Das von Seik entwickelte „SkyX“ ist ein fortschrittliches 3D-Seilbahnsystem für den sicheren Transport von Material und Personal. In Brasilien wird diese Seilbahnlösung für die Wartung eines Rückhaltebeckens eingesetzt. © Seik

HTI übernimmt Mehrheit des Materialtransport-Spezialisten Seik

Die Sterzinger Unternehmensgruppe HTI wird Mehrheitsaktionär des Südtiroler Unternehmens Seik mit Sitz in Truden im Naturpark und stärkt damit ihre Position im Bereich Materialtransport weiter. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung Ende April 2026 mit.

HTI verfügt für den Materialtransport auf schwierigem Gelände bereits über ausgeklügelte Lösungen wie dem „Flyingbelt“ (patentiertes System, das die Vorteile von Förderbändern und Seilbahnanlagen vereint) oder Produkten wie dem sogenannten „Blondin“ (Kabelkräne für große Infrastrukturprojekte) sowie Seilbahnsystemen für Spezialanwendungen. Zu den wichtigsten Referenzen zählen die Flyingbelt-Anlagen in Barroso (Brasilien), am Fluss Lippe in Deutschland, in Rogun (Tadschikistan) oder auf der Baustelle des Terzo Valico dei Giovi in Genua. Weitere wichtige Projekte im Bereich Materialtransport sind die Kabelkran-Systeme für den Bau von Staudämmen in Portugal, Peru und der Türkei oder die Apfel-Seilbahn im Trentino.

Ideale Ergänzung im Materialtransport

Die Produkte von Seik ergänzen das Portfolio der HTI‑Gruppe und ermöglichen es, weltweit ein sehr umfassendes und vollständiges Lösungsangebot für den Seiltransport von Material anbieten zu können. Hier reicht die Palette von stationären Systemen für große Nutzlasten bis zu flexiblen und spezifischen Lösungen für komplexe Baustellen und extreme Umgebungen.

Gruppenbild mit sieben Männern

Der neue Verwaltungsrat von Seik mit der HTI-Geschäftsleitung © HTI

Über Seik

Seik wurde 1991 gegründet und ist ein renommierter Spezialist für den Materialtransport mit modernen Seilbahnanlagen: Vom ersten patentierten motorisierten Laufwagen bis zu Anlagen, die für den Betrieb unter extremen Bedingungen konzipiert sind, hat das Unternehmen aus Truden eine Reputation für technische Kompetenz, Zuverlässigkeit und kontinuierliche Innovation aufgebaut. Nach dem ersten großen Projekt in Indien im Jahr 2004 schlug Seik einen konsequenten internationalen Wachstumskurs ein und ist heute in 16 Ländern vertreten. Zu den repräsentativsten Entwicklungen zählen der „Skydumper“ mit einer Nutzlast von 40 t und Energierückgewinnung, sowie der „Skytruck“, ein Traversenkran auf Seilen mit einer Nutzlast von 30 t, der beim Bau von Staudämmen und Brücken eingesetzt wird. Das Angebot umfasst außerdem Seilbahnen mit motorisierten Laufwagen, Seilbahnsysteme für Berghütten („Skycargo“), Schürfwinden, Luftpipelines und kundenspezifische Systeme wie „SkyX“, oder den jüngsten Portalkran mit 25 t Nutzlast, der für Honduras realisiert wurde und eine Arbeitstiefe von 600 m erreicht. Das Unternehmen ist zudem auch im Forstsektor tätig und bietet Ausrüstung und motorisierte Laufwagen mit fortschrittlicher Technologie („Skytiger“).

Statement Michael Lantschner, Gründer und Geschäftsführer der Firma Seik:

„Unser Ziel ist es, die Kontinuität des Unternehmens sicherzustellen und für unsere Kunden weiterhin ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein. Wir möchten unseren Mitarbeitern eine langfristige Perspektive geben und schaffen jetzt die Voraussetzungen für weiteres Wachstum der Firma.“

Weitere Informationen:

https://www.hti.global/de/

https://seik-cableway.com/de/

 

Auch 2023 nutzten mehr Wanderer die Südtiroler Seilbahnen als im Vorjahr. @IDM Südtirol-Alto Adige/Manuel Kottersteger

Südtiroler Seilbahnen mit Beförderungsrekord

Mit 143,4 Millionen beförderten Personen haben die Südtiroler Seilbahnanlagen in der Wintersaison 2023/2024 den bisherigen Allzeitrekord (= +2,6 % gegenüber dem Vorjahr) erreicht. Der Sommerskilauf ist zwar weiterhin rückläufig, aber dafür steigt die Zahl der Wanderer oder Pendler, die die Seilbahn nutzen, stetig. Im Sommer 2023 hat sie sich im Vergleich zu 2022 um 2,3 % erhöht. Auch die Langzeittendenz ist positiv: Waren es im Sommer 2000 ungefähr 4 Millionen beförderte Wanderer und Pendler, sind es im Sommerhalbjahr 2023 mit 10,9 Millionen fast dreimal so viele gewesen.

Das geht aus dem aktuellen Bericht „Seilbahnen in Südtirol – 2023 und 2024“ hervor, den das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) in Zusammenarbeit mit dem Amt für Seilbahnen erstellt hat.

54,1 % mehr Investitionen als im Vorjahr getätigt

Die Südtiroler Seilbahnen erwirtschafteten in diesem Zeitraum einen Gewinn von 77,6 Mio. Euro, bei stabilen Betriebserträgen (522 Mio. Euro) und Aufwendungen (422 Mio. Euro). ​Sie investierten rund 161 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 54,1 % entspricht. Davon entfallen 103 Mio. Euro (64,2 %) auf die Infrastrukturen, 34 Mio. Euro (21,2 %) auf den Kauf von Betriebsgeräten (Schneekatzen, Fahrzeuge, Propellermaschinen usw.) und 23,5 Mio. Euro (14,6 %) auf sonstige Investitionen.

354 Seilbahnanlagen in Südtirol

Mit Stichtag Ende Dezember 2024 gab es in Südtirol 354 Seilbahnanlagen, drei Anlagen weniger als im Vorjahr. 58,8 % der Seilbahnen wurden nach 2000 errichtet, das Durchschnittsalter beträgt 23 Jahre. Die Anzahl der Schlepplifte hat sich von 310 (1980) auf 98 (2024) reduziert. 2024 wurden sechs neue Seilbahnanlagen errichtet und neun abgebaut.

Folgende Seilbahnanlagen wurden 2024 realisiert:

  1. Skigebiet Schwemmalm, Ultental: Ersatz von zwei fix geklemmten Sesselliften durch eine kuppelbare 6er-Sesselbahn mit einer Förderleistung von 2.200 P/h. ​
  2. Karerpass: Ersatz des bestehenden Schlepplifts durch einen neuen Schlepplift auf gleicher Trasse. ​Förderleistung: 895 P/h.
  3. Skigebiet Vals-Jochtal: Ersatz eines fix geklemmten 4er-Sessellifts durch eine kuppelbare 6er-Sesselbahn mit Wetterschutzhaube und einer Förderleistung von 2.400 P/h.
  4. Skigebiet Kronplatz: Anlage „Plateau“: Bau der ersten 8er-Sesselbahn des Typs D-Line in Italien mit Sitz- und Rückenlehnenheizung, Wetterschutzhaube sowie automatischen und verriegelbaren Schließbügeln. ​Förderleistung: 3.600 P/h.
  5. Alta Badia (Hochabtei): Ersatz der bestehenden kuppelbaren Sesselbahn Braia Fraida durch eine neue 6er-Sesselbahn mit einseitiger Mittelstation. ​ Förderleistung: 2.800 P/h.
  6. Skigebiet Rotwandwiesen: Ersatz des bestehenden Schlepplifts Porzen durch eine kuppelbare 6er-Sesselbahn mit geänderter Trasse für bessere Anbindung an das restliche Skigebiet. Förderleistung: 2.200 Personen pro Stunde.
  7. Skigebiet Rosskopf/Sterzing: Noch vor Jahresende 2024 wurde das System „LeitPilot“ an der Kabinenbahn Sterzing-Rosskopf als Prototyp für die Erreichung der Zulassung in Italien eingebaut und versuchsweise in Betrieb genommen. Es handelt sich um die erste Anlage mit unbemannter Umlenkstation in Italien.
Technische Beschneiung unverzichtbar

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Wintertourismusorte zu sichern, sind auch laufende Investitionen in die technische Beschneiung ausschlaggebend. So wurden 2023 in Südtirol insgesamt 5.061 Schnee-Erzeuger (Propellermaschinen und Schneilanzen) gezählt, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 6,1 %. Somit hat sich die Zahl der Schnee-Erzeuger in den vergangenen 20 Jahren fast verfünffacht. Durch die Automatisierung der Beschneiungsanlagen haben sowohl die Anzahl der Schnee-Erzeuger als auch die Investitionen zugenommen.

Wichtiger Arbeitgeber in Südtirol

2023 waren 2.382 Personen in der Seilbahnbranche beschäftigt, 121 mehr als im Vorjahr (+ 5,3 %). Damit erzielte die Anzahl der Festangestellten und der Saisonarbeitskräfte wieder das Vor-Corona-Niveau.

Weitere Details sind nachzulesen auf:

https://astat.provinz.bz.it/de/publikationen/seilbahnen-in-suedtirol-2023-und-2024

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