorf eröffnet, die sechs benachbarten Skigebiete im Allgäu folgten sukzessive. Im Gebiet freut man sich über die guten Pistenbedingungen, zufriedene Gäste und ideales Wintersportwetter.
  • Die Zugspitze startete mit einer 60 cm dicken Naturschnee-Pistenauflage: Im Gebiet Garmisch-Classic begann die Wintersaison bei bestem Wetter und mit der Eröffnung des erneuerten Kreuzwankl, der auf eine 8er-Sesselbahn (Seilbahnhersteller: Doppelmayr-Gruppe) erweitert wurde. Dank der idealen Wetterbedingungen konnte auf der Zugspitze zwischen den Jahren mehrfach die Tagesspitze von 4.500 Besuchern erreicht werden. Im Gebiet Garmisch-Classic wurden in diesem Zeitraum sogar 9.000 Gäste verzeichnet.
  • Auch das Skigebiet Großer Arber im Bayerischen Wald startete im November in die aktuelle Wintersaison. Zum Auftakt waren die Sonnenhangbahn sowie zwei Pisten in Betrieb. In den darauffolgenden Tagen wurden weitere Lifte und Abfahrten schrittweise geöffnet, sodass das Angebot kontinuierlich erweitert werden konnte. Dank Naturschnee und anhaltend niedriger Temperaturen lagen optimale Bedingungen für die technische Beschneiung und ideale Wintersportbedingungen vor.
  • Im Schwarzwald sind aktuell (Stand: 13. Januar 2026) die Herzogenhornbahn, die Feldbergbahn, die Förderbänder am Seebuck sowie beide Grafenmattlifte und die Zeigerbahn in Betrieb. Auch hier sind die Schneeverhältnisse insgesamt gut, mit einer Kombination aus natürlichem und technischem Schnee.
  • Die Wintersport-Arena Sauerland bietet beste Bedingungen: Bis zu 80 Ski- und Rodellifte und rund 300 km Loipen stehen den Gästen zur Verfügung. Mit Schneefall bis in die Tallagen und Dauerfrost herrscht eine optimale und stabile Schneelage, die es so seit Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Besucherzahlen zogen zum Jahresende deutlich an und bleiben auf einem hohen Niveau.
  • Neuschnee und gutes Wetter sorgten auch in den Alpen Plus Gebieten Brauneck-Wegscheid, Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld und Wallberg für Hochbetrieb in den Weihnachtsferien.
Statement Birgit Priesnitz, Geschäftsführerin des Verbands Deutscher Seilbahnen e. V. (VDS):

„Wir freuen uns über die ungebrochene Nachfrage nach Wintersport in unserer heimischen Bergwelt und über die durchweg positive Stimmung bei den Gästen und blicken optimistisch auf die kommenden und hoffentlich schneereichen Wochen.“

 

Als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich befördert die Rax-Seilbahn seit 9. Juni 1926 die Fahrgäste von der Talstation (528 m ü. M.) in Hirschwang zur Bergstation auf der Raxalpe (1.546 m ü. M.) © Scharfegger's Raxalpen Resort

Rax-Seilbahn feiert 100-Jahre-Jubiläum

Seit ihrer Eröffnung am 9. Juni 1926 befördert die „Rax-Seilbahn“ in den Wiener Alpen im niederösterreichischen Reichenau an der Rax Fahrgäste im Pendelbetrieb von Hirschwang auf das Raxplateau. Als erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich gilt sie bis heute als Symbol für Pioniergeist, technische Meisterleistung und Naturverbundenheit. 2026 feiert sie ihr 100-Jahre-Jubiläum – mit historischen Einblicken und besonderen Highlights wie z. B. die Kampagne #RAXENmitFREUNDEN. Diese wurden gestern bei einer Pressekonferenz von der Besitzerfamilie Scharfegger vorgestellt.

Die am 9. Juni 2026 eröffnete Rax-Seilbahn wurde vom damaligen Seilbahnhersteller Bleichert nach dem System Bleichet-Zuegg als klassische Pendelbahn mit einem Trag-, einem Zug- und einem Hilfsseil pro Fahrbahn errichtet und danach mehrmals umgebaut bzw. modernisiert, zuletzt wurde sie von der Firma Leitner auf den neusten Stand der Technik gebracht (Zeitraum zwischen November 2015 und Juni 2016). Mit neuen Antriebssteuerungen, modernisierter Seilbahn- und Elektrotechnik sowie einer verlängerten Konzession für weitere 25 Jahre wurden höchste Sicherheitsstandards und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet. Diese Investitionen stellen sicher, dass die Rax-Seilbahn mit rund 200.000 Gästen jährlich weiterhin ein bedeutendes touristisches Aushängeschild Niederösterreichs bleibt. Der Betrieb der Rax-Seilbahn ist eng mit der Familie Scharfegger verbunden, die seit mehr als 50 Jahren als treibende Kraft hinter der touristischen Entwicklung der Region steht. Heute führt Bernd Scharfegger, der Sohn von Fritz und Grete Scharfegger, die Betriebe erfolgreich unter der Dachmarke „Scharfegger’s Raxalpen Resort“. Dazu gehören, neben der Rax-Seilbahn mehrere gastronomische und touristische Betriebe.

Zwei Männer und eine Frau flanieren ein Rollup zum 100 Jahre Jubiläum der Rax-Seilbahn

V.li.n.re.: Albert Malli, Geschäftsführer der Höllentalbahn-Projekt GmbH, Silvana Mock, Marketingleitung Rax-Seilbahn, und Bernd Scharfegger, Betreiber der Rax-Seilbahn und Geschäftsführer des Scharfegger’s Raxalpen Resorts. © Roman Zach-Kiesling

Statement Bernd Scharfegger:

„Die Rax-Seilbahn ist bis heute ein herausragendes Beispiel für die bedeutende Rolle, die Seilbahnen bei der Erschließung von Bergregionen spielen. Für uns ist sie nicht nur eine Seilbahn, sondern die treibende Kraft und das verbindende Element, das unsere Region lebendig hält. Sie fördert den Tourismus, schafft Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze – und macht uns jeden Tag aufs Neue stolz, Menschen aus aller Welt einzuladen, die Natur in ihrer ganzen Pracht zu erleben.“

Highlights und Kampagne #RAXENmitFREUNDEN

Zum 100-Jahre-Jubiläum der Rax-Seilbahn steht das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt: Der Begriff „RAXEN“ soll sich künftig als Synonym für das Wandern auf der Rax etablieren und die Freude am gemeinsamen Naturerlebnis betonen. Die Kampagne #RAXENmitFREUNDEN vereint die Themen FREUNDE, FREUDE und FREUD, die alle im Kampagnennamen enthalten sind. Scharfegger: „Somit werden zusätzlich Unterkategorien geschaffen, in denen wir unsere Schwerpunkte ‚Wander- und Naturerlebnis‘, ‚Kulinarik am Berg & Auszeit vom Alltag‘ sowie ‚Geschichte & prägende Persönlichkeiten‘ optimal kommunizieren können. (…)“

Im Jubiläumsjahr sind außerdem familienfreundliche Veranstaltungen, historische Ausstellungen, Kombitickets und Rabatte vorgesehen. In der aktuellen Wintersaison 2025/26 ist das Schneeschuhwandern ein zentrales Thema. „Wir haben uns mittlerweile als der Schneeschuhwanderberg im Osten Österreichs etabliert. Besonders Familien schätzen diese kostengünstige und einfach zu erlernende Sportart, die den heutigen Zeitgeist trifft“, so Scharfegger.

Timeline-Grafik 100 Jahre Rax-Seilbahn

Timeline-Grafik 100 Jahre Rax-Seilbahn © Scharfegger’s Raxalpen Resort

Zukunftsorientierter Tourismus

Seit inzwischen 100 Jahren unterstreicht die Rax-Seilbahn ihre anhaltende Bedeutung als nachhaltiges und zukunftsorientiertes Tourismusprojekt. Umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten wie ÖBB-Pakete, das Sommerfrische-Kombiticket mit der Höllentalbahn, die 2026 ebenfalls 100 Jahre alt wird, sowie das Mobilitätsprojekt „RUFbus“ Semmering-Rax entlasten den Verkehr und fördern eine ressourcenschonende Regionalentwicklung.

Die Rax-Seilbahn ist auch Träger des Gütesiegels „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“, eine Initiative des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich. 2026 wird übrigens ein geschichtsträchtiges Jahr für die österreichische Seilbahnbranche: Sie feiert 100 Jahre Seilbahnen in Österreich.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.raxalpe.com

Das Seilbahnprojekt „Cablebús Linie 5“ stärkt die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe. Diese startete im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet, – im Bild die „Cablebús Linie 1“. © Doppelmayr

Doppelmayr realisiert 15,2 km lange urbane Seilbahn in Mexico City

Bei der neuen 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen handelt es sich um eines der bedeutendsten Mobilitätsprojekte in Mexico City. Die Eröffnung ist für 2028 vorgesehen. Diese weitere urbane Seilbahnanlage der Doppelmayr-Gruppe in der mexikanischen Hauptstadt sorgt dann für eine direkte Anbindung an die Metrostation Mixcoac (Linien 7 und 12) und stärkt so die vernetzte Mobilität im Westen der mexikanischen Hauptstadt. Die Gesamtinvestition für die „Cablebús Línea 5“ liegt bei 7,9 Mrd. mexikanischen Pesos (rund 372 Mio. Euro).

Das teilte die Doppelmayr-Gruppe gestern in einer Presseaussendung über diesen Großauftrag mit. Die neue „Cablebús Línea 5“ verbindet in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez. Mit einer Förderleistung von 3.000 Personen pro Stunde und Richtung wird diese neue 10er-Kabinenbahn die aktuellen Reisezeiten halbieren. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrsnetzes trägt sie dazu bei, die Lebensqualität der Anwohner zu steigern und ihre Anbindung an andere Teile der Hauptstadt deutlich zu verbessern. Die Eröffnung der „Cablebús Línea 5“ ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Die Doppelmayr-Gruppe setzt bei der Umsetzung auf modernste Seilbahntechnologie, die höchste Standards in Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz erfüllt.

Rendering Stationen Cablebus Linie 5 in Mexico City

Die neue 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen wird in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez verbinden und eine Förderleistung von 3.000 P/h & Richtung haben. Das sorgt für eine Halbierung der aktuellen Reisezeiten der Anwohner. © Doppelmayr

Nachhaltig, weniger Kosten und Emissionen

Die „Cablebús Linie 5“ zeichnet sich durch ihre hohe betriebliche Effizienz und ihren direkten Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität aus. Das Seilbahnsystem benötigt nur sehr wenig Platz und greift kaum in die bestehende Infrastruktur ein. Dadurch entstehen deutlich geringere Kosten für Verkehrsflächen. Die Auswirkungen auf den städtischen Raum bleiben minimal. Darüber hinaus wird durch den Umstieg auf eine elektrische, seilgezogene Mobilität die Luftqualität verbessert, was zu einer wesentlichen Reduktion von Schadstoffemissionen beiträgt.

Mehr als 50 km Gesamtlänge, mehr als 350.000 Fahrgäste täglich

Die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe begann im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet. Damit entsteht in Mexiko eine urbane Seilbahninfrastruktur mit künftig mehr als 50 km Gesamtlänge, die über 350.000 Fahrgästen täglich eine verbesserte Mobilität bietet.

Factbox 10er-Kabinenbahn Cablebús Línea 5:
  • Stationenanzahl: 12
  • Gesamtlänge: 15,2 km
  • Streckenabschnitte: 5 (3 Hauptlinien und 2 Abzweigungen)
  • Stützenanzahl: 114
  • Fahrzeuganzahl: 462
  • Förderleistung: 3.000 P/h & Richtung
  • Zeitersparnis: Mehr als 50 % im Vergleich zum Status quo

Die 8er-Kabinenbahn Crap Masegn – Fuorcla – Vorab wurde auf die aktuelle Wintersaison umfassend modernisiert und ist seit 19. Dezember im öffentlichen Betrieb. Durch die konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. © Garaventa AG

Umfassende Modernisierung der Kabinenbahn-Verbindung in LAAX

Am 19. Dezember 2025 war es soweit: Die neue Kabinenbahn vom Crap Masegn nach Fuorcla und weiter zum Fuße des Vorabgletschers nahm im Skigebiet Laax/Flims/Falera im Bündner Oberland (Kanton Graubünden) ihren öffentlichen Betrieb auf. Im Rahmen eines umfangreichen, nachhaltigen Retrofits wurde die 1978 eröffnete Kabinenbahn umfassend erneuert. Dabei vertraute die Weisse Arena Bergbahnen AG auf das Know-how der Garaventa AG, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

Die Kabinenbahn-Verbindung zwischen Crap Masegn, Fuorcla und dem Vorabgletscher blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1978 nahm die Weisse Arena Bergbahnen AG die damals von Habegger erbaute 6er-Kabinenbahn in Betrieb und erschloss damit den Vorabgletscher, den höchsten Punkt des Skigebiets Laax. Nun wurde diese historische Anlage durch eine neue Kabinenbahn ersetzt, da die alte Anlage aus konzessionsrechtlichen Gründen nicht weiter betrieben werden konnte.

Höhere Förderleistung, effizienterer Betrieb

Die neue 8er-Kabinenbahn folgt der bestehenden Linienführung und verfügt über modernste Technik. Zwei Teilstrecken mit separaten Antrieben ermöglichen neu eine Förderleistung von 1.500 P/h bei einer Geschwindigkeit von 6 m/s. Bei Bedarf kann die Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn ihre Förderleistung auf bis zu 2.000 P/h erhöhen, indem Kabinen von der anderen Teilstrecke übernommen werden. Dadurch verringert sich die Förderleistung der Teilstrecke Fuorcla–Vorab entsprechend. Die 77 OMEGA IV-Kabinen bieten Platz für acht Personen und sind mit Polstersitzen, Außen-Skiköchern und Klappfenstern ausgestattet. Sie stammen aus dem Werk von CWA, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

Vier Personen bei Kabinenbahneröffnung in der Seilbahnstation

V.li.n.re.: Arno Inauen (CEO Garaventa AG), Alicia Martinez (Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG), Reto Gurtner (Verwaltungsratspräsident der Weisse Arena Bergbahnen AG) und Ueli Sutter (Projektleiter Verkauf Garaventa AG). © Garaventa AG

Nachhaltigkeit im Fokus

Das Projekt basiert auf einem umfassenden Retrofit-Konzept der Weisse Arena Bergbahnen AG, das die Weiterverwendung bestehender Infrastruktur vorsieht. Die Stationsgebäude in Crap Masegn und am Vorab konnten unverändert bestehen bleiben, denn die neuen Kabinengaragierungen wurden in die vorhandenen Gebäudehüllen integriert. Auch die Strecke wurde weitergenutzt. 22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. Insgesamt konnten rund 80 % des vorhandenen Stahls wiederverwendet werden. Durch diese konsequente Nutzung bestehender Strukturen ließen sich Materialeinsatz, Bauaufwand und Transportlogistik deutlich reduzieren. Das ist im alpinen Gelände ein entscheidender Vorteil. „Ein kompletter Rückbau hätte bedeutet, 300 t Stahl erneut ins Hochgebirge zu transportieren. Diesen Aufwand konnten wir dank des Retrofit-Konzepts vermeiden“, erklärt Alicia Martinez, Leiterin Bauprojekte der Weisse Arena Bergbahnen AG. Zudem verkürzte die Weiterverwendung der vorhandenen Strukturen die Bauzeit.

Für die Weisse Arena Bergbahnen AG hat das Projekt eine wichtige strategische Bedeutung. Verwaltungsratspräsident Reto Gurtner betont: „Modernisieren heißt für uns nicht abreißen, sondern besser machen. Mit unserem Retrofit steigern wir den Gästekomfort und setzen gleichzeitig ein starkes Zeichen: Wir nutzen bestehende Ressourcen weiter, sparen Rohstoffe und Energie und bringen damit die Vision LAAX28 konsequent in die Realität. So entsteht Nachhaltigkeit, die nicht nur versprochen wird – sondern wirkt.“

Auch für Garaventa ist das Projekt ein Meilenstein. Ueli Sutter, Projektleiter Verkauf, sagt: „Am Ende jeder Anlage steht ein Neuanfang. Retrofit-Projekte machen es möglich, bestehende Bahnen für weitere Jahrzehnte fit zu machen. Sie sind ein zentraler Bestandteil unserer ESG-Strategie der Doppelmayr-Gruppe und verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung.“

Kabinenbahn im Winter während der Fahrt

22 der 24 bestehenden Fachwerkstützen blieben erhalten und wurden mit neuen Stützenköpfen und Rollenbatterien ausgestattet. © Garaventa AG

Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Vorab
  • Schräge Länge: 2.486 m
  • Höhenunterschied: 452 m
  • Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
  • Förderleistung: 1.500 P/h

 

Technische Daten 8er-Kabinenbahn Teilstrecke Fuorcla–Crap Masegn
  • Schräge Länge: 1.175 m
  • Höhenunterschied: 357 m
  • Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s
  • Förderleistung: 2.000 P/h

Tagungsschwerpunkte sind die Kommunikation bei Ereignissen und die Verkehrssicherungspflicht. © KI-generiertes Bild

Tagung Pisten- und Rettungsdienst geht in die zweite Runde

Nach 2024 organisiert nun der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) im Jahr 2026 erneut eine Tagung zum Thema „Pisten- und Rettungsdienst“. Sie findet am Montag, den 30. März, und Dienstag, den 31. März, im Center Fontauna in Disentis/Mustér im Kanton Graubünden statt.

Es geht um eine zukunfts- und praxisorientierte Standortbestimmung. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Kommunikation bei Ereignissen und die Verkehrssicherungspflicht. Dabei werden z. B. Schnittstellen zwischen dem Pistenrettungsdienst (= PRD) und anderen Diensten wie Technik und Gastronomie beleuchtet, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und PRD thematisiert sowie der Einsatz von Technologien wie z. B. Drohnen behandelt. SBS strebt eine interaktive Tagung an und hat den Anspruch, so viel Praxis wie möglich und so wenig Theorie wie nötig zu bieten. Die Tagung lebt vom Erfahrungsaustausch sowie der Expertise der Referenten und der Teilnehmer. Sie ist der ideale Anlass, um sich zu treffen, zu vernetzen und sich über die aktuellen Trends und Entwicklungen zu informieren.

Mehr als 2.000 Mitarbeiter im Pisten- und Rettungsdienst tätig

Seilbahnunternehmen müssen dafür sorgen, dass der Wintersport unter bestmöglichen Sicherheitsbedingungen ausgeübt werden kann. Dafür verantwortlich ist das Team des PRD des jeweiligen Seilbahnbetriebs. In den Schweizer Wintersportgebieten sorgen so mehr als 2.000 Mitarbeiter im Pisten- und Rettungsdienst für die Sicherheit und den Komfort der Gäste und kontrollieren täglich tausende Kilometer Pisten. Die PDR-Mitarbeiter müssen über eine spezifische Ausbildung in diesem Bereich verfügen.

Die Anmeldung zur diesjährigen Tagung „Pisten- und Rettungsdienst“ ist online bis Samstag, den 28. Februar 2026, möglich. Auf die Tagungsteilnehmer warten interessante Vorträge, interdisziplinäre Workshops und Podiumsdiskussionen.

 

Tagungsort, Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, Programm, Referenten und den Link zur Online-Anmeldung finden Sie hier: https://www.seilbahnen.org/verband/tagung-prd-sbs

© KI-generiertes Bild/cm

Betriebsurlaub über Weihnachten

Bevor das Jahr zu Ende geht, möchten wir kurz innehalten und „Danke“ sagen. Danke für die tollen Projekte, das Vertrauen und den gemeinsamen Weg in diesem Jahr.

Damit das Mountain Manager-Team mit frischer Energie in das neue Jahr starten kann, verabschieden wir uns in den Betriebsurlaub (24. 12. 2025 – 2. 1. 2026).

Ab Montag, dem 5. 1. 2026, sind wir wieder wie gewohnt für Sie erreichbar.

 

Mit der Markteinführung des Pistenbully 100 ParkPro dieses Jahr im Jänner in Laax (CH) ist die Pistenbully Park-Flotte komplett. Der Pistenbully 100 ParkPro ergänzt den Pistenbully 400 ParkPro, dessen neueste Generation 2022 vorgestellt wurde, und das Kraftpaket Pistenbully 600 Polar ParkPro, das seit 2024 im Parkbau eingesetzt wird. © Kässbohrer

Insights zum Start der Wintersaison 2025/26

Zu Saisonbeginn geben Dr. Christian Oberwinkler (CO), Vorstand Technik, Heiko Stähle (HS), Vorstand Sales & Administration, und Alex Dehm (AD), Bereichsleiter Vertrieb, Einblicke in die Themen, die die Kässbohrer Geländefahrzeug AG derzeit bewegen – von der intensiven Hochsaison über neue Anforderungen im Alltag bis hin zu den Entwicklungen, die das Unternehmen gerade prägen und beschäftigen. Dieses Interview wurde dem Mountain Manager zur Verfügung gestellt.

Moderation: Die Wintersportsaison hat begonnen. Was bedeutet das für Kässbohrer? 

AD: Wir befinden uns gerade in der intensivsten, aber auch schönsten Zeit des Jahres. Viele Kunden warten darauf, ihre neuen Pistenfahrzeuge rechtzeitig zu bekommen. Das Zeitfenster bis zum Saisonstart ist knapp – und jeder im Unternehmen gibt alles, damit die Fahrzeuge pünktlich aus der Produktion auf die Piste kommen.

HS: Die Weihnachtsferien sind für die Seilbahnbetreiber die wichtigste Phase des Jahres, und auch bei uns werden in den letzten drei Monaten über 60 % unseres Jahresabsatzes ausgeliefert. Eine starke Performance ist dabei entscheidend. Deshalb erhöhen wir im letzten Quartal die Produktionskapazität– mit zusätzlichen Wochenstunden und Samstagsarbeit. Unser Team beweist dabei Jahr für Jahr beeindruckende Flexibilität und Engagement, denn die Saison macht keine Pause.

Drei Männer sitzend im Gespräch

Interview im Kässbohrer-Headquarter in Laupheim im Dezember 2025, v. li. n. re.: Heiko Stähle, Alexander Dehm und Dr. Christian Oberwinkler. © Kässbohrer

Moderation: Im Herbst wurde im tariflichen Bereich eine generelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden beschlossen. Heiko, was waren die Gründe hierfür? 

HS: Diese Entscheidung basiert auf mehreren strategisch wichtigen Überlegungen. Unser Markt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: geopolitische Entwicklungen, neue Zölle auf US-Exporte und ein spürbarer Rückgang des globalen Marktvolumens beeinflussen unser Geschäft zunehmend. Auf diese Veränderungen müssen wir proaktiv reagieren. Die Arbeitszeitreduzierung ist daher Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem wir mögliche Überkapazitäten frühzeitig regulieren möchten. Ziel ist es, tiefergreifende Maßnahmen zu vermeiden und das Unternehmen langfristig weiterhin stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen. Diese schwierige Entscheidung ist somit ein wichtiger Baustein unserer Zukunftssicherung.

Moderation: Gibt es weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja. Ein weiteres Handlungsfeld ist die konsequente Optimierung unserer Prozesse. Hier schlummern erhebliche Potenziale, die wir gezielt heben möchten. Dabei geht es ausdrücklich um die Verbesserung von Abläufen – nicht um die Optimierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir schauen uns unsere Prozesse umfassend an: von der Entwicklung über den Einkauf und die Produktion bis hin zum Service. Gleichzeitig stehen auch unsere Kunden in einer Phase intensiver Transformation: Digitalisierung, Vernetzung und Effizienzsteigerungen prägen ihren Alltag immer mehr. Nur wer diese Entwicklungen aktiv mitgeht, bleibt dauerhaft erfolgreich und zukunftsfähig.

Moderation: Christan, du sprichst von Digitalisierung, Effizienz und Vernetzung – sowohl intern als auch beim Kunden. Bedeutet das, dass die Organisationsentwicklung auch relevant für den Markterfolg ist?

CO: Am Ende zählt für unsere Kunden vor allem das Ergebnis: die perfekte Piste. Aber bessere interne Abläufe sorgen dafür, dass wir schneller, strukturierter und zuverlässiger liefern können. Das hilft unseren Kunden bei Planung, Wirtschaftlichkeit und Qualität – deshalb gehören moderne Arbeitszeitmodelle, Effizienz und Prozessoptimierung für uns genauso zur Produktentwicklung wie technische Innovationen. Das wirkt sich schlussendlich im Markterfolg aus.

Pistenbully mit KFX im Einsatz

Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. © Kässbohrer

Moderation: Welche Fortschritte gibt es beim Thema Qualität? 

CO: In den letzten zwei Jahren haben wir massiv in die Verbesserung unserer Qualität investiert und unsere Entwicklungsprozesse kritisch überprüft. Die Rückmeldungen unserer Kunden bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch unsere Service- und Qualitätsoffensive wurde sehr positiv aufgenommen. Als Marktführer war es uns wichtig, hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv Verbesserungen im Feld voranzutreiben. 

Moderation: Kässbohrer gilt als Innovationsführer. Wie untermauert ihr diesen Anspruch?

AD: Innovation bedeutet echte Verbesserungen an Produkten, Verfahren und Prozessen mit dem einen Ziel, Kundennutzen zu schaffen. Wir haben wichtige Schritte mit der Elektrifizierung unserer Flotte gemacht: Der Pistenbully 100 E steht dem Markt ab dieser Saison zur Verfügung.  Der Pistenbully 600 E+ ist ein sehr beliebtes Fahrzeug und setzt starke Akzente. Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. Mit der KFX ist die Pistenpräparierung noch effizienter, wirtschaftlicher und dabei ressourcen- und materialschonend – bei noch besserer Pistenqualität. Genau solche Lösungen brauchen unsere Kunden, um täglich eine perfekte Piste zu bieten. Das ist Innovation!

HS: Diese Entwicklungen zahlen direkt auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein: Effizienter Einsatz von Ressourcen bedeutet wirtschaftliches und auch nachhaltigeres Handeln. Damit unterstützen wir unsere Kunden, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir wollen auch hier die führende Rolle übernehmen.

Moderation: Gibt es neben der erwähnten Nachhaltigkeitsstrategie auch eine Gesamtstrategie, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja, absolut – das ist ein zentraler Punkt. In dem zurückliegenden Jahr haben wir mit viel Energie und Tatendrang an unserer neuen Unternehmensstrategie K-next! gearbeitet. Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen und unseren Tochtergesellschaften haben wertvolle Beiträge geliefert. Auch unsere Kunden, Partner und ausgewiesene Wintersportexperten, haben wertvolle Impulse geliefert, die direkt in die Strategie einfließen. Gemeinsam mit Fachleuten aus angrenzenden und sogar branchenfremden Industrien haben wir unseren Blick bewusst über Berg und Piste hinaus erweitert. Auf diese Weise ist ein vielfältiger Mix aus Perspektiven, Ideen und Erfahrungen entstanden, der uns dabei unterstützt, Kässbohrer erfolgreich und nachhaltig für die Zukunft auszurichten. Unsere Strategie basiert auf mehreren Fahrspuren, die wir bis 2030 erfolgreich umsetzen wollen. Mit den ersten Maßnahmen haben wir bereits gestartet.

Pistenbully 600 E + in Sölden bei der Arbeit

Der Pistenbully 600 E+ im Einsatz in Sölden. © Kässbohrer

Moderation: Es gab einige Veränderungen im Führungsteam des oberen Managements. 

CO: In der Tat. Nach 35 Jahren Kässbohrer geht Raimund Mayer in den Ruhestand. Er war über viele Jahre das prägende Gesicht unseres TOP-Service weltweit und hat Großartiges für unser Unternehmen bewegt. Mit seiner Haltung, seiner Verlässlichkeit und seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden hat er Vertrauen geschaffen und Beziehungen geprägt, die weit über den Arbeitsalltag hinausreichen. Solche Veränderungen nehmen wir zum Anlass, um Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. Den Bereich werden wir optimieren, um noch besser zu werden. Christof Peer hat das Unternehmen aus familiären, persönlichen Gründen verlassen. Seine Aufgabenbereiche teilen wir uns im Vorstand auf: ich übernehme neben der Technik und Produktion, das Produktmanagement, den technischen Service und die Pro Academy.

HS: Ich freue mich darauf, im neuen Jahr viele Kunden persönlich zu treffen, denn ich übernehme neben den bisherigen Bereichen jetzt Vertrieb und Marketing. Unsere enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist seit Jahrzehnten die Basis unseres Erfolgs. Und auch von meiner Seite möchte ich ein großes Dankeschön an Raimund für seine langjährige, wertvolle Arbeit richten. Auch solche Veränderungen gehören dazu – unser Team ist erfahren und stabil genug, um nahtlos weiterzumachen. An dieser Stelle wollen wir uns auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz herzlich bedanken. Sie unterstützen nicht nur die Wege, die wir bereits eingeschlagen haben, sondern begleiten uns auch auf neuen Wegen, die vor uns liegen. Gerade weil manche Entscheidungen und Maßnahmen schwierig oder herausfordernd sind, wissen wir dieses Engagement besonders zu schätzen. Diese Bereitschaft ist alles andere als selbstverständlich und verdient unseren großen Respekt und Dank.

 

Moderation: Herzlichen Dank für die aufschlussreichen Einblicke und eure Zeit! Wir hoffen, dass die Wintersaison 2025/26 für uns alle eine erfolgreiche Wintersaison wird. 

Skigebiet Melchsee-Frutt: Die leistungsstarke Inspektionsdrohne DJI Matrice 4TD Dock 3 ist eine flexible „Drone in a Box“-Lösung. Angedockt wird sie aufgeladen. © cm

Inspektionsdrohnen im Skigebiet Melchsee-Frutt

Dieses Pilotprojekt ist bei den Sportbahnen Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz seit vier Wochen am Laufen. Initiiert hat das Ganze die Bächler Top Track AG, unterstützt wird der Schweizer Beschneinungsexperte dabei von dem Start-up Scara captures GmbH. Die Inspektionsdrohnen werden z. B. für voll automatisierte Kontroll- und Inspektionsflüge bei Seilbahn- und Beschneiungsanlagen, auf der Piste oder in unwegsamem Gelände zur Entlastung der Mitarbeiter eingesetzt. Das erspart ihnen Zeit und viel Mühe, die bisherigen Resultate der Überprüfungen via Drohne haben überzeugt. Der Mountain Manager informierte sich darüber am Donnerstag, dem 18. 12. 2025, bei einem Lokalaugenschein.

Menschengruppe mit einer Drohne postiert für Fotograf

Beim Lokalaugenschein in Melchsee-Frutt, v. li. n. re.: Edith Cadena-Michel (Leitung Marketing und Vertrieb, Sportbahnen Melchsee-Frutt), Quirin Gasser (GF Scara captures GmbH) mit seinem Mitarbeiter Cyril Lippmann, Marketingverantwortlicher Peter Rüfenacht sowie Janis Jülke (Vertrieb & Service) von der Bächler Top Track AG. © cm

Die Sportbahnen Melchsee-Frutt setzen schon seit vielen Jahren auf die energieeffizienten und gleichzeitig leistungsstarken Beschneiungsanlagen der Bächler Top Track AG und waren stets offen für Neues. Aus diesem Grund erklärten sie sich auch bereit, an diesem Pilotprojekt für Inspektionsdrohnen mitzuwirken. Gemeinsam mit dem Schweizer Beschneiungsexperten und dem Start-up Scara captures GmbH wurde eine realitätsgetreue Testumgebung geschaffen, die die Zukunft von Inspektionsdrohnen in Skigebieten aufzeigt. In kurzer Zeit konnte bewiesen werden, wie die voll automatisierten Inspektionsflüge der Drohnen die Mitarbeiter spürbar entlasten, Probleme schneller lokalisiert und notwendige Überprüfungen rascher vorgenommen werden konnten.

Entlastung der Mitarbeiter bestätigt

Das eingesetzte Drohnenmodell DJI Matrice 4TD Dock 3 im Skigebiet Melchsee-Frutt ist z. B. mit Lautsprecher, Wärmebild- und Infrarotkamera sowie Scheinwerfer ausgestattet. Schneeerzeuger, Pistenabschnitte und Anlagenbereiche wurden mehrfach mit vordefinierten Flugprofilen beflogen und ausgewertet. Die Tests zeigten eine hohe Zuverlässigkeit der autonomen Missionsplanung, eine klare und strukturierte Datenerfassung sowie eine deutliche Entlastung der Betriebsteams. Kritische Zonen konnten sicher aus der Luft kontrolliert werden, Inspektionszeiten reduzierten sich markant und die Bildqualität in Kombination mit Wärmebild ermöglichte präzise Bewertungen des Anlagenzustands. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen, dass die Lösung im täglichen Betrieb effizient funktioniert.

 

Einen ausführlichen Bericht dazu liefern wir in der Ausgabe Mountain Manager 1/26.

Der Loser soll seinen Gästen ganzjährig Erlebnisse bieten. © Markus Raich

4-Jahreszeiten-Erlebnisberg Loser

Mitte Dezember dieses Jahres luden die Gemeinde Altaussee und die Loser Bergbahnen zum Informationsabend. Im Fokus der Gespräche standen bereits erreichte Ziele und neue Aufgaben.

Begrüßt wurden die zahlreichen Teilnehmer an der Informationsveranstaltung von Bürgermeister Gerald Loitzl, der die zentrale Bedeutung des Losers für den Ort hervorhob und das große Engagement der Mitarbeiter der Loser Bergbahnen würdigte. Nicht fehlen durfte dabei ein Gedenken an den 2024 verstorbenen Dr. Hannes Androsch, dessen Stiftung (vertreten durch Dr. Georg Riedl) die kontinuierliche Entwicklung des Berges weiterhin aktiv unterstützt. Loser Bergbahnen Geschäftsführer Ing. Rudi Huber informierte über den Bau der neuen Kabinenbahn und gab einen Ausblick auf die geplanten Winter- und Sommeraktivitäten 2026. Zukunftssichere Investitionen wie die Panoramabahn und die Optimierung der Beschneiungsanlage inklusive Schneiteich hätten den Loser in den letzten Jahren entscheidend gestärkt, so Huber.

Film über Loser gedreht

Mit dem stimmungsvollen Film von Markus Raich, „Der Loser – der Berg der vier Jahreszeiten“, wurde dann nicht nur eindrucksvoll die landschaftliche Vielfalt der Region gezeigt, sondern gleich auch der Blick in Richtung Zukunft und die geplante Weiterentwicklung gelegt. So zeigte Alois Grill (Miteigentümer/Werbeprofi) die Wichtigkeit von gezieltem Marketing und von der Bedeutung der Identifikation der Einheimischen mit „ihrem“ Loser auf.

Wiedereröffnung der Gastronomie bei Talstation

Der Vorstand der Salinen Austria AG, Kurt Thomanek, präsentierte technische und marketingbezogene Synergien mit den Salinen und Alexander Kalss, Geschäftsführer der Alpenparks Hagan-Lodge am Loser berichtete über die rein österreichischen Eigentumsverhältnisse der Lodge sowie die enge Zusammenarbeit mit den Bergbahnen und den wichtigen Schritt einer Wiedereröffnung der Gastronomie bei der Talstation. Pamela Binder, Geschäftsführerin des TVB Ausseerland, unterstrich in ihren Ausführungen schließlich noch, wie entscheidend ein vitaler 4-Jahreszeiten-Erlebnisberg für das Ausseerland sei.

Umrahmt wurden die Informationen musikalisch von der „Salettl Musi“, die dann auch zum geselligen Gedankenaustausch des gelungenen Abends beitrug.

Weitere Informationen:

http://www.loser.at

http://www.steiermark.com/de/Ausseerland-Salzkammergut

 

 

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