Postbote trägt Zeitschrift in den verschneiten Bergen aus

Die neueste Mountain Manager-Ausgabe 6/25 ist ab morgen an die Leserschaft unterwegs.

Druckfrisch: der Mountain Manager 6/25

Die neueste Ausgabe wird ab morgen an die Leserschaft versendet. Sie hat das Thema „Ökologie“ als Schwerpunkt. Dazu gehören die alternative Energiegewinnung, das Energiemanagement sowie Nachhaltigkeit & Umweltschutz am Berg. Darüber hinaus beinhaltet dieses Heft interessante Reportagen und Interviews in Bezug auf urbane Seilbahnen, die technische Beschneiung, das Pistenmanagement, Service & Wartung, die neuesten Trends u. v. mehr.

Auszug aus dem Inhalt des Mountain Manager 6/25:

ÖKOLOGIE

  • Snow Space Salzburg: Die Klimaneutralität ist in greifbarer Nähe.
  • Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen: Nachhaltigkeit als Weg nach vorne bestätigt.
  • Technik und Naturschutz – kein Widerspruch;
  • Treibhausgas-Bilanz 2024 Carezza Dolomites;
  • Umbau Talstation Karrenseilbahn: Modern, effizient und umweltbewusst;
  • SLF-Studie: Snowfarming im nordischen Skisport;
  • Die Snow Farm Swiss made;
  • Ulrike Pröbstl-Haider, Boku Wien: Beschneiung und Umwelt – eine Bilanz nach 40 Jahren.
  • Nachhaltige Energiegewinnung durch faltbares Solardach;
  • one2zero: Energieeffizienz als Zukunftsfaktor für alpine Tourismusregionen?
  • AT&S bringt Power-Embedding-Technologie auf den Weg.
Das MM-Team wünscht eine interessante Lektüre!
Skifahrer wedeln auf Piste

Mit 121 Seilbahnen und Liften sowie bis zu 408 Pistenkilometern präsentiert sich der ALPIN CARD-Ticketverbund als Vorreiter für zukunftsweisenden Bergtourismus. © Schmittenhöhebahn AG

ALPIN CARD Regionen sind digital und nachhaltig

Die drei ALPIN CARD Premium-Regionen Kitzsteinhorn, Zell am See sowie Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn eröffnen die Wintersaison 2025/2026 mit zahlreichen nachhaltigen Neuerungen, Jubiläen und zukunftsweisenden Weiterentwicklungen. Diese wurden vor kurzem auf einer Pressekonferenz vorgestellt. 

Die Premium-Regionen des ALPIN CARD-Ticketverbunds bieten ab diesem Jahr gemeinsam mit dem Technologiepartner SKIDATA das digitale Smartphone-Ticket an. „Die moderne BLE-Technologie (= Bluetooth Low Energy-Technologie) von SKIDATA sorgt für zuverlässige Funktion bei minimalem Akkuverbrauch und macht das Bergerlebnis nicht nur komfortabler, sondern auch nachhaltiger“, heißt es dazu auf der Pressekonferenz. Darüber hinaus profitieren seit Mai 2025 Gäste zusätzlich vom neuen Guest Mobility Ticket: Alle Übernachtungsgäste in den Premium Ski-Regionen erhalten kostenlosen Zugang zu sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten Salzburger Land – von der bequemen Anreise bis zur Erkundung der ganzen Region, womit ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird.

Kitzsteinhorn: Modernisierungen und rundes Jubiläum

Das Kitzsteinhorn, Österreichs erstes Gletscherskigebiet, feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr wurde die Gipfelbahn vom Alpincenter zur Gipfelstation modernisiert. Ebenfalls modernisiert und ausgebaut wurde das Bedienrestaurant Gletschermühle „ … in dem wir in hervorragender Weise die Symbiose von Moderne und Tradition vorfinden“, betonte Mag. Thomas Maierhofer, Vorstand der Gletscherbahnen Kaprun AG auf der Pressekonferenz.

Skicircus: Saison-Highlights und Jubiläen

 Ein dreifacher Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn feiert ein dreifaches Jubiläum: 80 Jahre Saalbacher Bergbahnen, 75 Jahre Hinterglemmer Bergbahnen und 10 Jahre Zusammenschluss mit Fieberbrunn. Zu den Saison-Highlights zählen mehrere wegweisende Projekte: In Fieberbrunn sorgt eine neue 6er-Sesselbahn als Ersatz für den Maiskopf-Schlepplift dafür, dass Wartezeiten auf dem Weg zurück ins Tal der Vergangenheit angehören. Besonders innovativ: Zentrale Komponenten der ehemaligen Sassgalun-Bahn aus Ischgl werden wiederverwendet – ein Leuchtturmprojekt für ressourcenschonende Bergbahninfrastruktur. Parallel dazu wurde im Sommer 2025 mit der Erweiterung des Speicherteichs am Schattberg begonnen, der ab nächstem Jahr eine noch effizientere Beschneiung ermöglicht. Zusätzlich erweitert eine neue Funcross-Strecke am Schanteilift in Leogang das Erlebnisangebot für alle Altersgruppen. Zehn Jahre Skicircus in seiner heutigen Dimension stehen für eine konsequente Weiterentwicklung, getragen von den Werten Innovation und Qualität“, so Mag. Isabella Dschulnigg-Geissler, Geschäftsführerin der Saalbacher Bergbahnen.

Schmittenhöhebahn: 10 Jahre EMAS-Zertifizierung und Betriebskindergarten

Die Schmittenhöhebahn AG übernimmt Verantwortung für Natur und Umwelt – und feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: 10 Jahre EMAS-Validierung. D.h. das Seilbahnunternehmen erfüllt schon seit zehn Jahren die strengen Kriterien des europäischen Umweltmanagementsystems EMAS. Dazu Dr. Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG: „Als einziges EMAS-zertifiziertes Seilbahnunternehmen Österreichs nehmen wir von der Schmittenhöhebahn AG bewusst eine Vorreiterrolle ein. Unser Ziel ist es, diesen einzigartigen Lebens- und Freizeitraum zu bewahren und gleichzeitig ein unvergessliches Naturerlebnis für künftige Generationen zu ermöglichen.“ Alle Seilbahnanlagen werden mit 100 % Ökostrom betrieben. Photovoltaikanlagen liefern zusätzliche Energie aus erneuerbaren Quellen. Ein ökologisches Pistenmanagement sowie moderne Beschneiungstechnologien sichern beste Qualität bei möglichst geringem Ressourceneinsatz.

Ein sozialer Meilenstein ist der neue Betriebskindergarten Kunterbunt – die erste überbetriebliche Kinderbetreuung im Pinzgau. Der Kindergarten bietet 48 Kindern Platz und unterstützt Familien in der Tourismusbranche mit flexiblen, an die Betriebszeiten der Seilbahnen angepassten Öffnungszeiten. Des Weiteren erwartet ab diesem Winter Skischulen und junge Skifahrer an der areitXpress-Bergstation ein neues Kinderrestaurant mit insgesamt 200 Plätzen im Endausbau.

Die Tannwaldfahrt nach Viehhofen wurde weiter ausgebaut und soll sich als Wiederholerbahn etablieren. Das lang angestrebte Seilbahnprojekt Verbindung Viehofen in das Saalbacher Skigebiet wurde nun endgültig abgesagt. Als Begründung dient die Kostenexplosion von 30 auf 60 Mio. Euro und die Nichtgenehmigung eines Speicherteichs.

Drei Vortragende (zwei Männer, eine Frau) bei einer Pressekonferenz

V. li. n. re.: Mag. Thomas Maierhofer (Gletscherbahnen Kaprun), Mag. Isabelle Dschulnigg-Geissler (Saalbacher Bergbahnen) und Dr. Erich Egger (Schmittenhöhebahn AG) präsentieren die Alpin Card. © gb

Kritik an langwierigen Behördenverfahren

Scharfe Kritik übten die Seilbahnbetreiber an den schwierigen und immer wieder viel zu lange dauernden Behördenverfahren. Dr. Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG und Sprecher der Salzburger Seilbahnunternehmen: „Die Zeiten der Neuerschließungen sind ohnehin vorbei. Aber dass man bei Genehmigungsverfahren von Ersatzanlagen oder Speicherteichen, als Beispiele kann ich die Kapellenbahn auf der Schmittenhöhe oder den Speicherteich am Schattberg anführen, eine derartige Verzögerungstaktik einsetzt, ruft mittlerweile große wirtschaftliche Schäden hervor. Die Seilbahnbranche ist eine der wenigen Wirtschaftszweige, die auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten investitionsfreudig ist. Für die westlichen Bundesländer ist der Alpintourismus von größter Bedeutung und stärkt die gesamte Wirtschaft dieser Bundesländer, vor allen Dingen, weil wir zusehen, dass die Wertschöpfung immer zu einem hohen Grad in der Region bleibt!“

Nur 15 % kaufen ein Tagesticket

Unisono verstehen die Seilbahnchefs nicht die jährlich aufflammende Diskussion über die Liftpreise, die immer am Tagesticket aufgehängt wird. „Nur 15 % aller Besucher erwerben ein Tagesticket, alle anderen kaufen Mehrtages- oder Saisonpässe, die den Tagespreis dann erheblich verringern“, erklärte dazu Mag. Thomas Maierhofer. „Im Übrigen liegen wir in Österreich im internationalen Vergleich am unteren der Skala.“

 

Frauenportrait als Plakat bei Bushhaltestelle

Irène Messerli leitet ab 1. Januar 2026 die Unternehmenskommunikation der VBZ. © Portrait zur Verfügung gestellt, bearbeitet via Canva.com

Personalnews von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ)

Ab 1. Januar 2026 übernimmt Irène Messerli die Leitung der Unternehmenskommunikation der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Sie folgt auf Silvia Behofsits, die den Bereich neun Jahre lang führte und dieses Jahr Ende Februar 2025 in den Ruhestand ging.

Irène Messerli verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Medien- und Kommunikationsbranche. Sie war unter anderem Co-Inhaberin und CEO der Kommunikationsagentur Bernet Relations AG sowie Leiterin Kommunikation in verschiedenen Organisationen, darunter ein Polizeikorps und eine Hochschule. Zudem verantwortete sie internationale Kommunikationsprojekte beim Medienunternehmen Ringier und bringt breite Expertise als Dozentin in den Bereichen digitale Kommunikation, Medienarbeit, politische Kommunikation, Reputationsmanagement und Krisenkommunikation mit. Derzeit ist Irène Messerli in der strategischen Kommunikation des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) tätig und Mitglied des nationalen Krisenstabs des MGB.

Statement VBZ-Direktor Martin Sturzenegger:

„Ich freue mich, mit Irène Messerli eine erfahrene Führungs- und Kommunikations-Persönlichkeit an Bord der VBZ zu begrüßen. Die VBZ stehen für nachhaltige Mobilität, Zuverlässigkeit und Nähe zur Bevölkerung. Um diese Werte zu vermitteln, braucht es eine starke Kommunikationsarbeit – und genau hier wird Irène Messerli ihre umfassende Erfahrung einbringen.“

Vorgängerin ist im Ruhestand

Irène Messerli ist die Nachfolgerin von Silvia Behofsits, die die Unternehmenskommunikation der VBZ neun Jahre lang prägte und Mitglied der Geschäftsleitung war. Sie trat Ende Februar 2025 in den Ruhestand. Im Zeitraum von Februar bis Dezember 2025 übernahmen Elina Fleischmann (Leiterin Newsroom) und Judith Setz (Leiterin Medienstelle) gemeinsam die Interimsleitung der Unternehmenskommunikation.

Freestyle Skifahrer Kunststück auf Piste in Laax

Die Wintersaison 2024/25 war für die Schweizer Seilbahnbetriebe sehr positiv, trotz wenig winterliche Wetterbedingungen mit ungewöhnlich milden Temperaturen und insgesamt wenig Schnee. © Riccardo über Pexels

Schweizer: Rekordumsatz in der Wintersaison 2024/25

Die vergangene Wintersaison der Schweizer Seilbahnunternehmen war trotz ungünstiger Naturschneeverhältnisse und oftmals zu hohen Temperaturen sehr erfolgreich. Das und zahlreiche weitere interessante Erkenntnisse hat die „Saisonbilanz 2024/25: Frequentierung der Skigebiete“ von Laurent Vanat ergeben, die vor kurzem vom Branchenverband Seilbahnen Schweiz veröffentlicht wurde.

Die Wintersaison 2024/25 der Seilbahnbetriebe in der Schweiz erzielte in Bezug auf die Skierdays ein Ergebnis, das seit der Wintersaison 2009/10 nicht mehr erreicht wurde. Dazu kommt ein historischer Umsatzrekord. Das alles trotz nicht gerade günstiger Schneeverhältnisse mit Niederschlagsdefizit und hohen Durchschnittstemperaturen. Obwohl die Preise sich tendenziell erhöhten, profitierten die Skifahrer letztlich von den Möglichkeiten der neuen Preispolitik und zahlten pro Skitag weniger als in der Vorjahressaison. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg weiter an, auch wenn einige Absatzmärkte, darunter auch traditionelle Kundengruppen, zurückhaltender waren.

Detailliertere Schlussfolgerungen aus der Saisonbilanz 2024/25:
  • Die Saison erzielte 26,3 Mio. Skierdays, ein Anstieg von 13,7 % im Vergleich zur vorherigen Wintersaison.
  • Es wurde ein historischer Umsatzrekord mit 901,8 Mio. CHF (= ca. 964 Mio. Euro) erzielt, was einem Anstieg von 8,9 % entspricht.
  • Die Zahl der ausländischen Gäste stieg, und auch die Anzahl der einheimischen Besucher hat sich erhöht.
  • Die Preise pro Skitag sanken trotz tendenzieller Preiserhöhungen.
  • Es war einer der zehn wärmsten Winter seit 1864, mit einem besonders milden Februar.
  • Die Niederschläge waren regional unterschiedlich: nördlich der Alpen Überschüsse, in den Alpen und im Süden Defizite.
  • Trotz Schneemangel herrschten gute Bedingungen durch nächtliche Kälte und technische Beschneiung.
  • Der Saisonstart war früh.
  • Die Saison war länger als die vorherige und über dem Fünfjahresmittel.
  • Die durchschnittliche Saisondauer war 82 Tage, sechs Tage länger als 2023/24 (76 Tage).
  • Wallis hatte die meisten Öffnungstage: Minimum 83, Durchschnitt 137, Maximum 335.
  • Skigebiete unter 1.000 m ü. M. hatten gemischte Ergebnisse, einige verzeichneten überdurchschnittliche Besucherzahlen. ​
  • Destinationen zwischen 1.000 und 1.200 m ü. M. zeigten ebenfalls Schwankungen, während höher gelegene Skigebiete stabilere Besucherzahlen aufwiesen. ​

Hier finden Sie die gesamte „Saisonbilanz 2024/25: Frequentierung der Skigebiete“ von Laurent Vanat, die von Seilbahnen Schweiz publiziert wurde:

SBS Saisonbilanz 2024/2025

Brustbild eines Mannes mit Zitat

Neuer CEO bei Wintersteiger

Mit 1. November dieses Jahres wird Pierre Bilgeri neuer Vorstandsvorsitzender der Wintersteiger Holding AG und wird ab diesem Zeitpunkt als CEO und CFO fungieren. Damit setzt der weltweit tätige Maschinen- und Anlagenbauer aus Oberösterreich auf einen Manager mit globaler Führungserfahrung.

Sein Vorgänger, Dr. Florestan von Boxberg, wird dieses Jahr im Dezember in den Aufsichtsrat als stellvertretender Vorsitzender wechseln. CTO und CIO der Unternehmensgruppe mit weltweit rund 1.200 Mitarbeitenden und einem Umsatz von knapp 250 Mio. Euro bleibt weiterhin Thomas Fürkötter.

Internationale Marktentwicklung im Fokus

Pierre Bilgeri ist gebürtiger Vorarlberger und aufgewachsen in Österreich, Asien, England und der Schweiz. Als erfahrene Führungskraft mit Stationen in Nordamerika, Mitteleuropa und dem asiatisch-pazifischen Raum leitete er in den vergangenen fünf Jahren für die Liebherr Gruppe das Geschäftsfeld Mobil- und Raupenkrane in den USA, wobei er den Umsatz signifikant steigern konnte. Wichtig für den Erfolg sind ihm vor allem profitables Wachstum durch operative Exzellenz, nachhaltige Kundenzufriedenheit, internationale Marktentwicklung und nicht zuletzt ein herausragendes Arbeitsumfeld. Bilgeri ist Absolvent der International School of Lausanne in der Schweiz und der Royal Holloway University of London. Der 36-Jährige ist verheiratet und Vater eines Sohnes. In seiner Freizeit treibt der FIS-geprüfte Skilehrer viel Sport, verbringt Zeit in der Natur und ist gerne auf Reisen.

 Statement des scheidenden CEOs Dr. Florestan von Boxberg:

„Mit Herrn Bilgeri gewinnen wir eine Führungspersönlichkeit, die nicht nur über internationale Managementerfahrung verfügt, sondern insbesondere auch unsere Werte und Visionen teilt. Ich bin mir sicher, dass Herr Bilgeri mit seiner fachlichen Expertise und seiner positiven Art wichtige neue Impulse setzen wird.“

Perspektiven für Wachstum und Digitalisierung

Trotz der aktuellen Marktherausforderungen blickt Wintersteiger positiv in die Zukunft. Mit 1. Oktober 2025 hat das Unternehmen für die Division Sports die Verleihsoftware Sports Rental von der deutschen SR Software GmbH & Co. KG übernommen. Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein für das Geschäftsfeld Rent & Service und eröffnet neue Perspektiven für Wachstum, Digitalisierung und Kundenzugang. „Wir investieren weiter in die Zukunft des Skiverleihs: innovativ, digital und im engen Schulterschluss mit unseren Kunden“, so Boxberg abschließend.

 

Rendering der Seilbahn Kahlenberg in Wien

Rendering der geplanten „Seilbahn Kahlenberg“, die nun einer UVP zu unterziehen ist. © ZOOM VP.AT/Genial Tourismus- & Projektentwicklung GmbH

Seilbahn Kahlenberg: UVP laut VwGH erforderlich

Im laufenden UVP-Feststellungsverfahren zur umstrittenen „Seilbahn Kahlenberg“ in Wien wurde gestern eine grundlegende Entscheidung bekannt: Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat beschlossen, dass die geplante Seilbahn auf den Wiener Kahlenberg einer UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) zu unterziehen ist.

Diese Erkenntnis wurde gestern in Pressemeldungen seitens der Projektgegner (Bürgerinitiativen, betroffenen Anrainer, Umweltorganisation) als auch des Projektbetreibers (Genial Tourismus- & Projektentwicklung GmbH) mitgeteilt. Eingeleitet wurde das UVP-Feststellungsverfahren durch einen Feststellungsantrag des (ehemaligen) Klimaschutzministeriums als oberster Seilbahnbehörde an die Wiener Landesregierung, der im Juni 2023 bei der betroffenen Dienststelle der Stadt (MA 22) eingebracht wurde. Im Mai 2024 stellte die Wiener Landesregierung daraufhin fest, dass keine UVP-Pflicht für das Vorhaben bestehen würde – doch diese Entscheidung wurde im Oktober 2024 vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) aufgehoben und die Angelegenheit zur Erlassung eines neuen Bescheids an die UVP-Behörde zurückverwiesen. Mit der jüngsten Feststellung des VwGH wurde das gegen die Entscheidung des BVwG eingelegte Rechtsmittel abgewiesen. Damit steht endgültig fest, dass für die geplante „Seilbahn Kahlenberg“ eine Einzelfallprüfung gemäß dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz 2000 (UVP-G 2000) durch die UVP-Behörde durchzuführen ist.

Die Begründung

Der VwGH stellte klar, dass bei der Auslegung des UVP-G 2000 ein weiter Begriffsansatz heranzuziehen ist, der sich unmittelbar aus der einschlägigen EU-Richtlinie (UVP-RL) ergibt. Sowohl aus dem Zweck der UVP-RL als auch aus dem Wortlaut der in Rede stehenden Bestimmung ergibt sich, dass auch außerhalb von Skigebieten projektierte Seilbahnen, die zumindest vorwiegend der Personenbeförderung dienen, als Infrastrukturvorhaben dem Tatbestand des Anhang II Z 10 lit. h UVP-RL unterliegen. Im Ergebnis bestätigte der VwGH somit die Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG), dass Seilbahnen, die nicht ausschließlich innerhalb geschlossener Siedlungsgebiete liegen, auch unter die einschlägigen Bestimmungen des UVP-G 2000 fallen. Damit unterliegt auch die „Seilbahn Kahlenberg“ dem UVP-G 2000 – eine Einzelfallprüfung gemäß dem UVP-G 2000 ist somit durchzuführen.

Weitere Informationen und Details zur „Seilbahn Kahlenberg“ finden Sie hier:

https://www.seilbahn-kahlenberg.at/

Das Klettelement verhakt sich im Bauteil.

Das Klettelement verhakt sich im Bauteil. © IAT - TU Graz

TU Graz entwickelt Klettverschluss für Gebäudeteile

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der TU Graz hat im Projekt ReCon gemeinsam mit Unternehmenspartnern ein Klett-Verbindungssystem für Gebäude entwickelt: Damit lassen sich unterschiedliche Gebäudeteile resilient verbinden und bei Bedarf einfach voneinander trennen. Dadurch können bei Reparaturen, Renovierungen oder Nutzungsänderungen Zeit, Material und Bauschutt eingespart werden.

Das geht aus einem vor kurzem veröffentlichten Pressetext der TU Graz hervor. Der Fokus bei diesem interdisziplinären Forschungsprojekt ReCon lag auf der Verbindung von Bauteilen mit unterschiedlicher Lebensdauer, bei denen irreversible Verbindungen den Austausch üblicherweise erschweren. Hierzu untersuchten die Forschenden zwei unterschiedliche Zugänge. Einerseits klebten sie industrielle Klettkomponenten auf herkömmliche Beton- oder Holzbauteile. Andererseits stellten sie Klettkomponenten aus den Rohbaustoffen Beton und Holz sowie aus Papierwerkstoffen her. Solche Klettsysteme ermöglichen es, langlebige Tragstrukturen, die über Jahrzehnte bestehen sollen, von kurzlebigeren Elementen wie Installationen, Oberflächen, Fußböden oder nicht-tragenden Innenwänden sauber zu trennen.

Teiletausch statt Abriss

„Das zentrale Prinzip von ReCon ist die Rückbaubarkeit von Gebäuden durch klar definierte, trennbare Schnittstellen“, sagt Projektleiter Matthias Lang-Raudaschl vom Institut für Architekturtechnologie der TU Graz. „Dadurch sind im Falle einer Renovierung oder neuen Nutzung nur jene Bauteile zu tauschen, die abgenutzt sind oder neuen Anforderungen entsprechen müssen. Das verlängert die Gesamtlebensdauer eines Gebäudes erheblich, da statt eines Abrisses ein einfacher Teiletausch genügt. Dadurch lassen sich viel Bauschutt und Materialverbrauch verhindern.“

Das entwickelte System mit Klettkomponenten aus Rohbaustoffen funktioniert wie ein Klettverschluss – nur in etwas größerer Dimension. An den zu verbindenden Enden der Bauteile befinden sich direkt eingearbeitete Pilzköpfe oder Haken, die sich auf der entgegengesetzten Seite in ein (eigens mittels 3D-Druck hergestelltes) Klettelement verhaken und damit fest verbinden. Die im Projekt entwickelten Verbindungssysteme zeigten bei Tests im Labor für konstruktiven Ingenieurbau der TU Graz eine gute Haftzugfestigkeit, die mit industriellen Produkten vergleichbar ist. Die Klettverbindung ist primär für Innenräume gedacht, um etwa nicht-tragende Holz- oder Gipswände oder Teile mit Installationen zu tauschen. Eine weitere Steigerung der Haftzugfestigkeit versprechen sich die Forschenden, wenn statt des im Projekt genutzten 3D-Drucks für das Klettelement Spritzguss oder gestanztes Metall zur Anwendung kommen.

Digitalisierung der Teiledaten

Neben dem Klettsystem entwickelten die Forschenden im Projekt ReCon das Konzept einer digitalen Anwendung, um die Wiederverwendung von Bauteilen zu erleichtern. Ziel war es, Bauteildaten langfristig nutzbar zu machen und dadurch zu einer verbesserten Kreislaufwirtschaft beizutragen. Das Team hat dafür zwei Methoden entwickelt: Zum einen integrierte es RFID-Chips in die Bauteile, wodurch Informationen zur Zusammensetzung und dem Einbaudatum direkt vor Ort auslesbar sind. Zum anderen untersuchten sie den Einsatz von QR-Codes, die auf das jeweilige Element gedruckt oder gestanzt werden und Mindestdaten zum Bauteil enthalten. Beim Rückbau lassen sich die Codes mit einem Smartphone scannen, um den Zustand des Elements einschätzen und mögliche Schadstoffe erkennen zu können. Das erleichtert nicht nur die Wiederverwendung, sondern erhöht auch die Sicherheit. So kann etwa ein prüfendes Labor schon viele Risiken erkennen, wenn das Herstellungsjahr eines Bauprodukts bekannt ist.

Sustainability Award 2024 erhalten

Das Projekt ReCon, in dem das Institut für Architekturtechnologie, das Labor für Konstruktiven Ingenieurbau sowie das Institut für Biobasierte Produkte der TU Graz mit den Unternehmen Axtesys und NET-Automation zusammenarbeiteten, wurde von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert und beim vom österreichischen Bildungs- und Klimaschutzministerium vergebenen Sustainability Award 2024 in der Kategorie Forschen mit Gold ausgezeichnet.

Pendelbahn während der Fahrt vor Bergkulisse

Die Fellhornbahn I: Herzstück der umfassenden Modernisierung sind die neuen, bodentief verglasten Kabinen, die den Fahrgästen einen großzügigen Panoramablick ermöglichen. © Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen

Modernisierung von zwei traditionsreichen Pendelbahnen

Garaventa, ein Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe, hat in den vergangenen Monaten die Fellhornbahn I im Allgäu (D) und die Pendelbahn Elsigbach– Elsigenalp im Berner Oberland (CH) umfassend modernisiert. Beide Anlagen wurden technisch wie optisch nach 50 respektive 40 Jahren Betrieb auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Die erste Teilstrecke der Fellhornbahn in Oberstdorf, eine Pendelbahn von Faistenoy zum Schlappoldsee, wurde 1972 von Habegger in Thun errichtet, einem Unternehmen, das heute zu Garaventa gehört. Herzstück der Erneuerung sind die neuen, bodentief verglasten Kabinen (je 80 + 1 Personen), die den Fahrgästen einen Rundum-Panoramablick ermöglichen. Laufwerk und Gehänge blieben bei der Modernisierung bestehen. Sie wurden in der Garaventa-Servicewerkstatt in Uetendorf revidiert und anschließend wieder eingebaut. Zudem wurden die Steuerung komplett ersetzt und die Bremsanlagen inklusive Doppelbremshydraulikaggregat erneuert. Des Weiteren installierte man einen neuen Notantrieb und baute automatisierte Bahnsteigtüren ein. Die modernisierte Anlage ist seit August wieder in Betrieb. Sie wurde am 20. September 2025 feierlich eingeweiht. Die Fellhornbahn I der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen überwindet bei einer Länge von 2.689 m einen Höhenunterschied von 863 m. Die Seilbahnanlage verfügt bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 m/s über eine Förderleistung von 642 P/h & Richtung.

Pendelbahn bei der Fahrt nahe Stationsgebäude

Die Pendelbahn Elsigbach–Elsigenalp wurde auf den Stand der Technik gebracht und ist seit Juni 2025 wieder in Betrieb. © Garaventa AG

Pendelbahn Elsigbach–Elsigenalp

In Frutigen im Berner Oberland wurde die Pendelbahn Elsigbach–Elsigenalp, die 1985 von Garaventa gebaut wurde, nach 40 Betriebsjahren auf den Stand der Technik gebracht. Die Modernisierung erfolgte im Rahmen der Konzessionserneuerung und umfasste sowohl technische als auch optische Verbesserungen. Die neuen Kabinen (je 37 + 1 Personen) im eigens für diese Anlage entwickelten „Design E“ steigern den Fahrgastkomfort und setzen optische Akzente. Automatische Bahnsteigtüren erhöhen die Sicherheit beim Ein- und Ausstieg, zudem erfüllt die barrierefreie Ausführung die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG). Die Pendelbahn kann nun auch unbegleitet betrieben werden und ist seit Juni 2025 wieder in Betrieb. Diese Seilbahnanlage der Elsigenalpbahnen AG überwindet bei einer Länge von 1.489 m einen Höhenunterschied von 470 m. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 8 m/s befördert die Pendelbahn 410 P/h & Richtung.

Fahrgastraum einer Pendelkabine

Die neuen Kabinen der Pendelbahn Elsigbach–Elsigenalp im eigens für diese Anlage entwickelten „Design E“ erhöhen den Fahrgastkomfort und setzen optische Akzente. © Garaventa AG

Bei beiden Projekten stammen die neuen Kabinen von Carvatech, einem Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe.

Statement Damian Zenklusen, Projektleiter Verkauf bei Garaventa:

„Diese beiden Projekte zeigen, wie wir mit unserer Erfahrung und den Synergien innerhalb der Doppelmayr Gruppe bestehende Anlagen zukunftsfit machen. Die Kombination aus technischer Erneuerung und hochwertigem Kabinendesign bietet unseren Kunden langfristigen Mehrwert.“

 

Auotmatische Bahnsteigtüren in barrierefreier Ausführung

Pendelbahn Elsigbach–Elsigenalp: Automatische Bahnsteigtüren erhöhen die Sicherheit beim Ein- und Ausstieg, zudem erfüllt die barrierefreie Ausführung die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG). © Garaventa AG

Titelseite Fachzeitschrift mit Piste im Hintergrund

Das Special "Überschneefahrzeuge" in der neuesten Ausgabe Mountain Manager 5/25 bietet informativen Lesestoff.

Out now: die Beilage Überschneefahrzeuge

Die neueste Ausgabe Nr. 5/25 der Fachzeitschrift Mountain Manager mit der Beilage zum Thema „Überschneefahrzeuge“ wurde bereits Ende letzter Woche versandt. Das Special enthält auch technische Tabellen zu den Pisten- und Loipenfahrzeugen verschiedener Hersteller. Darüber hinaus beinhaltet die Beilage informative Artikel.

Auszug aus dem Inhalt der Beilage „Überschneefahrzeuge“:
  • SnowSat Suite von Kässbohrer optimiert Management im Skigebiet.
  • Prinoth Leitwolf: Leistung auf höchstem Niveau
  • Snow Cat von Xelom: Still, stark und nachhaltig
  • Can-Am Challenge am Großglockner
  • Drei Jahre KFX-Schnellwechselsystem im Härtetest
  • Strategische Kooperation von ZAUGG und WESTA
Viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe – Ihr MM-Team!
Eine Frau in einer Seilbahnkabine liest die Fachzeitschrift.

Brandneu: der Mountain Manager 5/25

Die neueste Ausgabe ist teilweise schon bei der Leserschaft eingelangt und ist auch online auf unserer Website nachzulesen. Sie hat unter anderem den Bergsommer, die Sommerbahnen und den Bikesport als Schwerpunkte. Eine eigene Beilage zum Thema „Überschneefahrzeuge“ bietet interessante Artikel zu dieser Thematik. Technische Tabellen über die Pisten- und Loipenfahrzeugmodelle unterschiedlicher Hersteller liefern detaillierte Einblicke. Mehr über dieses Supplement erfahren Sie demnächst bei uns online.

Auszug aus dem Inhalt des Mountain Manager 5/25:

MEINUNG

  • Manuel Lutz, GF VITALPIN: „Als Brückenbauer zu agieren, ist unumgänglich.“

BERGSOMMER

  • Mountaincarts haben das Freizeitangebot auf der Plose geprägt.
  • Padel Pop-Up am Obersee in Arosa
  • Montelinos Erlebnisalm mitten im „Home of lässig“
  • Erster Tiroler Rutschenweg im Stubaital

BIKEN

  • Neuheiten aus Österreichs größter Bike-Region
  • Destination Kitzbühel Kirchberg: längster Bike Trail in Tirol
  • E-Trial Parcours auf dem Penken erneuert
  • Sportgeräte mit der Seilbahn transportieren

NEUE BAHNEN

  • Doppelmayr baut modernste Dreiseilbahn Italiens.
  • Bartholet: Start für neues Seilbahn-Erlebnis am Monte Tamaro im Tessin
  • Logistik-Lebensader Titlis Connect
  • Zwei neue Sesselbahnen von LEITNER in Mitterdorf
  • Materialtransport für hochgelegene Baustellen

TAGUNG

  • Nachbericht zur VTK-Tagung in Bulle (CH)
Das MM-Team wünscht eine interessante Lektüre!
Über MOUNTAINMANAGER

MOUNTAINMANAGER hat sich in 50 Jahren als die internationale Fachzeitschrift für bergtouristisches Management und Alpintechnik an führender Position etabliert. Die kompetentesten Fachjournalisten der Branche mit Sitz in den drei zentralen Alpenländern Österreich, Schweiz und Deutschland sind für den MOUNTAINMANAGER tätig.
Neueste technische Entwicklungen, zukunftsweisende Trendanalysen und internationale Recherchen stehen im Vordergrund der Berichterstattung.
Aktuelle Reportagen über branchenrelevante Ereignisse, interessante Beiträge von renom mierten Gastautoren sowie Interviews mit markanten Persönlichkeiten und wissenswerte News machen den MOUNTAIN MANAGER zur Pflichtlektüre.

Kontakt
  • EuBuCo Verlag GmbH, Geheimrat-Hummel-Platz 4, 65239 Hochheim
  • 0049-(0)6146-605-0
  • vertrieb@eubuco.de