In der Projektphase: Die geplante urbane Kabinenbahn, die in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden soll. © Rendering LEITNER

Ozeanien erhält erste urbane Seilbahn

Die Kabinenbahn soll in Queenstown auf der neuseeländischen Südinsel den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden. Den Zuschlag für die erste urbane Seilbahnlinie Ozeaniens erhielt der Südtiroler Seilbahnhersteller LETINER. Sein eingereichtes Projekt sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer Förderleistung von bis zu 3.000 P/h vor. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant. Das teilte der italienische Seilbahnproduzent heute in einer Pressemitteilung mit.

Die Stadt Queenstown befindet sich im Queenstown-Lakes District der Region Otago auf der Südinsel von Neuseeland. Die einzigartige Geographie der Stadt sowie die hohen Grundstückspreise machen eine Erweiterung von Straßen oder den Bau spezieller Busspuren sehr teuer und langsam. Der Flughafen Queenstown ist nach eigenen Angaben der viertgrößte Neuseelands nach Passagierzahlen. In einem im Mai 2025 gestarteten Wettbewerbsverfahren wurde LEITNER nun offiziell für den Bau der ersten urbanen Seilbahnlinie Ozeaniens ausgewählt. Diese soll den Flughafen Queenstown über den Busbahnhof Frankton mit dem Stadtzentrum verbinden und soll bis 2029 betriebsbereit sein. Die voraussichtliche Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten und bietet eine zuverlässige Alternative zur stark befahrenen Frankton Road sowie Panoramablicke über den Lake Wakatipu und die Remarkables. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 200 Mio. Euro.

Urbane Seilbahn als optimale Verkehrslösung für Standort

Das in Queenstown ansässige und privat geführte Unternehmen Southern Infrastructure bringt Fachwissen, Investitionen und Engagement ein, um die notwendige Infrastruktur in der Region bereitzustellen. „Eine Seilbahn – so ist auch Ross Copland, Geschäftsführer der Southern Infrastructure Limited, überzeugt – sei daher die beste Wahl für den Standort“. Die Seilbahnpläne bauen auf früheren Studienergebnissen auf, wonach eine Kabinenbahn vom Flughafen zur Innenstadt die optimale Verkehrslösung für Queenstown wäre. Das eingereichte Projekt von LEITNER sieht hierfür eine Kabinenbahn mit fünf Stationen über drei Teilstrecken mit einer stündlichen Förderleistung von bis zu 3.000 Personen vor. Aufgrund der Streckenführung entstehe dabei nicht nur ein touristischer Mehrwert, sondern trage die Bahn auch zur langfristigen Infrastrukturplanung der Stadt bei.

Die weitere To-do-Liste

„Unser erster Schritt ist ein Vorplanungsvertrag, der es uns ermöglicht, die Detailplanung abzuschließen“, so Ross Copland. „Diese Arbeiten bilden die Grundlage für einen Generalunternehmervertrag, sobald das Projekt baureif ist.“

Mit dem Übergang in die nächste Projektphase werden nun die inhaltlichen und technischen Grundlagen weiter vertieft. Diese Phase umfasst die detaillierte Planung und Konstruktion der Anlage ebenso wie die Erstellung umfassender umweltbezogener und technischer Gutachten. Parallel dazu sind strukturierte Konsultationen mit Grundstückseigentümern sowie mit der lokalen Bevölkerung vorgesehen, um das Projekt transparent weiterzuentwickeln und regionale Anliegen frühzeitig zu berücksichtigen.

Statement Martin Leitner, Vorstand von LEITNER:

„Die Vergabe dieses Projekts stellt für LEITNER einen Meilenstein von großer Bedeutung dar und ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in unsere technologische Kompetenz und unsere Vision einer nachhaltigen Mobilität. Mit der Realisierung der ersten urbanen Seilbahn Ozeaniens macht Queenstown einen entscheidenden Schritt hin zu einem innovativen, zuverlässigen und optimal in das Stadtgebiet integrierten Verkehrssystem. Wir sind stolz darauf, unser Know-how in ein Projekt einzubringen, das Innovation, Nachhaltigkeit und einen langfristigen Mehrwert für die Region vereint.“

Der Baubeginn ist – vorbehaltlich der Festlegung des geeigneten Genehmigungsverfahrens sowie aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen – für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke ist aktuell für 2029 geplant.

 

Das Seilbahnunternehmen LEITNER realisierte in Neuseeland bereits bedeutende Projekte wie den Coronet Express (Kombibahn 6er-Sessel/8er-Kabinen), die Sky Waka-Kabinenbahn oder die neue 8er-Sesselbahn am Mount Hutt.

Das Seilbahnprojekt „Cablebús Linie 5“ stärkt die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe. Diese startete im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet, – im Bild die „Cablebús Linie 1“. © Doppelmayr

Doppelmayr realisiert 15,2 km lange urbane Seilbahn in Mexico City

Bei der neuen 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen handelt es sich um eines der bedeutendsten Mobilitätsprojekte in Mexico City. Die Eröffnung ist für 2028 vorgesehen. Diese weitere urbane Seilbahnanlage der Doppelmayr-Gruppe in der mexikanischen Hauptstadt sorgt dann für eine direkte Anbindung an die Metrostation Mixcoac (Linien 7 und 12) und stärkt so die vernetzte Mobilität im Westen der mexikanischen Hauptstadt. Die Gesamtinvestition für die „Cablebús Línea 5“ liegt bei 7,9 Mrd. mexikanischen Pesos (rund 372 Mio. Euro).

Das teilte die Doppelmayr-Gruppe gestern in einer Presseaussendung über diesen Großauftrag mit. Die neue „Cablebús Línea 5“ verbindet in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez. Mit einer Förderleistung von 3.000 Personen pro Stunde und Richtung wird diese neue 10er-Kabinenbahn die aktuellen Reisezeiten halbieren. Als integraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrsnetzes trägt sie dazu bei, die Lebensqualität der Anwohner zu steigern und ihre Anbindung an andere Teile der Hauptstadt deutlich zu verbessern. Die Eröffnung der „Cablebús Línea 5“ ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Die Doppelmayr-Gruppe setzt bei der Umsetzung auf modernste Seilbahntechnologie, die höchste Standards in Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz erfüllt.

Rendering Stationen Cablebus Linie 5 in Mexico City

Die neue 10er-Kabinenbahn „Cablebús Línea 5“ mit einer Gesamtlänge von 15,2 km und zwölf Stationen wird in Mexico City die Stadtteile Álvaro Obregón, Magdalena Contreras und Benito Juárez verbinden und eine Förderleistung von 3.000 P/h & Richtung haben. Das sorgt für eine Halbierung der aktuellen Reisezeiten der Anwohner. © Doppelmayr

Nachhaltig, weniger Kosten und Emissionen

Die „Cablebús Linie 5“ zeichnet sich durch ihre hohe betriebliche Effizienz und ihren direkten Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität aus. Das Seilbahnsystem benötigt nur sehr wenig Platz und greift kaum in die bestehende Infrastruktur ein. Dadurch entstehen deutlich geringere Kosten für Verkehrsflächen. Die Auswirkungen auf den städtischen Raum bleiben minimal. Darüber hinaus wird durch den Umstieg auf eine elektrische, seilgezogene Mobilität die Luftqualität verbessert, was zu einer wesentlichen Reduktion von Schadstoffemissionen beiträgt.

Mehr als 50 km Gesamtlänge, mehr als 350.000 Fahrgäste täglich

Die Zusammenarbeit der Regierung von Mexico City und der Doppelmayr-Gruppe begann im Jahr 2021 mit den Cablebús Linien 1 und 3 sowie der Seilbahnanlage in Uruapan, die sich derzeit im Bundesstaat Michoacán im Bau befindet. Damit entsteht in Mexiko eine urbane Seilbahninfrastruktur mit künftig mehr als 50 km Gesamtlänge, die über 350.000 Fahrgästen täglich eine verbesserte Mobilität bietet.

Factbox 10er-Kabinenbahn Cablebús Línea 5:
  • Stationenanzahl: 12
  • Gesamtlänge: 15,2 km
  • Streckenabschnitte: 5 (3 Hauptlinien und 2 Abzweigungen)
  • Stützenanzahl: 114
  • Fahrzeuganzahl: 462
  • Förderleistung: 3.000 P/h & Richtung
  • Zeitersparnis: Mehr als 50 % im Vergleich zum Status quo

Foto/Photo: KI generiert/AI generated

Brandneu: die pct 2025

Die neueste Ausgabe der pct (public/cable/trans), der zweisprachigen Fachzeitschrift für urbane Seilbahntechnik, ist erschienen und ist auch auf dem diesjährigen UITP Summit, der dieses Jahr vom 15. bis 18. Juni in Hamburg abgehalten wird, vertreten. Die pct wird auf Deutsch und auf Englisch publiziert.

Inhaltliche Highlights:
  • Dominik Berndt, CEO Cable Car World GmbH: Akzeptanz für urbane Seilbahnen ist größer geworden.
  • Neue Stationen für Seilbahn Koblenz
  • Neuseeländisches Unternehmen stellt neue Technologie vor.
  • Hoch hinaus mit dem HighStep System
  • Leitner baut in Triest.
  • ÖPNV erreicht Plus-Eins-Ebene im Großraum Paris.
  • Zwischen Tradition und Innovation: Bartholet baut in Varanasi

MM wünscht eine interessante Lektüre!

Brand new: the pct 2025

The latest issue of pct (public/cable/trans), the bilingual trade magazine for urban cableway technology, has been published and will be presented at this year’s UITP Summit, which will be held in Hamburg from 15 to 18 June. The pct is published in German and English.

Content highlights:
  • Dominik Berndt, CEO Cable Car World GmbH: Acceptance of urban cable car installations has increased.
  • New stations for the Koblenz aerial ropeway
  • New Zealand company unveils new tech.
  • High above ground with the HighStep system
  • Leitner builds in Trieste.
  • Local public transport system reaches plus-one level in the greater Paris area.
  • Between tradition and innovation: Bartholet builds in Varanasi

MM whishes you an interesting read!

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