Neben umfangreichem Fachwissen wird bei der Ausbildung großer Wert auf praxisnahes Arbeiten gelegt. © BFI Salzburg

Qualifiziertes Personal ist entscheidender Wettbewerbsfaktor!

Für Unternehmen spielen bestens ausgebildete und ambitionierte Mitarbeiter eine bedeutende Rolle. In der Seilbahnbranche gibt es durch das BFI Salzburg seit mehr als 15 Jahren die Möglichkeit, im zweiten Bildungsweg die Ausbildung zum Seilbahntechniker/zur Seilbahntechnikerin zu machen. Der MOUNTAIN MANAGER hat Ing. Erwin Stangassinger, der entscheidend zum Aufbau des Seilbahn-Kompetenzzentrums an der LBS Hallein beigetragen hat, zum Angebot befragt.

Mann posiert vor Seilbahnkabinen in Halle

Ing. Erwin Stangassinger, Kursleitung Seilbahntechnik BFI Salzburg © lw

In der Seilbahnbranche sind in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie sehen Sie die aktuelle Situation, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen?

Die Seilbahnbranche beschäftigt in Österreich rund 15.000 Mitarbeiter, dennoch spüren wir – wie viele andere technische Branchen – einen zunehmenden Engpass bei qualifizierten Fachkräften. Besonders gefragt sind gut ausgebildete Techniker mit hoher Praxiskompetenz und hohem Sicherheitsbewusstsein. Die Herausforderung liegt weniger im grundsätzlichen Interesse an der Branche, sondern eher darin, dass die spezifisch qualifizierten Arbeitskräfte, die den komplexen technischen und rechtlichen Anforderungen moderner Seilbahnanlagen gerecht werden, nicht immer in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Gleichzeitig verschärfen der demografische Wandel und der Wettbewerb um technische Fachkräfte die Situation. Die Seilbahnbranche kann aber mit attraktiven Arbeitsplätzen, hoher technischer Qualität und langfristigen Perspektiven punkten. Um diesen Vorteil zu nutzen, braucht es bei der Ausbildung auch insbesondere den zweiten Bildungsweg und Angebote in der Erwachsenenbildung. Diese ermöglichen es, Quereinsteiger und erfahrene Techniker z. B. im Elektrotechnikbereich rasch und qualitätsgesichert für den Seilbahnbetrieb zu qualifizieren – ein entscheidender Faktor, um den Personalbedarf auch künftig abzudecken. Die österreichische Seilbahnbranche hat im Vergleich zu den internationalen Mitbewerbern jedenfalls einen großen Standortvorteil bei der Suche nach qualifiziertem Personal: die zentral gelegene und einzige Berufsschule für Seilbahntechnik bzw. für die Doppellehre Seilbahntechnik/Elektrotechnik ist in Hallein. Da sind die Wege nicht weit zu den Salzburger Seilbahngesellschaften.

Welche Bedeutung hat es im Berufsbild, dass bei vielen Seilbahnunternehmen der Ganzjahresbetrieb immer wichtiger wird?

Der wachsende Ganzjahresbetrieb bedeutet für das Berufsbild Seilbahntechnik eine deutliche Erweiterung. Seilbahntechniker sind heute nicht mehr ausschließlich auf den Winterbetrieb fokussiert, sondern oft ganzjährig für Betriebssicherheit, Wartung und Verfügbarkeit der Anlagen verantwortlich. Mit dem Ganzjahresbetrieb steigen die Anforderungen an Flexibilität, technische Breite und Eigenverantwortung. Neben klassischen Aufgaben rücken Themen wie präventive Instandhaltung, höhere Anlagenverfügbarkeit, Besucherlenkung, Schnittstellenmanagement zu digitalen Systemen sowie die Integration neuer Angebotsformen stärker in den Vordergrund. Für die Mitarbeiter bedeutet das ein abwechslungsreicheres, stabileres Berufsbild mit längeren Beschäftigungszeiträumen und besseren Entwicklungsperspektiven. Und für die Unternehmen ist qualifiziertes, ganzjährig einsetzbares Personal ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, um alpine Destinationen ganzjährig, nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben.

Welche Karriereperspektiven gibt es in der Branche?

Die Karriereperspektiven in der Seilbahnbranche sind vielfältig und langfristig angelegt. Der Einstieg erfolgt häufig über eine technische Ausbildung als Seilbahntechniker oder im Rahmen der Doppellehre Seilbahntechnik/Elektrotechnik, eröffnet aber zahlreiche Entwicklungswege, sowohl fachlich als auch organisatorisch. Mit entsprechender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen sind Weiterentwicklungen etwa in Richtung Werkstätten- oder Betriebsleitung oder Sicherheits- und Qualitätsmanagement möglich. Auch Schnittstellenfunktionen zu Digitalisierung, Automatisierung oder Energiemanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus bietet die Seilbahnbranche auch Perspektiven außerhalb des reinen Anlagenbetriebs, etwa in Planung, Projektmanagement, behördlicher Abwicklung, Schulung oder bei Seilbahnherstellern. Als ausgebildeter Seilbahntechniker ist man aber auch sicherlich gut gerüstet, um bei entsprechender Zusatzqualifikation in anderen Funktionen im organisatorischen oder im kaufmännischen Bereich eines Seilbahnunternehmens Fuß fassen zu können. In Summe ist die Seilbahnbranche ein stabiles, technisch anspruchsvolles und zukunftsorientiertes Berufsfeld, das engagierten Fachkräften klare Aufstiegsmöglichkeiten, hohe Eigenverantwortung und langfristige Beschäftigungsperspektiven bietet, insbesondere vor dem Hintergrund von Ganzjahresbetrieb und steigenden technischen Anforderungen.

Große Schülergruppe posiert vor Seilbahnsessel für Foto

Seit 2010 haben 153 Teilnehmer den Lehrabschluss Seilbahntechniker/Seilbahntechnikerin im zweiten Bildungsweg absolviert. © BFI Salzburg

Wie sieht die Ausbildung aus, was wird angeboten – und wie hat sich das Angebot verändert?

Als Ausbildungsort ist die Landesberufsschule Hallein mit dem Seilbahntechnik-Kompetenzzentrum der zentrale Punkt für die duale Berufsausbildung in Österreich, wofür Österreich auch beneidet wird. Für Erwachsene, die bereits in der Seilbahnbranche tätig sind und einen Lehrabschluss als Seilbahntechniker machen wollen, bietet das Berufsförderungsinstitut (BFI) Salzburg einen Vorbereitungslehrgang für die außerordentliche Lehrabschlussprüfung auf dem zweiten Bildungsweg an. Der besondere Vorteil dieser Ausbildung liegt darin, dass die Kursdauer als auch die Kurszeiten auf eine für die Seilbahnbetriebe praktikable Umsetzung ausgerichtet sind. Die fachpraktische Ausbildung erfolgt im Seilbahn-Kompetenzzentrum in der Landesberufsschule Hallein. Dazu stehen die Labors, die verschiedenen Werkstätten und die Seilbahnhalle mit 1:1 Seilbahnanlagen und Schlepplift zur Verfügung:

  • Elektrolabor,
  • Pneumatiklabor,
  • Hydrauliklabor,
  • Automatisierungslabor,
  • Dreherei/Fräserei/Schweißwerkstätte,
  • Schleppliftrevisionswerkstätte,
  • Klemmenwerkstätte,
  • Kuppelbare Umlaufseilbahn Fabr. Doppelmayr,
  • Kuppelbare Umlaufseilbahn Fabr. Leitner,
  • Schleppliftanlage Fabr. Doppelmayr,
  • Pendelbahn Stationsbühne Laufwerk mit Tragseilbremse,
  • Standseilbahnwagen sowie eine Vielzahl an seilbahntechnischen Anlagenkomponenten für den praktischen Anschauungsunterricht.

Durch den hohen Praxisanteil des Lehrgangs haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das vermittelte Wissen direkt in die Arbeit im eigenen Seilbahnunternehmen zu integrieren.

Die theoretischen Fachgebiete werden im BFI Pinzgau in Zell am See unterrichtet:

  • Fachrechnen,
  • Fach- und Werkstoffkunde,
  • Seilbahnsysteme,
  • Seilbahntechnik und Baugruppen,
  • Seile,
  • Elektrotechnik,
  • Hydraulik,
  • Recht und Arbeitssicherheit.

Die fachtechnische theoretische Ausbildung ist mit den praktischen Übungen in den Labors und für die praxisidenten Wartungsarbeiten an den Seilbahnanlagen bestens abgestimmt, wodurch ein besonderer Lernerfolg den Kursteilnehmern garantiert werden kann. Die Gruppe der Vortragenden setzt sich aus sehr qualifizierten Lehrkräften der Landesberufsschule Hallein und erfahrenen Seilbahntechnikern/Ingenieuren mit langjähriger Praxis zusammen.

Wann wurde hier mit dem Ausbildungsangebot gestartet, wie viele Personen wurden schon bisher ausgebildet?

Der Lehrberuf des Seilbahntechnikers/der Seilbahntechnikerin wurde von der Wirtschaftskammer – Fachverband der österreichischen Seilbahnen im Jahr 2008 beschlossen. Im Frühjahr 2009 startete die erste Premierenklasse „Seilbahnfachmann/-frau“ in der Landesberufsschule Hallein. Schnell hatte man erkannt, dass es zur Beschaffung von qualifiziert ausgebildeten „Seilbahnern“ auch eine Ausbildungsmöglichkeit für bereits im Seilbahnwesen tätige Erwachsene braucht. Zwei sehr verdiente Seilbahner, Walter Bacher von den Gletscherbahnen Kaprun und Ferdinand Eder von der Schmittenhöhe Bergbahnen AG, waren die Initiatoren für den Vorbereitungslehrgang zur LAP Seilbahntechnik auf dem zweiten Bildungsweg des BFI Salzburg, welcher 2011 erstmalig durchgeführt wurde.

Seilbahntechnische Ausstattung für Ausbildung

Die Werkstätten in der Landesberufsschule Hallein sind modern ausgestattet. © BFI Salzburg

Wie kombiniert man Ausbildung und Praxis?

Der Vorbereitungslehrgang auf die außerordentliche LAP Seilbahntechnik des BFI Salzburg ist berufsbegleitend aufgebaut und findet über 2 Semester statt. Die Kurszeiten sind so abgestimmt, dass die Teilnehmer uneingeschränkt ihrer Arbeit im Seilbahnunternehmen nachkommen können. Die Besonderheit des Ausbildungsmodus beim BFI-Seilbahntechnikkurs liegt darin, dass über den Zeitraum von einem Kursjahr (Sept-Juli) das erlernte Wissen gleich bei der praktischen Arbeit im Betrieb umgesetzt werden kann und dadurch zugleich eine Vertiefung des Fachwissens erreicht wird.

Erhalten Sie von Ihren Schülern Rückmeldungen, wenn sie im Beruf stehen?

Die Seilbahnwelt ist groß und andererseits doch wieder klein, sodass man sich bei verschiedenen Veranstaltungen, Events oder Fachmessen oft über den Weg läuft. Fast einhelliger Tenor der Absolventen ist, dass am Kursanfang schon leichte Zweifel aufkamen, wie sich das alles wohl im Kopf abspeichern lässt. Wie so oft im Leben nach getaner Arbeit oder besser gesagt erreichtem Erfolg ist man stolz, ein Seilbahntechniker zu sein, der mit fundiertem Fachwissen ausgestattet ist. Man kann beruhigt an die tägliche Arbeit herangehen und mit Freude und Selbstsicherheit die Aufgaben erledigen.

Tabellarische Auflistung der Seilbahntechnik-Ausbildungsabsolventen, m und w

Übersicht Lehrgänge Seilbahntechnik, Vorbereitungslehrgang auf die LAP im 2. Bildungsweg © cm

Wann starten bei Ihnen wieder Kurse?

Der nächste Vorbereitungslehrgang für die Lehrabschlussprüfung Seilbahntechnik am 2. Bildungsweg startet Mitte September 2026. Anmeldungen sind am BFI Pinzgau telefonisch oder per Mail jederzeit möglich.

Vielen Dank für das Gespräch!   lw

 

Interessierte am neuen Lehrgang für Seilbahntechniker ab Mitte September 2026 am BFI Pinzgau erhalten am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, auf einem Info-Abend alle relevanten Details. Eine Anmeldung (online oder per Telefon) wird erbeten. © BFI Salzburg

Neuer Lehrgang für Seilbahntechniker am BFI Pinzgau

Die technischen Anforderungen an moderne Seilbahnanlagen wachsen rasant, und mit ihnen auch der Bedarf an hochqualifiziertem Fachpersonal. Um die rechtliche Absicherung und die fachliche Expertise in den Betrieben langfristig zu stärken, setzt das BFI Pinzgau auf eine bewährte Strategie: die Ausbildung als Seilbahntechniker und Seilbahntechnikerin über den zweiten Bildungsweg. Besonders für langjährige Kolleginnen und Kollegen, die zwar über enormes Praxiswissen, aber über keinen formalen Abschluss verfügen, bietet sich diese Möglichkeit eines Lehrabschlusserwerbs an.

 Ab Mitte September 2026 startet dazu ein Vorbereitungslehrgang, der gezielt auf die Lehrabschlussprüfung (LAP) in der Seilbahntechnik hinführt. Durch das Nachholen der LAP profitieren nicht nur die Angestellten von einer höheren Qualifikation, sondern auch die Seilbahnunternehmen, die durch rechtlich abgesichertes Fachpersonal ihre Betriebssicherheit nachhaltig erhöhen.

Info-Abend im Mai

Um interessierten Betrieben sowie Mitarbeitenden einen detaillierten Einblick in Ablauf, Kosten und die Vereinbarkeit mit dem laufenden Betrieb zu geben, findet ein Info-Abend statt:

Datum: Mittwoch, dem 20. Mai 2026

Zeit: Ab 18:00 Uhr

Ort: BFI Pinzgau, Ebenbergstraße 1, 5700 Zell am See

Folgende Experten dieser Ausbildung stehen zur Verfügung:
  • Erwin Stangassinger: Lehrgangsleiter und ehemaliger Betriebsleiter der Dorfgasteiner Bergbahnen.
  • Alois Innerhofer, MSc BEd.: Ausbildungskoordinator für Seilbahntechnik beim Fachverband der Seilbahnen (WKÖ)
Anmeldung und Kontakt:

Interessierte werden gebeten, sich vorab online über www.bfi-sbg.at/kurs/27635 oder telefonisch unter 06542/74326 anzumelden. Für individuelle Rückfragen stehen die Berater und Beraterinnen des BFI Pinzgau jederzeit zur Verfügung.

Forum Seilbahnen Schweiz 2025: eine Branche im Aufwind

Als Auftakt zum diesjährigen Forum Seilbahnen Schweiz (= Forum SBS), das von Dienstag, 28. Oktober bis Donnerstag, 30. Oktober, in Rapperswil-Jona abgehalten wurde, standen am ersten Veranstaltungstag SBS-Präsident und Ständerat Hans Wicki sowie SBS-Direktor Berno Stoffel der geladenen Presse Rede und Antwort.

Das sind einige interessante Erkenntnisse:
  • Die Wintersaison 2024/25 verlief für die Schweizer Seilbahnbranche mit 902 Mio. CHF (= ca. 971 Mio. Euro) Personenverkehrserträgen sehr erfreulich. Gegenüber der Wintersaison 2023/24 ist das eine Zunahme von 9 % und damit der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebungen von Seilbahnen Schweiz.
  • Der Umsatzzuwachs wurde zwar durch mehr Skier-Days gestützt, diese zeigen sich aber nicht vollständig im Umsatz. Gründe sind günstigere Ticketpreise in mittelgroßen Seilbahnbetrieben, mehr Fahrten mit Saisonkarten, sowie die dynamische Preispolitik mit günstigeren Skier-Days.
  • Mit 26,3 Mio. Skier-Days in der Wintersaison 2024/25 wurde ein Besucherrekord erzielt. Skigebiete in niedrigeren Lagen (< 20.000 Skier-Days) haben besonders profitiert (+ 31 %), aber grundsätzlich gab es einen Anstieg in der gesamten Schweiz.
  • 63 % der Wintersportler waren in der Wintersaison 2024/25 Einheimische, doch es wurde ein starkes Comeback ausländischer Gäste registriert. Allen voran jenen aus den U.S.A., Hintergrund dafür sind sicherlich die Saisonkarten wie Epic Pass oder Ikon Pass. Nicht zu vergessen, der Magic Pass mit mehr als 100 Partner-Skigebieten in der Schweiz, Frankreich und Italien. Inzwischen gibt es schon ca. 300.000 Magic Pass-Inhaber. Laut SBS-Direktor Berno Stoffel ist der Magic Pass inzwischen ein „Lifestyle-Produkt“, das man haben muss, vor allem unter Jugendlichen.
  • Das Sommergeschäft hat sich in den vergangenen 16 Jahren bei den Schweizer Seilbahnunternehmen positiv entwickelt. 2008 lag der Umsatzanteil des Sommerbusiness bei 13 %, nun ist er bei 30 %.
  • Die Seilbahnunternehmen müssen sich verstärkt zu Gastronomen und Hoteliers entwickeln, um dem Gast ein ganzheitlich positives Bergerlebnis bieten zu können.
  • Umsatzmäßig waren in der Wintersaison 2024/25 die ersten drei Top-20-Destinationen folgende: Zermatt mit 77 Mio. CHF (= rund 83 Mio. Euro), gefolgt von der Jungfrauregion mit 58 Mio. CHF (= rund 62,5 Mio. Euro) und Davos-Klosters mit 55 Mio. CHF (= ca. 59 Mio. Euro).
  • Investition in ca. 37 neue Seilbahnanlagen, bis auf wenige Ausnahmen sind es Ersatzanlagen.
Flipchart Umsatz Winter Top 20

Umsatzmäßig waren in der Wintersaison 2024/25 die ersten drei Top-20-Destinationen folgende: Zermatt mit 77 Mio. CHF (= rund 83 Mio. Euro), gefolgt von der Jungfrauregion mit 58 Mio. CHF (= rund 62,5 Mio. Euro) und Davos-Klosters mit 55 Mio. CHF (= ca. 59 Mio. Euro). © cm

In der anschließenden zweitägigen Branchenveranstaltung Forum Seilbahnen Schweiz mit mehr als 400 Teilnehmern, interessanten Vorträgen und Workshops drehte sich alles um das Thema „Besser führen. Seilschaften statt Alleingang – was Führung heute braucht.“ Einen ausführlichen Nachbericht dieses Events können Sie in unserer nächsten Mountain Manager-Ausgabe 7/25 nachlesen.

Für den „Swiss Mountain Award 2025“ nominiert: die Alpine Top-Kabine von Grimentz-Zinal. © Remontées Mécaniques Grimentz-Zinal SA

Verleihung des Swiss Mountain Award 2025

Mit dem „Swiss Mountain Award“ des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz (SBS) werden herausragende Leistungen in der Schweizer Seilbahnbranche ausgezeichnet. Drei innovative Projekte wurden nominiert. Der Gewinner wird nächste Woche auf der SBS-Branchentagung am 28. Oktober 2025 in Rapperswil-Jona verkündet.

Wer den „Swiss Mountain Award 2025“ gewinnt, der in diesem Jahr zum elften Mal verliehen wird, entscheidet eine siebenköpfige Jury, die sich aus Experten aus den Bereichen Bergbahnen, Tourismus, Wirtschaft und Forschung zusammensetzt. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 CHF (= ca. 10.803 €) wird von der Firma Sisag AG gesponsert.

Graues Logo mit weißem Hintergrund

Der „Swiss Mountain Award“ wird in diesem Jahr zum elften Mal verliehen. © Seilbahnen Schweiz

Folgende drei Projekte wurden aus den zahlreichen Bewerbungen von der Jury nominiert:

Alpine Top: die weltweit erste vollständig verglaste Seilbahnkabine

Mit der Alpine Top-Kabine setzt das Bergbahnunternehmen Remontées Mécaniques Grimentz-Zinal SA neue Maßstäbe in der Seilbahntechnik. Die vollständig verglaste Kabine mit zwei offenen Balkonen bietet den Fahrgästen eine spektakuläre Rundumsicht und sorgt für ein einzigartiges Fahrerlebnis. Die innovative Konstruktion mit einem gläsernen Boden verstärkt das Gefühl, über den Alpen zu schweben, während die seitlichen Glasbalkone ein Open-Air-Erlebnis ermöglichen. Die Jury würdigte insbesondere die Kombination aus technischer Innovation, Erlebniswert und Tourismusförderung.

Mantis Autonomy: KI-gestützte Sicherheit für Sesselbahnen

Mantis Autonomy ist das weltweit erste KI-gestützte System für den autonomen Betrieb von Sesselbahnen und wurde von Mantis Ropeway Technologies AG entwickelt. Das System verwendet Kameras und eine Software, die künstliche Intelligenz (KI) nutzt, um den Ausstiegsvorgang der Fahrgäste zu überwachen und potenzielle Gefahrensituationen zu erkennen. Dadurch kann die Bergstation ohne permanente Mitarbeiter betrieben werden. Nach fünf Jahren Entwicklung wurden im Dezember 2023 die ersten Betriebsbewilligungen erteilt, und im Winter 2024/25 wurden bereits sechs weitere Anlagen in Betrieb genommen. Die Jury lobte die wegweisende Technologie, die sowohl die Sicherheit der Fahrgäste erhöht als auch Personalressourcen optimiert. Bereits in mehreren Skigebieten erfolgreich im Einsatz, zeigt das System großes Zukunftspotenzial für die gesamte Seilbahnbranche.

Kommandoraum Seilbahn, Mitarbeiter bedient Steuerung


Ebenfalls für den „Swiss Mountain Award 2025“ nominiert: Das KI-gestützte System Mantis Autonomy für den autonomen Betrieb von Sesselbahnen, entwickelt von der Mantis Ropeway Technologies AG. © Mantis Ropeway Technologies AG

blueYAGI: Frühwarnsystem für Seilbahntechniker

Das blueYAGI-System wurde entwickelt, um die Sicherheit von Seilbahntechnikern während Wartungsarbeiten bei laufendem Betrieb an Luft- und Standseilbahnen zu erhöhen. Es bietet eine dreistufige Alarmierung mit einer Reichweite von bis zu 500 m für Luftseilbahnen und 300 m für Standseilbahnen, wobei es auch in Tunneln und bei Kurven zuverlässig funktioniert. In der Praxis erfolgt der erste Alarm bereits bei einer Distanz von 150 m, wobei die Signalfrequenz bei Annäherung auf 100 und 50 m schrittweise erhöht wird. Dieses technische Hilfsmittel ermöglicht, dass sich die Techniker auf ihre Aufgaben konzentrieren können, ohne ständig den Fahrbetrieb überwachen zu müssen. Durch die rechtzeitige Warnung vor herannahenden Fahrzeugen können gefährliche Situationen vermieden und die Arbeitssicherheit signifikant erhöht werden. Die Jury war beeindruckt von der hohen Relevanz dieses Projekts für die Sicherheit in der Seilbahnbranche sowie der präzisen technologischen Umsetzung.

Seilbahntechniker hält Frühwarnsystem im Winter in der Hand

Ein weiterer Kandidat für den diesjährigen „Swiss Mountain Award“ ist das Frühwarnsystem blueYAGI von Melya Systems GmbH, das Seilbahntechniker bei Wartungsarbeiten schützt. © Melya Systems GmbH

Der Tiroler Seilbahntag 2025 fand am 15. September im Congress Centrum in Alpbach statt. © cm

„Herz-Lungen-Maschine“ Seilbahnen

Die Tiroler Seilbahnbranche startet optimistisch in den diesjährigen Winter und kann sich über eine konstante Nachfrage freuen. Thematisiert und diskutiert beim Tiroler Seilbahntag 2025 am 15. September in Alpbach wurden auch die Einheimischentarife, der demographische Wandel, der Klimawandel, die hohe Bedeutung einer klaren Kommunikationsstrategie und die Preisgestaltung.

Von wissenschaftlicher Seite her wurde aufgezeigt, dass z. B. in Deutschland zwar nach wie vor konstant 7,2 Millionen der Bevölkerung Ski fährt, aber die Skierdays aufgrund der oftmals als zu hoch empfundenen Preise zurückgehen. Einen ausführlichen Nachbericht liefern wir in unserer nächsten Ausgabe Mountain Manager 6/25.

Herbstlandschaft mit Fluss als Titelbild des Videos

Ein Kurzvideo zeigt einige Impressionen von dem Tiroler Seilbahntag:

https://youtu.be/7I8FQrIqfyw

Über MOUNTAINMANAGER

MOUNTAINMANAGER hat sich in 50 Jahren als die internationale Fachzeitschrift für bergtouristisches Management und Alpintechnik an führender Position etabliert. Die kompetentesten Fachjournalisten der Branche mit Sitz in den drei zentralen Alpenländern Österreich, Schweiz und Deutschland sind für den MOUNTAINMANAGER tätig.
Neueste technische Entwicklungen, zukunftsweisende Trendanalysen und internationale Recherchen stehen im Vordergrund der Berichterstattung.
Aktuelle Reportagen über branchenrelevante Ereignisse, interessante Beiträge von renom mierten Gastautoren sowie Interviews mit markanten Persönlichkeiten und wissenswerte News machen den MOUNTAIN MANAGER zur Pflichtlektüre.

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