An der Tal- und Bergstation der neuen Diasbahn in Kappl wurden topmoderne Panorama-Informationsanlagen von sitour installiert. © Bernhard Gruber / sitour

Informationssysteme für neue Diasbahn in Kappl

Am 16. Januar 2026 wurde die neue Diasbahn, eine 10er-Kabinenbahn aus dem Hause Doppelmayr, die die bisherige Anlage der Bergbahnen Kappl ersetzt, mit zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Tourismus feierlich eingeweiht. Für den Seilbahnbetreiber im Tiroler Paznaun markiert diese Seilbahnanlage eine Modernisierung des Einstiegs ins Skigebiet. Für sitour ist es ein weiterer Schritt einer langjährigen Zusammenarbeit. Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilte, lieferte es für die neue Diasbahn Informationssysteme und ein digitales Kassen-Überkopfsystem.

 Bei der neuen Diasbahn kommt eine Aufstiegsanlage zum Einsatz, die ursprünglich auf der Bundesgartenschau 2023 in Mannheim Fahrgäste beförderte. Sie wurde vollständig demontiert, überprüft und für die Anforderungen in Kappl technisch adaptiert. Damit entschieden sich die Bergbahnen Kappl bewusst für eine Wiederverwendung statt eines Neubaus – ein Ansatz, der Material- und Energieeinsatz deutlich reduziert. Die Diasbahn wurde von der Doppelmayr-Gruppe errichtet. Die Seilbahnanlage verfügt über 41 Kabinen mit Platz für jeweils zehn Personen und weist eine Förderleistung von bis zu 2.700 P/h auf. Sie bietet barrierefreien Zugang und kurze Fahrzeiten.

Panorama-Informationsanlagen sorgen für Orientierung im Skigebiet

Im Zuge der neuen Diasbahn wurden zwei topmoderne Panorama-Informationsanlagen installiert, die als wichtige und zentrale Orientierungspunkte für die Wintersportler dienen. Technisch ausgestattet sind sie mit LED im Bild beim Panorama sowie LED-Bildschirmen, deren Inhalte sekundenschnell aktualisiert werden können. Eine Panorama-Informationsanlage befindet sich bei der Talstation, die zweite direkt beim Ausstieg bei der Bergstation. Sie zeigen tagesaktuelle Betriebsinformationen zu den Anlagen und Pisten, einen schnellen und kompakten Überblick über das gesamte Skigebiet mithilfe eines Panoramas, Sicherheitshinweise u. v. m. Ergänzt werden die modernen Informationssysteme durch ein digitales Kassen-Überkopfsystem, bestehend aus 4 LED-Screens. Dieses kann z. B. mit Preisen, Livebildern aus dem Skigebiet oder Veranstaltungshinweisen bespielt werden. Diese sitour-Lösungen gehören zu jenen Bausteinen, die heute den Betrieb an einer Bergbahn mitsteuern, nicht im Rampenlicht wie die neue Diasbahn in Kappl, aber als Teil der Infrastruktur, die ihren Ablauf trägt.

Zusammenspiel der Funktionen ausschlaggebend

Für die Bergbahnen Kappl ist das Zusammenspiel dieser Funktionen entscheidend. Geschäftsführer Ing. Andreas Kleinheinz formuliert es folgendermaßen: „Mit der neuen Diasbahn verbessern wir nicht nur unsere Förderleistung und den Servicecharakter, sondern die gesamte Ablauforganisation rund um den Zugang ins Skigebiet. Damit das funktioniert, braucht es darüber hinaus auch klare Orientierung für die Gäste und damit zusammenhängend zuverlässige Informationssysteme. Diese Qualität erwarten wir, und sitour liefert sie uns seit vielen Jahren.“

Auch bei sitour sieht man Kappl als Beispiel dafür, wie Infrastruktur schrittweise weiterentwickelt wird. Geschäftsführer Franz X. Gruber dazu: „Der Neubau der Diasbahn zeigt, wie moderne Infrastruktur Schritt für Schritt weiterentwickelt wird. Wir dürfen einen Teil dazu beitragen, indem wir die Information für Gäste übersichtlich halten und die Systeme passend zum Betrieb liefern.“

Zum Informationsangebot für die Wintersportler in Kappl gehören außerdem mehrere Webcams sowie eine Drohne. Sie erweitern das Bild des Skigebiets um Live-Videos, Live-Wetterinfos sowie die Live-Schneesituation und fließen nicht nur in die digitalen Kanäle der Destination ein, sondern werden im Rahmen einer Medienkooperation sowohl im TV als auch Online über touristisch relevante Partnerportale, Mobile und Connected Apps verteilt.

Weitere Informationen zu sitour finden Sie hier:

https://www.sitour.at/de

Rendering der neuen Talstation der Diasbahn. © Gerhard Poller

„Wir wollen die Qualität im Angebot optimieren.“

Die Bergbahnen Kappl haben sich Qualitätssteigerung im Sommer und im Winter zum Ziel gesetzt, wollen dabei aber auch größtmöglichen Bedacht auf Nachhaltigkeit nehmen. Ing. Andreas Kleinheinz, Vorstand Bergbahnen Kappl AG, hat mit dem MOUNTAIN MANAGER über Aufgaben, Ziele und Herausforderungen gesprochen.

Portraitaufnahme Mann mit Brille, am Tisch sitzend

Ing. Andreas Kleinheinz, Vorstand Bergbahnen Kappl AG © Bergbahnen Kappl AG / CW-prager

Sie sind seit 2011 Geschäftsführer und seit 2016 Vorstand der Bergbahnen Kappl AG, welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ein wesentliches Ziel ist, unser Freizeitangebot zu verbessern, also im Sommer und im Winter die Qualität für unsere Kunden, für unsere Gäste zu optimieren. Dazu ist es mir ein Anliegen, die Bergbahnen Kappl wirtschaftlich zu stärken und Arbeitsplätze in unserer Region zu sichern. Nachhaltigkeit und Regionalität sind ebenfalls zentrale Themen, auf die wir immer Rücksicht nehmen.

Kappl hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe an Auszeichnungen erringen können, welche sind das?

Die Bergbahnen Kappl haben sich in der Freeride-Szene stark auszeichnen können. So veranstalten wir jährlich die Open Faces Freeride-Bewerbe, die Freeride Junior World Championships sowie die Holländischen und Belgischen Freeride Meisterschaften. Auch das SAAC Schnee- und Lawinensicherheitscamp ist für die Bergbahnen Kappl obligatorisch geworden. Zudem zeichnet unser Skigebiet ein starkes Familienangebot aus. Freude bereiten uns die sehr guten User- und Familien-Bewertungen auf skigebietetest.de sowie auf skiresort.de, beim ADAC sind wir unter den Top Familienskigebieten geführt. Dazu wurden die Bergbahnen Kappl mit dem Pistengütesiegel und dem Rodelbahn-Gütesiegel ausgezeichnet.

Die Bergbahnen Kappl übernehmen für die neue Diasbahn die 10er-Kabinenbahn von Doppelmayr, die zuvor bei der BUGA 2023 in Mannheim im Einsatz war. Warum haben Sie sich für diese Bahn entschieden?

Ich glaube, dass die Bergbahnen Kappl mit der 10er-Kabinenbahn aus Mannheim auf eine wegweisende Innovation setzen – eine hochmoderne Kabinenbahn von Doppelmayr. Die Kabinenbahn hat eine ganz besondere Geschichte und wurde bereits auf der Bundesgartenschau in Mannheim mit großem Erfolg eingesetzt. Nach dem Umzug und einer Anpassung an die Bedürfnisse der Bergbahnen Kappl wird die Bahn bei uns nun ein dauerhaftes Zuhause finden. Die Idee, die Kabinenbahn von Mannheim nach Kappl zu verlegen, kam aus einem tiefen Verständnis für die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Innovation. Als ich von der einzigartigen Möglichkeit erfuhr, diese Bahn zu nutzen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Bahn für das Skigebiet in Kappl zu sichern. Die Verlegung der Kabinenbahn von Mannheim nach Kappl ist ein klares Zeichen unseres Engagements für Nachhaltigkeit und Innovation. Wir haben die einzigartige Chance ergriffen, eine bewährte und hochmoderne Infrastruktur zu nutzen und sie in unser Skigebiet zu integrieren.

Rendering Bergstation Diasbahn

Rendering der Bergstation der Diasbahn. © Gerhard Poller

Wie wurde die Bahn an die Gegebenheiten vor Ort angepasst?

Die Talstation konnte 1:1 von Mannheim übernommen werden, es gab nur minimale Anpassungen. Bei der Bergstation mussten wir geringfügige Adaptierungen für den Anschluss zum Sesselbahnhof machen. Der Direkt-Antrieb in der Bergstation konnte ebenfalls übernommen werden. Der Bahnhof mit der Sesselgaragierung wurde neu gemacht. Bei der Streckenausrüstung konnten 5 Stützen 1:1 übernommen werden, 4 Stützen mussten angepasst werden. Die Elektrotechnik konnte ebenfalls mit geringen Anpassungen übernommen werden.

Wurde die Streckenführung im Vergleich mit der Vorgängerbahn verändert?

Nein, die Streckenführung ist gleich wie bei der alten Diasbahn. Dadurch musste die Trasse nur minimal verbreitert werden, was die Eingriffe in die Natur stark reduziert hat.

Was war Ihnen im Bereich der Stationen wichtig, wer war für die Architektur zuständig?

Für die Architektur ist das Planungsbüro Gerhard Poller Architektur und Design zuständig.

Besonders wurde auf folgende Punkte in der Planung geachtet:

  • Fahrgastverkehr ohne Kreuzungen und kurze Wege,
  • eine absolute Barrierefreiheit für unsere Gäste,
  • Raumaufteilung generell funktional und logisch,
  • bei der Talstation wurde eine Fußgängerbrücke, die über Fluss und Straße führt, eingebaut. Somit kommen die Gäste direkt vom Parkplatz über die Brücke zur  Einstiegstelle und zum Kassabereich, ein Busterminal vor der Station wurde ebenfalls integriert;
  • Rolltreppe und Aufzug wurden installiert.

Außerdem wurde bei der Planung auf den Biketransport im Sommer Rücksicht genommen.

Wie weit sind die Bauarbeiten?

Wir sind planmäßig am Weg, sowohl in der Seilbahntechnik als auch in der Bautechnik. Mitte November werden wir im Verkehrsministerium um das Betriebsbewilligungsverfahren ansuchen.

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit grundsätzlich für die Bergbahnen Kappl?

Die Bergbahnen Kappl versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Nachhaltigkeit so gut wie möglich zu leben. Ein großes Zeichen haben wir mit unserer neuen Zubringerbahn gesetzt. Die Anlage ist, wie schon erwähnt, bereits ein Jahr in Mannheim gefahren und wurde bei uns nun wieder aufgebaut. Wir haben auch dieselben Stationsstandorte und dieselbe Trasse wie bei der alten Diasbahn gewählt, und somit den Eingriff in die Natur wesentlich reduziert. Zusätzlich sind wir dabei, ein Gesamtkonzept für unser Skigebiet betreffend Photovoltaik auszuarbeiten. Hier erheben wir die effektiven Flächen im gesamten Skigebiet und ermitteln den gesamten Leistungsumfang, der mit Sonnenenergie möglich ist.

Nennen Sie bitte einige Beispiele, was in den letzten Jahren umgesetzt/gemacht wurde.

In den letzten Jahren haben wir unter anderem eine neue Pumpstation errichtet und sind nun in der Lage, die Grundbeschneiung bei entsprechenden Temperaturen in 5 bis 6 Tagen herzustellen. Die Pumpleistung liegt hier bei 400 l/s. Zudem haben wir einen weiteren Speicherteich, Speicherteich Dias II, mit einem Fassungsvermögen von 65.000 m³ Wasser gebaut. Im Zuge dessen haben wir auch unseren Sunny Mountain Erlebnispark erweitert und einen Fischteich mit zusätzlichen Kinderspieleinrichtungen errichtet. Den Sunny Mountain Erlebnispark betreiben wir seit 2003, er wird jährlich erweitert. Eine weitere große Investition war die Anbindung der Rodelbahn 6 km bis zur Talstation der Diasbahn. Die Rodelbahn ist beleuchtet und mit einer Depotbeschneiung versehen. Zudem haben wir auch unser Parkplatzangebot ausgebaut.

Gibt es Pläne für die nächsten Jahre?

Heuer im Sommer bauen wir unsere Zubringeranlage, die Diasbahn, neu. Zu unseren Plänen gehört es, die bestehenden Seilbahnanlagen im Skigebiet zu verbessern bzw. zu erneuern, das Pistenangebot mit Beschneiung (derzeit sind ca. 70 % der Pisten beschneit) auszubauen, und unser Gastronomie-Angebot zu verstärken (Sunny Mountain Erlebnisgastronomie, Tiroler Hütte).

Sommerfest auf Diasalpe mit Teich und Ständen

Das Sunny Mountain Sommerfest auf der Dias Alpe ist ein Highlight in der Sommersaison. © TVB Paznaun – Ischgl

Welchen Stellenwert hat das Sommerangebot für Kappl?

Der Sommer hat für die Bergbahnen Kappl einen großen Stellenwert. Wir betreiben bei der Bergstation der Diasbahn unseren Sunny Mountain Erlebnispark, der aus einem Themenrundwanderweg besteht, dem Flaxidorf aus kleinen Holzhütten, wo die einheimische Tierwelt vorgestellt wird, einem Fischteich, Discgolf Parcours, Wasserspielen, Rutschen, Schaukeln, Kneippanlage, Sandkasten und vielem mehr. Ein Juwel ist auch unser Almmuseum, die alte Dias-Alpe, die gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt restauriert wurde. Dabei wurde der Urzustand wie in den 70er Jahren wieder hergestellt, bestehend aus einem Sennraum, Butterkeller, Stube, Schlafgemächer usw. Wir haben versucht, das bäuerliche Leben, das Almleben, die Almgeschichte in der alten Diasalpe spürbar zu machen, und das alles in musealer Form bzw. in Ausstellungsform. Eine Schaukäserei, die wir für unsere Gäste vorstellen, ist ebenfalls dabei. Für nächsten Sommer ist eine Mountain Card Strecke geplant, dazu wollen wir auch unser Bikeangebot weiter ausbauen.

Die Skischaukel Kappl & See tritt für die kommende Wintersaison als Kopfsponsor für Lara Wolf auf. Was sind die Gründe dafür?

Lara Wolf ist eine sehr sympathische, erfolgreiche Sportlerin aus Kappl, Vizeweltmeisterin 2025 im Slopestyle bei der Freestyle-WM im Engadin. Lara macht es sehr viel Spaß, für ihre Heimat tätig zu sein und zum Bekanntheitsgrat der Skischaukel beizutragen. Die Skischaukel Kappl & See ist sehr stolz, dass wir Lara Wolf als Kopfsponsor gewinnen konnten, und so ist es eine Win-Win Situation für uns alle. Die gesamte Region wird mit Lara Wolf an Bekanntheit gewinnen.

Freestyler in Aktion

Kappl war im Winter 2025 Schauplatz von drei Freeride-Veranstaltungen. © TVB Paznaun – Ischgl

Was sehen Sie für die nächsten Jahre als größte Herausforderungen für Ihre Destination?

Mit der Skischaukel Kappl & See und der Erneuerung unserer Zubringeranlage, der Diasbahn, haben wir zukunftsorientierte Schritte für unser Skigebiet gesetzt. Die Herausforderung wird sein, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten den Komfort für unsere Kunden und Gäste zu verbessern, dabei aber immer den Nachhaltigkeitsgedanken beizubehalten.

 

Danke für das Gespräch! lw
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