Die neue Mountain Manager-Ausgabe 6/26 mit dem neuen „Special Schweiz-Heft“ als Beilage ist Mitte Oktober erschienen und bei der Leserschaft eingelangt. © R_Tee von Getty Images via Canva.com
Spannender Lesestoff: der neue Mountain Manager 6/26
Die neueste Mountain Manager-Ausgabe 6/26 ist bereits Mitte Oktober 2026 erschienen und bei der Leserschaft eingelangt. In seinem Editorial mit dem Titel „Der Nachhaltigkeit ein Bein gestellt“ widmet sich Chefredakteur Dr. Markus Kalchgruber dem Thema „Nachhaltigkeit am Berg“. Übrigens ist der MM-Ausgabe 6/26 auch das neue „Special Schweiz-Heft“ beigelegt – eine Premiere.
„Einer der Schwerpunkte in der Ausgabe MM 6 ist traditionell der Themenbereich „Nachhaltigkeit am Berg“, geschuldet der Tatsache, dass die nachhaltige Weiterentwicklung inzwischen zentral für die strategische Ausrichtung der Seilbahnbranche geworden ist.
Allerdings hatten wir es bei dieser Nummer aus zwei Gründen mit geänderten Prämissen zu tun. Erstens: Seit 27. September gelten durch die EU-Richtlinie EmpCo gegen Greenwashing strengere Regeln für Unternehmen bezüglich Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Wer mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ wirbt, muss seine Kommunikation jetzt überprüfen. So verbietet es das neue Gesetz z. B. Unternehmen streng, Produkte oder Dienstleistungen als „klimaneutral“ oder „CO₂-neutral“ zu bewerben, wenn diese Aussagen maßgeblich auf dem Zukauf von CO₂-Zertifikaten beruhen. Ein Unternehmen muss eine nachweislich hervorragende Umweltleistung erbringen, die durch unabhängige Stellen zertifiziert ist!
Dadurch ist prompt eine Verunsicherung in der Branche entstanden, die bei etlichen Betrieben umgehend zur Einstellung aller einschlägigen Mitteilungen führte. Das heißt, die neue Rechtslage zwingt aktuell viele Unternehmen zum Abwarten, wodurch auch manche für diese Ausgabe geplanten Beiträge gecancelt werden mussten.
Zur Frage der Auswirkungen dieser Richtlinie bzw. deren nationaler Umsetzung im UWG hat der Fachverband kürzlich extra ein Webinar für seine Mitglieder veranstaltet. Wie Fachverbands-Geschäftsführer Peter Winkler im diesmaligen MM-Interview festhält, ist die österreichische Seilbahnwirtschaft in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit bereits eine Vorzeigebranche. Dem ehrlichen Bemühen, das in unserem Geschäftsfeld ohnehin nie mit der Absicht von Greenwashing betrieben wurde, darf diese o. e. Verunsicherung jedoch keinen Riegel vorschieben. „Nachhaltigkeit“ ist nämlich längst mehr als ein Schlagwort, sie ist zu einem Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Branche geworden.
Die zweite veränderte Prämisse ist noch irritierender: der Preis für den bis zu 90 % CO₂ reduzierenden HVO100 Diesel ist für die meisten Anwender unleistbar geworden. Zum einen aus Gründen der Verfügbarkeit, zum anderen wegen fehlender Subventionierung. Denn Offroad-Geräte wie Pistengeräte werden bei der Anrechenbarkeit von HVO100 auf die Verkehrsziele der RED III gegenüber dem Straßenverkehr benachteiligt.
Bei zu hohem Kostendruck lässt sich ein dauerhaft massiver Aufpreis für Öko-Diesel nicht mehr allein durch den „grünen Imageeffekt“ rechtfertigen – vor allem wenn die Ticketpreise für die Gäste bezahlbar bleiben müssen. Pistenraupen sollten daher endlich so behandelt werden wie der restliche Schwerverkehr oder die Landwirtschaft! Der Druck der Seilbahnbranche gegenüber der Politik reicht hier aber bei Weitem nicht aus, um eine schnelle Gesetzesänderung zu erzwingen. Laut Peter Winkler könnte ein Lösungsansatz für die Anrechenbarkeit eventuell über die EU-Energie-Statistik-VO erfolgen. Aber erst wenn die RED III in nationales Recht um-gesetzt worden und eine Gesamtabwägung erfolgt ist, wird Klarheit herrschen.
Das zeigt die bittere Realität der Energiewende im alpinen Raum: Der Wille zur absoluten Klimaneutralität scheitert am Ende an der fehlenden politischen und wirtschaftlichen Förderung solcher Kraftstoffe! Bürokratische Sektoren-Zuteilungen sind scheinbar wichtiger? Solange die Brücke zu echten emissionsfreien Antrieben finanziell so massiv bestraft wird, geraten selbst absolute Vorreiter-Betriebe unter die wirtschaftlichen Räder. Eigentlich skandalös…“
Neugierig geworden? Hier ist der Link zum E-Paper MM 6/26:
Und das E-Paper des Special Schweiz-Hefts finden Sie hier:
