Stressfrei Skifahren – Wiedereinstieg war noch nie so leicht

Petra Hutter-Tillian, Salzburger Skilehrerverband, und Rudi Lapper, Ausbildungsleiter ÖSSV

Mag. Petra Hutter-Tillian, Geschäftsführerin im Salzburger Skilehrerverband.

Die Sehnsucht nach Naturerlebnissen motiviert u.a. immer mehr Wiedereinsteiger zum Skifahren. Die Voraussetzungen dafür sind so günstig wie noch nie: Denn dank moderner Ausrüstung, der Kompetenz der österreichischen Skilehrer und vieler Alternativangebote wird die Rückkehr zum Wintersport garantiert stressfrei, so Petra Hutter-Tillian. Und Rudi Lapper ergänzt: Es geht nicht um sportliche Ambitionen und Leistungsdruck. Skifahren soll den Wiedereinsteigern vor allem Spaß machen und dazu muss man sie sanft heranführen. Dafür haben die Skischulen spezielle Angebotspakete zusammengestellt.MM: Das Thema Wiedereinstieg in den alpinen Skilauf ist ja nichts Neues. Warum gibt es diese Angebote gerade seit der Saison 2013/14?Hutter-Tillian: Es wurden unter den Gästen in Österreich Umfragen gemacht, die eine extrem hohe Resonanz ergaben. Bergerlebnisse stehen gerade bei den Gästen aus Deutschland hoch im Kurs und das sorgt wohl auch für eine starke Nachfrage nach Wintersport.MM: Was erwarten die Gäste dabei konkret?Hutter-Tillian: Ganz wichtig sind laut den Umfragen drei Themen: gute Betreuung, Erlebnischarakter und Innovation. Und das sind Qualitäten, die wir bei uns in Österreich sehr gut bieten können.

Rudi Lapper, Ausbildungsleiter beim Österreichischen Skischulverband.

MM: Sehr oft hört man von den Leuten, die eine Skipause einlegen, dass es ihnen zu stressig geworden sei. Was kann man diesen Gästen anbieten?Hutter-Tillian: Für den Wiedereinstieg sind die Voraussetzungen bei uns in Österreich derzeit so gut wie nie zuvor. Die Ausrüstung ist erheblich besser geworden. Mit den kurzen Carvingski lernt man schnell und leicht. Sie sind dank der geringen Länge gut drehbar und reduzieren das Verletzungsrisiko. Ein durchschnittlich trainierter Freizeitsportler kann heute nach drei Tagen sportliche Hänge sicher bewältigen. Eine wichtige Rolle spielt der Skilehrer, der heute nicht mehr nur Lehrer, sondern Partner und Dienstleister ist. Und der ihm in jeder Situation zeigen kann, worauf es ankommt.MM: Wie kann man dann den Stress vermeiden?Hutter-Tillian: Früher haben die Leute geglaubt, sie müssten den Skipass-Preis mit möglichst vielen Abfahrten wieder ,zurückspielen. Inzwischen fährt man, damit es Spaß macht. Dazu gehört das gute Gefühl, sich in den Bergen zu bewegen, die saubere Luft und die Ruhe zu genießen. Man fährt wann und wo man will. Es gibt heute Skipässe und Skischulangebote, bei denen man vier aus sechs Tagen auswählen kann. Und wenn man sich gestresst fühlt, dann geht man einfach einen Tag schneeschuhwandern, langlaufen, rodeln oder gönnt sich einen Tag Wellness. Das Angebot ist heute sehr vielseitig und es gibt für jede Stimmung das passende Angebot. Skifahren hat nichts von seiner Faszination verloren. Im Gegenteil. Das zeigt auch der große Erfolg der Sonnenaufgangsfahrten, bei denen Gäste und Einheimische frühmorgens leere und frisch präparierte Pisten für sich alleine haben.MM: Herr Lapper, was ist das Besondere an den speziellen Arrangements für Wiedereinsteiger?Lapper: Wir wollen mit diesen Angeboten ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Wiedereinsteiger eingehen und ihnen einen klaren Mehrwert bieten. Dazu gehören Kurse in kleinen Gruppen, welche von Skilehrern geführt werden, die eigens dafür ausgebildet wurden. Auf Wunsch bieten wir natürlich auch Privatunterricht an.

Der Wiedereinstieg in das Skifahren ist heute dank spezieller Angebote und moderner Ausrüstung so einfach wie nie zuvor. Foto: TVB Lech

MM: Was unterscheidet den Gast, der nach einer Pause wieder mit dem Skifahren beginnt, von anderen Skischulgästen?Lapper: Der Wiedereinsteiger hat eine besondere Erwartungshaltung. Er hat bereits Erfahrungen, kann sich also auf bekannte Verhaltensmuster stützen und mit schnellem Lernerfolg rechnen. Auf der anderen Seite ist es für ihn schwer einzuschätzen, wo nun seine Grenzen sind und wie weit er sich belasten kann.MM: Da wird die sorgfältige Betreuung durch den Skilehrer wichtig.Lapper: Genau. Der Skilehrer weiß, welche Hemmschwellen typischerweise eine Rolle spielen und er kann den Gast sanft und gezielt zu ersten Erfolgserlebnissen führen. Dabei geht es natürlich um Technik, aber auch oft um kleine Tipps, die viel ausmachen können. Die richtige Ausrüstung, die Wahl des Geländes, welche Technik wo am besten geeignet ist. Alleine hätte der Wiedereinsteiger viele Probleme und die Verletzungsgefahr wäre ungleich größer. Es geht doch vor allem darum, dass sich die Skifahrer wohlfühlen und dass sie Spaß auf der Piste haben.MM: Der österreichische Skilehrer genießt ja einen weltweit sehr guten Ruf. Da sind die Erwartungen wohl besonders hoch?Lapper: Und zu Recht: Wir haben die intensivste Skilehrerausbildung weltweit. Allein für den Staatlichen Skilehrer sind 120 Tage Ausbildung erforderlich. In den letzten Jahren wurde dazu die Didaktik deutlich vereinfacht mit dem Ziel, die Lernerfolge zu verbessern. Und das bringt gerade den Wiedereinsteigern spürbare Vorteile.

INPUT®, ein globaler Marktführer bei Erlebniskonzepten – Wenn das Einzigartige Gestalt annimmt

Die Input® GmbH aus Hallwang (A), bekanntlich eine 100% Tochterfirma von Doppelmayr, verbindet man international längst mit engagierten, nachhaltigen und zeitgemäßen Ganzjahreskonzepten für den Bergtourismus. Die Leitidee dabei ist immer ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik. Die perfekte Umsetzung von der Ideenfindung bis zur Installation erfolgt jeweils in 9 Schritten und das Resultat sind so Aufsehen erregende Erlebnisräume wie die PISTA DEL MAR in der Sierra Nevada oder die ALMZEIT in Sölden, um nur die jüngsten Referenzen zu nennen.

„Wir sind vor allem ein Dienstleistungsunternehmen!“ – Dir. Georg Bliem, Geschäftsführer/CEO Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH

Nach 10 Jahren als Landestourismus-Direktor der Steiermark konzentriert sich Dir. Georg Bliem nun seit Anfang des Jahres auf die Geschäftsführung der Planai-Bahnen. Der Mountain Manager hat ihn zu seinen Plänen befragt.

Foto: Planai-Bahnen

MM: „Was hat Sie veranlasst, die Geschäftsführung der Steirischen Tourismus GmbH mit jener der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH zu tauschen?“Dir. Georg Bliem: „Ich war 10 Jahre Landestourismus-Direktor für die Steiermark. Im Sommer 2012 haben aktuelle Ereignisse dazu geführt, dass ich einspringen und neben meiner Tätigkeit in der Steirischen Tourismus GmbH die Geschäftsführung der Planai-Hochwurzen-Bahnen übernehmen musste. Ich habe das mit immer größerer Freude an der Aufgabe gemacht. Schließlich musste eine Entscheidung getroffen werden. Nach 10 schönen Jahren in Graz habe ich die Funktion im Landestourismus zurückgelegt und bin jetzt seit 1. Januar 2014 mit voller Kraft für die Geschäftsführung der Planai-Hochwurzen-Bahnen zuständig. Ich habe die neue Herausforderung gerne angenommen, möchte aber auch erwähnen, dass ich in der Vergangenheit immer einen guten Bezug zu den Bahnen hatte und auch in der Region beheimatet bin.“MM: „Wie sehen Sie die Position/das Image der Planai-Bahnen im regionalen Bereich und international?“Bliem: „Wir haben im Unternehmen gerade einen intensiven Strategie- und Positionierungsprozess abgeschlossen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Planai- Hochwurzen-Bahnen eine Leadership- Funktion haben und ein Motor für die gesamte Region sind, etwa durch die großen Investitionen der letzten Jahre. Dazu haben wir aber auch eine große Verantwortung für die touristische Entwicklung. Man sieht das an den Projekten, die wir gerade umsetzen, z. B. beim Kinderland auf der Planai, der Gokart-Bahn im Stadion oder der Finalisierung Dachstein. Als Seilbahnunternehmen können wir sehr intensiv in die Produktentwicklung eingreifen. Wir haben ein sehr gutes Netzwerk und kooperieren mit den Gemeinden, den touristischen Institutionen oder der Hotellerie. Wir legen großen Wert darauf, mit allen unseren Partnern auf Augenhöhe zu arbeiten und bringen uns stark in die Gremien der Region ein, damit es keine Leerläufe gibt.“MM: „Was ist Ihnen in Ihrer Position wichtig, welche Aufgaben haben für Sie Priorität?“Bliem: „Die Planai-Hochwurzen-Bahnen sind mit 380 Mitarbeitern ein großes Unternehmen. Da liegt mir das Thema Personal- bzw. Mitarbeiterentwicklung sehr am Herzen. Wir haben in letzdiesem Bereich ein eigenes Programm gestartet, das über 2 Jahre hinweg durchgezogen wird. Wichtig war auch, den 6-monatigen Strategie- und Positionierungsprozess durchzuführen. Die Planai-Bahnen sind de facto ein Mischkonzern mit Bergbahnen, Gastronomieunternehmen, Busbetrieb und Beteiligungen. Es war wichtig, unsere Position nach innen für unsere Mitarbeiter, aber natürlich auch nach außen zu definieren. Wir wollen für alle, die bei uns und mit uns arbeiten, ein kalkulierbarer Partner sein. Das Strategiepapier gilt für die nächsten 5 Jahre.“

Zielstadion Planai/Alpine Ski-WM 2013. Foto: Planai-Bahnen

„Wir sind am richtigen Weg“MM: „Die Alpine Ski-WM 2013 hat den Planai-Bahnen große mediale Aufmerksamkeit beschert, wie können die Planai-Bahnen weiterhin davon profitieren?“Bliem: „Die Ski-WM war ein Turbo für die Region und die Planai-Bahnen. Man muss sich nur die umfangreichen Investitionen in Erinnerung rufen, die Komfortverbesserungen, die Garagen, Skygate ‚Planet-Planai‘ etc. Die aktuellen Aufgaben gehen jetzt natürlich sehr stark ins Marketing, damit man die Ski- WM weiterhin spürbar machen kann. Da haben wir eine ganze Reihe an Maßnahmen, die wir umsetzen. Es werden die einzelnen Starts der Rennen plakativ in Erinnerung gerufen, im Sommer hatten wir schon eine kleine Ausstellung im Freien und im Frühsommer 2014 werden wir dann das ‚Planaium‘ eröffnen. Das ist eine Ausstellungswelt im Stadion der Planai-Bahn, mit der wir die Skigeschichte, die Entwicklung über die Jahre bis jetzt und natürlich auch die Ski-WM ins Blickfeld rücken. Mit dieser Strategie sind wir am richtigen Weg. Wir haben uns dazu im Januar die aktuellen Zahlen zur Gästeentwicklung angesehen, da können wir einen klaren Trend nach oben verzeichnen.“MM: „Was gibt es im Winter 2013/14 Neues bei den Planai- und Hochwurzen-Bahnen?“Bliem: „Die herausragende Investition war sicherlich die neue 10er Kabinenbahn auf die Hochwurzen, dazu die nötigen Pistenanpassungen. Die neue Seilbahn punktet neben der modernen Technik mit einer herausragenden Architektur. So haben wir etwa eine unterirdische Bergstation gebaut und ein modernes Talstationsgebäude mit allem Komfort. Dazu haben wir rund um den Dachstein investiert, weil wir uns stärker der Ski-Alpin-Verantwortung des Dachsteins stellen wollen. Hängebrücke, Eispalast oder ‚Stiege ins Nichts‘ sind die Attraktionen, die wir nicht nur im Sommer, sondern verstärkt auch im Winter in den Fokus rücken möchten. Auf der Galsterbergalm konzentrieren wir unsere Aktivitäten und Investitionen auf den Kleinkinderbereich. Auf der Planai haben wir diese Saison alles belassen, weil in den letzten Jahren schon viel investiert worden ist. Neu ist allerdings unser Winterwanderticket für all jene, die nicht Skifahren ollen. Das hat sich sehr gut bewährt und das wollen wir noch fördern.“

Die neue Hochwurzenbahn ist eine 10er Kabinenbahn von Leitner mit DirectDrive. Foto: Martin Huber

MM: „Wie sind Sie mit der laufenden Saison zufrieden?“Bliem: „Wir sind sehr zufrieden. Die Vorsaison hat sich sehr gut entwickelt, die Weihnachtszeit war ebenfalls gut. Wir sind auch mit dem Januar zufrieden, weil wir trotz der Witterung eine positive Entwicklung hatten. Deshalb sind wir für den Februar zuversichtlich. Man muss allerdings auch bedenken, dass wir in den letzten 1,5 Jahren allein im Einzugsbereich der Planai-Bahnen rund 1 300 Betten dazu bekommen haben. Die Kombination aus der neuen Bettensituation und den Folgen der Ski-WM ist ein Glücksfall für uns. Wir müssen die Entwicklung aber auch kritisch im Auge behalten. 2015 und 2016 werden wir deshalb eine Evaluierung durchführen und die Zufriedenheit der Gäste in Erfahrung bringen. Dabei ist es besonders wichtig, ob unsere Standards den internationalen Gästeerwartungen entsprechen, weil die Internationalität unserer Gäste wirklich enorm zugenommen hat. Es kommen Skandinavier genauso wie Franzosen, russische Gäste und sogar Chinesen. Wenn es uns gelingt, diese Gäste auch weiterhin zu begeistern, können wir zuversichtlich in die Zukunft sehen.“MM: „Sie legen besonderen Wert auf gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter und haben dafür das Top-Job-Zertifikat erhalten. Wie wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus, wie werden sie gefördert?“Bliem: „Mitarbeiterförderung ist den Planai-Bahnen schon immer ein Anliegen gewesen. Wir haben z. B. ein eigenes Personalentwicklungsprogramm, damit wir aus unseren Mitarbeitern auch unsere Führungskräfte rekrutieren bzw. neue Mitarbeiter entsprechend aufbauen. Insgesamt gibt es eine breite Palette an Weiterbildungsmaßnahmen, von Sprachkursen angefangen bis zur Dienstleistung. Dazu ist uns natürlich die Gesundheit unserer Mitarbeiter wichtig. Unter dem Motto ‚Gesunde lanai‘ bieten wir ein umfangreiches Programm, das auf die Bedürfnisse und Anforderungen unseres Teams ausgerichtet ist. Wichtig ist natürlich die stimmige Auswahl der Mitarbeiter, wobei ich sagen muss, dass wir keine Probleme haben, gute Leute zu bekommen. Hier profitieren wir sicher davon, dass wir in der Region einen sehr guten Ruf haben, sodass man gerne bei uns arbeiten möchte. Es hat sich herumgesprochen, dass unser Betriebsklima und die Arbeitsbedingungen passen.“MM: „Sie veröffentlichen eine eigene Zeitschrift für Mitarbeiter und Freunde, welche Auflage hat sie und welche Ziele verfolgen Sie damit?“Bliem: „Wir sind gerade dabei, das Planai-Journal zu überarbeiten und den Empfängerkreis zu erweitern. Bisher ist das Journal primär für die Mitarbeiter des Unternehmens und einige Gremien gemacht worden. Jetzt wollen wir das Planai-Journal auch für die Hotellerie, die Skischulen, den Skiverleih sowie für Freunde und Partner zugänglich machen. Das soll sich dann auch im redaktionellen Konzept spiegeln. So wollen wir natürlich wie bisher unternehmensrelevante Themen behandeln, aber auch Dinge kritisch hinterfragen. Das erste Exemplar unseres neuen Planai- Journals, das insgesamt dreimal jährlich erscheinen soll, wird im Frühjahr veröffentlicht werden. Die Auflage wird zwischen 6 000 und 7 000 Stück betragen.“

Blick auf die Hängebrücke am Dachstein. Foto: Dachstein Gletscherbahn Ramsau

„Nachhaltiges Wirtschaften hat bei uns schon Tradition“MM: „Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Unternehmen, Stichwort ‚Grüne Seilbahn’?“Bliem: „Nachhaltiges Wirtschaften hat bei uns schon Tradition. Das Motto ‚Grüne Seilbahn‘ steht für eine umfassende, nachhaltige, ressourcenschonende und umweltorientierte Unternehmenspolitik. Wir nutzen das zwar nicht direkt als Werbeargument – aber die Dinge, die wir umsetzen, kommunizieren wir auch. Als Beispiel möchte ich die neue Hochwurzen-Bahn erwähnen. Wir haben die Bergstation in den Berg hineingesetzt, um den engen Raum nicht durch einen Stationsbau zusätzlich zu belasten. Die 10er Kabinenbahn verfügt außerdem über den DirectDrive. Er hilft uns, rund 10 % an Energie einzusparen und ist ausgesprochen ruhig im Betrieb.“ MM: „Denken Sie, dass nachhaltiges Wirtschaften in der Branche schon den Stellenwert hat, der ihm zukommt, oder gibt es Handlungsbedarf?“Bliem: „Ich denke, dass die Bahnen sich ihrer Verantwortung sehr bewusst sind und dass hier auch schon sehr viel gemacht wird. Ich bin allerdings der Meinung, dass es zu früh ist, nachhaltiges Wirtschaften in die Werbung einzubeziehen, weil man hier Diskussionen auslösen kann, die dann kontraproduktiv sind. Für die Unternehmen ist es aber natürlich wichtig, Zeichen zu setzen. Alle Forderungen werden wir nicht erfüllen können, wir müssen mit den Bahnen auf den Berg, wir brauchen die Pisten und das Wasser für die Beschneiung. Aber natürlich ist es uns ein Anliegen verantwortungsbewusst und gleichzeitig wirtschaftlich zu handeln.“MM: „Welchen Einfluss haben die Ergebnisse des Projekts ,STRATEGIE‘ auf die Entwicklung der Planai-Hochwurzen-Bahnen?“Bliem: „Jedes Unternehmen braucht eine Strategie, wobei es uns wichtig ist, ein ‚living-paper‘ zu haben. Das heißt, wir werden unsere Strategie jedes Jahr evaluieren und vor der Entwicklung des Marktes kritisch hinterfragen. Dieser Prozess erfolgt auf einer breiten Basis, weil rund 60 Mitarbeiter involviert sind. Grundsätzlich braucht es einen ‚Fahrplan‘, weil wir die Werte des Unternehmens im Blick behalten wollen und natürlich auch die Visionen und Ziele. Im Projekt ‚STRATEGIE‘ stehen derzeit ca. 80 Maßnahmen, die uns wichtig sind und die es abzuarbeiten gilt. Unsere Mitarbeiter wurden bei der Erstellung der Maßnahmen einbezogen und befragt, deshalb sind sie auch mit großer Begeisterung bei der Sache.“

Die 8er Sesselbahn „Märchenwiese“ eröffnet eine traumhafte Winterlandschaft.

„Der Sommer 2013 war ausgesprochen erfolgreich“MM: „Welche Bedeutung hat der Sommer bei den Planai-Hochwurzen-Bahnen, wie sehen Sie das Entwicklungspotenzial?“ Bliem: „Wir haben im Sommer sicher das größte Entwicklungspotenzial. Mit den Bahnen, die wir im Sommer betreiben, haben wir überall einen zweistelligen Anteil am Gesamtumsatz. Erfolgreich sind auch unsere Busse und unser Gastronomiebereich. 2013 war für uns ein ausgesprochen gutes Jahr. Deshalb ist es uns auch wichtig, uns hier ganz eindeutig zu positionieren, wobei es im Vergleich zum Winter durchaus Unterschiede gibt. Der Dachstein steht im Sommer etwa für den Bergsport, das Abenteuer und das Panorama. Auf der Planai richten wir uns im Sommer ganz bewusst auf das Segment ‚Familie‘ aus, uf der Hochwurzen steht die Natur im Fokus.“MM: „Gibt es Neues für den Sommer 2014?“Bliem: „Wir planen eine Gokart-Bahn, die im Stadion platziert werden soll. Bei schönem Wetter möchten wir im Freien fahren, bei Schlechtwetter in der Tiefgarage. Viel investiert haben wir auch in den Ausbau unserer Wanderwege und die Neugestaltung des Eispalastes. Hier gehen wir bei den Figuren weg von den ‚alten ‚Ägyptern‘ und den ‚Simpsons‘ und konzentrieren uns auf regionale Themen und Mythen. Schon letztes Jahr haben wir mit dem Skywalk für Aufsehen gesorgt, da waren Medien aus ganz Europa zur Berichterstattung vor Ort. Jetzt wollen wir z. B. mit einer Platzreservierung in der Pendelbahn die Besucherströme so entflechten, dass möglichst keine Wartezeiten entstehen. Wichtig für den Sommer ist auch unser Angebot an Bussen. Da haben wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, einige Linien zu verstärken, weil das Angebot sehr gut angenommen wird. Seilbahn- und Busunternehmer zu sein, schafft bei uns sehr gute Synergien, die es zu nutzen gilt. Wir haben sicher noch einige Ideen, die wir umsetzen wollen, man darf nicht stehen bleiben in der Entwicklung.“MM: „Wo sehen Sie in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen für das Unternehmen?“Bliem: „Wir stehen alle im Wettbewerb, den Gast zu überzeugen und gleichzeitig positiv zu wirtschaften. Da wird in Zukunft sicher die Positionierung immer wichtiger und die Markendefinition. Es ist essentiell zu hinterfragen, was der Gast tatsächlich braucht. Hier wird die Marktforschung noch stärker einzubinden sein. Und man muss sicher noch mehr darauf achten, dass der Berg in seiner ganzen Vielfalt und den unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten präsentiert wird. Als Seilbahnunternehmen sind wir zwar sehr technisch orientiert, letztlich aber vor allem ein Dienstleistungsbetrieb.“dwl

    
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Ausgabe 1/2014

MM MAGAZIN
• Editorial
• Inhalt
TRENDS
• Meinung: Paul Zach, young mountain marketing gmbh: Funslopes erobern die Alpen
• Input: Wenn das Einzigartige Gestalt annimmt
• Hochkönig Bergbahnen/Loop 21: Einen Schritt voraus
• Kostenloser Internetzugang vom Hahnenkamm bis Pass Thurn
• ISPO 2014: Wunsch nach Fitness und Vitalität bietet neue Umsatzchancen
SKISERVICE & RENT
• Wintersteiger: Omega bietet volle Flexibilität beim manuellen Skiservice
• Montana feiert 75-jähriges Jubiläum
SCHNEESPORT(SCHULEN)
• Stressfrei Skifahren – Wiedereinstieg war noch nie so leicht
• 100 Jahre Tiroler Skiverband
• BOBOS 60 KINDER-CLUB Skischulen setzen auf Kundenbindung
NEUE BAHNEN
• Leitner ropeways: Spektakulärer Erfolg für die schwebende Limousine
• Doppelmayr/Garaventa: Eleganter Lückenschluss
• Doppelmayr/Garaventa: Komfort und Nachhaltigkeit
• Zum Jubiläum eine Kombibahn in Adelboden
• Leitner ropeways: Mit der Dorfbahn direkt in den Schnee
• Doppelmayr/Garaventa: Erste 8er Sesselbahn auf der Schmittenhöhe
• Leitner ropeways: Optimale Bedingungen für Hobbysportler und Athleten
• Qualitätsoffensive am Gerlos und High-Level in Hinterglemm
• CWA Service: Kompetenter Einsatz in Alaska
• Mehr Spaß und neue Gäste dank neuen Zauberteppichen von Borer

MARKETING & MANAGEMENT

• 101. MM-Interview: Dir. Georg Bliem, CEO Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH
• Vorschau TourismusForum Alpenregionen
• Das ARENA Kompetenzzentrum in größerer Dimension
• DSV-Studie: Deutsche Seilbahnen – Motor der Region
• Messe Bozen: Das kongeniale Messeduo kehrt wieder

TECHNIK & WIRTSCHAFT

PISTENMANAGEMENT
• Kässbohrer: Weiteres Engagement im Profisport
• Alles im Blick mit ARENA Site
• Prinoth: Leitwolf mit Winde an die Téléverbier SA
• Kässbohrer: Umwelttechnologie made in Germany jetzt auch in Italien
• Prinoth bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi
BESCHNEIUNG
• DEMACLENKO/Bergbahnen Flachau: Effizienz im Blick
• Maria Alm beschneit neue Talabfahrt mit SUFAG
• Hochgurgl setzt auf Qualität von TechnoAlpin
• Klenkhart & Partner: Speicherteich Hohe Salve sorgt für perfekte Schneileistungen
SEILE
• Interview mit Philippe Bieri von Fatzer
FIRMEN NEWS
• Stichaller GmbH: Es wurde Licht in Masella Alps
• BauCon ZT GmbH: Erfolg durch Know-how und Erfahrung

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