Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner und Vorstand Mag. Christian Wörister, Bergbahn AG Kitzbühel. © gb

„Diversifizierung wird essenziell!“

Top-moderne Seilbahn- und Beschneiungsanlagen, dazu ein durchdachtes Angebot für den Gast und neu eine Schneegarantie – KitzSki hat viel auf den Weg gebracht und noch viel vor. Der MOUNTAIN MANAGER hat bei Mag. Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, und Vorstand Mag. Christian Wörister nachgefragt.

Du hast Deine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel in einer schwierigen Zeit, zu Beginn der Corona-Pandemie übernommen und dabei gleich Krisen-Management praktiziert. Gibt es positive Erfahrungen, die Du aus dieser Zeit mitnimmst?

Anton Bodner: Die Coronazeit hat eine beispiellose Extremsituation gebracht, umso mehr als wir uns entschlossen hatten, das Skigebiet offen zu halten. Es war klar, dass keine Gäste aus anderen Ländern kommen würden und der Betrieb der Anlagen eine finanzielle Herausforderung ist, dennoch wollten wir den Skibetrieb für die Einheimischen möglich machen. Wir haben zu dieser Entscheidung dann auch sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Bestätigt wurde in dieser Zeit die Bedeutung einer klaren Kommunikation, eines starken Teams und kurzer Wege in der Entscheidung. Natürlich ging es auch darum, Prioritäten konsequent umzusetzen und flexibel auf Entwicklungen zu reagieren. Es wurden außerdem Strukturen geschaffen und umgesetzt, die auch jetzt noch Bedeutung haben, etwa Arbeit im Homeoffice oder Meetings per Teams.

Du bist im Herbst 2020 als Vorstand Marketing und Digitale Services ins Unternehmen gekommen. Wo hat man in der Erarbeitung der Marketingstrategie angesetzt, was steht im Fokus?

Christian Wörister: Ich war in der glücklichen Situation, in ein sehr kompetentes Team zu kommen, sowohl was Marketing, IT als auch Kundenservice betrifft. Wir haben dann begonnen, uns den Markt genau anzusehen und zu definieren, wo wir als Bergbahn aktiv sein wollen. Dabei haben wir schnell gesehen, dass wir den Markt der Tagesskifahrer, den wir mit Anfahrtsdistanzen bis zu 1,5 Stunden definieren, sehr gut selber bearbeiten können. Bei den übrigen Märkten wie DACH-Raum, die Schweiz, Benelux- und CEE-Länder kooperieren wir mit den Tourismusorganisationen. Hier haben wir Strategien entwickelt, was im klassischen Werbebereich und bei Veranstaltungen gemacht wird und wo die Digitalisierung hingehen soll, also Web-Shop, digitaler Verkauf, Ticketing oder Handy-Ticket, das wir gemeinsam mit SkiData auf den Weg gebracht haben. Diesen Weg gehen wir konsequent weiter. So testen wir im Moment wieder gemeinsam mit SkiData, ob beim Eintritt das Gästebild auf dem Ticket mit dem realen übereinstimmt. Für die Zukunft wollen wir noch mehr auf Internationalisierung setzen. Ein Beispiel ist der Ikon Pass, ein weltweit agierender Skiverbund, in dem wir gemeinsam mit Ischgl als einzige österreichische Destination mit anderen Top-Gebieten wie etwa Dolomiti-Superski in Italien, dem Matterhorn in der Schweiz, Chamonix in Frankreich oder Aspen und DeerValley in den USA internationale Gäste ansprechen wollen.

Sesselbahn während der Fahrt im Winter

Talstation CD6C Gauxjochbahn. © KitzSki / Bernhard Jellinger

KitzSki hat in den letzten Jahren nach hohen Investitionen in Seilbahnanlagen verstärkt in die Schneesicherheit investiert, was wurde gemacht?

Bodner: Investitionen in die Schneesicherheit waren in den letzten Jahren ein großes Thema, weil es natürlich wichtig ist, den Gästen gute Schneebedingungen anbieten zu können und für sie und die Tourismusbetriebe vor Ort ein verlässlicher Partner zu sein. Da wollten wir die Voraussetzungen optimieren. Um das bestmöglich umzusetzen, haben wir in den letzten Jahren deutlich mehr als 30 Mio. Euro investiert. Das umfasst Schneeerzeuger genauso wie Pumpen, Trafostationen, Leitungen und als wesentliches Element auch Kühltürme. Auf diese Weise können wir auch unter schwierigen Bedingungen jedes Zeitfenster zur Schneeerzeugung nutzen. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt diese Wintersaison, in der es bis jetzt ausgesprochen wenig Naturschnee gibt.

Wörister: Das Interesse der Gäste am Skifahren und am Wintersport ist außerdem im Spätherbst und zu Winterbeginn höher als im Frühjahr. Schon aus diesem Grund ist es wichtig, mit einer guten Schneegrundlage in den Winter starten zu können.

Für die Wintersaison 2025/26 wurde erstmals eine Schneegarantie auf den Weg gebracht. Wie hat man das ermöglicht?

Bodner: Die umfassenden Investitionen in die Beschneiung und sichere Pisten sind die Grundlage für die Schneegarantie, die wir diese Wintersaison anbieten können. Für Gäste sind zwei Kriterien entscheidend, wenn sie sich für einen Aufenthalt in einem bestimmen Skigebiet entschließen: die Größe der Destination und die Höhe, nach der man auf das Vorhandensein von Schnee schließt. Vor diesem Hintergrund war es uns wichtig zu erklären, dass wir in Kitzbühel zuverlässig Schnee zum Skifahren haben. Dafür möchten wir das Bewusstsein schaffen.

Wörister: Die Entscheidung für eine Schneegarantie wurde bei uns aufgrund einer fundierten Datenbasis getroffen. Wir haben uns die Werte der letzten Jahre genau angesehen und dann entschieden, dass wir tatsächlich in der Lage sind, eine Schneegarantie abzugeben.

Wo liegen die Schwerpunkte bei den Investitionen der nächsten Jahre?

Bodner: Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt noch bei einem neuen Speicherteich, den wir bauen. Dazu wollen wir im Sommer die Parkgarage bei der Talstation der Fleckalmbahn in Angriff nehmen und in sieben Monaten fertig stellen. Die Parkmöglichkeiten sind wichtig, damit wir unseren Gästen einen guten Zugang ins Skigebiet bieten können. Auf der Parkgarage soll in der Folge dann ein Hotel gebaut werden. KitzSki verfügt derzeit bereits über 10 Speicherteiche, nur bei zwei von ihnen gibt es allerdings Kühltürme. Auch hier wollen wir aktiv werden und zusätzliche Kühltürme errichten, um die Schneifenster effektiv nutzen zu können. Für die nahe Zukunft stehen dann auch wieder Investitionen in Seilbahnen am Plan. So wird etwa die Modernisierung der Pendelbahn auf das Kitzbüheler Horn Thema werden. Planungen werden auf den Weg gebracht, dazu erste Studien und Überlegungen zur Trassenführung. Auch im Bereich der Gastronomie wollen wir aktiv Verbesserungen und Neues in die Wege leiten. Aus Befragungen und Rückmeldungen der Gäste wissen wir, wie wichtig hier das richtige Angebot ist.

Wörister: Bei den Investitionen im Bereich der Speicherteiche ist es uns ein Anliegen, darauf zu achten, dass sie ganzjährig bespielbar sind und auch im Sommer für Gäste nutzbar. Dazu investieren wir weiter in unser Bikeangebot, für das wir in den letzten Jahren eine gute Grundlage geschaffen haben. Für den Sommer ist etwa geplant, den längsten Trail in Tirol zu eröffnen.

Im Talbereich von KitzSki stehen 10 Übungslifte kostenlos zur Benützung bereit, wie kommt das Angebot an – wie wird es genutzt?

Bodner: Das Angebot wird genutzt, soll aber noch deutlicher in den Fokus gestellt werden. Es geht uns einfach darum, Kindern und auch Erwachsenen eine Möglichkeit zu eröffnen, Skifahren einfach mal auszuprobieren, Erfahrungen möglich zu machen und die Lust auf Bewegung im Schnee zu wecken. In Kitzbühel haben Kinder ab 4 Jahren bis zum Ende der Volksschule außerdem die Möglichkeit, eine Woche im Jahr einen Gratis-Skikurs zu belegen, dazu gibt es gratis Ski, Ticket und Skilehrer sowie Mittagessen. So wollen wir auch den Einheimischen den Spaß am Skifahren von Anfang an vermitteln.

Kernpunkt im Winter ist das Skifahren, es gibt aber auch immer mehr zusätzliche Angebote – warum?

Wörister: Wir haben in den letzten Jahren verstärkt in ein umfangreiches Angebot investiert, um allen Wünschen der Gäste entgegenzukommen. So haben wir beste Bedingungen zum Winterwandern am Kitzbüheler Horn bzw. auf der Resterhöhe, dazu bieten wir Höhenloipen und Möglichkeiten zum Rodeln. Man hat diese Aktivitäten früher häufig im Tal genutzt, aufgrund der Witterungsbedingungen haben wir sie nach oben auf den Berg verlegt. Hier sehen wir eine Aufgabe, aber auch eine Chance, uns mit einem durchdachten Angebot entsprechend breit aufzustellen und schöne Momente im Schnee erlebbar zu machen.

Zwei Mountainbiker fahren im Sommer am Berg

Das Bikeangebot ist zu einem wesentlichen Faktor im Sommerangebot von KitzSki geworden. © KitzSki / Werlberger

Klimaveränderungen sind nicht nur fordernd für den Winter, sondern rücken verstärkt den Sommer ins Blickfeld – ist das eine Herausforderung oder eine Chance?

Bodner: Als Bergbahnunternehmen sehen wir darin durchaus eine Chance. Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, ist ein Aufenthalt in den Bergen sehr angenehm und eine gute Möglichkeit, der Hitze zu entkommen. Wandern ist nach wie vor gefragt, mit dem Bikeangebot ziehen wir auch jüngere Besucher an. Es gibt für den Sommer einen Masterplan, es gibt eine Bike-ARGE und eine ganze Reihe an Optionen, die wir nutzen können.

Wörister: Wenn wir uns das internationale Wettbewerbsumfeld ansehen, können wir hier sicher punkten. Bei uns hier ist es sauber, es ist sicher, die Umwelt ist intakt und die Temperaturen im Sommer sind angenehm. Die Grundvoraussetzungen sind sehr gut – es liegt an uns, ein gutes Angebot zu erarbeiten.

KitzSki ist Teil der Global Sustainability Ski Alliance. Was war dafür ausschlaggebend, welche Aufgaben resultieren daraus?

Bodner: Nachhaltigkeit ist für KitzSki schon lange ein wichtiges Thema. Dabei haben wir Nachhaltigkeit auch breit definiert, also sowohl die ökologischen als auch die ökonomischen und sozialen Belange miteinbezogen. Wir sind in diesem Bereich schon lange aktiv und verfügen auch über entsprechendes Datenmaterial. Deshalb ist für uns die Teilnahme an der Global Sustainability Ski Alliance wichtig und folgerichtig. Die Ziele der Alliance stimmen mit unseren überein, der Erfahrungsaustausch mit anderen Destinationen wird uns in der Entwicklung voranbringen.

Wörister: Wir haben im Rahmen der Gespräche bereits begonnen, Geschäftsfelder zu definieren, die für nachhaltiges Wirtschaften von Bedeutung sind. Dazu zählen Innovationen gemeinsam mit der Industrie, Mobilität, Energie und Abfallwirtschaft. Diese Bereiche wollen wir im Rahmen der nächsten Workshops sukzessive abarbeiten, Erfahrungen austauschen und Prozesse in Gang bringen.

Wie schwer ist es, qualifizierte Mitarbeiter zu finden? Welche Rolle spielt hier das neue „KitzSki Living“?

Bodner: In Coronazeiten und kurz danach war es ausgesprochen schwierig, Mitarbeiter zu bekommen. Und auch jetzt ist es durchaus fordernd. In früheren Jahren war es häufig so, dass Bauern der Umgebung im Winter Arbeit gesucht und bei den Bergbahnen gefunden haben. Diese Vorstellung ist seit einigen Jahren überholt, das geht sich nicht mehr aus. Wir sind immer stärker auf Saisonarbeitskräfte angewiesen, die nicht aus der Region kommen. Dabei spielt dann natürlich die Unterkunft, und damit „KitzSKi Living“ eine große Rolle. Wir haben im letzten Jahr noch 57 Zimmer für Mitarbeiter angemietet, das war nicht einfach zu bewerkstelligen. Es ist uns daher immer deutlicher bewusst geworden, dass wir leistbaren Wohnraum für unsere Saisonkräfte brauchen, wenn wir wollen, dass sie wiederkommen. Wir sehen deshalb „KitzSki Living“ als eine wesentliche Investition in die Zukunft.

 Männergruppe bei symbolischer Schlüsselübergabe vor Mitarbeiterhaus

Symbolische Schlüsselübergabe „KitzSki Living“, v. l.: Prok. Florian Wörgetter, Vorstandsvorsitzender Mag. Anton Bodner, Stadtpfarrer Mag. Michael Struzynski, ARV Bgm. Dr. Klaus Winkler, BR Werner Gantschnigg, ZBRO Andreas Hochwimmer und Vorstand Mag. Christian Wörister. © Joachim Frenner

Warum hat man sich entschlossen, das Mitarbeiterhaus auch für touristische Zwecke zu nutzen?

Bodner: Im Sommer wird das Mitarbeiterhaus nicht von Saisonkräften bewohnt, deshalb war eine touristische Nutzung naheliegend, weil wir daraus einen Mehrwert generieren können. Vor diesem Hintergrund haben wir um eine entsprechende Umwidmung angesucht und eine solche dann auch bekommen. Wir denken, dass wir mit unserer Lage und der Ausstattung der Wohneinheiten Gäste von unserem Angebot überzeugen können.

Wörister: Starten wollen wir nach der Wintersaison. Im Moment sind wir mit Backoffice-Arbeiten beschäftigt, also Buchungstools zu erstellen, dazu eine Homepage, das Managementsystem auf den Weg zu bringen etc. Dann wollen wir den Verkauf starten, d. h. wir als Bergbahnunternehmen werden die damit verbunden Aufgaben selber übernehmen.

Wo sieht KitzSki die größten Herausforderungen für die nächsten Jahre?

Bodner: Fordernd sind und werden in Zukunft vermehrt die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang wird etwa die Bettenauslastung Thema. Im Raum Kitzbühel gibt es derzeit 6.200 Betten, die Auslastung beträgt rund 35 Prozent. Hier gibt es Luft nach oben, da müssen wir ansetzen. Dazu braucht es zusätzliche Angebote und ein starkes Bergbahnunternehmen, weil wir als Motor der Region auch einiges in Bewegung bringen und bewirken können.

Wörister: Diversifizierung wird essenziell. Wir brauchen zusätzliche Beschäftigungsfelder im Unternehmen, in denen wir zusätzliche Wertschöpfung erzielen. Dazu müssen wir noch internationaler werden, der deutschsprachige Raum allein wird ein erfolgreiches Wirtschaften in Zukunft nicht garantieren können.

 

Danke für das Gespräch! LW

© cm via Canva.com

„Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen“

Für 2026 hat KR Dir. Georg Bliem seinen Rückzug als Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH angekündigt. Er übergibt ein erfolgreiches Unternehmen mit durchdachten Angeboten, einer modernen Infrastruktur und nachhaltigem Wirtschaftskurs.

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH gilt als touristischer Leitbetrieb. Wie haben sich die Herausforderungen in den letzten Jahren verändert, wo geht der Weg hin?

Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH wird nicht nur als Motor der Region bezeichnet, sie ist es auch und trägt deshalb eine große Verantwortung. Diese Verantwortung haben wir auch immer wahrgenommen. So wurde in den Jahren meiner Geschäftsführung viel in die Infrastruktur investiert, wobei wir u. a. neun Seilbahnen gebaut haben. In den nächsten Jahren wird die Absicherung des Skibetriebs im Fokus stehen. Dafür haben wir schon 2025 eine große Investition in Pumpanlagen durchgeführt. Nächstes Jahr wird ein bestehender Speicherteich auf ein Fassungsvermögen von rund 200.000 m³ Wasser vergrößert. Auf diese Weise wollen wir sicherstellen, dass für den Skibetrieb immer genug Schnee vorhanden ist. Dazu wird auch großes Augenmerk auf das Angebot, auf Inszenierungen am Berg gelegt werden, damit der Gast seinen Aufenthalt genießen kann. Dabei geht es nicht mehr nur um Angebote für eine Saison, sondern um eine Ganzjahresnutzung. Ein Ziel, das ich von Anfang an verfolgt habe, war es, die Planai-Hochwurzen-Bahnen zu einer Ganzjahresdestination zu entwickeln. Da sind wir auch angekommen – immerhin gelingt es mit einem entsprechenden Angebot, von unseren 420 Mitarbeitern 325 ganzjährig zu beschäftigen.

Mountainbiker in den Bergen in Aktion Sommeraufnahme

Biken hat sich im Sommerangebot der Planai-Hochwurzen-Bahnen zur Erfolgsgeschichte entwickelt. © Harald Steiner

In der GmbH sind neben der Infrastruktur der Bergbahnen auch die Bereiche Gastronomie, Freizeitparks, Sportanlagen, der Autobusbetrieb „Planai Bus“ sowie ein Reisebüro vertreten. Welche Bedeutung haben Synergien im Unternehmen und darüber hinaus?

Es war von Anfang an geplant, die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH breiter aufzustellen, da sind Synergien essenziell. Das Bussegment „Planai Bus“ wurde in den letzten Jahren fast runderneuert, und das sowohl bei den Linienbussen als auch den Reisebussen. Wir bedienen mit den Linienbussen, die im Sommer und im Winter fahren, nicht nur Schladming, sondern auch 6 Hochtäler in den Schladminger Tauern. Dazu haben wir eine moderne Reisebusflotte im Einsatz, mit der wir Ziele in ganz Europa anfahren. Im Winter nutzen wir diese Flotte für Bustransfer-Fahrten vom Flughafen Salzburg nach Saalbach, Zell am See, Wagrain und natürlich Schladming. Im Bereich der Gastronomie haben wir 6 Standorte mit so herausragenden Betrieben wie etwa dem Gletscherrestaurant am Dachstein oder der Steinbockalm am Wilden Berg in Mautern. Am Wilden Berg in Mautern, den wir seit 10 Jahren im Rahmen eines Managementvertrages führen, konnten wir in dieser Saison 103.000 Besucher begrüßen. Der Tierpark mit 320 Tieren war für uns ein völlig neues Feld, in das wir uns erst einarbeiten mussten. Er hat sich aber sehr gut entwickelt. Weiters gehören zur Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH noch Beteiligungen. So betreiben wir mit Sport Bründl aus Kaprun in einer eigenen Gesellschaft die Sportgeschäfte vor Ort, dazu vermieten wir die von uns angemieteten Sporthausflächen an Geschäfte weiter, am Galsterberg etwa Sport Mandl oder an der Station Planai-West Sport Tritscher. Mit diesem breit gefächerten Aktionsradius haben wir ein gut funktionierendes Netzwerk, in dem eine gute Zusammenarbeit und Synergien natürlich sehr wichtig sind. Aber grundsätzlich muss sich jeder Bereich auch wirtschaftlich rechnen, jedes Segment wird als eigenständiges Profit-Center geführt. Wenn ich meine Agenden nächstes Jahr übergebe, kann ich Profit-Center übergeben, die alle profitabel wirtschaften.

Sie haben 2014 in einem Interview mit dem MOUNTAIN MANAGER gesagt, dass Nachhaltigkeit eine große Rolle im Unternehmen spielt. Was wurde auf den Weg gebracht?

Im Bereich der Nachhaltigkeit sind wir sehr ambitioniert. Unser Ziel ist es, zu den nachhaltigsten Unternehmen der Branche zu zählen. So sind die Planai-Hochwurzen-Bahnen nach ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement zertifiziert. Die Zertifizierungen wurden nach intensiven Vorbereitungen im Oktober 2023 verliehen. Grundsätzlich bekennen wir uns zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit, also Ökologie, Soziales und Ökonomie. Um unsere Ambitionen vorzustellen, haben wir vor kurzem ein Magazin veröffentlicht, in dem viele unserer Projekte vorgestellt werden, etwa aus dem Bereich Energiemanagement. Wir haben im Skigebiet z. B. rund 230 Zählpunkte für den Energieverbrauch, dazu investieren wir umfassend in den Photovoltaikausbau. Ein absolutes Highlight war der Umbau der Dachstein Bergstation, die nun zu 80 % energieautark ist. Wir bauen jedes Jahr drei bis vier PV-Anlagen, 2025 u. a. auf der neuen Busgarage. Bis 2029 wollen wir so mindestens 16 % unseres Strombedarfs selbst erzeugen. Im Sommer haben wir außerdem eine „grüne Partie“ mit 12 Mitarbeitern im Einsatz, die sich nur mit der Landschaftspflege befasst. Das ist notwendig, weil bei uns auch der Sommertourismus sehr stark geworden ist. Da muss einfach alles passen. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen waren eine der ersten Bergbahnen, die HVO eingesetzt haben, und das nicht nur bei unseren 25 Pistenfahrzeugen, sondern auch bei der Busflotte und den Firmen-PKW. Welche Ergebnisse der Einsatz von HVO bringt, haben wir getestet und die Tests wissenschaftlich durch die TU Graz sowie die Dr. Thomas Klein Consulting GmbH begleiten lassen. Dazu wurde in der Saison 2022/23 ein neues Prinoth Pistenfahrzeug wie üblich mit Diesel betankt, ein anderes mit HVO, sodass wir den direkten Vergleich hatten. Die Ergebnisse waren überzeugend: Es gab keinen Leistungsverlust durch die Betankung mit HVO, man braucht annähernd gleich viel Kraftstoff und es gab keine Auswirkungen auf die Maschinen, also etwa Abnützungserscheinungen.

Bergstation Dachstein wird eröffnet

Eröffnung Bergstation Dachstein 2024. © Michael Simonlehner

Wie hat sich die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ bewährt, die 2021 ins Leben gerufen wurde?

Die Stabstelle „Nachhaltigkeit“ hat zwei Mitarbeiter. Mit ihnen gemeinsam haben wir begonnen, unsere Nachhaltigkeitsprojekte klar zu definieren, sukzessive auf den Weg zu bringen und zu überwachen. Die Arbeit der Stabstelle ist ein „living process“, der sich permanent fortsetzen wird. An Themen wird es dabei nicht mangeln, ob das jetzt Wärmerückgewinnung betrifft, Nachhaltigkeit bei Lieferanten und natürlich bei allen Bauarbeiten, wo Nachhaltigkeit heute von der Planung weg in allen Schritten zum Tragen kommt.

Im letzten Winter haben Sie mit SolOcean eine neue PV-Anlage am Wasser getestet, wie waren Sie zufrieden?

Die erste Testphase war sehr gut. Die entscheidende Frage dabei war, wie reagiert eine Solaranlage am Speicherteich bei Eis und unterschiedlichen Wasserständen. Da hat sich das System gut bewährt. Wir haben in der letzten Saison mit den Tests allerdings erst im März begonnen und wollen deshalb jetzt noch die ganze anstehende Wintersaison, also auch bei extremen Bedingungen, weitertesten. Wenn die Ergebnisse passen, könnte ich mir vorstellen, dass es Potenzial gibt.

Mit welchen Neuerungen geht man dieses Jahr in die Wintersaison?

Wir haben 2025 30 Mio. Euro investiert, für nächstes Jahr haben wir 22 Mio. Euro beschlossen. Das Herzstück war dieses Jahr die Erneuerung der Skischaukel Hauser Kaibling–Planai. Dafür wurde für Hauser Kaibling eine 10er-Kabinenbahn von Leitner gebaut, die Senderbahn. Wir haben uns für eine 8er-Sesselbahn von Doppelmayr entschieden, der man den Namen „Mitterhausalm I“ gegeben hat. Die Sesselbahn bietet besten Komfort und wird im Endausbau bis zu 3.000 Personen pro Stunde befördern können. Gemeinsam haben Hauser Kaibling und die Planai im Rahmen des Projekts außerdem eine große Lagerhalle mit eigener Tankstelle realisiert, weil man in diesem Areal auch eine entsprechende Infrastruktur braucht. Eine Herausforderung bei diesem Projekt war sicher die Logistik und das Nebeneinander der Bauarbeiten für zwei sehr große Projekte. Das hat letztendlich aber alles sehr gut funktioniert.

Was wurde in den Jahren Ihrer Geschäftsführung investiert, wie hat sich das Verhältnis Winter-/Sommerangebot entwickelt?

In meiner Geschäftsführung habe ich Investitionen über 210 Mio. Euro zu verantworten, gebaut wurde also viel und mit Begeisterung. Das waren nicht nur Seilbahnen, auch Schneeanlagen und vieles mehr. Das Unternehmen konnte in dieser Zeit seinen Umsatz und seinen Cashflow mehr als verdoppeln. Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH ist also ein ausgesprochen gesundes Unternehmen und gut aufgestellt für die Zukunft. Der Großteil der Einnahmen kommt nach wie vor aus dem Winter, im Sommer erwirtschaften wir mittlerweile aber schon rund 20 % unseres Umsatzes. Ich gehe auch davon aus, dass der Sommer weiter zulegen wird. Für den Gast ist dabei nicht nur das Angebot am Berg ausschlaggebend, schon die Fahrt mit der Seilbahn wird zum Erlebnis. An guten Tagen bewegen wir im Sommer rund 15.000 Besucher. Die Zahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, jedes Jahr hat es mehr Gäste gegeben. Wenn man sich die Nächtigungen in der Region ansieht, so gibt es im Sommer mit 2 Mio. Nächtigungen gleich viele wie im Winter. Der Sommer in den Bergen hat also sicher noch Potenzial.

Blick von der Talstation auf die Kabinenbahn

Die Planaibahn wurde 2019 modernisiert. © lw

Wenn Sie die Investitionen der letzten Jahre Revue passieren lassen, welche waren für Sie am beeindruckendsten?

Das erste Projekt, das ich realisieren durfte, war die Hochwurzen-Gipfelbahn. Dann folgten weitere Meilensteine wie etwa die Planai-Hauptseilbahn. Die Ski-WM 2013 war ein besonderes Projekt, das Hopsiland 2015 und auch die Konzerte der letzten Jahre mit Robbie Williams oder dieses Jahr mit den Backstreet Boys. Es gibt eine ganze Reihe an Highlights. Etwas ganz Besonderes war aber sicher der Umbau der Dachstein Bergstation, das würde ich als Lebenswerk bezeichnen. Die Vorlaufzeit hat sich über viele Jahre erstreckt. Man musste den Permafrost und die Stabilität des Untergrunds testen, passende Planer und Professionisten finden, die auf 3.000 m bauen können und wollen. Das Ergebnis kann sich jetzt aber auch sehen lassen. Und natürlich musste immer alles wirtschaftlich passen, da braucht es einen „strengen Rechenstift“.

 

Danke für das Gespräch! lw

Mit der Markteinführung des Pistenbully 100 ParkPro dieses Jahr im Jänner in Laax (CH) ist die Pistenbully Park-Flotte komplett. Der Pistenbully 100 ParkPro ergänzt den Pistenbully 400 ParkPro, dessen neueste Generation 2022 vorgestellt wurde, und das Kraftpaket Pistenbully 600 Polar ParkPro, das seit 2024 im Parkbau eingesetzt wird. © Kässbohrer

Insights zum Start der Wintersaison 2025/26

Zu Saisonbeginn geben Dr. Christian Oberwinkler (CO), Vorstand Technik, Heiko Stähle (HS), Vorstand Sales & Administration, und Alex Dehm (AD), Bereichsleiter Vertrieb, Einblicke in die Themen, die die Kässbohrer Geländefahrzeug AG derzeit bewegen – von der intensiven Hochsaison über neue Anforderungen im Alltag bis hin zu den Entwicklungen, die das Unternehmen gerade prägen und beschäftigen. Dieses Interview wurde dem Mountain Manager zur Verfügung gestellt.

Moderation: Die Wintersportsaison hat begonnen. Was bedeutet das für Kässbohrer? 

AD: Wir befinden uns gerade in der intensivsten, aber auch schönsten Zeit des Jahres. Viele Kunden warten darauf, ihre neuen Pistenfahrzeuge rechtzeitig zu bekommen. Das Zeitfenster bis zum Saisonstart ist knapp – und jeder im Unternehmen gibt alles, damit die Fahrzeuge pünktlich aus der Produktion auf die Piste kommen.

HS: Die Weihnachtsferien sind für die Seilbahnbetreiber die wichtigste Phase des Jahres, und auch bei uns werden in den letzten drei Monaten über 60 % unseres Jahresabsatzes ausgeliefert. Eine starke Performance ist dabei entscheidend. Deshalb erhöhen wir im letzten Quartal die Produktionskapazität– mit zusätzlichen Wochenstunden und Samstagsarbeit. Unser Team beweist dabei Jahr für Jahr beeindruckende Flexibilität und Engagement, denn die Saison macht keine Pause.

Drei Männer sitzend im Gespräch

Interview im Kässbohrer-Headquarter in Laupheim im Dezember 2025, v. li. n. re.: Heiko Stähle, Alexander Dehm und Dr. Christian Oberwinkler. © Kässbohrer

Moderation: Im Herbst wurde im tariflichen Bereich eine generelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden beschlossen. Heiko, was waren die Gründe hierfür? 

HS: Diese Entscheidung basiert auf mehreren strategisch wichtigen Überlegungen. Unser Markt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: geopolitische Entwicklungen, neue Zölle auf US-Exporte und ein spürbarer Rückgang des globalen Marktvolumens beeinflussen unser Geschäft zunehmend. Auf diese Veränderungen müssen wir proaktiv reagieren. Die Arbeitszeitreduzierung ist daher Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem wir mögliche Überkapazitäten frühzeitig regulieren möchten. Ziel ist es, tiefergreifende Maßnahmen zu vermeiden und das Unternehmen langfristig weiterhin stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen. Diese schwierige Entscheidung ist somit ein wichtiger Baustein unserer Zukunftssicherung.

Moderation: Gibt es weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja. Ein weiteres Handlungsfeld ist die konsequente Optimierung unserer Prozesse. Hier schlummern erhebliche Potenziale, die wir gezielt heben möchten. Dabei geht es ausdrücklich um die Verbesserung von Abläufen – nicht um die Optimierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir schauen uns unsere Prozesse umfassend an: von der Entwicklung über den Einkauf und die Produktion bis hin zum Service. Gleichzeitig stehen auch unsere Kunden in einer Phase intensiver Transformation: Digitalisierung, Vernetzung und Effizienzsteigerungen prägen ihren Alltag immer mehr. Nur wer diese Entwicklungen aktiv mitgeht, bleibt dauerhaft erfolgreich und zukunftsfähig.

Moderation: Christan, du sprichst von Digitalisierung, Effizienz und Vernetzung – sowohl intern als auch beim Kunden. Bedeutet das, dass die Organisationsentwicklung auch relevant für den Markterfolg ist?

CO: Am Ende zählt für unsere Kunden vor allem das Ergebnis: die perfekte Piste. Aber bessere interne Abläufe sorgen dafür, dass wir schneller, strukturierter und zuverlässiger liefern können. Das hilft unseren Kunden bei Planung, Wirtschaftlichkeit und Qualität – deshalb gehören moderne Arbeitszeitmodelle, Effizienz und Prozessoptimierung für uns genauso zur Produktentwicklung wie technische Innovationen. Das wirkt sich schlussendlich im Markterfolg aus.

Pistenbully mit KFX im Einsatz

Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. © Kässbohrer

Moderation: Welche Fortschritte gibt es beim Thema Qualität? 

CO: In den letzten zwei Jahren haben wir massiv in die Verbesserung unserer Qualität investiert und unsere Entwicklungsprozesse kritisch überprüft. Die Rückmeldungen unserer Kunden bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch unsere Service- und Qualitätsoffensive wurde sehr positiv aufgenommen. Als Marktführer war es uns wichtig, hier Verantwortung zu übernehmen und aktiv Verbesserungen im Feld voranzutreiben. 

Moderation: Kässbohrer gilt als Innovationsführer. Wie untermauert ihr diesen Anspruch?

AD: Innovation bedeutet echte Verbesserungen an Produkten, Verfahren und Prozessen mit dem einen Ziel, Kundennutzen zu schaffen. Wir haben wichtige Schritte mit der Elektrifizierung unserer Flotte gemacht: Der Pistenbully 100 E steht dem Markt ab dieser Saison zur Verfügung.  Der Pistenbully 600 E+ ist ein sehr beliebtes Fahrzeug und setzt starke Akzente. Die ersten Fahrzeuge mit KFX sind bereits ausgeliefert. Mit der KFX ist die Pistenpräparierung noch effizienter, wirtschaftlicher und dabei ressourcen- und materialschonend – bei noch besserer Pistenqualität. Genau solche Lösungen brauchen unsere Kunden, um täglich eine perfekte Piste zu bieten. Das ist Innovation!

HS: Diese Entwicklungen zahlen direkt auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein: Effizienter Einsatz von Ressourcen bedeutet wirtschaftliches und auch nachhaltigeres Handeln. Damit unterstützen wir unsere Kunden, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir wollen auch hier die führende Rolle übernehmen.

Moderation: Gibt es neben der erwähnten Nachhaltigkeitsstrategie auch eine Gesamtstrategie, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken? 

CO: Ja, absolut – das ist ein zentraler Punkt. In dem zurückliegenden Jahr haben wir mit viel Energie und Tatendrang an unserer neuen Unternehmensstrategie K-next! gearbeitet. Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen und unseren Tochtergesellschaften haben wertvolle Beiträge geliefert. Auch unsere Kunden, Partner und ausgewiesene Wintersportexperten, haben wertvolle Impulse geliefert, die direkt in die Strategie einfließen. Gemeinsam mit Fachleuten aus angrenzenden und sogar branchenfremden Industrien haben wir unseren Blick bewusst über Berg und Piste hinaus erweitert. Auf diese Weise ist ein vielfältiger Mix aus Perspektiven, Ideen und Erfahrungen entstanden, der uns dabei unterstützt, Kässbohrer erfolgreich und nachhaltig für die Zukunft auszurichten. Unsere Strategie basiert auf mehreren Fahrspuren, die wir bis 2030 erfolgreich umsetzen wollen. Mit den ersten Maßnahmen haben wir bereits gestartet.

Pistenbully 600 E + in Sölden bei der Arbeit

Der Pistenbully 600 E+ im Einsatz in Sölden. © Kässbohrer

Moderation: Es gab einige Veränderungen im Führungsteam des oberen Managements. 

CO: In der Tat. Nach 35 Jahren Kässbohrer geht Raimund Mayer in den Ruhestand. Er war über viele Jahre das prägende Gesicht unseres TOP-Service weltweit und hat Großartiges für unser Unternehmen bewegt. Mit seiner Haltung, seiner Verlässlichkeit und seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden hat er Vertrauen geschaffen und Beziehungen geprägt, die weit über den Arbeitsalltag hinausreichen. Solche Veränderungen nehmen wir zum Anlass, um Strukturen auf den Prüfstand zu stellen. Den Bereich werden wir optimieren, um noch besser zu werden. Christof Peer hat das Unternehmen aus familiären, persönlichen Gründen verlassen. Seine Aufgabenbereiche teilen wir uns im Vorstand auf: ich übernehme neben der Technik und Produktion, das Produktmanagement, den technischen Service und die Pro Academy.

HS: Ich freue mich darauf, im neuen Jahr viele Kunden persönlich zu treffen, denn ich übernehme neben den bisherigen Bereichen jetzt Vertrieb und Marketing. Unsere enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist seit Jahrzehnten die Basis unseres Erfolgs. Und auch von meiner Seite möchte ich ein großes Dankeschön an Raimund für seine langjährige, wertvolle Arbeit richten. Auch solche Veränderungen gehören dazu – unser Team ist erfahren und stabil genug, um nahtlos weiterzumachen. An dieser Stelle wollen wir uns auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz herzlich bedanken. Sie unterstützen nicht nur die Wege, die wir bereits eingeschlagen haben, sondern begleiten uns auch auf neuen Wegen, die vor uns liegen. Gerade weil manche Entscheidungen und Maßnahmen schwierig oder herausfordernd sind, wissen wir dieses Engagement besonders zu schätzen. Diese Bereitschaft ist alles andere als selbstverständlich und verdient unseren großen Respekt und Dank.

 

Moderation: Herzlichen Dank für die aufschlussreichen Einblicke und eure Zeit! Wir hoffen, dass die Wintersaison 2025/26 für uns alle eine erfolgreiche Wintersaison wird. 

Rendering der neuen Talstation der Diasbahn. © Gerhard Poller

„Wir wollen die Qualität im Angebot optimieren.“

Die Bergbahnen Kappl haben sich Qualitätssteigerung im Sommer und im Winter zum Ziel gesetzt, wollen dabei aber auch größtmöglichen Bedacht auf Nachhaltigkeit nehmen. Ing. Andreas Kleinheinz, Vorstand Bergbahnen Kappl AG, hat mit dem MOUNTAIN MANAGER über Aufgaben, Ziele und Herausforderungen gesprochen.

Portraitaufnahme Mann mit Brille, am Tisch sitzend

Ing. Andreas Kleinheinz, Vorstand Bergbahnen Kappl AG © Bergbahnen Kappl AG / CW-prager

Sie sind seit 2011 Geschäftsführer und seit 2016 Vorstand der Bergbahnen Kappl AG, welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ein wesentliches Ziel ist, unser Freizeitangebot zu verbessern, also im Sommer und im Winter die Qualität für unsere Kunden, für unsere Gäste zu optimieren. Dazu ist es mir ein Anliegen, die Bergbahnen Kappl wirtschaftlich zu stärken und Arbeitsplätze in unserer Region zu sichern. Nachhaltigkeit und Regionalität sind ebenfalls zentrale Themen, auf die wir immer Rücksicht nehmen.

Kappl hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe an Auszeichnungen erringen können, welche sind das?

Die Bergbahnen Kappl haben sich in der Freeride-Szene stark auszeichnen können. So veranstalten wir jährlich die Open Faces Freeride-Bewerbe, die Freeride Junior World Championships sowie die Holländischen und Belgischen Freeride Meisterschaften. Auch das SAAC Schnee- und Lawinensicherheitscamp ist für die Bergbahnen Kappl obligatorisch geworden. Zudem zeichnet unser Skigebiet ein starkes Familienangebot aus. Freude bereiten uns die sehr guten User- und Familien-Bewertungen auf skigebietetest.de sowie auf skiresort.de, beim ADAC sind wir unter den Top Familienskigebieten geführt. Dazu wurden die Bergbahnen Kappl mit dem Pistengütesiegel und dem Rodelbahn-Gütesiegel ausgezeichnet.

Die Bergbahnen Kappl übernehmen für die neue Diasbahn die 10er-Kabinenbahn von Doppelmayr, die zuvor bei der BUGA 2023 in Mannheim im Einsatz war. Warum haben Sie sich für diese Bahn entschieden?

Ich glaube, dass die Bergbahnen Kappl mit der 10er-Kabinenbahn aus Mannheim auf eine wegweisende Innovation setzen – eine hochmoderne Kabinenbahn von Doppelmayr. Die Kabinenbahn hat eine ganz besondere Geschichte und wurde bereits auf der Bundesgartenschau in Mannheim mit großem Erfolg eingesetzt. Nach dem Umzug und einer Anpassung an die Bedürfnisse der Bergbahnen Kappl wird die Bahn bei uns nun ein dauerhaftes Zuhause finden. Die Idee, die Kabinenbahn von Mannheim nach Kappl zu verlegen, kam aus einem tiefen Verständnis für die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Innovation. Als ich von der einzigartigen Möglichkeit erfuhr, diese Bahn zu nutzen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Bahn für das Skigebiet in Kappl zu sichern. Die Verlegung der Kabinenbahn von Mannheim nach Kappl ist ein klares Zeichen unseres Engagements für Nachhaltigkeit und Innovation. Wir haben die einzigartige Chance ergriffen, eine bewährte und hochmoderne Infrastruktur zu nutzen und sie in unser Skigebiet zu integrieren.

Rendering Bergstation Diasbahn

Rendering der Bergstation der Diasbahn. © Gerhard Poller

Wie wurde die Bahn an die Gegebenheiten vor Ort angepasst?

Die Talstation konnte 1:1 von Mannheim übernommen werden, es gab nur minimale Anpassungen. Bei der Bergstation mussten wir geringfügige Adaptierungen für den Anschluss zum Sesselbahnhof machen. Der Direkt-Antrieb in der Bergstation konnte ebenfalls übernommen werden. Der Bahnhof mit der Sesselgaragierung wurde neu gemacht. Bei der Streckenausrüstung konnten 5 Stützen 1:1 übernommen werden, 4 Stützen mussten angepasst werden. Die Elektrotechnik konnte ebenfalls mit geringen Anpassungen übernommen werden.

Wurde die Streckenführung im Vergleich mit der Vorgängerbahn verändert?

Nein, die Streckenführung ist gleich wie bei der alten Diasbahn. Dadurch musste die Trasse nur minimal verbreitert werden, was die Eingriffe in die Natur stark reduziert hat.

Was war Ihnen im Bereich der Stationen wichtig, wer war für die Architektur zuständig?

Für die Architektur ist das Planungsbüro Gerhard Poller Architektur und Design zuständig.

Besonders wurde auf folgende Punkte in der Planung geachtet:

  • Fahrgastverkehr ohne Kreuzungen und kurze Wege,
  • eine absolute Barrierefreiheit für unsere Gäste,
  • Raumaufteilung generell funktional und logisch,
  • bei der Talstation wurde eine Fußgängerbrücke, die über Fluss und Straße führt, eingebaut. Somit kommen die Gäste direkt vom Parkplatz über die Brücke zur  Einstiegstelle und zum Kassabereich, ein Busterminal vor der Station wurde ebenfalls integriert;
  • Rolltreppe und Aufzug wurden installiert.

Außerdem wurde bei der Planung auf den Biketransport im Sommer Rücksicht genommen.

Wie weit sind die Bauarbeiten?

Wir sind planmäßig am Weg, sowohl in der Seilbahntechnik als auch in der Bautechnik. Mitte November werden wir im Verkehrsministerium um das Betriebsbewilligungsverfahren ansuchen.

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit grundsätzlich für die Bergbahnen Kappl?

Die Bergbahnen Kappl versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Nachhaltigkeit so gut wie möglich zu leben. Ein großes Zeichen haben wir mit unserer neuen Zubringerbahn gesetzt. Die Anlage ist, wie schon erwähnt, bereits ein Jahr in Mannheim gefahren und wurde bei uns nun wieder aufgebaut. Wir haben auch dieselben Stationsstandorte und dieselbe Trasse wie bei der alten Diasbahn gewählt, und somit den Eingriff in die Natur wesentlich reduziert. Zusätzlich sind wir dabei, ein Gesamtkonzept für unser Skigebiet betreffend Photovoltaik auszuarbeiten. Hier erheben wir die effektiven Flächen im gesamten Skigebiet und ermitteln den gesamten Leistungsumfang, der mit Sonnenenergie möglich ist.

Nennen Sie bitte einige Beispiele, was in den letzten Jahren umgesetzt/gemacht wurde.

In den letzten Jahren haben wir unter anderem eine neue Pumpstation errichtet und sind nun in der Lage, die Grundbeschneiung bei entsprechenden Temperaturen in 5 bis 6 Tagen herzustellen. Die Pumpleistung liegt hier bei 400 l/s. Zudem haben wir einen weiteren Speicherteich, Speicherteich Dias II, mit einem Fassungsvermögen von 65.000 m³ Wasser gebaut. Im Zuge dessen haben wir auch unseren Sunny Mountain Erlebnispark erweitert und einen Fischteich mit zusätzlichen Kinderspieleinrichtungen errichtet. Den Sunny Mountain Erlebnispark betreiben wir seit 2003, er wird jährlich erweitert. Eine weitere große Investition war die Anbindung der Rodelbahn 6 km bis zur Talstation der Diasbahn. Die Rodelbahn ist beleuchtet und mit einer Depotbeschneiung versehen. Zudem haben wir auch unser Parkplatzangebot ausgebaut.

Gibt es Pläne für die nächsten Jahre?

Heuer im Sommer bauen wir unsere Zubringeranlage, die Diasbahn, neu. Zu unseren Plänen gehört es, die bestehenden Seilbahnanlagen im Skigebiet zu verbessern bzw. zu erneuern, das Pistenangebot mit Beschneiung (derzeit sind ca. 70 % der Pisten beschneit) auszubauen, und unser Gastronomie-Angebot zu verstärken (Sunny Mountain Erlebnisgastronomie, Tiroler Hütte).

Sommerfest auf Diasalpe mit Teich und Ständen

Das Sunny Mountain Sommerfest auf der Dias Alpe ist ein Highlight in der Sommersaison. © TVB Paznaun – Ischgl

Welchen Stellenwert hat das Sommerangebot für Kappl?

Der Sommer hat für die Bergbahnen Kappl einen großen Stellenwert. Wir betreiben bei der Bergstation der Diasbahn unseren Sunny Mountain Erlebnispark, der aus einem Themenrundwanderweg besteht, dem Flaxidorf aus kleinen Holzhütten, wo die einheimische Tierwelt vorgestellt wird, einem Fischteich, Discgolf Parcours, Wasserspielen, Rutschen, Schaukeln, Kneippanlage, Sandkasten und vielem mehr. Ein Juwel ist auch unser Almmuseum, die alte Dias-Alpe, die gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt restauriert wurde. Dabei wurde der Urzustand wie in den 70er Jahren wieder hergestellt, bestehend aus einem Sennraum, Butterkeller, Stube, Schlafgemächer usw. Wir haben versucht, das bäuerliche Leben, das Almleben, die Almgeschichte in der alten Diasalpe spürbar zu machen, und das alles in musealer Form bzw. in Ausstellungsform. Eine Schaukäserei, die wir für unsere Gäste vorstellen, ist ebenfalls dabei. Für nächsten Sommer ist eine Mountain Card Strecke geplant, dazu wollen wir auch unser Bikeangebot weiter ausbauen.

Die Skischaukel Kappl & See tritt für die kommende Wintersaison als Kopfsponsor für Lara Wolf auf. Was sind die Gründe dafür?

Lara Wolf ist eine sehr sympathische, erfolgreiche Sportlerin aus Kappl, Vizeweltmeisterin 2025 im Slopestyle bei der Freestyle-WM im Engadin. Lara macht es sehr viel Spaß, für ihre Heimat tätig zu sein und zum Bekanntheitsgrat der Skischaukel beizutragen. Die Skischaukel Kappl & See ist sehr stolz, dass wir Lara Wolf als Kopfsponsor gewinnen konnten, und so ist es eine Win-Win Situation für uns alle. Die gesamte Region wird mit Lara Wolf an Bekanntheit gewinnen.

Freestyler in Aktion

Kappl war im Winter 2025 Schauplatz von drei Freeride-Veranstaltungen. © TVB Paznaun – Ischgl

Was sehen Sie für die nächsten Jahre als größte Herausforderungen für Ihre Destination?

Mit der Skischaukel Kappl & See und der Erneuerung unserer Zubringeranlage, der Diasbahn, haben wir zukunftsorientierte Schritte für unser Skigebiet gesetzt. Die Herausforderung wird sein, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten den Komfort für unsere Kunden und Gäste zu verbessern, dabei aber immer den Nachhaltigkeitsgedanken beizubehalten.

 

Danke für das Gespräch! lw

Die 240 m lange 4er-Sesselbahn „Black Highlander“, die 2024 und 2025 modernisiert wurde, hat eine Förderleistung von 2.400 P/h und erschließt eine rund 300 m lange und 60 m breite Piste. © Alpenpark Neuss

365 Tage das Beste der Berge!

Was vor 25 Jahren als Skihalle begonnen hat, ist heute ein Resort mit einem umfassenden, aktiven Angebot für Familien und Bergbegeisterte. Der MOUNTAIN MANAGER hat mit Patryk Lamich, Country Manager Germany der SnowWorld Germany GmbH, über das Angebot vom Alpenpark Neuss und die Herausforderungen der Zukunft gesprochen.

Wie lange gibt es den Alpenpark Neuss, was möchte man seinen Gästen bieten?

Den Alpenpark Neuss bzw. die Skihalle Neuss, wie der ursprüngliche Name war, gibt es seit 25 Jahren. Im Januar 2026 feiern wir das 25-jährige Bestehen. Die Skihalle hat sich aus Events und dem Synchro Ski Weltcup entwickelt, der von 1998 bis 2001 in Mönchengladbach über die Bühne gegangen ist. Da hat man gesehen, dass die Nachfrage nach einem Skiangebot sehr groß ist. Im flachen Land konnte man dazu nichts bieten und so ist die Idee der Skihalle Neuss entstanden. Mit ihr hat man alpenländische Freizeiterlebnisse mitten nach Deutschland geholt. Viele Menschen fahren sehr gerne im Urlaub in die Berge, der Alpenpark Neuss überbrückt mit seinem Angebot die Zeit, bis man wieder dort Urlaub machen kann.

Portraitfoto eines Mannes

Patryk Lamich, Country Manager Germany / SnowWorld Germany GmbH: „Arbeit bei uns soll Freude machen.“ © Alpenpark Neuss

Gibt es eine Zusammenarbeit mit Destinationen im alpinen Bereich, wie sieht die Kooperation aus?

Das SalzburgerLand ist von Anfang an unser Kooperationspartner, die Zusammenarbeit gibt es nach wie vor – die Verträge laufen bis 2027. Da wir mittlerweile Teil der SnowWorld Gruppe sind, die über Standorte in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland verfügt, ist das ein überaus spannendes Betätigungsfeld für eine Regions-Destinations-Kooperation. Eine ganzheitliche Präsentation der Angebote unseres Destinationspartners SalzburgerLand gab es früher etwa im Rahmen des Sommerfests, das jedes Jahr stattgefunden hat. Nach den Umbauarbeiten, die wir hier durchgeführt haben, wird es wahrscheinlich wieder nächstes Jahr über die Bühne gehen. Jährlich gibt es aber auch das Winter-Opening, das Ende Oktober bzw. Anfang November stattfindet und das man zu Präsentationen und Gesprächen nutzt. Weiters findet man auch zwischen diesen Großveranstaltungen Gelegenheit, sich zu präsentieren und Kontakt zu den Gästen aufzubauen. Die Idee dahinter ist, dass unsere Gäste im Alpenpark Neuss das Skifahren erlernen und dann Urlaub im SalzburgerLand ver-bringen. Das entsprechende Logo ist auch überall präsent. Wir haben 70 % Anfänger auf den Pisten, die dann natürlich nicht nur hier Ski fahren wollen, sondern in der Natur, in den Bergen im SalzburgerLand.

Pistenfahrzeug in Skihalle bei der Arbeit

Im Alpenpark Neuss kann man einen „PistenBully-Führerschein“ erwerben. © Alpenpark Neuss

Wie hat sich das Angebot entwickelt –  setzt man heute im Vergleich mit der Anfangszeit andere Schwerpunkte?

Der Start war die Skihalle, dazu Gastronomie. Ursprünglich hatte man geglaubt, dass man mit dem Skifahren im Sommer die Gäste anziehen kann, und hat dann festgestellt, dass im Winter viel mehr Interesse besteht. Deshalb hat man 2007 angefangen, das Angebot zu vergrößern, damit man seinen Gästen das ganze Jahr über etwas zu bieten hat. Man hat die Gastronomie ausgeweitet, es ist ein Kletterpark dazugekommen, zwei Almgolfanlagen und ein FunFußball Parcours. 2011 hat man das Sport- und Tagungshotel Fire & Ice eröffnet. Der Kletterpark wurde mittlerweile stillgelegt, weil seine Holzkonstruktion in die Jahre gekommen ist. Dafür gibt es die Abenteuer Alm, einen Erlebnispark für Familien, der für ein aktives Bespielen ausgelegt wurde. Mittlerweile ist der Alpenpark Neuss ein Resort und nicht mehr nur Skihalle, wir bieten 365 Tage im Jahr das Beste der Berge.

Almgolfanlage im Freien

Almgolf gehört auch zum Angebot im Alpenpark Neuss. © Alpenpark Neuss

Wie war Ihr persönlicher Zugang zum Alpenpark Neuss?

Ich habe als Hotelfachmann viel für Hotels wie etwa Hilton und Best Western gearbeitet. Im Oktober 2010 bin ich über einen Headhunter zum Alpenpark Neuss gekommen, um das Hotel durch die Pre-Opening-Phase zu bringen. Meine Tätigkeit hat sich dann mit dem Unternehmen weiterentwickelt, ich habe sehr viele Stationen passiert. So war in den letzten Jahren etwa Digitalisierung ein großes Thema, da wurden viele Projekte umgesetzt. Nach 15 Jahren im Unternehmen kennt man die Herausforderungen, die sich tagtäglich ergeben, und weiß, wo die Herausforderungen liegen und was man anpacken muss.

Welche Ziele haben Sie sich in Ihrer Funktion gestellt?

Wir haben seit Februar 2025 ein Strategieteam integriert, mit dem wir die Skihalle SnowWorld Bispingen und den Alpenpark Neuss leiten. Ich habe in diesem Team die Position des Country Manager Germany inne, vorher war ich von 2021 bis 2025 COO im Alpenpark Neuss. Mir ist sehr wichtig, immer in direktem Kontakt mit den Mitarbeitern zu sein, direkt involviert in das Geschehen. Wir sind alle bemüht, dass es im Team eine gute Zusammenarbeit und eine gute Stimmung gibt. Arbeit bei uns soll Freude machen – das ist nicht immer einfach, aber wichtig, damit man etwas bewegen kann. Nur so kann man Ideen schnell aufgreifen und dann sehen, wo passiert was und welche Anforderungen kommen auf uns zu oder was könnte für unser Angebot wichtig werden. Wenn wir ein Projekt starten, sehen wir uns auch gleich an, ob es von unseren Gästen angenommen wird oder man etwas abändern muss. Nur so können wir sicherstellen, dass wir ein sehr gutes Angebot haben.

Gäste sitzen im Gastgarten

Die Terrasse Hochalm bietet Entspannung und Kulinarik. © Alpenpark Neuss

Gibt es derzeit Neuerungen im Alpenpark Neuss?

Die größte Neuerung ist die Abenteuer Alm, die komplett auf analoges Spielen abzielt und für Kinder zwischen ein und zwölf Jahren konzipiert ist. Wir wollen Kinder ermutigen zu klettern, zu rutschen, zu hüpfen und das Angebot zu erkunden. Familien sollen bewusst Zeit miteinander verbringen. Die Anlage wurde nachhaltig gebaut, das war uns wichtig. Wenn ein Baum gefällt wurde, wurden für ihn an anderer Stelle fünf neue gepflanzt. Bei der Neudefinition der Anlage haben wir festgestellt, dass durch zusätzliche Besucher, die wir anziehen wollen, die Gastroinfrastruktur nicht mehr ausreichen wird. Deshalb haben wir ein neues Gebäude für die Gastronomie gebaut sowie einen neuen Biergarten mit 1.000 Sitzplätzen. Gäste dürfen sich hier auf ein frisch gezapftes Bier freuen, auf Brezn und andere Spezialitäten. Hier sind wir gerade dabei, das Projekt zu finalisieren und unsere Gäste vorzubereiten, was sie bei uns erwarten dürfen.

Spielplatz

Neu im Angebot ist seit einigen Wochen die Abenteuer Alm. © Alpenpark Neuss

Es hat vor kurzem Modernisierungsarbeiten am Doppelmayr-Sessellift gegeben, was wurde gemacht?

Das Projekt hat sich über zwei Jahre erstreckt. 2024 wurde die Mechanik zur Gänze neu gemacht, die Stützen und das Getriebe erneuert. Unser alter fixgeklemmter 4er-Sessellift hatte weltweit die meisten Betriebsstunden, die man bei einem solchen Lift jemals verzeichnet hat. Das erklärt sich daraus, dass der Lift im Alpenpark Neuss nicht nur eine Saison, sondern 365 Tage im Jahr im Einsatz ist, und das z. T. von 8 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts. Da war eine Modernisierung dann schon notwendig, obwohl wir natürlich alle Wartungsaufgaben immer erledigt haben. 2025 wurde dann noch die gesamte Elektronik erneuert inklusive Steuerung. Investiert wurden rund 1 Mio. Euro.

Was ist die „Flockenkarte“?

Die „Flockenkarte“ gibt es bereits seit vielen Jahren, dabei handelt es sich um unser Loyalitätsprogramm. Die Anmeldung ist kostenlos. Für jeden Euro, den man im Alpenpark ausgibt, erwirbt man eine Flocke, also einen Punkt. Hat man 100 Flocken gesammelt, kann man sie für 5 Euro beim Kauf von Tickets einlösen. Gestaffelt nach der Anzahl der Flocken haben wir die Loyalitäts-Kategorien Bronze, Silber und Gold. Damit verbunden sind dann zusätzliche Leistungen, die je nach Kategorie gesteigert werden.

Woher kommen Ihre Gäste, wie groß ist das Einzugsgebiet?

Unsere Besucher legen in extremen Fällen bis zu 400 km zurück, um zu uns zu kommen. So hatten wir letztes Jahr etwa Gäste, die aus dem Mittelgebirge zu uns gefahren sind. Da haben Familien beschlossen, wieder Ski fahren zu gehen – wenn dann vor Ort ein Schnee war, ist man in den Alpenpark Neuss gekommen. Der durchschnittliche Anfahrtsweg liegt aber bei ca. 1 Stunde. Dauerkartenbesitzer und Skiclubs kommen aus einem Umkreis von ca. 30 bis 45 km. Grundsätzlich ändert sich die Länge der Anfahrtswege, die unsere Gäste auf sich nehmen, je nach Jahreszeit. So, wie auch in den alpinen Destinationen ändert sich die Nachfrage im Angebot während des Jahres. Von Oktober bis nach Ostern steht das Skifahren im Fokus, mit den entsprechenden Feiern etwa zu Weihnachten oder Neujahr. Vom Frühjahr bis zum Herbst bevorzugen unsere Gäste dann Klettern oder Outdoor-Aktivitäten mit Biergarten etc. Dennoch kann man auch zu dieser Zeit Skifahren, das Angebot nützen aber dann mehr Skiclubs und Skiteams, um sich auf die kommende Wintersaison vorzubereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Monaten Juli bis Oktober.

Welche Rolle spielen Veranstaltungen, Events?

Veranstaltungen und Events haben einen großen Stellenwert, weil sie uns helfen, immer wieder unterschiedliche Gäste zu uns zu bringen. Eine Veranstaltung gibt Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass der Alpenpark Neuss längst mehr ist als eine Skihalle. Uns helfen Events auch deshalb, weil man darüber spricht – Mundpropaganda ist für uns eine gute Werbung.

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für den Alpenpark Neuss?

Nachhaltigkeit gehört bei uns schon lange zur Produktstrategie, schon zu einer Zeit, als der Begriff noch nicht so viel diskutiert worden ist. Wir haben uns deshalb schon sehr früh gefragt, was wir tun können, um nachhaltig zu wirtschaften – angefangen bei den Lieferketten, dem Energieverbrauch oder dem Einsatz von Zeitschaltuhren. Im Laufe der Zeit hat Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewonnen, gerade in der Kommunikation nach außen. Wir haben uns deshalb verstärkt mit dem Energiesektor auseinandergesetzt und eine Photovoltaikanlage auf rund 30.000 m2 gebaut. Im Blick hatten wir dabei, unseren Energiebedarf für den gesamten Alpenpark, also Skihalle, Hotel, Gastronomie, Shops und Außenanlagen selbst decken zu können. Auf der Agenda steht jetzt noch die Wärmerückgewinnung. Leider haben sich hier die Arbeiten verzögert, weil unser Generalunternehmer, der uns betreut hat, letztes Jahr Insolvenz angemeldet hat. Deshalb musste alles aufgearbeitet werden, bevor wir jetzt wieder durchstarten können. Immerhin hat sich die SnowWorld Gruppe als Ziel gesetzt, bis 2030 bei allen Anlagen CO2-neutral zu werden.

Was sehen Sie als die größten Herausforderungen für die nächsten Jahre?

Ein wesentliches Thema ist es, Nachwuchs für den Skisport, das Snowboarden, Langlaufen etc. zu generieren. Hier darf man nichts dem Zufall überlassen. Wir haben in Nordrhein-Westfahlen 17 Mio. Einwohner, aber keine Berge. Da müssen wir über den Sport im Schnee informieren – deshalb gehen wir auch in Schulen, richten Kindergeburtstage aus, um die Begeisterung dafür zu wecken. Ein weiteres wichtiges Thema ist dann noch das Pricing. Es muss uns gelingen, die Preise so zu gestalten, dass wir in der Lage sind, unser Angebot weiterhin bestmöglich zu gestalten. Gleichzeitig müssen es sich unsere Gäste aber auch leisten können zu uns zu kommen. Das wird immer schwieriger, die Margen werden zusehends geringer. Das wird für die nächsten Jahre sicher eine sehr große Herausforderung.  lw

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.alpenpark-neuss.de/

My Ski amadé Friends Club. © Ski amadé

„Die Herausforderungen sind größer geworden“

Anfang Juni 2025 hat Manuel Schnell die Geschäftsführung von Ski amadé übernommen. Der MOUNTAIN MANAGER hat ihn nach seinen Zielen und den Herausforderungen der Zukunft befragt.

Ski amadé wurde im Jahr 2000 gegründet. Was war die Intention vor 25 Jahren, wie steht man heute zur Zielsetzung?

Die Intention war damals sicherlich, den Gästen ein starkes, einzigartiges Produkt zu bieten, um die Größe, die Stärken und die Vielfalt unserer Skigebiete in den Vordergrund zu rücken. Das waren unsere Ziele für den Gast. Darüber hinaus wollten die Unternehmen Synergien nutzen und Kooperationen finden und stärken. Das hat unterschiedliche Bereiche betroffen, den Vertrieb der Skipässe, Knowhow-Transfer, nationales und internationales Marketing und gemeinschaftliche Einkaufsaktionen für die Destinationen. Ich denke, man kann sagen, dass die Ziele erreicht worden sind. Wenn man sich etwa die Bekanntheit der Marke Ski amadé ansieht, sind wir schon sehr gut aufgestellt. Die Ziele heute sind im Vergleich mit den Anfängen sicher sehr ähnlich, es sind in den letzten Jahren aber natürlich sehr viele Aufgaben dazugekommen. Die Herausforderungen sind größer geworden.

Zwei Männer im Anzug

Managing Director und Geschäftsführer Dr. Christoph Eisinger (li.) übergab das Zepter an Manuel Schnell. © Ski amadé

Wie sehen Sie die Position von Ski amadé am Markt?

Ski amadé ist mit Sicherheit eine sehr starke Marke, die Destinationen sind sehr gut aufgestellt im Bereich Ski- und Wintertourismus. Das spiegelt sich etwa in diversen Marktstudien, die uns vorliegen. Das unterstreicht unsere Bemühungen, als starke Marke aufzutreten. Die Kernbotschaften von Ski amadé, also Größe, Vielfalt und Qualität werden sehr gut an die Gäste herangetragen und von ihnen auch so angenommen.

Was sind die Vorteile für die Mitgliedsbetriebe?

Zusätzlich zur Bekanntheit der Marke, von der jeder Mitgliedsbetrieb profitiert, hat Ski amadé mit den bekannten Pluspunkten entsprechendes Vertrauen in das dahinterstehende Angebot aufgebaut. Davon profitieren Gäste und natürlich im Gegenzug auch unsere Mitgliedsbetriebe. Wesentlich sind dazu die Synergien, die zum Tragen kommen und von denen die Mitglieder profitieren, das gemeinsame Auftreten und natürlich die Größe, die Ski amadé hat. Darüber hinaus gibt es Schulungen, Workshops und Arbeitsgruppen, in denen man sich intensiv mit wichtigen Themen wie Digitalisierung, Sicherheit oder KI beschäftigt. Hier versucht Ski amadé, auf die Bedürfnisse der Mitgliedsbetriebe einzugehen und wichtige Themenbereiche abzudecken.

Sie haben vor wenigen Wochen die Geschäftsführung von Dr. Christoph Eisinger übernommen, wie war Ihr Zugang zur Branche und zu Ski amadé im Besonderen?

Ich habe am 1. Juni die Geschäftsführung von Christoph Eisinger übernehmen dürfen, der seit Anfang an bei Ski amadé dabei war. Ich bin in Bischofshofen im Pongau aufgewachsen und wohne auch heute noch dort. Ich hatte deshalb von frühester Kindheit an einen starken Bezug zum Wintersport. 2012 habe ich dann neben meinem Studium Informationstechnik und Systemmanagement begonnen, 25 Stunden die Woche für Ski amadé zu arbeiten. Ein Jahr später ist daraus eine Vollzeitanstellung geworden. Ich kenne Ski amadé und die Aufgaben also schon seit vielen Jahren. Das ist ein Vorteil in meiner jetzigen Funktion, weil die Anforderungen sehr komplex und vielfältig sind.

Zwei Skitouerengeher unterwegs im Skigebiet

Skitouren Coaching. © TVB St. Johann

Welche Ziele setzen Sie sich?

Es ist eine große Herausforderung in große Fußstapfen zu treten. Das hat aber auch den Vorteil, dass sehr viel vorhanden ist, was sehr gut funktioniert. Ein Ziel ist es, dass wir Ski amadé im Sinne der Bergbahnunternehmen und der touristischen Einheiten weiter stärken, um national und international relevant und vorne dabei zu bleiben. Wir möchten im touristischen Umfeld also unsere gute Position weiter halten und stärken. Für die Gäste bedeutet das, dass wir auch weiterhin maßgeschneiderte Angebote aufbauen und bieten wollen, dazu Service auf höchstem Niveau. Auch digital sind wir schon sehr gut aufgestellt, wollen uns in diesem Bereich aber auch stetig weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang freut es uns sehr, dass wir als innovativ wahrgenommen werden, wie uns Umfragen bestätigen. Diese Linie wollen wir beibehalten und ausbauen.

Stehen Änderungen im Konzept, in der Ausrichtung an?

Grundsätzlich wollen wir den Fokus verstärkt auf digitale Services legen. Das bezieht sich nicht nur auf alles rund um den Skipass, sondern das gesamte Bergerlebnis, ob das jetzt den Winter oder auch den Sommer betrifft. Das wird immer mehr Thema für uns und unsere Partner. Ein immer wichtigeres Thema im Bereich Marketing ist dann alles rund um Social Media. So hat Ski amadé auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram rund 500.000 Follower, auch unsere Website ist mit mehr als 6 Mio. Zugriffen allein im Winter eine sehr starke Plattform. Auch hier sind wir bestrebt, noch stärker zu werden – das wird ebenfalls ein Fokus in unserer Arbeit sein.

Pumpstation von innen

Bergbahnen Inside Tour. © Hochkönig Bergbahnen GmbH

Wo sehen Sie die Vorteile der Digitalisierung, auch der KI?

Für Ski amadé ist Digitalisierung schon seit langem Thema. Wir waren unter den ersten Destinationen, wo man den Skipass digital erwerben konnte. Mittlerweile lukrieren wir einen wesentlichen Teil unseres Gesamtumsatzes digital. Das sehen wir etwa im Bereich der Buchungen. Gäste buchen heute immer früher und das hilft den Mitgliedsbetrieben dann sehr gut in der Planung. Wir sind dadurch in der Lage, immer besser auf unsere Gäste einzugehen und ein maßgeschneidertes Angebot bereitzustellen. Durch unsere Präsenz auf den diversen Social-Media-Kanälen können wir unsere Gäste mit Informationen sehr gut am laufenden halten. Aber auch intern helfen uns die Daten, die wir generieren können, enorm. Dazu haben wir eine Plattform geschaffen, die höchsten Anforderungen an Datenqualität, Sicherheit und Zustellschnelligkeit gerecht wird. Unsere Mitglieder erhalten für sie wesentliche Kennzahlen und können diese tagesaktuell abrufen, das ist für uns tatsächlich ein Quantensprung. Die KI wird uns hier sicher in Zukunft vermehrt weiterhelfen. Dafür werden wir unseren Partnern die benötigten Tools und Schulungen bieten, damit wir aus dieser Thematik alles herausholen, was für uns nützlich ist. Das sind Kernaufgaben, die wir Stück für Stück in Angriff nehmen werden.

Wie viele Mitgliedsbetriebe gibt es heute, sehen Sie hier noch Wachstumspotenzial – etwa in anderen Bundesländern?

Ski amadé umfasst Mitgliedsbetriebe hauptsächlich in den Bundesländern Salzburg und Steiermark. Das sind fünf große Regionen, nämlich die Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig und das Großarltal, darin 25 Skiorte. Derzeit gibt es keine Überlegungen, die Anzahl an Mitgliedern zu erhöhen oder noch andere Bundesländer miteinzubeziehen.

Skifahrer auf Piste bei Sonnenschein

Skigenuss trifft Wellness. © TVB Großarl

Was sehen Sie als wesentliche Herausforderungen der Zukunft?

Die wesentlichen Herausforderungen liegen sicher im technologiebedingten und klimatischen Wandel, der sich in vielen Bereichen niederschlägt. Das wird viele Herausforderungen mit sich bringen, damit man die Dinge und die Position, die man erreicht hat, auch weiter ausbauen kann. Dazu werden die Anforderungen der Gäste immer spezieller und individueller. Auf sie einzugehen und hier maßgeschneiderte Angebote zur Verfügung zu stellen, wird eine Herausforderung bleiben. Helfen wird uns dabei sicher die engmaschige Vernetzung mit unseren Leistungsträgern. Auch hier wird die KI nicht nur Herausforderung, sondern auch große Hilfe sein, damit wir Informationen besser verknüpfen und unser Angebot entsprechend ausrichten können. Bei allen anstehenden Aufgaben sind wir aber auch darauf bedacht, dass wir unsere Authentizität beibehalten. Sie ist ein wesentlicher Punkt, warum Gäste zu uns kommen. Unser Angebot ist groß und vielfältig, unserer Destinationen setzen auf Glaubwürdigkeit und Integrität. Das zeichnet unsere Regionen und unsere Mitgliedsbetriebe aus. Das wollen wir auch in Zukunft leben und kommunizieren.

lw

Über MOUNTAINMANAGER

MOUNTAINMANAGER hat sich in 50 Jahren als die internationale Fachzeitschrift für bergtouristisches Management und Alpintechnik an führender Position etabliert. Die kompetentesten Fachjournalisten der Branche mit Sitz in den drei zentralen Alpenländern Österreich, Schweiz und Deutschland sind für den MOUNTAINMANAGER tätig.
Neueste technische Entwicklungen, zukunftsweisende Trendanalysen und internationale Recherchen stehen im Vordergrund der Berichterstattung.
Aktuelle Reportagen über branchenrelevante Ereignisse, interessante Beiträge von renom mierten Gastautoren sowie Interviews mit markanten Persönlichkeiten und wissenswerte News machen den MOUNTAIN MANAGER zur Pflichtlektüre.

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